Verein „Psoriasis & Haut“ aufgelöst

Der Verein „Psoriasis & Haut“ hat nach eigenen Angaben Ende des Jahres 2013 seine Auflösung beschlossen. Wer auf die Internetseite des Vereins geht, sieht dort nur noch einen weißen Bildschirm. Letztendlich fehlten Aktive, um die Vorstandsarbeit weiterzuführen.

Der Verein „Psoriasis und Haut“ wurde im Sommer 2003 als Dachverband von ehemaligen Vorstandsmitgliedern des Deutschen Psoriasis Bund (DPB) gegründet. Der Verein bestand aus knapp zwanzig Selbsthilfegruppen, die bis dahin Regionalgruppen des DPB waren; die meisten aus Nordrhein-Westfalen.

Pso & Haut wurde vor allem von Gerhard Saalmann, Dr. Rolf Heinen und Horst Wilhelm Ostertag () repräsentiert,  später von Margitta Hess. Als Aktiver kann auch Thomas Wiegand genannt werden.

Vor allem der 1. Vorsitzende Gerhard Saalmann prägte den Verein mit seinen Ideen, aber auch mit seinem Führungsstil. Außenstehende kritisierten von Anfang an, dass Gerhard Saalmann gleichzeitig der Eigentümer einer Firma war, die Bestrahlungsgeräte für Psoriatiker herstellte. Außerdem hatte das Büro von Pso & Haut die gleiche Adresse wie Gerhard Saalmanns Firma und beschäftigte seine Tochter als Leiterin. Für seine Idee einer „Grünlicht-Therapie“ gegen Psoriasis Arthritis rekrutierte er Probanden unter den Mitgliedern von Pso & Haut. Weder Gerhard Saalmann noch der Verein sahen in diesen Verquickungen jemals einen bedenklichen Interessenkonflikt.

Pso & Haut propagierte eine Selbsthilfe „der anderen Art“. Man würde bei den Hilfesuchenden dort ansetzen, wo andere Vereine aufhören. Darunter verstand man eine intensive Einzelbetreuung. Schwere Fälle verzweifelter Psoriatiker wurden direkt an mit dem Verein verbundene Mediziner vermittelt. Dieses Konzept konnte im Endeffekt nur von einzelnen Vorstandsmitgliedern umgesetzt werden. Die Gruppen vor Ort machten ihre bisherige Arbeit weiter. In der Selbsthilfegruppe Neurodermitis und Psoriasis Ostheim v.d. Rhön kümmerte man sich – neben der aktiven Selbsthilfearbeit – intensiv um die Teilnehmer der Gruppenreise ans Tote Meer in Jordanien.

Der Verein „Pso & Haut“ organisierte mehrere gut besuchte Veranstaltungen anlässlich des Welt-Psoriasis-Tages. Für die Gruppenleiter wurden regelmäßig Weiterbildungs-Seminare veranstaltet, in 2011 zusammen mit der PSOAG. Eine Zeitschrift, die in Praxen ausgelegt werden sollte, ist zweimal erschienen.

Wie in vielen anderen Selbsthilfe-Vereinigungen gab es auch bei Pso & Haut Probleme, den Vorstand neu zu besetzen, als die „alte Garde“ abtrat. Für die letzte 1. Vorsitzende Margitta Hess fand sich Ende 2013 kein Nachfolger.

Mit der Auflösung des Vereins werden vermutlich viele Gruppen von Pso & Haut ebenfalls nicht mehr aktiv sein. Der Versuch, eine inhaltliche Alternative zum Deutschen Psoriasis Bund zu etablieren, ist nach zehn Jahren gescheitert.

Schon 1997 waren sieben Regionalgruppen geschlossen aus dem DPB ausgetreten und hatten die Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V. (PSOAG) gegründet. Auch damals waren dem vereinsinterne Machtkämpfe innerhalb des DPB vorangegangen, gefolgt von Rücktritten von Vorstandsmitgliedern und der damaligen Redaktion der Mitgliederzeitschrift.

Bei Pso & Haut wurde nie ernsthaft erwogen, sich mit dem schon bestehenden Dachverband PSOAG zusammen zu tun. Dazu lagen die Konzepte der Verbände und vermutlich auch die Charaktere der jeweiligen Führungs-Persönlichkeiten zu weit auseinander.

Über Rolf Blaga 115 Artikel
Rolf Blaga hat bis 2012 als Studienrat in Berlin am Oberstufenzentrum Gesundheit unterrichtet. Seit 1993 ist er aktiv in der Psoriasis-Selbsthilfe tätig, sowohl regional im Psoriasis Forum Berlin als auch überregional in der Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft.

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