Was ist eine Psoriasis arthritis?

Gelenk

Psoriasis arthritis gehört wie die Polyarthritis, besser bekannt als Rheuma – zu den chronisch- entzündlichen Gelenkerkrankungen. Von der Psoriasis arthritis können alle Gelenke betroffen werden, wobei das typische Krankheitsbild einen Befall der Finger- und Zehenendgelenke und häufig auch den Befall aller Gelenke eines Zehs oder eines Fingers aufweist. Dabei entstehen beispielsweise die so genannten Wurstfinger. Die können im Alltag zu einer erheblichen Beeinträchtigung führen.

Die Psoriasis arthritis entsteht meist bei Menschen, die schon eine Schuppenflechte auf der Haut haben. Dann beschränkt sich die psoriatische Entzündung nicht auf die äußeren Hautschichten, sondern erreicht die Innenhaut der Gelenke. Diese Gelenkentzündung wird dann als Psoriasis arthritis bezeichnet.

Die Psoriasis arthritis kann aber auch zeitgleich mit einem Hautbefall oder vor einer Schuppenflechte auftreten. Bei der Hälfte der Betroffenen geht die Krankheit mit einem asymmetrischen Befall der Gelenke einher.

Die Krankheit zeigt sich mit schmerzhaften Schwellungen und Bewegungshemmungen der betroffenen Gelenke. Die Symptome können in Ruhe oder in der Nacht stärker werden und zu einer typischen Morgensteifigkeit führen, die bis weit in den Tag hinein reichen kann.

Von der asymmetrischen Form sind meist die kleinen Gelenke – also die Finger oder Zehen – betroffen. Die symmetrische Verlaufsform kommt in einem Viertel der Fälle vor und betrifft meist große Gelenke wie die Sprunggelenke.

Bei beiden Formen können auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden.

In den restlichen 25 Prozent der Fälle sind insbesondere die Wirbelsäule oder Kreuzbein- und Darmbeingelenke des Beckens entzündet, was oftmals mit Darmentzündungen einhergehen kann.

Der Verlauf der Erkrankung ist chronisch und kann schubförmig sein, wobei Phasen relativer Beschwerdefreiheit möglich sind.

Die Psoriasis arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, deren Ursachen jedoch noch nicht geklärt sind. Eine genetische Komponente ist sehr wahrscheinlich.

Zusätzlich zu der genetischen Veranlagung führen interne und externe Faktoren zu einem Ausbruch der Krankheit.

Die Gene, die für das Auftreten der Krankheit verantwortlich sind, konnten bislang nicht bestimmt werden. Gewebeproben können wichtige Hinweise auf die Erkrankung geben. Meist ist ein Botenstoff des Immunsystems – der Tumor-Nekrose-Faktor alpha – erhöht. Dieser wirkt in erster Linie entzündungsfördernd. Eine gezielte Hemmung dieses Botenstoffes kann zu einer Besserung der Beschwerden führen.

Die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung liegt bei 60 bis 70 Prozent, wenn beide Elternteile die entsprechende Erbanlage aufweisen, wobei dies nicht zu einem Ausbruch der Erkrankung beim Kind führen muss. Ist „nur“ ein Elternteil betroffen, liegt die Wahrscheinlichkeit der Vererbung bei 25 Prozent. TB

Foto: Sebastian Kaulitzki, Fotolia

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