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Tod nach Bestrahlung
Therapien

Hautarzt erhält Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung

Würzburg. Abgeschlossen hat die Staatsanwaltschaft Würzburg jetzt ihre Ermittlungen gegen einen Würzburger Hautarzt, dessen 54-jährige Patientin nach einer zu langen Bestrahlung mit UV-Licht am Versagen aller Organe gestorben war. Wie Oberstaatsanwalt Dieter Bauer gestern sagte, sei gegen den Mediziner ein Strafbefehl wegen fahrlässiger Tötung ergangen.

Über die genaue Höhe der Geldstrafe äußerte sich Bauer nicht. "Der Strafbefehl lautet auf 200 Tagessätze." Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

Weitere Ermittlungen gegen Personal in der Arztpraxis und eine Medizinerin an der Universitätsklinik wurden inzwischen eingestellt. Ein Verfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen eine Hautärztin, die ebenfalls in der Würzburger Gemeinschaftspraxis arbeitet, wurde bereits im Sommer vergangenen Jahres gegen Zahlung einer Geldauflage von 5.000 Mark eingestellt.

Wie berichtet, war die an Schuppenflechte erkrankte Frau aus dem Landkreis Kitzingen Ende März, wenige Tage vor ihrem 36. Hochzeitstag, in der Hautpraxis 30 Minuten statt lediglich 30 Sekunden mit ultraviolettem Licht bestrahlt worden und hatte dabei die tödlichen Verbrennungen erlitten. Eine Auszubildende hatte die Zeitschaltuhr für die Bestrahlung eingestellt.

Nach etwa zehn bis zwölf Minuten war der Frau "schummrig" geworden und sie hatte die Kabine verlassen. Als sie sah, dass die Uhr noch eine Behandlungszeit von 18 Minuten anzeigte, ging sie aber wieder zurück.

In künstlichem Koma

Nach der Bestrahlung fuhr das Ehepaar nach Hause. Am nächsten Tag war der Körper der Frau krebsrot, sie litt unter einem starken Juckreiz, unter Schmerzen und musste sich übergeben. Mit Rötungen am ganzen Körper wurde sie von ihrem Mann am nächsten Tag in die Universitätsklinik Würzburg gebracht. Dort diagnostizierte eine Assistenzärztin lediglich "einen Sonnenbrand".

Einen Tag später kam die Frau in eine Spezialklinik für Verbrennungen nach Nürnberg. Dort versetzen sie die Ärzte sofort in ein künstliches Koma. Knapp 14 Tage später starb sie in der Klinik an einem Multi-Organversagen. Ihre Haut war zu 85 Prozent verbrannt.

Quelle: Main-Echo 24.02.00

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Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 02. Juni 2007 um 07:54 Uhr