Guckst du noch oder fühlst du schon?

Die Hautklinik der Uni Jena öffnet am 18. November extra lange: Zwar hat das Angebot nicht direkt etwas mit der Schuppenflechte zu tun, aber die eine oder andere Frage wird man sicherlich loswerden können.

Die Haut ist unser einziges Tastorgan. Wie und wie gut dieses funktioniert, kann man am 18. November von 18 bis 21 Uhr bei der 1. Langen Nacht der Wissenschaften in Jena am eigenen Leib erleben.

Das Hautphysiologische Labor der Universitäts-Hautklinik an der Erfurter Straße 35 baut unter dem Motto „Sich Herantasten an die Haut“ speziell für diese Nacht eine große Tast- oder besser gesagt Teststrecke auf.

„Hier wird der Tastsinn gnadenlos getestet: In abgedeckten Gefäßen haben wir warme, kalte, spitze, runde, harte und weiche Gegenstände versteckt, die darauf warten, von unseren tastfreudigen Besuchern identifiziert zu werden“, kündigt die Hautphysiologin Dr. Maria Breternitz an. Außerdem kann man sein eigenes Temperatur- und Schmerzempfinden austesten und herausfinden, wie stark oder schwach es auf welchen Hautarealen ist. Dabei gibt es beispielsweise zwischen Rücken und Fingerspitzen beträchtliche Unterschiede.

An einer anderen Station werden dem Besucher Gegenstände mit ähnlicher Form zum Fühlen angeboten. Mais, Linsen, Erbsen – was ist was? Das ist gleichzeitig ein Test, wie aufmerksam man durch das alltägliche Leben geht und wie sehende Menschen Form und Oberfläche ähnlicher Gegenstände aus dem Gedächtnis unterscheiden können. „Unsere blinden Mitmenschen werden bei der Taststrecke viel besser abschneiden. Sie haben für Gehörtes und Gefühltes im Gehirn größere Repräsentationsareale als Sehende, bei denen die visuellen Informationen mehr Speicherplatz einnehmen“, weiß Dr. Breternitz. „Was aber ist, wenn unsere Optik einmal ausfällt, das werden wir den Besuchern der Wissenschaftsnacht vorführen“, freut sie sich auf große und kleine tastexperimentierfreudige Besucher.

Homepage der Klinik: http://www.derma.uni-jena.de/start.php

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