Der Sex bleibt, die Zärtlichkeit verschwindet

Vor allem Psoriasis-Patienten haben weniger Körperkontakt

Abgrenzung und Austausch sind die Hauptaufgaben der menschlichen Haut. Das gilt physiologisch, aber auch sozio-psychologisch: Die Haut ist ein wichtiges Organ zur Kommunikation des Menschen mit seiner Umwelt. Im erotischen Vorspiel initiiert sie den sexuellen Kontakt und trägt durch Berührung und Betrachtung dazu bei, das sexuelle Verlangen anzuregen und aufrechtzuerhalten. Daß bei Hautkranken auch diese sexuelle Funktion der Haut gestört sein kann, wird aber bisher kaum berücksichtigt. Dr. Volker Niemeier und Professor Uwe Gieler beschäftigen sich in der psychosomatischen Hautsprechstunde der Uniklinik Gießen immer wieder mit diesem Phänomen.

In unserer psychosomatischen Sprechstunde stellen wir fest, dass nur ein kleiner Bruchteil der chronisch Hautkranken von ihren behandelnden Ärzten auf ihre Sexualität angesprochen wird, so dass Störungen in diesem Bereich und sekundäre Krankheitsfolgen nicht erkannt werden können. Dies liegt sicher auch daran, dass zeitintensive Gespräche, wie sie für dieses Thema nötig sind, in einer kassenärztlichen Praxis kaum angemessen honoriert werden.

Trotz der auch zwischenmenschlichen Problematik, diesen intimen Bereich anzusprechen, sollte der Dermatologe jedoch ein kompetenter Ansprechpartner sein, wenn die Hautkrankheit sich auf das Sexualleben des Patienten auswirkt. Oft lässt sich nach vielen Einzelkontakten ein Vertrauensverhältnis herstellen, und der Betroffene kann bei entsprechender Indikation zu einer weiterrührenden psychosomatischen Therapie motiviert werden.

Allerdings gibt es auch kaum Studien über die Auswirkung von chronischen Hauterkrankungen auf die Sexualität, an denen sich der Arzt orientieren könnte. Gewöhnlich wird nur bei Geschlechtskrankheiten oder direktem Befall der Geschlechtsorgane dem sexuellen Aspekt der Haut Beachtung geschenkt. Und auch dann konzentriert sich das Interesse vornehmlich auf die Hautläsion oder den Infektionsweg und weniger auf das Sexualleben.

In einer Studie haben wir unser Augenmerk auf diese oft vernachlässigten Aspekte gerichtet. Dabei haben wir Patienten mit Psoriasis vulgaris und Neurodermitis ausgewählt, da beide Erkrankungen sehr häufig und durch eine oft generalisierte und entstellende Symptomatik charakterisiert sind.

Streicheln entfällt bei Schuppenflechte

Wir haben 53 Patienten mit Psoriasis, 24 Neurodermitiker und 52 hautgesunde Personen zu ihrem Sexualleben befragt: Es zeigte sich, dass die Hautkranken in ihrer Sexualität deutlich beeinträchtigt sind. Der Austausch von Zärtlichkeiten ist bei beiden Geschlechtern gleich, die Orgasmusfähigkeit bei Frauen hochsignifikant reduziert. Psoriatiker fühlen sich im Vergleich zu Patienten mit Neurodermitis stärker beeinträchtigt. Die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs ist aber bei Hautkranken offenbar nicht reduziert.

Nur fünf der befragten Psoriasis-Patienten und ein einziger Neurodermitiker waren zuvor von ihrem behandelnden Arzt auf ihr Sexualleben angesprochen worden.

Wer meidet eigentlich den Hautkontakt?

Frühere Untersuchungen haben bereits gezeigt, wie wichtig das Gefühl, körperlich attraktiv zu sein, für den Austausch von Körperkontakten ist: Wer sich als körperlich attraktiv einschätzt, empfängt mehr körperliche Zuwendung als jemand, der sich für normal oder weniger attraktiv hält.

