„Die Tomesa-Klinik ist für mich eine Lebensaufgabe“

Fikrete Schlottmann
Fikrete Schlottmann

Jörg Bültemann war im August und September 2012 als Patient in der Tomesa-Klinik in Bad Salzschlirf. Er nutzte die Gelegenheit, um die damalige und damals neue Chefin Fikrete Schlottmann kennen zu lernen – und ein Interview zu führen. Die Klinik hatte Ende 2011 Insolvenz angemeldet und im Sommer 2012 einen erfolgreichen Neustart vermeldet.

Am 17. November 2012 konnte sich jeder die Klinik bei einem Tag der offenen Tür anschauen.

Wie sind Sie zur Tomesa Klinik gekommen?

Ich bin als selbständige Unternehmensberaterin im Sozial- und Gesundheitswesen tätig. Im Juli und Aug 2011 war ich unter anderem für die damalige Tomesa in beratender Tätigkeit aktiv. Zum 15.12.2011 trat dann jedoch die Insolvenz ein – anders als geplant. Als Unternehmensberaterin stellte ich mir nun die Frage, warum ich nicht selbst ein Unternehmen leiten sollte. Ich gab einer unabhängigen Stelle den Auftrag, mein positives Bauchgefühl zur Tomesa zu bestätigen. Dann folgte ich meinem Wunsch auf Veränderung und habe die Tomesa in der Rechtsform einer GmbH übernommen. Wir sind vom Insolvenz-Status weg.

Sie benutzen die Worte „wir“ und Lebensaufgabe, wie darf man das verstehen?
Ich möchte gern einen Neuanfang machen und habe daher die Übernahme der Tomesa angestrebt. Ich möchte gern nach Bad Salzschlirf ziehen, mit meiner Familie. In diesem Unternehmen fühle ich mich sehr wohl und sehe es als meine Lebensaufgabe an. Wir, weil ich einen guten Kontakt zu meinem Personal habe und mich als einen Teil vom Ganzen sehe.
Wo sehen Sie die Zukunft der Klinik in fünf bis zehn Jahren?
Wir werden in der Klinik ein neues Indikationsangebot aufnehmen. Künftig werden Mutter-/Kind-Kuren angeboten. Die bisherige Bettenanzahl wird aufgestockt und das Gesamtangebot erweitert – zum Beispiel ein separater Speisesaal für die Mütter mit Kind. Einige Umbaumaßnahmen sind nötig, mit denen wir bereits angefangen haben. Auch werden wir Privatzahlern Winterangebote unterbreiten. Reisebüros und ehemalige Patienten wollen wir für solche Angebote ebenfalls gewinnen.
Was wird sich bald ändern, also in naher Zukunft?
Aktuell haben wir begonnen den Eingangsbereich und den Aufenthaltsraum neu zu gestalten. Für den Aufenthaltsraum müssten dieser Tage auch die neuen Möbel kommen. Die Zimmer werden renoviert und mit zeitgemäßen Flachbildfernsehern ausgestattet. Außerdem wollen wir einen kostenlosen Sprudel-/Wasserautomaten aufstellen. Dazu kommt ein Automat, der für ein geringes Entgelt, Kaffee oder andere Heißgetränke erstellt. Fahrräder sollen angeschafft werden, die sich der Patient ausleihen kann.
Was kann ich als Betroffener tun, wenn mir die Zusage zur Kur versagt wurde?
Es besteht die Möglichkeit, sich mit unserem Sozialdienst in Verbindung zu setzen. Sicherlich sollte die Absicht bestehen, in die Tomesa zu kommen. Frau Fuhrmann vom Sozialdienst wird versuchen, im Fall eines Widerspruchs die nötigen Schritte einzuleiten, die möglicherweise dennoch zum Aufenthalt bei uns führen.
Dürfen Sie den Namen Tomesa weiterhin führen?
Möglicherweise kann es zu einer Namensänderung kommen. Auch das Gebäude gehört uns nicht, es wird angemietet. In eigener Sache möchte ich kurz erwähnen, weil immer wieder mal die Frage aufkommt: Ja, wir benutzen echtes Salz vom Toten Meer. Sicherlich wird es in einer anderen
Konzentration verwandt, dennoch ist die heilende Wirkung in dieser Dosis wirksam.
*****
Auf den Punkt gebracht: Sicherlich kann ich meine Aufenthalte nicht mit dem aktuellen Aufenthalt vergleichen, weil sich die Tomesa in einem Umbruch befindet. Umfassend war es für mich wieder ein Erfolg. Viele nette Menschen habe ich kennen gelernt, die sich im Alltag ebenso mit der Hautproblematik befassen müssen. Die Tomesa hatte wieder etwas Familiäres. Für mich vier Wochen, in denen mir geholfen wurde.
Ich hoffe, mein Bericht hilft allen. So sollen auch die zahllosen Gerüchte zerstreut werden.
Jörg Bültemann, Darmstadt

Bildquellen

  • fikrete_schlottmann_200: Jörg Bültemann

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