„Je härter du deine Haut behandelst, umso sanfter wird sie“

Tom hat seine Haut immer „hart, aber gesund“ behandelt. Eigentlich – so meint er – ist die Pso aber ein psychisches Problem. Er ist auf der Suche, wie er damit umgehen soll. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.

Mein Name ist Thomas, ich bin 27 Jahre alt und leide seit meiner Kindheit an PSO. Als Kind (ca.ab dem 8.Lebensjahr) zeigte sich dies nur auf dem Kopf, ich wurde mit einer öligen Flüssigkeit behandelt (kann mich nicht mehr an den Namen erinnern, war ja noch Kind), welche auf den Kopf aufgetupft wurde, mehrere Stunden einwirkte und dann abgespült wurde. Die Badewanne hatte weniger Spaß daran,sie zeigte dann Trauerränder. Die Therapie war mehr oder weniger erfolgreich.

Im 15.Lebensjahr zeigte sich ein starker Schub,überall auf meinem Körper zeigten sich kleine Flecken, welche aber wie auch 2 größere Flecken an den Innenseiten der Knöchel nach kurzer Zeit spurlos verschwanden. Einzig traten starke Kopfschuppen weiterhin auf,die Öltherapie war schon lange eingestellt, das Medikament gab es dann wohl nicht mehr (ostdeutsches Produkt, wohl ein Opfer der Wendezeit geworden). Ich behandelte meine Kopfhaut sporadisch mit Terzolin und hatte nach mehreren Anwendungen zwei bis drei Monate Ruhe, bei Wiederauftritt nahm ich die Therapie einfach wieder auf. Urlaubsreisen nach Griechenland und Australien brachten wohl wegen der klimatischen Bedingungen nach ca. einer Woche Beschwerdefreiheit für ca.2-3 Monate (nach anfänglichem starken Brennen – PSO wollte sich wohl gegen mich wehren).

Zum momentanen Zeitpunkt habe ich allerdings einen starken Schub, welcher durch psychische Probleme ausgelöst (als erstes Befall der Finger) und durch eine schwere Angina verstärkt wurde (kleine, bis ca.4mm große Flecke, hauptsächlich auf den Oberschenkeln und dem Gesäß, weniger an den Unterarmen und auf dem Bauch und den Füßen). Dummerweise belastet mich PSO im Moment psychisch noch mehr und es entsteht ein Teufelskreis.

Desweiteren möchte ich aber auf Ihre Fragen eingehen.

Ernährung: Konnte keinen Zusammenhang zur Ernährung feststellen Jahreszeit-Wohl durch Sonnenmangel und Winterdepressionen verstärkte Kopfschuppenbildung ab Herbst bis zum Frühjahr,ansonsten bis jetzt keine weiteren körperlichen Reaktionen

Kuren und Behandlungen: Außer Behandlung der Kopfschuppen mit TERZOLIN keine Therapie, da ich ab 15.Lebensjahr bis heute beschwerdefrei war ,hab PSO einfach nicht beachtet, daher auch keine Erfahrungen mit Krankenkassen o.ä.Institutionen gemacht

Sonstige Reaktionen: Auf Deos und Badezusätze,Haarshampoos o.ä.herkömliche Pflegeprodukte keine negativen Reaktionen

Desweiteren war ich der Meinung, meine Haut immer hart, aber gesund behandelt zu haben, da ich beim täglichen Waschen bzw. Duschen nie einen Seiflappen, sondern eine Bürste benutzt habe (über Jahre hinweg), in dem Glauben, die Durchblutung zu fördern und alte Hautschuppen zu entfernen. Der Erfolg (Beschwerdefreiheit) untermauerte diese Einstellung. Ich handlete nach dem Prinzip „Je härter du deine Haut behandelst, umso sanfter wird sie“, ich glaubte, mich abgehärtet zu haben.

Die Bürstenbehandlung löst allerdings weiterhin Wohlbefinden aus, allerdings sollte ich wohl kein herkömmliches, weil mit Chemie vollgestopftes Duschgel mehr verwenden, sondern milde Präparate.

Eine begonnene Behandlung mit Psorcutan brachte noch keinen nennenswerten Erfolg,die Behandlung der Kopfhaut mit Advantan-Lösung anstatt Terzolin zeigt gewisse Erfolge.

Meine Vermutung geht aber dahin, mehr ein psychsisches Problem zu haben, welches ich mit Medikamenten selbstverständlich nicht lösen kann, sondern eher durch ein Überdenken der mir Probleme bereitenden Umstände. Leider weiß ich nicht, wie und wo ich anfangen soll. Ärztliche Behandlung durch einen Psychologen widerstrebt mir etwas, weil ich denke, meine Sorgen seien lächerlich im Vergleich zu anderen Menschen und ich auch nicht weiß, wie und wo ich anfangen soll zu erzählen.

Antworten, Fragen und Reaktionen nehme ich dankend an.

Mit freundlichen Grüßen

Tom
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