Wie pflegt man Nägel?

Es geht um die Nägel

Jeder reinigt sie täglich, schneidet oder feilt sie regelmäßig, und Millionen Frauen lackieren sie mit feinen Pinseln. Die Rede ist von den Fingernägeln. Es gibt ein ganzes Arsenal von Ölen, Emulsionen und Lösungen zu ihrer Pflege. Tag für Tag spielen sie eine wichtige Rolle bei fast allen Arbeiten der Hand. Wer mehr über die Fingernägel sagen sollte, käme wahrscheinlich in Verlegenheit, denn nur selten macht sich jemand über solche „Selbstverständlichkeiten“ Gedanken. Dabei sind die Nägel als Schutzorgan, Werkzeug und Waffe von großer Bedeutung. Gleichzeitig erfüllen sie ganz bestimmte Aufgaben bei der Ausprägung des Fingerspitzengefühls.

Zum ersten Mal beginnen diese eigentümlichen Horngebilde schon in der neunten bis zehnten Woche der Embryonalentwicklung auf den Streckseiten der Finger und Zehen zu wachsen. Bei der Geburt sind sie dann bereits so ausgebildet, dass sich daran sogar der Reifegrad eines Neugeborenen ablesen lässt. Die Keimschicht der Haut produziert nun unermüdlich Nagelsubstanz. Es dauert an den Fingern ungefähr ein halbes Jahr, bis sich eine Nagelplatte von der wie ein blasser Halbmond durchschimmernden Wurzel aus dem Nagelbett ganz nach vorne geschoben hat. Solange die Wurzel bei einem Verlust der Nagelplatte weder ernsthaft verletzt wird noch aus irgend einem anderen Grund erkrankt, wächst immer wieder ein neuer Nagel nach.

Nicht selten aber sind Nagelwurzeln und Nägel durch Krankheiten in Mitleidenschaft gezogen. Besonders unangenehm wirken sich beispielsweise Pilzerkrankungen aus. Oft werden die Nägel auch von der Schuppenflechte (Psoriasis) befallen. Sie kann die Nagelwurzel so stark verändern, dass die nachwachsende Nagelplatte aussieht, als seien mit einer Nadel viele kleine Löcher hineingestochen worden. Weiche Nägel können leicht spröde und brüchig werden. Manchmal ist das bei Menschen mit einem schlechten Gesundheitszustand zu beobachten. Zu scharfe Spülmittel oder der Umgang mit aggressiven Chemikalien führt gelegentlich zu Wachstumsstörungen der Fingernägel. Die Behandlung eitriger Entzündungen des Nagelsaums (Panaritium = Saumgeschwür) sollte unbedingt dem Arzt überlassen werden.

Aus hygienischen Gründen müssen die Nägel von Zeit zu Zeit gekürzt werden. Sie sollten die Finger- beziehungsweise die Zehenkuppen nicht wesentlich überragen. Eingewachsene Nägel – meist die der Großzehen – sind oft auf unsachgemäßes Schneiden oder zu enge Schuhe zurückzuführen. Nach sorgfältiger Pflege können durch das Einlegen eines kleinen Salbentupfers zwischen Nagelfalz und Nagelbett neuerliches Einwachsen sowie schmerzhafte Entzündungen vermieden werden.

Zur Reinigung des Spalts zwischen Nagelplatte und Fingerkuppe eignen sich am besten eine nicht zu harte Bürste, Wasser und Seife. Die üblichen Nagelreiniger aus Metall sind erfahrungsgemäß nicht ganz ungefährlich. Auf ihr Konto geht manche unbeachtete Verletzung, aus der dann eine üble Infektion entstehen kann. Auch das Entfernen der überschüssigen Haut des Nagelfalzes mit scharfen Instrumenten ist grundsätzlich falsch. Ein flüssiger Nagelhautentferner ist auf jeden Fall der Schere vorzuziehen. Erfolgte Verletzungen der Nagelwurzel machen sich mit weißen Flecken in den Nägeln bemerkbar. Uns was schließlich die Nagellacke betrifft: Ihre chemische Zusammensetzung verändert die Nagelsubstanz nicht. Auf jeden Fall aber gilt, dass ungepflegte Nägel nicht nur hygienisch bedenklich sind, sondern auch einen schlechten Eindruck machen. Bei der Pflege kommt es aber auf besondere Vorsicht an. PAM

Quelle: Frankfurter Rundschau, 12.02.2000

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