Übergewicht und Allergien im Vormarsch

Forscher des Robert-Koch-Instituts in Berlin haben zwischen 2003 und 2006 den Gesundheitszustand von deutschen Kindern und Jugendlichen untersucht. Die Krankenkassen bieten für Kinder der unterschiedlichsten Altersstufen gezielte Früherkennungsuntersuchungen an. Aber noch nicht alle Kassen bezahlen diese Vorsorge für Kinder, die älter als zwei Jahre sind.

Die größten Probleme sind Übergewicht, Allergien und mangelnde Bewegung.

15 % der befragten Kinder und Jugendliche sind übergewichtig, 6,3 % fettsüchtig. Beide Gruppen sind gefährdet, als Erwachsene Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen. Gerade diese Krankheiten aber sind typisch Begleit-Erkrankungen der Schuppenflechte. Die Psoriasis wird eindeutig begünstigt, wenn man sich schon im Kindesalter falsch ernährt hat!

Zahlenmäßig genauso oft sind unter Kindern und Jugendlichen allergische Krankheiten verbreitet: Allergien, Heuschnupfen, atopisches Ekzem („Neurodermitis“). Davon sind eher Kinder aus gut situierten Familien betroffen. Vermutlich, weil sie oft als Einzelkinder aufwachsen. Wer schon früh Kontakt mit anderen Kindern als Geschwister oder in der Krippe hat, ist nicht so gefährdet. Aber auch Kinder, die häufig ins Schwimmbad gehen, können dadurch Heuschnupfen bekommen. Das liegt, so eine Studie des GSF Forschungszentrums am Chlor.

23 % der Kinder spielen nicht jeden Tag im Freien, 48 % machen weniger als einmal pro Woche Sport und nur 50 % können mit ihren Fingerspitzen die Zehen berühren. Bewegungsmangel, aber auch Übergewicht und psychische Auffälligkeiten finden sich vor allem bei Kindern aus Familien mit geringem Einkommen und niedrigem Bildungsniveau.

Damit Eltern mit diesem Problem nicht allein dastehen, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Untersuchungen zur Früherkennung von Seh-, Verhaltens- und Sprachentwicklungs-Störungen, Übergewicht, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien. Alle Kassen zahlen die Voruntersuchungen U 1 bis U 7. Die enden aber zwischen dem 21. und dem 24. Lebensmonat.

Nachfolgende Vorsorge-Untersuchungen, U 7a bis U 11, werden noch längst nicht von allen Kassen übernommen. Ältere Kinder sollen dabei zusätzlich auf Allergien sowie Sozialisations-Störungen untersucht und über Suchtmittel aufgeklärt werden. Eltern sind aufgefordert, sich bei ihrer Krankenkasse nach diesen Leistungen zu erkundigen und alle Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen

Weitere Informationen gibt es auf der Spezialseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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