Wie Eltern in Sachen Schuppenflechte Experte werden

Für die medizinische Betreuung Ihres Kindes sollten Sie einen Arzt finden, dem Sie vertrauen. Das sollte möglichst ein Dermatologe (Hautarzt) sein. Gerade auf dem Gebiet der Psoriasis gibt es zur Zeit immer wieder neue Erkenntnisse und Therapien. So genau kann kein Kinderarzt darüber informiert sein. Lesen Sie dazu unsere Tipps zur Arztsuche.

Überlassen Sie die Verantwortung für die Behandlung nicht allein dem Arzt. Sie sollten selbst zum Sachverständigen für die Krankheit Ihres Kindes werden. Informieren Sie sich ausführlich und seriös über die Psoriasis und ihre Behandlungsmöglichkeiten. Wenn Sie gut Bescheid wissen, kann man Ihnen weniger einreden. Weder Ärzte, noch Wunderheiler. Das bedeutet, dass Sie Bücher über die Krankheit lesen sollten. Und Sie sollten sich laufend über neueste Erkenntnisse und Therapien informieren. Zum Beispiel in der Patientenzeitschrift „PSO aktuell“ oder hier im Psoriasis-Netz.

Verabschieden Sie sich von falschen Zielen: Das Kind muss nicht so lange therapiert werden, bis die Haut „makellos“ ist. Es ist nicht nötig, die Stellen verbissen zu bekämpfen, bis nichts mehr zu sehen ist. Mit ein paar roten Stellen kann man leben. Krankheiten sind in der Natur (leider) normal: bei Mensch, Tier und Pflanze. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass auch andere in Ihrem Umkreis krank sind. Damit schalten Sie einen Stressfaktor aus.

Viele Eltern befürchten, dass sich die Schuppenflechte immer weiter ausbreitet. Je mehr Sie darüber wissen, desto schlimmere Fälle lernen Sie kennen. Machen Sie sich nicht selbst verrückt! Es ist völlig ungewiss, wie sich bei jedem einzelnen Menschen die Psoriasis entwickeln wird. Es gibt keine eindeutige Prognose, z.B. dass sich die Schuppenflechte mit zunehmendem Alter verschlimmert. Leider kann man die Gene nicht beeinflussen. Ihr Kind trägt die Veranlagung in sich. Aber Sie können vieles versuchen, damit die Krankheit möglichst eingedämmt wird und Ihr Kind damit umgehen lernt. Machen Sie sich jedoch keine Vorwürfe, wenn es wieder zu einem Schub kommt, obgleich Sie so viel getan haben. Sie sind nicht schuld an der Krankheit ihres Kindes! Die Psoriasis kommt und geht wie sie will!

Es ist nicht gesagt, dass Psoriasis nie heilbar sein wird. Medikamente werden verbessert und neue Wirkstoffe und Therapien gefunden. Die Psoriasis kann heute deutlich besser und freier von Nebenwirkungen behandelt werden, wie noch in den 60er Jahren. Kortison, äußerlich aufgetragen, hatte früher einen denkbar schlechten Ruf: „Hilft schnell, verschlimmert aber die Psoriasis, wenn es abgesetzt wird.“ Inzwischen gibt es die dritte Generation, die sehr gezielt eingesetzt und wieder abgesetzt werden kann. Viel Hoffnung setzen Psoriatiker auf die Biologika („biologics“), die direkt in den biochemischen Prozess der Psoriasisentstehung eingreifen. Diese Wirkstoffe erleichtern das Leben von Psoriatikern ganz erheblich. Auch wird z.B. versucht, die Psoriasis mit Lichtspektren zu bestrahlen, die kein UV-Licht enthalten und besonders für Kinder geeignet wären. Schöpfen Sie Hoffnung, dass die Schulmedizin in einigen Jahren die Psoriasis noch besser behandeln kann ? und die Krankenkassen das bezahlen.

Viele Eltern versuchen, ihre Kinder mit alternativen Heilmethoden zu helfen, weil sie diese für sanfter halten: Anthroposophische oder traditionelle chinesische Medizin, Homöopathie, Bachblüten, Aroma-, Fußzonenreflex-, Sauerstoff-, Magnetfeld-, Laser-, Farb- oder Eigenblut- Therapie, Feldenkrais, Hypnose, Besprechen, Bio-Energetik, Bioresonanz. Oft wird in diese Behandlungen viel Geld und viel Zeit investiert. Aber alle Heilmethoden außerhalb der Schulmedizin sind, wenn überhaupt, stets nur in Einzelfällen erfolgreich. Bei keiner dieser Richtungen ist seriös nachgewiesen, dass es tatsächlich die Behandlung war, die nachhaltig auf die Psoriasis gewirkt hat. Aber wenn Sie ein gutes Gefühl haben und es Ihrem Kind damit besser geht, spricht nichts gegen eine Behandlung außerhalb der Schulmedizin. Setzen Sie sich von vornherein ein Zeitlimit: Wenn Sie nach drei Monaten keinen Erfolg sehen, sollten Sie nicht mehr Geld in diese Methode investieren. Lesen Sie mehr hier.

Das trifft auch auf pflanzliche und tierische Präparate zu. Es gibt Naturstoffe, die auf Entzündungen und vermehrte Zellbildung wirken. Ob Aloe Vera oder Fischöl. Experten raten dringend, diese Präparate nicht bei akuten Schüben als alleinige Therapie anzuwenden. Bei leichten Formen aber können alternative Mittel den Abheilungsprozess verstärken. Eine Liste von Nahrungsergänzungs-Mitteln, die bei Schuppenflechte eingesetzt werden, finden Sie hier. Informieren Sie sich ganz genau, wie diese Produkte wirklich wirken und mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist. Misstrauen Sie einseitigen Jubelbeiträgen! Es gilt: Was nach sechs Wochen nicht sichtbar anschlägt, sollte abgesetzt werden.

Wer völlig verzweifelt ist, klammert sich an jeden Strohhalm. Deshalb noch einmal die Warnung: Es gibt kein Heilmittel gegen die Schuppenflechte. Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen jemand „Heilung“ verspricht und sich das noch teuer bezahlen lässt. Bei jeder chronischen Krankheit gibt es Quacksalber, die wahre Wunder versprechen. Bevor Sie sich auf ein finanzielles Abenteuer einlassen, machen Sie sich sachkundig. Ganz schnell geht das zum Beispiel in unserem Forum.

Weitere allgemeine Antworten zu Haut, Hautkrankheiten und Hautpflege bei Kleinkindern finden Sie im Internetportal „Rund ums Baby„.

Über Hausmeister 4 Artikel
Ich sehe hier nach dem rechten und wische von Zeit zu Zeit feucht durch.

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