Psoriasis-Netz informiert über Patienten-Broschüren

Broschüren über Psoriasis

In unserem Broschüren-Verzeichnis führen wir alle uns bekannten gedruckten Patienteninformationen auf. Die meisten kann man als PDF-Datei herunterladen. In jeder Rubrik haben wir diejenigen Broschüren oder Faltblätter von nicht-kommerziellen Einrichtungen genannt. Danach kommen die von kommerziellen Anbietern – vor allem von Pharmafirmen. Dabei geht es nicht immer nur um Psoriasis, sondern auch um allgemeine Patientenbelange.

Die Broschüren sind von uns durchgesehen worden. Aber nur in seltenen Fällen hatten wir Zeit sie zu kommentieren. Unterstützen Sie unser Konzept und schreiben Sie bei einzelnen Broschüren, was Sie davon halten!

Grundsätzlich sollten Sie  a l l e  Gesundheitsinformationen mit kritischer Distanz lesen. Finden Sie heraus, mit welchem Interesse Sie jeweils als Patient angesprochen werden. In den Pharma-Patienteninformationen werden sachlich korrekt Ursachen der Psoriasis und schulmedizinische Therapien beschrieben. Meist widmet man sich ausführlicher dem Wirkstoff, für den die Firma ein Medikament anbietet. Wichtige Risiken und Nebenwirkungen werden erwähnt, aber nicht vertieft. Stattdessen gibt es in vielen Broschüren Erfolgsberichte von Betroffenen, die schon „alles ausprobiert“ hätten, sich aber erst durch die „modernen Medikamente“ „wie neugeboren“ fühlen würden und nun ein „selbstbestimmtes Leben“ führen könnten. Bis auf wenige Ausnahme bekräftigen alle Pharmabroschüren diese Erfolge mit Fotos von schönen, aktiven, lachenden, kontaktfreudigen und optimistischen Menschen. In einigen findet man sie auf jeder Seite und in Großformat, andere platzieren sie dezent und klein. Viele bieten weitergehende Ratgeber für Psoriatiker an.

Einige werben für ihre firmeneigenen Patienten-Kampagnen, manche (wenn auch immer weniger) weisen nur auf Patientenorganisationen hin, die sie auch finanziell fördern.

Einschätzung

Als erste Information für Psoriatiker sind diese Pharma-Broschüren nützlich. Aber man sollte sich nicht nur bei einer Firma informieren, weil sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Bedenklich ist, dass mit ästhetischen Fotos und Patientenberichten rezeptpflichtige Wirkstoffe als sehr erfolgreich dargestellt werden, obgleich sie starke Nebenwirkungen haben können. Persönliche Erfolgsberichte sagen außerdem nichts darüber aus, bei wie viel Patienten das Präparat wirkungslos bleibt, die Wirkung nachlässt oder die Therapie wegen Unverträglichkeiten abgebrochen wird. Über alternative Behandlungsmöglichkeiten erfährt man meist nichts. Man sollte sich bewusst sein, dass diese Broschüren von Werbepsychologen gestaltet werden. Sie wissen genau, wie man verzweifelte Patienten ansprechen und den Erfolg der eigenen Produkte herausstellen muss.

Wer objektive Bewertungen über Rezeptpflichtiges sucht, muss sich bei unabhängigen Institutionen informieren. Im aktuellen „Handbuch Medikamente“ hat die Stiftung Warentest die Medikamente gegen Schuppenflechte bewertet.

Die einzige unabhängige Patientenzeitschrift PSO aktuell erscheint vierteljährlich. Das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWiG informiert ebenfalls über Schuppenflechte. Schließlich gibt es uns, das Internetportal www.Psoriasis-Netz.de. Wir verstehen uns als unabhängiges, kritisches, nicht-kommerzielles Selbsthilfeprojekt von Betroffenen.

Hier finden Sie alle Broschüren.

Über Rolf Blaga 115 Artikel
Rolf Blaga hat bis 2012 als Studienrat in Berlin am Oberstufenzentrum Gesundheit unterrichtet. Seit 1993 ist er aktiv in der Psoriasis-Selbsthilfe tätig, sowohl regional im Psoriasis Forum Berlin als auch überregional in der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft.

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