PUVA-Behandlung begünstigt Infektion mit Krebsviren

Viele Menschen mit Schuppenflechte werden oft mit PUVA-Bestrahlung behandelt. Auch wenn die Gefahr oft kleingeredet wird: Sie gehen damit ein erhöhtes Krebs-Risiko ein – vor allem diejenigen, die vorher sogenannte Psoralene geschluckt oder getrunken haben. Diese Methode kommt allerdings (zum Glück) außer Mode. Heutzutage werden die Psoralene meist in einer Lösung oder Creme auf die Haut aufgetragen.

Psorialene machen die Haut lichtempfindlicher, damit die UV-Strahlen in tiefere Hautschichten eindringen können.

Eine Studie liefert nun eine mögliche Erklärung, warum das Krebsrisiko steigt: Danach begünstigt PUVA die Infektion der haut mit Viren – genauer gesagt mit "humanen Papillomaviren", kurz HPV genannt.

Die Studie stammt vom US-amerikanischen Dermatologen Robert Stern. Er ist seit 20 Jahren hinter dem Krebsrisiko her. Nun lieferte er nach: 25 Jahre (!) nach Ende der Behandlungen erkranken mehr als die Hälfte aller PUVA-Patienten an einem Hautkrebs. Dabei geht es um Menschen, die mehr als 400 PUVA-Behandlungen erhielten.

Von den PUVA-Patienten mit Hautkrebs hatten sich 73 Prozent mit dem HPV-Virus infiziert. Diese stehen im Verdacht, den Krebs "anzufeuern". Die Vermehrung dieser Viren wird durch PUVA begünstigt. Das passiert entweder, weil die Strahlen selbst die Vermehrung der Viren anregen oder, weil die PUVA-Therapie das Immunsystem unterdrückt und die Viren dann leichteres Spiel haben. Patienten ohne PUVA und ohne Hautkrebs hatten nur zu 36 Prozent den HPV-Virus in sich. Menschen, die mit PUVA behandelt worden waren, hatten bereits deutlich Spuren von HPV-Genen in ihren Haaren.

Faizt von Peter Wolf und seinen Mannen von der Uni Graz: Die Unterschiede zwischen Psoriatikern mit PUVA-Vergangenheit und ohne diese waren deutlich. Obwohl nur 81 Patienten untersucht wurden, gehen die Wissenschaftler von einem Zusammenhang von PUVA und Krebs aus. Claudia Liebram

Quellen:

J Invest Dermatol, 121/2003

Deutsches Ärzteblatt online, 16. März 2004

Archives of Dermatology, 140/2004