Unsere Untersuchungsmethode erlaubt jedoch keine Aussage darüber, ob die Betroffenen Körperkontakt unbewusst mit der Hauterkrankung abwehren oder ob der Partner die zärtliche Berührung der erkrankten Haut meidet. Die Ursache dafür, dass die untersuchten Psoriatiker im Vergleich zu Neurodermitis-Patienten ein größeres Zärtlichkeitsdefizit zeigen, ist sicherlich in der entstellenderen Symptomatik der Schuppenflechte zu suchen. Patienten mit Neurodermitis haben gegenüber Psoriatikern zwar einen höheren Leidensdruck und eine stärkere emotionale Belastung, aber letztere fühlen sich wesentlich stärker stigmatisiert.

Sex womöglich als reine Pflichterfüllung?

Auffallend ist, dass sich bezüglich der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs Hautkranke nicht von Hautgesunden unterscheiden. Offensichtlich kommt es auf der Ebene der reinen Triebbefriedigung nur zu geringen Einschränkungen, denn auch hinsichtlich des Alters beim ersten Geschlechtsverkehr zeigten die drei Gruppen keinen Unterschied. Und drei von vier Hautkranken verneinen, dass sie seit dem Ausbruch der Krankheit seltener Geschlechtsverkehr hätten.

Womöglich versuchen Hautkranke ihr Defizit an Zärtlichkeiten genitalsexuell zu befriedigen. Wünsche nach Berührung und Zärtlichkeit können zugleich als bedrohlich, die eigenen Grenzen gefährdend erlebt werden und werden daher möglicherweise sexualisiert. Wie der Geschlechtsverkehr erlebt wird, ob er gewollt ist oder als „Pflichterfüllung“ empfunden wird, können die Fragebögen nicht beantworten.

Hautkrank aus Angst vor zu viel Nähe?

In analytisch orientierten Psychotherapien ergeben sich häufig Hinweise, daß Hauterkrankungen unbewußt zur Regelung von Nähe und Distanz eingesetzt werden – gewissermaßen in der Umkehrung der oben beschriebenen Kausalität. Ein Fall aus unserer Sprechstunde mag dies verdeutlichen:

Herr S. ist 23 und leidet seit drei Jahren unter einer Psoriasis vulgaris. Er wird wegen eines akuten Krankheitsschubes stationär aufgenommen. In der Anamnese zeigt sich folgende Situation: Der vor mehr als zehn Jahren verstorbene Vater litt ebenfalls an einer Psoriasis. Dessen frühen Tod kann Herr S. noch immer nicht begreifen. Er berichtet, dass er seinem Vater sehr ählich sei, dessen aurbrausendes Temperament geerbt. Bei Streitigkeiten zwischen den Eltern habe er immer auf der Seite des Vaters gestanden.

Herr S. bleibt immer auf Distanz

Seine Mutter charakterisiert er als ruhig und zurückhaltend. Er hat ein distanziertes und ablehnendes Verhältnis zu ihr. Persönliche Gespräche seien nicht möglich, da sie auf seine Probleme nicht eingehe. Bis zu ihrem Tod hat die Großmutter mit in der Familie gewohnt. Sie hat ihn als Kind tagsüber betreut. Trotzdem habe sich auch ihr gegenüber nie ein Vertrauensverhältnis entwickelt.

Mit 17 Jahren lernt Herr S. seine Freundin kennen und verlobt sich kurz darauf. Nach zwei Jahren ziehen die beiden zusammen. Zu diesem Zeitpunkt bricht auch erstmals die Psoriasis aus. Daraufhin beginnt Herr S., sich zurückzuziehen, meidet öffentliche Schwimmbäder und Kneipen. Auf die Beziehung zur Verlobten und sein Sexualleben habe die Psoriasis keine Auswirkungen gehabt, erklärt er im Gespräch.

Doch im Laufe der Zeit kommt es immer häufiger zu Streitigkeiten, auch, weil sie sich oft Dinge kauft, die er für überflüssig befindet. In solchen Momenten hätte er „vor Wut platzen können“, sagt er.

Nachdem sie früher fast täglich miteinander geschlafen hätten, sei es allmählich immer seltener dazu gekommen. Irgendwann habe man sich nichts mehr zu sagen gehabt. Vor sechs Monaten trennte sich seine Verlobte von ihm, zur gleichen Zeit kam es zu einem schweren Psoriasisschub, der zum jetzigen stationären Aufenthalt führte. Die Trennung mache ihn immer noch so maßlos traurig, daß er häufig weine. Mittlerweile wohne er wieder bei der Mutter.

