Am 21. April 2010 findet in Berlin eine Veranstaltung unter dem Motto „Über Lebens Netze“ statt. Sie wendet sich vor allem an diejenigen, die sich Gedanken darüber machen, wie sich die Patienten-Selbsthilfe künftig weiter entwickeln soll.
Seit längerem wird in Selbsthilfe-Organisationen und –Gruppen darüber diskutiert, wie der Generationen-Wechsel zu schaffen sei: Die Mitglieder von typischen Selbsthilfe-Vereinen werden immer älter. In den meisten fehlt es an Nachwuchs. Wer mit dem Internet vertraut oder sogar damit groß geworden ist, holt verstärkt seine Informationen aus dem Netz und knüpft dort seine Kontakte zu anderen Betroffenen. Foren, Podcasts, Blogs, Chats, aber auch Chatter-Treffen ersetzen die klassische Begegnung im Verein. Provokativ haben wir vom Psoriasis-Netz immer wieder behauptet, die Zukunft der Selbsthilfe liege im Internet.
Das beobachten viele aus der Gründer-Generation der Selbsthilfe-Bewegung misstrauisch: Sie haben 30 Jahre und länger dafür gekämpft, dass Patienten von Ärzten, Krankenkassen, Pharmafirmen und Gesundheitspolitikern überhaupt ernst genommen und als „Fachleute in eigener Sache“ anerkannt werden. Weil mit dem Internet so vieles einfacher geworden ist, sind bewährte Vereinsstrukturen und Gremien scheinbar nicht mehr notwendig und politischer Einfluss verschwindet. Weil die Selbsthilfe im Internet öffentlich geworden ist, jeder alles nachlesen kann, wird viel genauer nach der Qualität dieser Aussagen gefragt.
Die Teilnahme an dem Kongress kostet 10 Euro.
Veranstalter sind die Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle Berlin (SEKIS) in Zusammenarbeit mit Landesvereinigung Selbsthilfe Berlin e.V., Arbeitskreis Berliner Senioren und der Techniker Krankenkasse Berlin-Brandenburg.
Unser Aufruf
Das Psoriasis-Netz wird als ein Beispiel für eine lebhafte Patienten-Community vorgestellt werden. Wir können einen Stand machen, wenn sich dafür Standbetreuer melden. Es wäre ausgesprochen hilfreich, wenn auch „normale“ Nutzer dabei wären, um von ihren Erfahrungen zu berichten. So mancher Akteur der traditionellen Selbsthilfe durchschaut nicht wirklich die verschiedenen Möglichkeiten, wie Menschen im Internet miteinander agieren und ihre Erfahrungen austauschen. Wer dabei sein kann, melde sich per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . rb
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