Müssen Psoriatiker auf Kinder verzichten?

Allgemein gilt, dass die „Disposition“ (Veranlagung) zur Schuppenflechte vererbt wird. Wer also selbst Schuppenflechte hat oder in wessen Familie sie vorkommt, muss damit rechnen, die Anlage dazu an sein Kind weiter zu geben. Das sagt nichts darüber aus, ob das Kind diese Krankheit dann wirklich auch bekommt, wann sie ausbricht (bei einem Drittel tritt sie erst nach den Wechseljahren auf) und wie stark sie sein wird. Das alles ist bei jedem Menschen anders. Man sagt auch: „Jeder hat seine eigene Schuppenflechte“.

Die Vererbung kann auch eine ganze Generation überspringen. Dann tritt die Psoriasis erst bei den Enkeln wieder auf. Es gibt keine gesicherten Untersuchungen darüber, wie wahrscheinlich die Vererbung ist. Klar ist nur, dass Kinder eher Psoriasis bekommen, wenn beide Eltern die Veranlagung in sich tragen. Oft werden wir gefragt, ob man Kinder zeugen sollte, wenn einer Psoriasis hat oder sogar beide betroffen sind. Die Antwort ist schwer und muss leider jeder für sich selbst finden. Richtig ist, dass man an der Psoriasis „nicht stirbt“. Aber es gibt viele Menschen, die sehr darunter leiden, einer unheilbaren Krankheit scheinbar hilflos ausgesetzt zu sein.

Gerade Heranwachsenden fällt es äußerst schwer, mit einer Hautkrankheit zu leben, die sie nicht verstecken können. Sie schämen sich, sie werden gehänselt, versäumen die Schule, gehen oft nicht mehr aus dem Haus, treiben keinen Sport und wissen nicht, wie sie Freunde und Partner finden sollen, die sich nicht vor ihnen ekeln. Hautkranke Kinder verlangen viel Aufmerksamkeit, Pflege und Geduld. Oft genug leidet das Familienleben und die Partnerschaft darunter. Potentielle Mütter oder Väter müssen damit rechnen, dass das Leben mit einem psoriatischen Kind sie viel Kraft kostet.

Wer das nicht scheut, wer sich zutraut, genug Liebe und Hingabe aufzubringen, sollte sich nicht vom Kinderwunsch abbringen lassen. Viele Krankheiten, die Kinder bekommen, sind nicht vorhersehbar. Und trotzdem verzweifeln weder Eltern noch Kinder. Es hängt stets von der Lebenseinstellung ab, schwere Zeiten meistern zu können oder nicht.

Es gibt kein allgemein anerkanntes Testverfahren, ob jemand diese Veranlagung in sich trägt. Gen-Wissenschaftler haben zwar festgestellt, in welchen Genen die Vererbungsinformation enthalten ist. Aber selbst wenn man daraus Dispositionen ablesen könnte, würde wohl heutzutage noch niemand derartige Tests bezahlen können. Wer wissen will, ob es ein Risiko gibt, kann nur sehr genau die Familien von Mann und Frau befragen. Gab es in den vergangen Generationen Fälle von Schuppenflechte? Nichts anderes wird ein Arzt auch machen.

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