Wie Psoriasis-Patienten heute am besten behandelt werden

Die besten Behandlungsergebnisse bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Psoriasis lassen sich momentan mit einer kombinierten Behandlung aus UVB-Bestrahlung und der topischen Applikation des Vitamin- D3-Analogons Calcipotriol erreichen. Am besten ist dazu Schmalspektrum-UVB-Licht geeignet, weil es mit einer Wellenlänge von etwa 311 nm bei optimaler antipsoriatischer Wirksamkeit kein Erythem verursacht.

Darauf hat Professor Niels Sönnichsen, Direktor des Fachklinikums Borkum für Dermatologie, Allergologie, Pädiatrie und pädiatrische Pulmologie bei einem vom Unternehmen Asche unterstützten Pressegespräch in Neu-Isenburg hingewiesen.

Mit dieser Kombinationsbehandlung lasse sich auch das rezidivfreie Intervall wesentlich verlängern. Die meisten Psoriasis-Patienten können heute mit topischen Medikamenten – entweder in Mono- oder Kombinationstherapie – behandelt werden. Als besonders effektiv und gut verträglich hätten sich dabei Vitamin-D3-Analoga erwiesen. Diese Substanzen zeichneten sich dadurch aus, daß sie bei allen Psoriasisformen und sehr gut gemeinsam mit anderen antipsoriatischen Wirkprinzipien wie UV-Bestrahlung oder Glukokortikoiden eingesetzt werden können, sagte Sönnichsen auf der Veranstaltung.

Im Vergleich zweier D3-Analoga, Tacalcitol-Salbe (4ug/g) einmal täglich und Calcipotriol-Salbe (50ug/g) zweimal täglich – haben sich in einer skandinavischen doppelblinden Multizenter-Studie beide Substanzen als wirksame Antipsoriatika erwiesen. Allerdings sei nach acht Wochen Behandlung die zweimal tägliche Applikation von Calcipotriol wirksamer als die einmal tägliche Behandlung mit Tacalcitol gewesen, erläuterte Privatdozent Sigbert Jahn vom Unternehmen Asche. An der Studie hatten 287 Patienten, 133 Frauen und 154 Männer, im Alter von 18 bis 79 Jahren mit einer Psoriasis vom Plaque-Typ teilgenommen.

24 Prozent hatten eine leichte, 61 Prozent eine mittelschwere und 14 Prozent eine schwere Form der Schuppenflechte.

Die Therapieeffektivität wurde anhand des Psoriasis-Schwere-Index PASI an drei befallenen Körperarealen beurteilt, wobei die Parameter Erythem, Infiltration, Schuppung und Pruritus nach jeweils zwei, vier, sechs und acht Wochen mit Punkten bewertet wurden.

Die mittlere Punktwertsumme hatte in der Tacalcitol-Gruppe von einem Ausgangswert von 7,64 um 4,03 und in der Calcipotriol-Gruppe von 7,45 um 5,05 Punkte abgenommen.

Die Rate unerwünschter Wirkungen war in beiden Kollektiven gleich, und insgesamt beurteilten 90 Prozent der Patienten die Verträglichkeit des jeweiligen Präparates als ausgezeichnet, so Jahn. Während der vierwöchigen behandlungsfreien Nachbeobachtungszeit waren in beiden Behandlungsgruppen bei etwa 80 Prozent Rezidive aufgetreten.

Tacalcitol ist für die Behandlung von maximal zehn Prozent der Körperoberfläche über einen Zeitraum von acht Wochen zugelassen. Calcipotriol-Salbe kann dagegen bis zu einem Jahr auf bis zu 30 Prozent der Körperoberfläche appliziert werden.

Quelle: Ärzte Zeitung, 21.4.1998

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