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Grapefruit verstärkt Nebenwirkungen

Grapefruitsaft beeinflusst die erwünschten, aber hauptsächlich die unerwünschten Wirkungen von Arzneistoffen, mit denen auch Psoriatiker behandelt werden. Darauf verweist Dr. Petra Zagermann-Muncke in der "Pharmazeutischen Zeitung". Das betrifft vor allem Patienten, die mit Wirkstoffen behandelt werden, um das Immunsystem zu bremsen (Immunsupressiva). Darüber hinaus sollten auch diejenigen Grapefruits meiden, die Mittel einnehmen um den Cholesterinspiegel zu senken, die Potenz zu fördern, Allergien zu verhindern oder das Zellwachstum zu hemmen (Zytostatika).

Es ist bekannt, dass es Medikamente gibt, die die Psoriasis verstärken oder sogar auslösen. Eine genaue Liste findet sich unter http://www.psoriasis-forum-berlin.de/berlin_alter.html. Umstritten ist dagegen, welche Lebensmittel Psoriatiker meiden sollten. Es gibt zwar viele Diätempfehlungen, aber keine von ihnen ist wirklich wissenschaftlich fundiert; oft widersprechen sich die Tipps sogar. Einig sind sich die Experten jedoch darin, dass Hautkranke sich möglichst gesund ernähren sollten: Viel frisches Obst und Gemüse, vollwertige Getreide- und fettarme Milchprodukte, Fisch, wenig und fettarmes Fleisch, Rapsöl, Trink- und Mineralwasser. Das entspricht den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (www.dge.de).

Aus der Gruppe des gesunden, frischen Obst fällt jetzt für einige Psoriatiker die Grapefruit heraus. Dr. Zagermann-Muncke (Eschborn) verweist darauf, dass sich bestimmte Medikamente mit der Grapefruit und ihrem Saft wechselseitig beeinflussen. Das sind diejenigen Arzneistoffe, die durch das Enzym CYP3A4 im Körper abgebaut werden. Also Arzneimittel, die eingenommen und durch die Darmschleimhaut aufgenommen werden.

Grapefruits & Co. erhöhen bei einigen dieser Medikamente deutlich die "Bioverfügbarkeit" des Wirkstoffes. Dadurch verstärken sich die Nebenwirkungen. Bei Zytostatika dagegen wird die Wirkung des Arzneistoffes gehemmt. Im Verdacht, gleiches zu bewirken, stehen außerdem Südfrüchte wie Pomelo (Kreuzung aus Pampelmuse und Grapefruit) und Pomeranze (auch Saure, Bitter oder Sevilla Orange genannt). Die Pomeranze findet sich in Marmelade, Aromastoffen, Orangeat, Parfums und in Alkoholika wie 'Grand Marnier', 'Cointreau' und 'Curacao'. Welche Inhaltsstoffe für diese Wechselwirkungen verantwortlich sind, ist noch ungeklärt.

Die Autorin verweist darauf, dass Grapefruitsaft nicht bei allen Arzneistoffen gleichermaßen wirkt. Problematisch wird es, wenn es sich um ein Medikament handelt, dass sehr konzentriert in den Körper eingreift und hochwirksam ist. Wie z.B. Ciclosporin ('Sandimmun'). Wer damit behandelt wird, bei dem können durch Grapefruitsaft schon nach vier Stunden unerwünschte Wirkungen an Nieren, Leber und Nerven nachgewiesen werden. Auch wer den Wirkstoff Tacrolimus schluckt, ('Prograf') muss mit Risiken und Nebenwirkungen durch diese Vitaminspender rechnen. Das gilt nicht für 'Protopic-Salbe', weil sie nur äußerlich aufgetragen und durch die Haut aufgenommen wird. Eher selten wird ein Psoriatiker das Präparat 'Terfenadin' (Antihistaminika) verschrieben bekommen. Dessen Nebenwirkungen werden ebenfalls durch Grapefruits & Co. verstärkt.

Obgleich die Biologika ('Raptiva', 'Enbrel ', 'Humira ' und 'Remicade ') ebenfalls ins Immunsystem eingreifen, wird ihre Wirkung nicht durch diese Südfrüchte beeinflusst. Sie sind "monoklonale Antikörper", d.h. Eiweißstoffe, die auf andere Weise abgebaut werden.

Dr. Petra Zagermann-Muncke weist darauf hin, dass recht viele Arzneistoffe durch CYP3A4 abgebaut werden. Wahrscheinlich wird sich zukünftig bei noch von mehr Medikamenten herausstellen, dass ihre Wirkung von Grapefruits & Co. beeinflusst werden.

Den Artikel "Grapefruit und Arzneimittel" kann man nachlesen unter http://www.pharmazeutische-zeitung.de. Rolf Blaga

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 02. Juni 2007 um 07:54 Uhr