Ernährung kann Atopie-Risiko eingrenzen

Kind mit JoghurtIn den letzten Jahren wurden etliche Faktoren ausgemacht, die den Ausbruch der atpoischen Krankheiten wie Neurodermitis oder Allergien fördern oder eben verzögern können. Hautärztin Christiane Bayerl aus Wiesbaden hat einige Faktoren zusammengestellt, wie die Ernährung von Mutter und Kind während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr das Atopierisiko beeinflusst.

Dennoch: „Völlig ausschließen lässt sich eine Atopie auch durch die sorgfältigste Ernährung nicht“, sagt Professor Bayerl. Sie leitet die Klinik für Dermatologie und Allergologie am Städtischen Klinikum Wiesbaden.

Am wichtigsten und gleichzeitig am bekanntesten ist die Schutzwirkung des Stillens. Kinder, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich Muttermilch erhalten, entwickeln deutlich seltener eine Atopie als nicht gestillte Kinder.

Mütter, die nicht oder nicht voll stillen können, sollten auf sogenannte Hydrolysatnahrung zurückgreifen. Bei diesen Präparaten, die auch als auch als H.A. oder hypoallergen bezeichnet werden, sind die Eiweißbestandteile so weit aufgebrochen, dass ihre allergene Wirkung stark verringert ist.

Wichtig: Ob H.A.-Präparate bei atopiegefährdeten Kindern auch nach dem sechsten Lebensmonat noch nützlich sind, ist nach Bayerls Angaben noch ebenso wenig geklärt wie die Frage, ob diese und andere präventive Maßnahmen bei Kindern ohne erhöhtes Atopierisiko überhaupt einen Effekt haben.

Wenn Atopiefälle aus der nahen Verwandtschaft bekannt sind, sollte während des gesamten ersten Lebensjahres besonders auf die Ernährung geachtet werden. Neue Nahrungsmittel sollten nur stufenweise in die Beikost eingeführt werden. Nahrungsmittel wie Milch, Ei, Fisch, Nüsse oder Soja sollten im ersten Lebensjahr ganz vermieden werden.

Dagegen wirken sogenannte Pro- oder Präbiotika offenbar schützend: Christiane Bayerl verweist auf eine Studie, in der sich das Erkrankungsrisiko um 68 Prozent reduzierte, wenn die Kinder in den ersten vier Lebensmonaten Probiotika erhielten. Dabei handelt es sich um Präparate mit lebenden Bakterien wie Laktobazillen und Bifidusbakterien, die die Darmflora der Kinder positiv beeinflussen. Dieselben Präparate hatten die an der Studie teilnehmenden Mütter bereits während der letzten zwei Schwangerschaftswochen zu sich genommen.

Doch nicht nur mit der Ernährung ist etwas zu machen:

  • Atopische Erkrankungen sind in Familien mit mehreren Geschwisterzahlen seltener.
  • Der Kontakt mit Bauernhoftieren in der frühen Säuglingszeit und
  • der frühe Eintritt in den Kindergarten vermindern das Atopierisiko.

 

Quellen

  • „Hypoallergene Ernährung im Säuglingsalter – Ist eine Prävention atopischer Erkrankungen möglich?“ in: Aktuelle Dermatologie 4/2007
  • Information des Thieme-Verlags

Bildquellen

  • Kind mit Joghurt: MatkaWariatka / Fotolia
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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