„In 43 Jahren lernt man damit zu leben“

Waltraud S. widmet neuen Stellen keine Aufmerksamkeit – und sie verschwinden von selbst. Ihr Wunsch: Die Psoriasis soll nicht das Leben bestimmen.

Ich habe seit meinem 1. Lebensjahr Psoriasis. Meine schlimmsten Erinnerungen habe ich an meine Kinderzeit, als meine Mutter, die es natürlich nur gut meinte, mich zu allen möglichen Ärzten und Heilpraktikern schleppte und alle möglichen und unmöglichen Therapien ausprobierte. (Baden in heißem Wasser angereichert mit Kernseife, danach abbürsten mit einer harten Nagelbürste oder jeden Morgen einen Esslöffel Honig auf nüchternen Magen, alle möglichen stinkenden Tinkturen auf den Kopf, Handauflegen usw. Und was hat es geholfen? Nichts!

In 43 Jahren lernt man damit zu leben und man vergisst sogar manchmal seine Krankheit. Positives Denken und das Akzeptieren meiner Haut hat mir sehr geholfen. Ich mache nicht mehr und nicht weniger Hautpflege wie jeder Gesunde. Gott sei Dank hatte ich das Glück, dass die Krankheit nach der Pubertät sehr viel besser wurde und ich bis heute außer Kopf-, Ellbogen- und Kniebefall kaum Probleme habe. Ab und zu taucht ein Fleck an anderer Stelle auf, aber ich ignoriere ihn einfach und siehe da irgendwann ist er verschwunden. Ich widme ihm einfach keine Aufmerksamkeit.

Ich weiß, das ich zu den glücklichen Psoriatikern gehöre, die keine großflächigen Krankheitsherde haben. Ich wünsche allen Erkrankten, dass ihre Krankheit nicht ihr Leben bestimmt.

Waltraud S. (44)

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