Patienten kämpfen um ehemalige Tomesa-Klinik

Vorweg: Dieser Artikel spiegelt den Sachstand vom 16. Juni 2013 wieder. Die Klinik ist inzwischen wieder regulär in Betrieb.

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Patienten wollen die drohende Schließung der ehemaligen Tomesa-Klinik nicht hinnehmen. Gemeinsam mit Mitarbeitern und Bürgern von Bad Salzschlirf demonstrieren sie für den Erhalt der Klinik. Mit einer Unterschriftenaktion soll zudem erreicht werden, dass der Bürgermeister und der Gemeinderat von Bad Salzschlirf geeignete Maßnahmen einleiten, um eine dauerhafte, tragfähige Lösung zu finden.

Die ehemalige Tomesa-Klinik im hessischen Bad Salzschlirf war jahrelang eine der bekanntesten Kliniken zur Behandlung von Hautkrankheiten. Im Juni 2012 aber gab es einen traurigen Höhepunkt: Die Betreiber meldeten Insolvenz an. Mit Fikrete Schlottmann fand sich eine neue Betreiberin, die die Klinik zu ihrer Lebensaufgabe erklärte. Doch auch sie konnte den Abwärtstrend nicht aufhalten: Im Frühjahr 2013 meldete sie wiederum Insolvenz an.

Patienten wollen die drohende Schließung des Hauses nicht hinnehmen. „Die Klinik behandelt sehr erfolgreich  Menschen insbesondere mit schwerer Schuppenflechte, Neurodermitis, Allergien und Gelenkerkrankungen mit einer in Deutschland fast einzigartigen Therapie“, meinen Betroffene, die sich in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben. Patienten, Mitarbeiter und Bürger von Bad Salzschlirf wollen für den Erhalt der Klinik demonstrieren. Mit einer Unterschriftenaktion soll zudem erreicht werden, dass der Bürgermeister und der Gemeinderat von Bad Salzschlirf geeignete Maßnahmen einleiten, um eine dauerhafte, tragfähige Lösung zu finden. Die Organisatoren regen auch E-Mails oder Fax-Schreiben (Nr.: 0 66 48 / 93 03-22) an den Bürgermeister Matthias Kübel an.

Am 20. Juni 2013 wird um 19 Uhr vor einer Gemeinderatssitzung vor dem Kulturkessel an der Lindenstraße 4 in Bad Salzschlirf demonstriert. Dabei sollen auch die Unterschriften an den Bürgermeister und Vertreter der Fraktionen übergeben werden.

„Neben einer hervorragenden Therapie stehen auch Existenzen auf dem Spiel“, sagt Thomas Pfistner, Sprecher der Interessengemeinschaft – schließlich leben im Umfeld der Klinik leben auch Unternehmer und Gastronomen von einer Klinik. „Auch für die Gemeinde hätte die Schließung fatale Auswirkungen“, so Pfistner.

Bürgermeister Matthias Kübel nimmt den Aktiven allerdings schon im Vorfeld einigen Wind aus den Segeln: In der Fuldaer Zeitung ließ er wissen:

Wir haben alle möglichen Anstrengungen unternommen, um eine seriöse Entwicklung des Hauses zu unterstützen. Die Gemeinde kann aber die Tomesa nicht übernehmen. Wir können auch die Versäumnisse im Brandschutz nicht wettmachen, die in vielen Jahren entstanden sind“… Mehrere große Klinikbetreiber, die er auf ein Engagement angesprochen habe, hätten dies abgelehnt.

Einige Tage zuvor war über einen möglichen Käufer spekuliert worden – den ehemaligen Bürgermeister des Ortes, Armin Faber.

Pietro Nuvoloni, Sprecher der Insolvenzverwalterin, wird in diesem Artikel auch mit Einzelzeiten zitiert:

die Belegungszahlen seien stabil, zum Teil sei das Haus sogar ausgebucht gewesen. Für den Winter brauche das Haus aber dringend ein ergänzende Nutzung oder eine bessere Vereinbarung mit den Krankenkassen.

Für Patienten, die aktuell eine Reha in Bad Salzschlirf antreten wollen, ist wohl aber diese Aussage am wichtigsten: Der Betrieb sei mindestens bis Ende Juni gesichert.

In unserem Forum diskutieren ehemalige Patienten der Klinik über die Aktion und das Haus.

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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