Rheumapatienten sollen in Niedersachsen besser betreut werden. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Krankenkasse KKH und Patientenorganisationen wollen die Versorgung der Betroffenen stärker aufeinander abstimmen. Das Netzwerk soll vor allem Menschen zu Gute kommen, bei denen eine chronisch-entzündliche Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankung neu festgestellt wird - wie etwa eine Psoriasis Arthritis.
"Diese Erkrankungen sind für Allgemeinärzte oft schwer festzustellen", erläuterte Dr. Jan Hülsemann, Oberarzt der Abteilung Rheumatologie in der MHH. Damit die Krankheit möglichst frühzeitig erkannt wird, bekommt der Hausarzt einen Katalog mit Untersuchungskriterien zur Verfügung gestellt. Der Patient soll dann innerhalb von zwei Wochen einen Termin bei einem Rheumatologen bekommen - normalerweise gibt es dort eine mehrmonatige Wartezeit.
Wenn der Patient ins Krankenhaus muss, wird er an die Rheumaexperten der MHH überwiesen.
Teilnehmen an dem zunächst auf ein Jahr befristeten Projekt können alle niedersächsischen Hausärzte und Rheumatologen sowie die Versicherten der KKH. Ziel ist es, die Schmerzen der Patienten und die Zahl der stationären Aufenthalte zu senken, die Zerstörung der Gelenke zu vermeiden und die Arbeitsfähigkeit des Betroffenen zu erhalten, sagte Hülsemann. Dadurch werde auch Geld im Sozialsystem gespart.
Bezogen auf die Kosten für Diagnose, Behandlung und Rehabilitation gehört Rheuma zu den teuersten Erkrankungen überhaupt, sagte der KKH-Vorstandsvorsitzende Ingo Kailuweit. "Allein im Jahr 2004 haben wir je Patient im Durchschnitt über 6.000 Euro aufgebracht. 20 Prozent der Menschen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen werden in den ersten drei Krankheitsjahren erwerbsunfähig."
Quelle: dpa, 14.09.05








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