Erfahrungsbericht: Gerhard Förster

Bericht eines Patienten über seinen Kangal-Aufenthalt

Reisezeit ab Berlin-Schönefeld: ca. zwölf Stunden

Wechselkurs: 1 DM = 220.000 TL / 100 DM = 22 Mio TL

Kosten

  • Zugang zu den Quell-Bädern: kostenfrei
  • Doppelzimmer im Hotel 60 $ – Einzelzimmer 35 $/Nacht
  • Flug Berlin Ankara Sivas und Sivas Ankara Istanbul Berlin = 694.– DM
  • 2 x Transfer (Kleinbus) Sivas Balicli Kaplica ca. 110 DM = 220 DM
  • 1027,17 DM für Hotel
  • ca. 466 DM Verpflegung
  • gesamt:2407,37 DM

Klima

  • durchschnittliche Luft-Temp. im Juni 1999 22-25″ C
  • fast jeden Tag Gewitter (aus heiterem Himmel)
  • Wassertemp.: 37°C- täglich 8 – 9 h im Heilwasser

Unterkunft

  • Hotelzimmer Größe ca. 3 x 3 m
  • 2 Betten
  • 1 Nachtschrank, 2 Stühlchen, 1 Tischchen
  • Flur 1,5 m x 1,5 m mit einem „Verschlag“ für die Garderobe
  • Toilette mit „Dusche“, Waschbecken, WC und einer sehr starken Geruchsbelästigung, da die Trapse fehlen (fein ausgedrückt, alles sehr schlicht)

Alternativen

„Motel“

– die Zimmer sind von außen über einen Wandelgang zu betreten

– 3 x 3m groß; 1 bzw. 2 Betten, Regal für Bekleidung, Toilette wie Hotel

– Sauberkeit lässt zu wünschen übrig

– soll ca. 17 $ je Nacht kosten = 31,28 DM

Zimmer in der Baracke oder Bungalow

– Ausstattung: 2 Stahlpritschen mit Bettauflegern, 1 kleines Regal 20x40x30 cm

– 1 Riegel /Nägel an den Wänden …

– 5 $/Tag für Türken

– 7 $/Tag für Europäer

– in aller Regel Selbstverpfleger

Essen

Vollpension: 12 $ /Tag

Halbpension: 10 $ /Tag

Zu empfehlen: Essen á la cart mit zwei bis drei Gängen – man zahlt weniger als bei Halb/Vollpension. Ich habe in der Gaststätte als Selbstverpfleger gegessen mit 3 Speisen mittags und abends und habe dafür umgerechnet nur 15 DM gezahlt/ Vollpension = 22,20 DM!

Es wird in der Gaststätte (Lokanta) nur landesübliche Kost verabreicht. es ist Geschmackssache, mir hat es gut geschmeckt. Es sind meist Gemüsegerichte, die sich in den 21 Tagen oft wiederholen, Salata (salat) Dschaschik = Tsaziki, ….)

Die Preise ändern sich nach Willen der Hausherren und fast ständig und werden  nach Ausländern und Türken oder besser Europäern und Türken von den Inhabern unterschieden.

Man kann auch in Kangal (ca. 13 km) Unterkunft nehmen. Man bekommt dort ein Zimmer für 2-3 $, zusätzlich muss man aber den Eintritt 4-5 Mio TL und die Taxikosten 2x  3 Mio TL bezahlen.

Getränke

  • Quellwasser kostenfrei
  • Tee (Schwarz, Kiwi, Orange, Kirsch) kleines Glas 50.000 TL/ großes Glas 100.000 TL
  • Nescafe instant
  • Coca Cola und deren Produkte
  • Obstsäfte
  • Ayran
  • kein ALKOHOL!!!

Unbedingt mitzubringen

  • Handtücher
  • Flasche für Wasser (evtl.dort besorgen)
  • Medikamente gegen

– Durchfall (Lop Dia oder Kohletabletten)

– Mittelohrentzündung/ Otalgan / Ohrstöpsel

– Erbrechen überhaupt Magen Z.B. Simagel

  • Pflaster!!!!( viel Heftpflaster)
  • Badelatschen

Baderegeln

Die Kontrolle darüber üben die Badegäste selbst aus, sehr streng!

Man muss gewaschen/geduscht, ohne Seifen- und Fett-Öl-Reste ins Bad gehen.

Man muss Badelatschen außerhalb des Wassers tragen.

Es sind Ohrstöpsel zu tragen.

Vor dem Baden ist zu duschen.

Das Rauchen ist im Wasser verboten

Im Bad sind Badehosen oder Shorts zu tragen

Da man fast den ganzen Tag im Wasser ist, kann man sich nicht mit Sonneschutzmitteln behandeln, das ist im Bad nicht gestattet (Fische) Mütze/T-Shirt tragen gegen Sonnebrand.

