Für jeden Schweregrad gibt’s eine geeignete Therapie

Individuell richtig behandelt, kann heute nahezu bei jedem Patienten mit Psoriasis die stigmatisierende Hauterkrankung – wenn auch nicht geheilt – – so doch gut kontrolliert werden.

Dies hat Professor Percy Lehmann von der Universitätshautklinik Düsseldorf auf einer vom Unternehmen Pierre Fabre Dermo Kosmetik ausgerichteten Pressekonferenz in München betont.

Seine aktuelle Therapieempfehlung bei Patienten mit Psoriasis je nach Ausprägung der Erkrankung hat der Dermatologe wie folgt zusammengefaßt:

  • Bei leichten bis mittelschweren Erkrankungen mit lokalisierten, auf wenige Stellen beschränkten Hauterscheinungen plädiert der Dermatologe für eine lokale Behandlung mit einem topischen, retinoidrezeptorspezifischen Vitamin-A-Säure-Derivat wie Tazaroten (Zorac®/Pierre Fabre Dermo Kosmetik), einem topischen Vitamin-D3-Analogon wie Calcipotriol oder Tacalcitol, einem Kortikosteroid oder Dithranol. Um die häufigen Reboundeffekte beim Absetzen einer Kortikoid-Monotherapie zu vermeiden, sollten Kortikoide immer mit anderen topischen Antipsoriatika wie etwa Tazaroten kombiniert werden, riet Lehmann.
  • Bei schwereren Erkrankungen mit lokalisierten Psoriasis-Herden, die auf die eben genannten Behandlungsstrategien nicht oder nur unzureichend ansprechen, empfiehlt der Dermatologe systemische Retinoide, die mit einer auf die betroffenen Hautbezirke beschränkten PUVA-Bad-Behandlung (psoralenhaltiges Bad plus UVA-Bestrahlung), einer Schmalspektrum-UVB-Phototherapie (311 Nanometer) oder mit einer topischen Tazaroten-Behandlung kombiniert werden.
  • Patienten mit einer leichten bis mittelschweren generalisierten Psoriasis, deren Herde jedoch weniger als 15 Prozent der Körperoberfläche bedecken, behandelt Lehmann primär mit einer Schmalspektrum-UVB-Phototherapie, mit Tazaroten, Vitamin D3-Analoga oder aber mit einer Balneophototherapie.
  • Bei Patienten mit einem schweren generalisierten Hautbefall mit disseminierten Herden, die mehr als 15 Prozent der Körperoberfläche bedekken und die nur unzureichend auf die bereits zuvor genannten therapeutischen Alternativen ansprechen, verordnet Lehmann primär eine PUVA-Bad-Therapie in Kombination mit Tazaroten oder Vitamin D3-Analoga. Alternativ kommen bei solchen Patienten auch Immunsupressiva wie Cyclosporin, Methotrexat und Tacrolimus in vergleichsweise niedriger Dosierung in Frage.

Stichwort Psoriasis

In Deutschland leiden etwa zwei Prozent der Bevölkerung an einer Psoriasis. Unter den 1,6 Millionen deutschen Psoriatikern haben etwa 350 000 eine schwere, 750 000 eine mittelschwere und 500 000 eine leichte Ausprägung der Erkrankung. Bei fünf Prozent aller Patienten sind die Gelenke mit beteiligt.

70 Prozent aller Psoriatiker erkranken an einer genetisch disponierten Form, die sich meist schon im zweiten Lebensjahrzehnt manifestiert und die offensichtlich von fieberhaften Infekten ausgelöst werden kann. 30 Prozent entwickeln eine Alterspsoriasis, die sich typischerweise erst nach dem 50. Lebensjahr manifestiert und bei der die Familienanamnese negativ ist. (wst)

Quelle: Ärzte Zeitung, 30.08.2000

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