Gesundheit im Netz – wer nutzt was und warum?

Laptop und Stethoskop

„Gesundheit im Netz“ – das war der Titel einer Umfrage, die Ende 2009 auf mehreren Internetseiten zum Thema Gesundheit zu finden war. Auch Nutzer des Psoriasis-Netzes waren zur Teilnahme aufgerufen.

Die Ergebnisse aller Gesundheitsportale sind Bestandteil der Doktorarbeit von Alexander Schachinger an der Humboldt-Uni und der Hochschule für Medien Stuttgart. Es war die erste große deutschlandweite Befragung, wer warum welche Art von Internetangeboten nutzt, um sich über Gesundheitsthemen zu informieren.

Für die Nutzer des Psoriasis-Netzes kann man sagen:

Abseits vom Internet holen sich die meisten ihre Informationen zum Thema Gesundheit regelmäßig

  • von Ärzten (38 Prozent)
  • von Freunden oder Familie (19 Prozent)
  • aus Zeitschriten oder Büchern (17 Prozent)

Warum surft jemand zum Thema Gesundheit?

  • für den „Eigenbedarf“ wegen einer chronischen Krankheit (85 Prozent)
  • aus akutem Anlass (62%)
  • für Angehörige oder Freunde (24 Prozent)

Wie kommen die Nutzer zu den Informationen zum Thema Gesundheit?

  • über eine Suchmaschine (74 Prozent)
  • über Gesundheitsportale, die sie schon kennen (22 Prozent)

Wie oft surfen Menschen zum Thema Gesundheit?

  • ein- bis dreimal im Monat (34 Prozent)
  • ein- bis dreimal in der Woche (32 Prozent)
  • täglich (22 Prozent)

Wie oft lesen Menschen zum Thema Gesundheit in Zeitungen oder Zeitschriften nach?

  • einmal pro Woche (35 Prozent)
  • einmal pro Monat oder mehr (29 Prozent)
  • weniger als einmal im Monat (22 Prozent)

Auf welcher Art Gesundheits-Internetseiten surfen die Nutzer?

  • Spezielle Seiten zu einem bestimmten Thema oder einer bestimmten Krankheit (80 Prozent)
  • Foren oder Communitys zum Thema Gesundheit (75 Prozent)
  • Internetseiten von Selbsthilfegruppen (55 Prozent)

Welche kleinen Programme oder Anwendungen nutzen Surfer auf Gesundheits-Webseiten?

  • Anmeldung bei einer Community oder in einem Forum (71 Prozent)
  • Klinik-, Arzt- oder Apothekensuche (56 Prozent)
  • Medikamentenbestllung (43 Prozent)

Was genau suchen Nutzer von Gesundheits-Websites?

  • Informationen über Therapien oder Behandlungen (86 Prozent)
  • Erfahrungen von Patienten mit einer bestimmten Erkrankung (82 Prozent)
  • Informationen zu bestimmten Medikamenten oder deren Nebenwirkungen (76 Prozent)

Welche Art von Gesundheits-Seiten finden Nutzer hilfreich?

  • Seiten zum Austausch mit Patienten (77 Prozent)
  • Seiten von Selbsthilfegruppen (59 Prozent)
  • Allgemeine Gesundheitsportale mit Beiträgen, Rubriken und Lexika (47 Prozent)

Wie sehr vertrauen Nutzer den Anbietern von Gesundheits-Seiten?

(1 = kein Vertrauen, 5 = hohes Vertrauen)

  • Seiten zum Austausch mit Patienten (3,9)
  • Seiten von Selbsthilfegruppen (3,6)
  • Allgemeine Gesundheitsportale mit Beiträgen, Rubriken und Lexika (3,3)

Wie haben Gesundheitsinformationen aus dem Internet bisher geholfen?

  • Bessere Entscheidung für oder gegen eine Behandlung (79 Prozent)
  • „Ich stelle dem Arzt jetzt andere oder mehr Fragen.“ (75 Prozent)
  • Besserer Umgang mit der Erkrankung (oder der des Angehörigen) (71 Prozent)

Ein wenig Demographisches über die Antwortenden aus den Reihen der Nutzer

  • 37 Prozent der Teilnehmer waren männlich, der Rest naturgemäß weiblich.
  • Das Durchschnittsalter lag bei 46 Jahren.
  • 86 Prozent der Teilnehmer sind gesetzlich versichert.

In Sachen Bildung sah es bei den Teilnehmer so aus:

  • Realschule mit oder ohne Lehre: 41 Prozent
  • Hoch- oder Fachhochschulabschluss: 27 Prozent
  • Abitur ohne Studium: 18 Prozent
  • Volksschule mit oder ohne Lehre: 13 Prozent

Nutzung des Internets

  • Die meisten nutzen das Internet seit dem Jahr 2001. Mit der Suche nach Gesundheitsinformationen begannen die meisten zwei Jahre später.
  • Die meisten nutzen das Internet für
  • Einkäufe (84 Prozent)
  • Nachschlagen bei Wikipedia (84 Prozent)
  • Austausch in einem Forum, einer Community oder einem Netzwerk (81 Prozent)

Bildquellen

  • Stethoskop und Laptop: Ever / Fotolia
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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