Omega-3-Fettsäuren aus Gentech-Pflanzen

Fische gibt es nicht wie Sand am Meer, außerdem sind sie oft mit Schwermetall belastet. Da fiel Wissenschaftlern ein, dass man es ja mal mit Pflanzen versuchen könnte: Drei Gene rein, und schon könnten sie Omega-3-Fettsäuren liefern.

Drei zusätzliche Gene können Grünpflanzen noch gesünder machen: Britische Forscher haben die Modellpflanze Ackerschmalwand genetisch so verändert, dass sie die gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren produziert. Diese essentiellen Fettsäuren kommen in größeren Mengen sonst nur in Fischöl vor. Die Forscher setzten der Pflanze dazu Gene aus einer Mikroalge, einem Augentierchen und einem Pilz ein. Colin Lazarus und von der Universität Bristol und seine Kollegen beschreiben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Nature Biotechnology“.

Omega-3-Fettsäuren schützen auch im Erwachsenenalter vor Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen. Sie sind Bestandteile von Zellmembranen und unverzichtbare Bausteine wichtiger Botenstoffe im Körper. Da sie von Säugetieren nur sehr begrenzt selbst hergestellt werden können, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Hauptquelle für Omega-3-Fettsäuren ist Fisch.

Da der Fischbestand jedoch abnimmt und Fischöle außerdem häufig mit Schwermetallen belastet sind, suchen Wissenschaftler schon seit längerem nach einer zusätzlichen Quelle für die gesunden Fettsäuren. Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten eine Alternative sein: Durch das Einsetzen der Gene stehen der Pflanze Enzyme zur Verfügung, mit der sie eine ganze Reihe verschiedener mehrfach ungesättigter Fettsäuren produzieren kann. cl

Quelle: ddp, 14. Mai 2004

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