Eine psychische Komponente, die für den Interviewer evident ist, lehnt der Patient hinsichtlich der Psoriasis ab.

Auch im Gespräch bleibt Herr S. distanziert. Das Interview beschränkt sich auf ein Frage-Antwort-Spiel, ohne dass es gelingt, dass Vertrauen des Patienten zu gewinnen. Offensichtlich war der Vater der einzige Mensch, dem er je vertrauen konnte. Die Beziehung zu seiner Verlobten wird in dem Moment konflikthaft, als beide in eine gemeinsame Wohnung ziehen. In dieser Zeit erkrankt er das erste Mal an einer Psoriasis.

Es drängt sich der Eindruck auf, daß die Hautkrankheit die Funktion eines Schutzschildes hat, zur Abwehr einer gleichzeitig ersehnten und doch gefurchteren Nähe zur Verlobten. Der Patient zieht sich zurück, meidet soziale Kontakte, möglicherweise in der Hoffnung, die Frau an die Wohnung binden und in Symbiose mit ihr leben zu können. Statt dessen geht die Verlobte immer häufiger ohne ihn aus, kauft sich „überflüssige“ Dinge. Der Patient scheint dies als Untreue zu erleben, erneut fühlt er sich von einer Frau enttäuscht, allein gelassen, es kommt zur Trennung.

Psoriasis als Folge der psychischen Störung

Herr S. beschreibt seine Sexualität als von der Hauterkrankung nicht beeinflußt. Auch nach dem Auftreten der Psoriasis habe er ein lustvolles Sexualleben gehabt. Erst als Folge der Beziehungsstörung sei auch das Sexualleben verarmt.

Die Hauterkrankung hat in diesem Fall offensichtlich keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Sexualität, sondern die genetisch disponierte Erkrankung ist Ausdruck einer Beziehungsstörung, die in der Folge auch zur Störung der Sexualität führt.

Bei dem Patienten handelt es sich um eine depressiv-phobische Charakterstruktur. Die mißtrauisch-hoffnungslose Grundstimmung weist auf fehlendes Urvertrauen hin. Wünsche nach Verschmelzung werden abgewehrt und über das Symptom Hautkrankheit ausgetragen.

Dr. Volker Niemeier, Zentrum für Dermatologie und Andrologie der Justus-Liebig-Universität Gießen, Gaffkystr. 14, 35385 Giessen; Co-Autor: Prof. Dr. U. Gieler, Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Justus-Liebig-Universität Gießen

Aus: „Ärztliche Praxis Dermatologie“, Heft 1-2/1999

16 Kommentare

  1. Ich denke, dass meine Pso auch eine Art Schutz ist vor zuviel Nähe. Sexualpartnerinnen bleiben gerade auch beim Sex ein bisschen auf Distanz, oder versuchen die flecken „in das Spiel einzubauen“. Beim Koitus selbst ist dann die PSO einfach egal. Aber eben vorher, beim Streicheln und Erkunden, bei den Zährtlichkeiten, ist sie „im Weg“ – also auch eine Art Schutz vor zuviel Nähe, die mir wohl auch unangenehm ist. Klar, was war zuerst: die Angst vor der Nähe oder die Schuppenflechte… Ist eigentlich egal, denn das eine greift ja ins andere. Wäre da nicht ein „Defizit an Zärtlichkeiten“, würde es passen.

  2. Leider kann ich mich den vorigen Kommentaren nahtlos anschließen .Offensichtlich wird dieser Aspekt der Krankheit häufig nicht sehr ernst genommen. Ich spreche hier aus Erfahrung: Versuchsweise hatte ich meine Haut durch einen Naturheilpraktiker untersuchen lassen. Auf meine Bemerkung, dass diese Art der Erkrankung schließlich auch psychisch belastend ist und mich als 30jährige Frau deutlich in sexueller Hinsicht hemmt, bekamm ich lediglich die lapidare Antwort, dass mein Partner es doch dann ganz einfach nicht wert wäre. Ich glaube, mit diesem Beispiel ist vieles zusammen gefasst.
    Fakt ist einfach,das man als Betroffene/r vor körperlichem Kontakt zurückweicht. Teils aus Scham, teils aus dem Gefühl heraus, körperlich nicht attrakiv zu sein. Hautkrankheiten rufen ganz allgemein bei unseren Mitmenschen eine mehr oder minder starke Reaktion hervor. Trotzdem hoffe ich doch irgendwann meinem innerlichen Gefühl von Nähe und Zuneigung auch körperlich Ausdruck verleihen zu können. Denn Streicheln und den Austausch von Zärtlichkeiten vermisse ich durchaus spürbar.


