Omega 3: Gesundheit aus dem Meer

Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu denen die Omega-3-Fettsäuren gehören, sind wesentliche Bausteine aller Zellmembranen. Sie sollen im Körper eine durchblutungsfördernde, cholesterinsenkende, antirheumatische und entzündungshemmende Wirkung haben. Da der menschliche Organismus jedoch nicht in der Lage ist, Omega-3-Fettsäuren selbst herzustellen, müssen sie in ausreichender Menge mit der Nahrung zugeführt werden. In weit mehr als 1000 wissenschaftlichen Untersuchungen wurden die vielfältigen Wirkungen gründlich erforscht.

Noch nicht allzulange bekannt ist die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren für die Entwicklung von Gehirn und Sehkraft. Besonders Neugeborene müssen mit ausreichenden Mengen versorgt werden. Stillende Mütter sollten daher darauf achten, selbst genügend Omega-3-Fettsäuren zu sich zu nehmen.

Ein besonderes Interesse zeigt die vorbeugende Medizin an den Herz-Kreislauf-schützenden Eigenschaften. Auch die Deutsche Herzstiftung rät öffentlich zu einer regelmäßigen Einnahme von Omega-3-Fettsäuren.

Professor Dr. A. Nordoy vom Institut für Klinische Medizin der Universität Tromsö zeigte auf einem internationalen Kongreß, daß Omega-3-Fettsäuren ihre herz- und gefäßschützenden Effekt´ über eine günstige Kombination mehrerer sich ergänzender Wirkmechanismen entfalten. So hemmen sie nicht nur das Verklumpen von Blutplättchen, sondern drosseln gleichzeitig die übermäßige Bildung gefäßverengender Wachstumsfaktoren und fördern so die gesamte Durchblutung. Zudem bewirke die regelmäßige Einnahme eine Senkung erhöhter Triglyceridwerte im Blut, ergänzte Professor Dr. Peter Schwandt von der Universität München. Triglyceride, so der Forscher, zählten heute zu den wesentlichen Risikofaktoren der Arteriosklerose und ihrer gefürchteten Folgeerkrankungen wie Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Professor Dr. A. Leaf (Boston, USA) stellte in einem weiteren Beitrag die wichtige Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren bei Herzrhythmus-Störungen dar. Besonders beim Herzinfarkt gelten Rhythmus-Störungen als eine gefährliche Komplikation. Neuen Untersuchungen der Ohio State Universität zufolge beeinflussen Omega-3-Fettsäuren die sogenannten Cakiumkanäle in den Herzmuskelzellen und setzen auf diese Weise deren Bereitschaft zur Bildung von Rhythmus-Störungen herab. Nach dem aktuellen Erkenntnisstand ist es in jedem Falle empfehlenswert, sich ausreichend mit Omega-3-Fettsäuren zu versorgen, sei es nun durch vermehrten Verzehr von Fisch oder in Form von konzentrierten Kapseln aus der Apotheke.

Apotheker Dr. Jürgen Kreimeyer

Quelle: Neue Apotheken Jllustrierte vom 1.1.99

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