Ein „Rheuma-Manifest“ von Patienten

Die europäischen Patientenvertretungen lenken die Aufmerksamkeit auf Arthritis und Rheumatismus und veröffentlichen ein Manifest im Europäischen Parlament.

Die weitreichenden Auswirkungen von Arthritis und Rheumatismus, von denen mehr als 103 Millionen Europäer und weltweit einer von zehn Menschen betroffen sind (1), standen im Mittelpunkt einer Präsentation für die Mitglieder des Europäischen Parlaments (MEP) am 23. Januar 2001. Das „People with Arthritis/Rheumatism in Europe“ (PARE) Manifest wurde den MEP offiziell überreicht und weist auf die Tatsache hin, dass Arthritis und Rheumatismus weiterhin nur einen niedrigen Stellenwert in der Gesundheitspolitik der Mitgliedsstaaten in der Europäischen Gemeinschaft haben, obwohl mehr Europäer darunter leiden als unter irgendeiner anderen chronischen Erkrankung.

Francoise Grossetête, Vorsitzende der European Parliament Intergroup on Pain, gab einen Empfang und ermutigte ihre Kollegen im Europäischen Parlament, die Ziele des Manifests zu unterstützen. Sie stellte fest, dass die mit Arthritis und Rheumatismus verbundenen Probleme nicht nur erhebliche Konsequenzen für die Patienten selbst haben, sondern auch zu diversen Herausforderungen für die gewählten Volksvertreter, Parteiideologen, Gesundheitssysteme, soziale Einrichtungen und Arbeitgeber führen. „Das Manifest hebt hervor, wie wir die maximale Lebensqualität für die Betroffenen sicherstellen müssen und richtet die Aufmerksamkeit auf die sozio-ökonomischen Folgekosten von Arthritis und Rheumatismus,“ fügte sie hinzu.

Das PARE Manifesto beinhaltet zehn Grundsätze, die die Perspektive einer großen und wachsenden Wählerschaft in Europa repräsentieren. „Die unter Arthritis und Rheumatismus leidenden Menschen wissen, dass sie einen einzigartigen Beitrag leisten müssen, um das Verständnis der weitreichenden Probleme zu fördern, die mit den mehr als 200 medizinischen Zuständen verbunden sind, die unter dem Sammelbegriff Arthritis und Rheumatismus zusammengefasst werden,“ sagt Michael Bernardy, Vorsitzender des PARE Manifesto Steering Committee.

Das PARE Manifest entstand aus der Zusammenarbeit regionaler und globaler Patientenorganisationen. Dazu gehören das Standing Committee of the European League Against Rheumatism (EULAR) Social Leagues, Arthritis and Rheumatism International (ARI) und die International Organisation of Youth with Rheumatism (IOYR).

„Um mit den Herausforderungen und Problemen fertig zu werden, die wir in dem Manifest beschrieben haben, ist eine wirksame und gemeinsame Reaktion der MEP, der Regierungen, der Unternehmen für die medizinische Versorgung, der sozialen Einrichtungen und der Patientenvertretungen vonnöten,“ sagte Bernardy. „Wir rufen zur Zusammenarbeit und zu einer konzertierten Aktion aller auf, die einen Beitrag leisten können. Forschung, Diagnose, Zugang zu den neuesten und innovativsten Therapien und der entsprechenden Technologie, Erkenntnis und Ausbildung gehören zu den Herausforderungen, die auf der europäischen und der jeweiligen nationalen Ebene in Angriff genommen werden müssen.“

„Die Patientenvertretungen, die bei der Ausarbeitung des PARE Manifests zusammengearbeitet haben, haben dazu beigetragen, einen gezielten Dialog zu erleichtern,“ sagte Madame Grossetête. „Sie haben ein Dokument geschaffen, das die entsprechenden Probleme herausstreicht und als bedeutende Referenz dienen wird, wenn es um die Bedürfnisse der Menschen mit Arthritis und Rheumatismus in Europa und die Verbesserung ihrer Lebensqualität geht.“ ots, 24. Januar 2001

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