Infodienst für Sozialfragen im Gesundheitswesen

Betafon für soziale Fragen

Wer zahlt die Fahrtkosten, wenn das Baby schwerkrank in der Klinik liegt? Wer hilft, wenn sich eine Familie aus Scham über den neurodermitischen Ausschlag der Tochter zurückzieht? Wer begleitet Familien, deren Sohn gestorben ist? Antworten gibt das betafon: Der kostenlose telefonische Informationsdienst für Sozialfragen im Gesundheitswesen läuft seit 1. April in der Erprobungsphase, ab Juli wird er bundesweit Fachleuten und Betroffenen zur Verfügung stehen. Die betafon-Nummer 0 18 05/2 38 23 66 entspricht den Buchstaben b-e-t-a-f-o-n auf den Telefontasten.

Anrufen kann jeder Mensch mit psychosozialen und sozialrechtlichen Fragen, die sich für Familien mit chronisch und schwerkranken Kindern auftun: Ärzte, Apotheker, Pflegende, Therapeuten und Betroffene. Das Gros der Fragen zielt bisher auf Ansprechpartner bei Behörden, Ämtern und Sozialeinrichtungen, auf Kontakte zu geeigneten Selbsthilfegruppen, auf Tipps bei der Antragsstellung für Haushaltshilfen und finanzielle Hilfen und auf Unterstützung im Todesfall, zum Beispiel durch Geschwisterbetreuung. Die meisten Anrufe stehen in Zusammenhang mit Frühgeborenen, mit chronisch, herz- und krebskranken Kindern und Jugendlichen.

Das betafon hilft praxisnah und kompetent, doch es bietet keine Dauerbetreuung: Entweder wird eine Frage direkt beantwortet oder es wird vor Ort ein Ansprechpartner ermittelt und der Kontakt zum Anrufer hergestellt. Am betafon sitzen Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen, die für die Besonderheiten telefonischer Beratung geschult sind: Da Anrufer ihre Frage oft nicht gezielt formulieren können, kreisen die Telefonberater das Problem systematisch ein und achten gleichzeitig auf wichtige Nebenaspekte.

Wenn Fragen nicht sofort beantwortet werden können, weil sie sehr speziell oder komplex sind, recherchieren die betafon-Mitarbeiterinnen und rufen schnellstmöglich zurück. Sie haben Zugriff auf sorgfältig recherchierte Daten und Adresssammlungen und kooperieren bei Spezialfragen mit dem Kindernetzwerk Aschaffenburg, das über die wohl umfangreichste Datenbank zu Krankheiten und Behinderungen im Kindes- und Jugendalter verfügt. Das betafon nutzt das Internet sowie die zahlreichen Kontakte des betapharm Instituts, zu dem das betafon gehört. Das im Oktober 1999 gegründete, gemeinnützige und unabhängige Institut forscht, berät, informiert und bildet aus. Zusammen mit dem jetzt angelaufenen betafon bewegt alle Zweige des Instituts dieselbe Frage: Was brauchen Familien mit schwerstkranken Kindern über Medizin und Medikamente hinaus, um die Krankheit erfolgreich zu bewältigen?

Die vom betafon recherchierten Antworten werden strukturiert in einer Datenbank gesammelt und sollen wissenschaftlich ausgewertet werden.

Besetzt ist das betafon Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12 Uhr, Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr.

Internet: www.beta-institut.de

Quelle: ots, Pressemitteilung vom betaphon, Ende Juni 2000

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