Bundesamt rät von „Wundermittel“ MMS ab

Tropfen
Wer über Jahre eine chronische Erkrankung wie die Psoriasis mit sich herumschleppt, wird vermutlich irgendwann von Bekannten oder Verwandten auf dieses und jenes Wundermittel hingewiesen. Darunter dürfte ziemlich oft MMS sein.
Vom „Miracle Mineral Supplement“ werden diverse Geschichten erzählt. Fast alle klingen wie Märchen. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) holt jetzt die Verfechter in die Realität zurück: Es rät von der Einnahme ausdrücklich und dringend ab.
Demnach wird MMS als Lösung in kleinen Flaschen angeboten. Oft wird ein weiteres Fläschchen mit einer verdünnten Säure dazu verkauft. Das enthält eine verdünnte Säure, die den Inhalt der ersten Flasche „aktivieren“ soll.
Dem BfR liegen Meldungen aus dem Ausland vor. Darin berichten MMS-Anwender von
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blutdruckstörungen
  • erheblichem Flüssigkeitsverlust
Äußerlich in falscher Dosierung aufgetragen, kann MMS die Haut und Schleimhaut laut BfR reizen oder gar verätzen. Dabei muss nicht einmal der Anwender die Mischung falsch ansetzen – manchmal kann eine als gebrauchsfertig deklarierte Lösung ab „Werk“ falsch gemischt sein.
In MMS steckt Natriumchlorit. Das starke Oxidationsmittel sollte nicht mit Natriumchlorid – landläufig Kochsalz genannt – verwechselt werden. Aus erst genanntem Natriumchlorit und der hinzugemixten Säure entsteht Chlordioxid – eine Säure, die stark reagiert. Das BfR schreibt, dass es sich bei MMS „nicht um eine sinnvolle Ergänzung der Ernährung mit Mineralstoffen handelt“.
Gesundheitsbehörden anderer europäischer Länder sowie in Kanada und den USA raten ebenfalls von der Anwendung von MMS ab. cl

Nachtrag: Am 30. Mai 2014 hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eine Warnung vor der Anwendung von Miracle Mineral Supplement (MMS) veröffentlicht. Langsam ziehen Gesundheitsämter der Bundesländer nach – beispielsweise das von Mecklenburg-Vorpommern.

Tipps zum Weiterlesen

Wer weiterlesen mag, kann sich auch MMS und Jim Humble – die Fakten widmen. Oder:

Werbung für MMS auseinandergenommen
(Blog „Unser täglich Spam“, 30.03.2014)
Im Blog „Unser täglich Spam“ geht es um – wen wundert es: Spam. Die blumigen, viel versprechenden Mails werden sozusagen seziert. Jetzt ist dem Autoren eine Spam-Mail zum Mineral MMS untergekommen – dem Mittel, das auch bei uns immer wieder mal durchs Forum geistert.

MMS ist giftige Chlorbleiche – na und?
(Spiegel online, 04.03.2014)
„Spiegel online“ berichtet über das Mittel MMS und seine Anhänger. Letztere schlagen Warnungen in den Wind. Auf einer Esoterik-Messe huldigen sie lieber dem Erfinder Jim Humble.

Bildquellen

  • Tropfen: Schlierner / Fotolia.com
Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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