Was die Selbsthilfegruppe für Betroffene bedeutet

Von Claudia B., einer Besucherin der Selbsthilfegruppe

Vor fast genau einem Jahr war in der Zeitung eine Anzeige zu lesen, in der stand: Selbsthilfegruppe für Hautkranke sucht Betroffene zum Erfahrungsaustausch. Zuerst wollte ich gar nicht hingehen, aus Angst vielleicht, weil man schüchtern ist oder sich gar für die eigene Haut schämt.

Doch dann haben Gott sei Dank die Neugierde und die Hoffnung, andere Betroffene kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen, überhand genommen.

Also ging ich zum ersten Treffen – und siehe da, es waren viele Betroffene da, denen es genauso ging wie mir. Sie hatten die gleichen Bedenken wie ich und die gleiche Angst, Schüchternheit und Scham wie ich. So stellten wir uns der Gruppe vor. Den Anfang hat die Gründerin und auch Leiterin der Selbsthilfegruppe gemacht, mit dem Hinweis auf das oberste Gebot: der Schweigepflicht gegenüber Dritten. So erzählten wir nacheinander von uns und unserer Hautkrankheit, dem Verlauf, den Behandlungen, die wir schon ausprobiert hatten und unseren Problemen mit diesen Leiden. Nach und nach stellten wir im Laufe des Abends, viele Gemeinsamkeiten fest, auch wenn wir zum Teil unterschiedliche Hautkrankheiten haben. Die Gruppe war geboren und das Wir-Gefühl kam an.

Die Zeit verging im Flug und schnell war klar, wir wollen uns wieder zum Austausch treffen. Seit dieser Zeit treffen wir uns alle drei Wochen entweder im Pfarrstadel in Bernbeuren zum Erfahrungsaustausch und zu Fachvorträgen, zu Ausflügen oder, um in der Therme in Schwangau zu baden, was für manchen von uns nicht immer selbstverständlich war.

Die Gruppe ist seitdem gewachsen. Neulinge sind jederzeit willkommen.

Für mich sind die Treffen Balsam für die Seele und den Geist, weil man immer mit der Gewissheit nach Hause geht, dass man nicht alleine ist, andere vielleicht noch schlimmer dran sind, und weil man sich dort nicht verteidigen muss, sondern fallen lassen kann, und, weil man mit den Alltagsproblemen auf Zuhörer trifft, die Verständnis haben.

Mittlerweile sind diese Treffen zu einer festen Institution geworden. Es haben sich Freundschaften entwickelt, die sich auch außerhalb der Gruppe treffen und etwas gemeinsam unternehmen.

Wir haben in diesem Jahr noch viel zusammen vor, wobei das Highlight bestimmt die Gruppenreise nach Jordanien ans Tote Meer sein wird. Leider können da nicht alle von uns mit, aber das macht nichts, denn auch sonst ist noch einiges geboten.

Wenn Ihr neugierig auf die Selbsthilfegruppe geworden seid, dann habt keine Angst und Scheu und schaut einfach im Pfarrstadel Bernbeuren vorbei!! Wir freuen uns jetzt schon euch kennen zulernen.

Keine Fahrgelegenheit, oder an diesem Tag keine Zeit? Dann meldet euch unter Telefonnummer, denn wir versuchen auch immer Fahrgemeinschaften zu bilden.

Bis bald!

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