  3. Ich kann mich dem vorher geschriebenen anschliessen:
    Von Haus aus bin ich mit einem eher schwachen Selbstwertgefühl gebrandmarkt, was die Kontaktaufnahme zum anderen Geschlecht nicht unbedingt einfacher macht. Nachdem ich mich (Habe seit meinem 21ten Lebensjahr PSO und war darauf weder vorbereitet noch wurde es von meinem Umfeld als das was es ist akzeptiert („Aussätziger“ war noch harmlos)) nach 7 Jahren wieder zu einer Beziehung fähig fühlte, erlitt ich einen bösen Rückschlag nach dem anderen („das ist ja eklig mit den Hautkrümeln im Bett“) – und Streicheln und kuscheln wurde mit derselben Abscheu abgelehnt…
    Das habe ich mir 3 Jahre lang aus diversen Mündern anhören müssen (meist aus zweiter Hand), dann habe ich den Versuchen entsagt. Jetzt, 4 Jahre später, ist mir klar, was mir wirklich fehlt: nicht der Sex. Es ist diese große Kleinigkeit namens Nähe und Zärtlichkeit. Nicht, dass ich gegenüber den Personen, die mich immer wieder kränkten, nicht offen und ehrlich über die PSO gewesen bin, aber wem erzähl ich das…

  4. Ich kann eigentlich nicht klagen. Mein Partner akzeptiert mich so, wie ich bin – auch mit meiner Pso!! Wir sind jetzt über 2 Jahre zusammen und die Pso habe ich mittlerweile 7 Jahre. Er findet es auch nicht schlimm, wenn ich mal Hautschüppchen verliere. Er liebt „MICH“ und bemerkt die Pso gar nicht. Und da bin ich echt froh darüber, so einen Partner gefunden zu haben. Auch sexuell hab ich gar keine Hemmungen, ich kann mich da total fallen lassen. Vielleicht liegts aber auch daran, dass ich es einfach akzeptiert habe, diese Hautkrankheit zu haben. Ich mach mir nicht ständig nen Kopf, was wohl andere denken, wenn sie mich sehen.

  5. Mein Freund hat Psoriasis und ich habe schon das Gefühl, dass es unser Sexleben beeinflusst. Er schwankt immer sehr zwischen dem Bedürfnis nach Nähe und ablehnendem Verhalten auf der anderen Seite. Außerdem stellt er nie selbst den sexuellen kontakt zu mir her, sondern lässt mich immer darum bitten. Das ist sehr schwer für mich, weil dann natürlich das Gefühl bleibt, er hätte kein interesse an mir.
    ich ekle mich nicht und ich bin sehr froh, dass ihm die Krankheit zumindest nicht direkt weh tut, aber ich verzweifele manchmal daran, dass er sich so unatraktiv und wertlos fühlt. Ich würde das so gerne auffangen und weiß aber, dass das wohl kaum zu leisten ist.

  6. Sex – Ja, Nähe – Ja, Distanz – Ja, Schuppenflechte – auch.
    ich habe seit über 10 jahren Pso, großflächig. Ich bin 25, habe hin und wieder Beziehungen gehabt – die Psoriasis war dann immer mehr für mich Thema.

    Nähe – Distanz Probleme haben viele Menschen. Angst vor Nähe auch.

    Meine Schuppenflechte führte dazu ein Selbst reflektiertes Leben zu führen. Ich kenne mich gut was den Wunsch nach Nähe / Distanz betrifft. Ob die Psoriasis SCHULD an Problemen hat oder umgekehrt die Probleme Ursache für die PSO sind – Meine Güte, mein Leben ist so vielfältig – ES DREHT SICH NICHT IMMER ALLES UM DIE PSO.

