Kurorte machen immer weniger Umsatz

Obwohl mehr Gäste kommen, geht der Umsatz in deutschen Kurorten zurück. Grund sei ein Rückgang bei den Reha-Anträgen bei Krankenkassen von etwa 20 Prozent. Das sagte der Präsident des Deutschen Heilbäderverbandes, Manfred Steinbach.

Zwar kämen mehr privat zahlende Gäste, doch die bevorzugen den mehrtägigen Kurzurlaub statt der mehrwöchigen Badekur. Manfred Steinbach kündigte eine Imagekampagne an, um den rund 330 deutschen Kurorten wieder bessere Auslastung zu verschaffen.

„Die Branche hat das Minus, das es allgemein auf dem Ausgabensektor der Konsumenten gibt“, sagte Steinbach. Die Anträge für Kassenkuren mit Eigenbeteiligung seien stellenweise um 30 Prozent gesunken. „Man überlegt es sich zwei Mal, ob man sich zu einer Kur anmeldet.“ Berufstätige zögerten, weil sie für die Dauer der Kur nicht arbeiten könnten und Angst um ihren Arbeitsplatz hätten. Rentner legten das Geld lieber auf die „hohe Kante“, weil sie nicht wüssten, was in Zukunft komme.

Allerdings gebe es auch Unterschiede beim Rückgang von Kuren in den einzelnen Kurorten, sagte Steinbach. Orte, die Marketing betrieben, seien weniger betroffen. „Die Zeit, wo man nur den Mund aufmachen muss und schon die gebratenen Tauben reinfliegen, ist vorbei.“

Quelle: dpa, 25.10.2004

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