Außerdem zu beachten

In Balikli Kaplica gibt es keine Postkarten und Briefmarken.

Es gibt einen kleinen Lebensmittelladen, der vor der Hauptsaison schlecht bestückt war.

Das Kartentelefon der staatlichen Telecom war in 3 von 4 Wochen Aufenthalt defekt. Wenn man telefonieren wollte, dann über die Rezeption ( 8 DM /Min.!!!!!!!) wenn man die Möglichkeit hatte, in Kangal bei der Post oder auf dem Berg ca. 1000 – 1500 m Fußweg auf den Berg hoch (genannt die Telefonzelle) dann hatte man Handy-Empfang (im Tal war nichts möglich).

Freizeitbeschäftigung zwischen 19 Uhr und morgens

  • Lesen
  • Tee trinken bis zum Umfallen
  • Back Gammon und so was ähnliches wie Rommé spielen
  • Erzählen in allen möglichen Fremdsprachen (soweit man welche beherrscht)
  • Tanzen mit den Einheimischen

Zur Behandlung und deren Hintergründe

Die Fische fressen die normalen Schuppen des menschlichen Körpers, egal ob Schuppenflechte oder nicht, zu vergleichen mit Peeling. Wenn die Fische fressen, hat man ein Gefühl, das man mit einer Reizstrommassage vergleichen kann.

Man muss aufpassen: Die Fische wissen nicht, wann „Schluss“ ist. So kann es dazu kommen, dass blutige Stellen entstehen, dass die Fische „Löcher“ in die Fußsohlen fressen. Das konnte sehr schmerzhaft werden. Man könnte im Wasser Socken tragen.

Dabei handelt es sich um drei Fischarten:

  • Silberfisch (Leuciseus Cephalus)
  • Saugwels (Oscillatonia Tenuis)
  • Saugwels (Cyprinnteu)

Diese lateinischen Namen wurden mir von Einheimischen gegeben. Sie stimmen nicht mit denen aus dem Forschungsbericht überein.

Die Fische ernähren sich unter anderem von abgestorbenen Hautpartikeln (Schuppen). Sie fressen aber nicht nur Schuppen der erkrankten Hautpartien, sondern der gesamten Körperoberfläche. Nach meiner Meinung tragen sie nur zu ca. zehn Prozent zu einer Linderung bei den Hauptanteil an einer Linderung, ich möchte bewusst  den Begriff Heilung nicht verwenden, hat das Quellwasser. Die Fische sind halt  sehr medienwirksam. Eie Analyse des Wassers soll aussagen, dass das Wasser sehr stark siliciumhaltig sein soll.

Der Erkrankte badet 2 x 4 h täglich (gesamt 21 Tage) in dem Quellwasser bei einer Temperatur von ca 38 – 38″C. Täglich nach dem Aufstehen 4 – 5 Gläser und beim Baden werden zwei bis drei Liter Quellwasser getrunken.

Man muß die Stellen der Schuppenflechte ja auch irgendwie behandeln. Durch das Wasser werden die Schuppen weich und lassen sich abkratzen/abschrubben. Das macht man mit der groben Seite eines Küchenschwammes oder mit einem Stein, der in einem der Becken zu finden ist. Mit diesem wird dann die Stelle/n solange bearbeitet bis sie schuppenfrei sind. Da in den meisten Fällen die behaarten Körperteile wie der Kopf befallen sind, empfiehlt es sich, die Haare abzuschneiden und sich eine Glatze zu rasieren. Das habe ich in meinem Aufenthalt 3 mal gemacht bzw. machen lassen. Da die Behandlung in den Becken getrennt nach Geschlechtern erfolgt, ist es beim ersten Mal schon ein komischer Anblick, wenn in einem Becken im Durchschnit mit 35 – 40 Männern belegt, die Männer sich gegenseitig auf dem Kopf und dem Rücken bei der Beseitigung der Schuppen unterstützen.

Erfolg

Mein größtes Problem war auf dem Kopf, dort wo Haare waren ein dicker Schuppenpanzer, seit der Rückkehr ohne Beschwerden! Ich fühle mich wohler. Die Hautärztin freut sich mit mir, aber es soll kein grund zur Euphorie sein, Psoriasis ist und bleibt eine chronische Krankheit! Ab er wie gesagt bisher ein TOP-ergebnis, noch bin ich zufrieden!

Kontakt

Gerhard Förster, Rosenweg 3 b, 17291 Prenzlau

Telefon 03984/802100 oder Funk 0171-6448592

E-Mail mailto:gerhard.foerster-pz@t-online.de

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