  7. völlig unwichtig, wenn man ehrlich liebt…
    seit einiger Zeit bin ich mit Herz und Seele mit einem wunderbaren Mann verbunden…
    er leidet manchmal sehr unter seiner großflächigen Pso, besonders, wenn sie stark schuppt….
    mich stört das in keinster Weise,denn Matthi ist der achtsamste, liebevollste,zärtlichste Mensch der mir je begegnet ist…vielleicht hilft ja die totale Hingabe im Laufe der Zeit…
    Also liebe Betroffene…gebt die Hoffnung auf Zweisamkeit nicht auf…es ist möglich ,sogar völlig unerheblich ,wenn man liebt :))

  8. Kann ich nicht Nachvollziehen!
    1. Habe seit langen eine Großflächige Psoriasis.
    2. Hatte in dieser Zeit mehrere längere und kürzere Beziehungen einschließlich sexueller Kontakte.
    3. Die Psoriasis hat weder den Sex noch den Austausch von Zärtlichkeiten beeinträchtigt.

    -> Grund dafür ist, mir sind meine Schuppen Schlichtweg egal.

  9. Einige von Euch haben echt riesiges Glück, einen Partner gefunden zu haben, der Eure Krankheit akzeptiert. Ich könnte selbst von einer Frau, die „nur“ normal aussieht (also nicht über alle Maßen schön ist), niemals verlangen mit mir in die Kiste zu steigen.

    Aber gut, was man nicht kennt, vermisst man nicht.

  10. Ich habe kürzlich einen Mann mit einer grossflächigen PSO am Bauch kennengekernt, also wollte ich mich informieren und bin schliesslich hier gelandet:

    Leute, wenn ihr das Gefühl habt, ihr wärt es nicht Wert, einen „schönen“ Menschen als Partner zu haben, so macht ihr genau den Fehler, den ihr vermutlich den Anderen vorwerft: Ihr reduziert euch – aber auch die Anderen auf’s Äussere!
    Eure Krankheit ist sicher nicht nebensächlich oder einfach. Aber sie hat Euch auch in dem geformt, was ihr innerlich seid. Wenn ihr sie also als Chance sehen könnt – als Chance zu wachsen. Als Chance zu denen zu gehören, die Andere nicht wegen Äusserlichkeiten verurteilen. Wenn ihr das schafft, dann werdet ihr eure Haut betrachten können und euch ob der Muster darauf wundern. Sie nicht nur eincremen, sondern ihr und euch selber damit auch gutes tun. Und mit jedem kleinen Schritt in die Richtung werdet ihr euch mehr mögen – und eure PSO weniger als einen Makel ansehen sondern vielmehr als eine Besonderheit, wie jeder Mensch sie hat – was eurem Umfeld die Möglichkeit giebt, euch als das zu sehen, was ihr seid: Menschen.

    Zu allen Unken:
    Ich weiss, wovon ich rede, wenn auch mit anderem Bezug. Und ich weiss auch, wie schwierig es sein kann, sich selber zu lieben. Aber ich kenne auch das Potential, welches darin liegt, wenn man es schafft. Und das ist es allemal Wert!

  11. „Sich selbst zu lieben“,daß sagt sich so leicht! Ich bin jetzt 28. Die PSO bagann bei mir, als ich ca. 17 war. Außer meiner Familie, wissen nur 2 Freunde von meiner Krankheit. Seit diesem Sommer trage ich keine T-shirt`s mehr (von kurzen Hosen ganz zu schweigen). Ich kann die Blicke von den Anderen einfach nicht ertragen. Ich kriege zwar hin und wieder zu hören, ich solle es akzeptieren wie es ist, aber das ist schnell gesagt wenn man selbst gesund ist. Wie soll ich mich selbst akzeptieren wenn ich manchmal schon morgens beim Blick in den Spiegel, das Ko… kriegen könnte. Ich schaffe es auch nicht mit Frauen (selbst wenn ich sie schon gut kenne) darüber zu reden.

    Wahrscheinlich habe ich wohl einfach im Spiel des Lebens eine NIETE gezogen!!!

  12. mein mann steichelt meine haut (sowohl an stellen mit oder auch ohne flechte) jeden tag und sagt, dass er mich liebt, und dass ich eine wunderschöne, weiche haut habe. ich nehme das in mich auf und es tut mir gut… und mittlerweile ist mir meine flechte so egal geworden, dass sie sich sogar dazu durchgerungen hat, fast ganz abgeheilt zu sein 🙂 … nicht an der pso werden wir gemessen, sondern an der schönheit unserer seele!

