Jojoba – Das „flüssige Gold“ für die Haut

Hatte zu Beginn der 70er Jahre lediglich eine Handvoll Botaniker und Pharmakologen von der Jojoba-Pflanze gehört, so wird der Strauch heute überall im Südwesten der Vereinigten Staaten, aber auch in Mittel- und Südamerika, Nord- und Südafrika sowie in Australien und Israel angebaut. Der Jojoba-Strauch verträgt extreme Temperaturen und wird zwischen 60 Zentimeter und fünf Meter hoch. Er hat eine fünf Meter tiefgehende Wurzel. Der Strauch wird zwischen 100 und 200 Jahre alt. Seine Blätter sind dicklich-grün, ledrig, laufen spitz zu. Erkennbar ist er auch an seinen charakteristischen dunkelbraunen Nüssen. Das Holz zeigt Wachstumsringe.

Der spanische Jesuit Junipero Serra, der als christlicher Missionar in Chile wirkte, schrieb 1769 in sein Tagebuch: "Das Öl des Hohoba-Strauches benutzen die Indianer zur Pflege von Haaren und Haut. Was mich am meisten erstaunt: Keiner von ihnen hat Schuppen oder Haarausfall, selbst nicht die ältesten Männer. Ich führe das auf das Öl zurück. Sie benutzen es aber auch zum Kochen."

Jojoba-Nüsse speichern kein fettes Öl wie beispielsweise die Sonnenblume oder der Raps. Es wird von der Haut schnell aufgenommen und dringt bis in die untersten Hautgewebeschichten vor. Nach neuesten Forschungsergebnissen der Akademie der Wissenschaften der USA ist Jojoba-Ööl in seiner Zusammensetzung und seinen Eigenschaften das am besten verträgliche antiallergische Hautpflegemittel.

Jojoba-Öl ist eigentlich kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs. Es ist über Jahre hinweg haltbar, weil es wegen seiner chemischen Zusammensetzung nicht ranzig wird. Jojoba hat 0 (Null!) Kalorien. Inzwischen weiß man, dass Jojoba-Öl vor Sonnenbrand schützt. Der Jojoba-Experte J. Wisniak erklärt die Linderung von Hautkrankheiten so: "Im Gegensatz zu vielen anderen Ölen fettet Jojoba die Haut nicht zusätzlich, sondern es zieht sofort ein, pflegt die entzündeten Hautschichten von innen und entzieht dem Körper den Entzündungsherd. Die Haut kann sich selbst regenerieren." Anina Yaron von der Ben-Gurion-Universität in Jerusalem (Israel) berichtet von Testreihen, in denen Psoriasis-Patienten ergänzend mit Jojoba behandelt wurden. Bei den Probanden verschwanden die Hautreaktionen schneller als bei den Testpersonen ohne Jojoba-Begleitbehandlung. Sie schreibt: "Jojoba-Öl scheint gegen Schuppenflechte und andere Hauterkrankungen zu helfen, deren genaue Ursache nicht eruierbar ist. Nebenwirkungen waren auch bei Dauergebrauch über mehrere Monate hinweg nicht zu beobachten."

Wie wendet man Jojoba-Öl an?

Eigenes Duschgel: Man vermische 100 ml neutrale Seifengrundlage aus dem Naturkostladen oder Reformhaus mit einem Teelöffel Jojoba-Öl und etwa 10 bis 20 Tropfen eines ätherischen Öls seiner Wahl. Anschließ#end das Ganze in einer Flasche (möglichst aus Kunststoff oder Braunglas) verschütteln.

Für gesunde Nägel: Mischen Sie zu gleichen Teilen Jojoba-Öl, Teebaumöl und Nachtkerzenöl. Füllen Sie die Mischung in einen leeren Kosmetikstift (erhältlich in Kosmetik- und Drogeriefachgeschäften) und bestreichen Sie sich damit wie mit einem Filzstift die Fingernägel. Das verleiht den Nägeln Elastizität und hilft hervorragend gegen Einrisse auf den Nägeln. Variante 2: Massieren Sie das Öl ein oder tragen Sie es mit einem Pinsel auf. (Anmerkung vom Psoriasis-Netz: Wer Nagellack-Auftragen kennt, weiß, wie lang das dauern kann…)

Man merke: Im Reformhaus oder Drogeriemarkt nicht irgendein Zeug mit Jojoba-Öl kaufen, sondern nach dem Anteil schauen. Er sollte möglichst hoch sein, keinesfalls nur 0,5 oder 1 % des gesamten Inhalts.

Auszug aus "Natur & Heilen", Heft 8/99