Menschen mit Schuppenflechte sind häufiger depressiv

Die Auswertung von Versichertendaten im Rahmen der Studie PsoCare 2007 hat ergeben, dass Menschen mit Psoriasis 1,8 mal häufiger an Depressionen leiden als Menschen ohne.  Depression ist also eine ernst zu nehmende Begleiterkrankung der Psoriasis. Im Psoriasis-register PsoBest werden deshalb jetzt psychische Begleiterkrankungen wie Depression im Langzeitverlauf mit aufgenommen.

Neben den Autoimmunerkrankungen der Gelenke und des Darmes, den Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dem Diabetes ist die Depression eine der wesentlichen Begleiterkrankungen von Schuppenflechte. Insgesamt wurden in der Studie PsoCare die Daten von 34.728 Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen mit Psoriasisdiagnose untersucht. Davon waren 63 Prozent Männer. Von den Versicherten wiesen insgesamt 4.020 Patienten sowohl die Diagnose Schuppenflechte als auch eine Depression auf.

Die Depression tritt in allen Altersgruppen auf. Je älter die Menschen, desto anfälliger sind sie für Depression. Die Untersuchung zeigte, dass mit steigender Altersgruppe auch der prozentuale Anteil der Betroffenen mit Depression zunahm.

  • In der Altersgruppe bis 20 Jahre litten im Schnitt 2,27 Prozent an Depression.
  • In der Altersgruppe 41 bis 60 Jahre waren es 15,86 Prozent.
  • Bei der Altersgruppe 81 Jahre plus stieg die Zahl auf 22,22 Prozent.

Die erhöhte Depressions-Rate bei Schuppenflechte ist nicht allein als Reaktion auf das gegenwärtige Hautbild zu erklären, sondern besteht teilweise unabhängig vom Schweregrad der Schuppenflechte.

Im Patientenregister PsoBest werden deutschlandweit Informationen über den langfristigen Behandlungsverlauf und die Begleiterkrankungen der Psoriasis erhoben. Jeder in das Register aufgenommene Patient wird über fünf Jahre begleitet – unabhängig davon, welche Therapie durchgeführt und wo er behandelt wird. Ziel von PsoBest ist das Gewinnen von Langzeitdaten über die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit der in Deutschland verfügbaren Biologika und konventionellen Systemtherapien zur Behandlung der Psoriasis . PsoBest ermittelt den Nutzen für den Patienten und den Bedarf an bisher eingesetzten Therapien, um die bestehende Versorgung zu optimieren.

Die Langzeitbeobachtung der Therapien ist ein wichtiger Beitrag zur Patientensicherheit. An PsoBest nehmen bisher 51 Kliniken und 473 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte teil.

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

5 Kommentare

  1. Da bist Du aber ein ziemlich positiv denkender Mensch. Glückwunsch! Wenn ich nicht noch so viele Pläne für die Zukunft hätte und nicht wüsste, dass ich von einigen Leuten gebraucht würde, hätte ich meinem Leben schon längst ein Ende gesetzt.

  2. Hallo, ich selber habe schon des öfteren an Psoriasis (Schienbeinen) gelitten. Es ging nach geraumer Zeit wieder weg! Seit 2011 bis 03.2013 aber war es nicht weg zu bekommen, trotz Cortison Salbe.Ich habe vieles versucht, auch mit Urin, Mittelstrahl, nichts half. Da ich an Depressionen leide und Probleme mit allen Medikamenten habe, kam mir im März ein Gedanke, dieser war, es kann nur psychisch sein!Probleme, die ich nicht ausgesprochen habe, verursachten diesen starken Juckreiz an der linken Wade.Ständiges aufkratzen bis es anfing zu bluten, Es heilte etwas, schuppte, die Haut glänzte und fing immer wieder an zu jucken. Ich sagte es mir laut vor, es kann nur psychisch sein! Mein Körper zeigt mir, das etwas nicht in Ordnung ist, also hörte ich das erste mal und reagierte, ich lasse meinen Ärger sofort raus, wäre mich. Es hat nach über 21 Monaten aufgehört! Meine Wade, die dünne Haut hat sich von alleine regeneriert. Ich konnte es erst nicht glauben aber es ist wirklich abgeheilt. Liebe Grüße Saskia

  3. Ich selber leide unter schwerer Depression und sehr schwerer Schuppenflechte am Kopf,knien und an den Ellbogen.Ich bin erst 15 aber es belastet mich stark ich kann mich nicht mehr auf die Schule konzentrieren und Schäme mich auch dafür …
    Leider habe ich Chronische Schuppenflechte(Psoriasis) und weis das es mein ganzes Leben bleibt.
    Ich war schon bei unzähligen Haut- und Fachärzte
    sie haben mir Cortisonmittel aufgeschrieben aber leider hat nichts gewirkt…
    Jetzt bin ich in der schule am verzweifeln und habe sehr starke Depressionen und weis nicht wie ich weiter machen sollte.
    Ich weis nicht mal mehr ob es überhaupt weiter geht 🙁
    Liebe Grüße Marco

  4. Lieber Marco, ich möchte auf Deinen Beitrag eingehen, da er mich sehr beschäftigt hat. Ich sehe, dass Dich Deine Situation sehr belastet. Ich verstehe sehr gut, dass es Dir in Deiner Situation nicht gut geht.
    Dennoch möchte ich Dir schreiben, dass es keineswegs sicher ist, dass die Schuppenflechte Dein Leben lang so bleiben wird, wie sie jetzt ist. Zwar ist die Schuppenflechte nicht heilbar, aber sie kann sich dennoch verändern, sogar zum Guten.
    Aber Du schreibst ja auch von Deiner Depression. Auch hier ist Hilfe möglich. Es gibt Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Dir bestimmt durch Gespräche und falls erforderlich auch mit Medikamenten helfen können, aus Deiner Depression herauszukommen. Vielleicht fällt Dir der erste Schritt dorthin nicht ganz leicht, aber ich weiß, dass gerade diese Ärzte sehr gut helfen können. Es bleibt natürlich Deine Entscheidung, ob Du Dir dort Hilfe holst, aber ich kann Dir das nur nahe legen, damit Du Dich nicht weiter mit Deinen Sorgen quälst.
    Auf jeden Fall wünsche ich Dir, dass Du eine gute Lösung für Dich findest und wünsche Dir alles Liebe.
    Liebe Grüße schickt Dir Kuno!

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