  13. Also ich bin knapp 17 Jahre alt und besitze eben wie ihr auch eine Schuppenflechte. Früher habe ich mich geschämt, auch die vielen Blicke und fragen haben mich sehr gestört. Heute ist es mir egal, ich habe einen Freund der mich liebt wie ich bin. Auch der Sex ist super ! Mich stört es einfach nicht mehr! Ihn ist es auch egal 🙂

  14. Also ich werde demnächst 17 und habe die PSO seit knapp 4 Jahren .. anfangs dachte ich mir nur es juckt leicht und nervt. Doch als sie begann sich über meinen Intimbereich zu verbreiten fing ich an mir Sorgen zu machen und ging dann auch Regelmäßig zu Arzt. Ich fing mir (wie vllt. jeder 14 jährige) Sorgen zu machen wie ich denn meinen ersten sexuellen Kontakt bewältigen könnte ohne das mir diese großflächige Schuppenflächte negativ kommt. Dieser Gedanke ließ mich auf dem Gebiet vollkommen verschüchtern und ich ging auch nicht mehr in die Therme und bin ich schwimmbad immer in die Einzelumkleide oder umgedreht in die Ecke.
    Jedenfalls hatte ich dann meinen ersten sexuellen Kontakt unter der Bedingung das der Arzt eine Salbe / Creme gefunden hat die die rote, trockende und juckende Haut verschwinden lassen hat. ein halbes jahr später (vllt auch 8 Monate) kam diese zurück und taucht jetzt sogar im Gesicht auf.(augen und ohren). Dennoch kann ich den Artikel nur bestätigen. Der Sex leidet überhaupt nicht darunter, denn in so einem Moment denke ich da nicht dran sonder versuche den Mist mal zu vergessen, welcher mich andauernd verfolgt!
    Mein Partner mach sich auch nichts draus und findet es immer bisschen komisch wieso ich mich immer beschwere dass das doch echt mies ist, blöd aussieht etc.

  15. Also ich hab jetzt seit begin der erkrankung 2 beziehungen, in der 2. bin ich aber noch. Mit der ersten beziehung gab es eig keine probleme. trotz schuppenflechte hatten wir ganz normalen körperkontakt so wie es sein sollte in einer beziehung. meine jetztige freundin habe ich kennengelernt und als klar war das wird mehr, hab ich ihr direkt gesagt das ich schuppenflechte habe. da sie frisörin ist kannte sie das thema auch recht gut und hat so keine probleme damit gehabt. nun jetzt nach einer weile habe ich die flechte auch auf der eichel bekommen, was recht scheisse ist. der sex wird ständig weniger und ist auch manchmal sehr unangenehm. vorallem wenn es mal was länger dauert. und der körperkontakt nimmt auch ab. ich hab zwar mal gefragt warum es so ist, sie sagt aber ganz klar es liegt nicht an der flechte, nun ja ich weiss nicht ganz ob ich das glauben soll. kuscheln is eig total vorbei, was mich seelig richtig fertig macht.

  16. Hallo. Ich habe auch pso und seit einiger zeit diagnostiziert die Arthritis dazu. Ich habe pso schon fast seit meiner Kindheit. Lebe schon über 30 Jahre damit. Die haut ist mal mehr oder weniger groß belastet. Ich lebe ein ganz normales leben und hatte nie Probleme mit Freunde und Partnerschaften. Im Moment bin ich auch seit einem Jahr wieder mit einem festen Partner zusammen, der mch und meine haut so nimmt wie es ist. Ob mehr oder weniger oder die Schmerzen der Arthritis. Es ist immer wieder schön zu erleben, dass es den Partner nie so störend empfindet als der Betroffene selbst. Ich kann es nicht weg zaubern und seit mehr als 30 Jahren auch gelernt dass es nicht änderbar ist. Je mehr man sich selbst akzeptiert desto mehr akzeptiert einen seine Umwelt. Liebe psoriatiker …. Nicht verstecken sondern leben so lange es geht. Ich gehe regelmäßig saunen. Sollen sie doch glotzen, die Menschen glotzen bei vielen Dingen….. Zu dick zu dünn zu klein zu lang oder sonst was ….. Da kommt es auf meine haut nicht an. Gruß soupie

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