Danke, Dr. Natur!

Natur und Ernährung

Aufgezeichnet von Medizinjournalist Klaus Oberbeil

Wie ist es möglich, daß sich – wie bei der Schuppenflechte – Hautzellen von einem Tag auf den anderen 1000mal schneller teilen als normal? Die Antwort: Unsere Haut quält sich Tag und Nacht ab, um uns vor Kälte, Hitze, Krankheitserregern, Giftstoffen, Flüssigkeitsverlust und vielem anderen zu schützen. Bei diesem Abwehrkampf produziert und verbraucht sie unnatürlich hohe Mengen an Immunsubstanzen. Die Folge: Es kommt zur Entgleisung des Immunsystems der Haut und zur krankhaften Wucherung und Abschilferung von Hautzellen. seit es nun ultramoderne Analyse Geräte gibt, mit deren Hilfe Biochemiker Hautgewebe im Femtogramm-Bereich (Billiardstel Gramm) untersuchen können, gewinnen Schuppenflechte-Experten Erkenntnisse, die vielen Menschen neue Hoffnung geben.

Der eigentliche Bösewicht bei der Entstehung von Schuppenflechte (Psoriasis) ist die Arachidonsäure, die in tierischen Produkten enthalten ist. Aus dieser biologisch aktiven Fettsäure macht der Stoffwechsel sogenannte Leukotriene (Immun-Mediatoren), die (z. B. in der Haut) Entzündungen hervorrufen, Milliarden und Billionen weißer Blutkörperchen anlocken und die Teilung von Hautzellen entgleisen lassen. Interessant: Ein ähnlicher Mechanismus ist für viele weitere Krankheiten, zum Beispiel Nervenentzündungen oder Morbus Crohn (Entzündung der Darmschleimhäute) verantwortlich.

Daß Schuppenflechte häufig in den sonnenarmen Monaten (November bis Februar) auftritt, ist seit langem bekannt. Die Ursache: In Keratinozyten (den äußersten Hautzellen) sitzen mikroskopisch winzige Proteine (sogenannte Nuklearrezeptoren), die aus Sonnenlicht eine bislang unbekannte Form von Vitamin D machen. Dieser Biostoff aktiviert Lymphozyten (weiße Immun-Blutkörperchen) und blockiert die „bösen“ Leukotriene, die für die Zellwucherung verantwortlich sind. Fazit: Je mehr Sonne, desto besser.

Dr. Natur rät, von Fleisch auf Fisch „umzusteigen“. Fleischfett produziert 30mal mehr Leukotriene als Fischöle. Was für Psoriasis-Patienten noch entscheidender ist: Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl wirken in der Haut entzündungshemmend, und sie locken nicht massenhaft weiße Blutkörperchen in die Haut, was letztlich der Auslöser für Schuppenflechte ist. Schließlich siedeln sich diese „guten“ Fettsäuren in Hautzellen an, verdrängen auf diese Weise die „böse“ Arachidonsäure und heilen (gemeinsam mit Licht) Schuppenflechte.

Was Sie sonst noch tun können

Aktivieren Sie ihr Immunsystem durch mehr Bewegung (Gymnastik, Joggen, Radfahren). Dadurch werden Antikörper mit ihren wichtigsten Waffen aufgeladen (z. B. Vitamine, Selen, Zink).

Wenn Sie Übergewicht haben: abspecken. Jedes Kilo belastet Ihr Immunsystem, schwächt es im Kampf gegen krankmachende Einflüsse.

Lokal angewendete Wärmehilfen (Utraschall, Wärmepflaster) können das Ausheilen von Psoriasis beschleunigen.

Das sollten Sie lieber lassen:

Verzichten Sie auf Zucker, Süßes und süße Getränke.

Vermeiden Sie Streß und Aufregungen. Bei mehr als einem Viertel aller Psoriasis-Patienten sind schwere Konflikte oder Probleme Auslöser der Krankheit. Dauerstreß begünstigt nämlich dieses tückische Hautleiden.

Gesunde Haut in 30 Tagen

So bauen Sie optimalen Immunschutz in Ihre Haut ein, lindern und heilen selbst schwere Fälle von Schuppenflechte:

  1. Verzichten Sie auf alle tierischen Fette (in Fleisch, Wurst, Käse usw.). Sie enthalten Arachidonsäure, die wiederum Rohstoff für Entzündungs-Hor-mone (zum Beispiel Leukotriene) ist.
  2. Essen Sie mehr Fisch, dessen Omega-3-Fettsäuren die Aushei-lung von Schuppenflechte begünstigt und Ihre Haut schön und gesund macht.
  3. Setzen Sie die Haut täglich 20 Minuten dem Sonnenschein oder Mittagslicht aus. Über spezielle Licht-Rezeptorenn in hautzellen wird dadurch die Proliferation (Teilung, Wucherung) von Hautzellen gebremst.
  4. Nehmen Sie regelmäßig Bierhefe-Tabletten ein. Das darin enthaltene Spurenelement Zink ist für Heilungsvorgänge und den Neuaufbau Ihrer Haut wichtig. Das ebenfalls enthaltene Selen schützt den Fettsäure-Rohstoff vor Zerstörung durch Freie Radikale.
  5. Absolutes Muß: täglich den Saft von zwei Zitronen trinken (ersatzweise 4 Kiwi essen oder zwei Vitamin-C-Brausetabletten einnehmen). Vitamin C ist wichtiger Hautschutz, rüstet nach neuen Erkenntnissen verbrauchte Vitamin-E-Moleküle immer wieder neu auf.
  6. Holen Sie sich in der Apotheke ein medizinisches Badekonzentrat, das Kamillenöl enthält. Ein solches Hautbad hemmt die Aktivität von Leukotrienen in bereits von Schuppenflechte befallenen und in gesunden Hautpartien.
  7. Stellen Sie Ihrem Körper ausreichend Enzyme (Apotheke) zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe produziert die Haut massenhaft Zellen für die Immunabwehr.

Wäs Ärzte oft nicht wissen

Schuppenflechte ist nach neuen Erkenntnissen eine immunbedingte, aus dem inneren Stoffwechsel heraus entstehende Krankheit. Jede rein topische (örtliche) Behandlung gilt als überholt, weil sie meist lediglich natürliche Prozesse im Zellstoffwechsel (z.B. Neuaufbau von Zellkernen, Energieprodukten in der Zelle, Enzym-Tätigkeit usw.). Bedenklich bis gefährlich ist die Therapie mit dem Krebsmittelwirkstoff Methotrexat (verheerende Auswirkung auf Immunsystem, Blutbild, Herz, Knochenmark usw.).

Symptome…

Juckende Hautbereiche, meist leicht erhoben und rot umgrenzt, von silberweißen oder weißen Schuppen bedeckt. Betroffen sind vorwiegend Ellbogen, Handrücken, Knöchel, Knie und Haarboden, auch Brust, Rücken und Finger oder Zehen

… und Ursachen

Eine nicht unwesentliche Rolle spielen Erbfaktoren. Bei der Hälfte aller betroffenen Patienten zählt Schuppenflechte (Psoriasis) zu den typischen Familienbeschwerden. Eigentliche Ursache ist die krankhaft erhöhte, durch Fehlernährung oder Immunschwäche bedingte Zellteilung (Proliferation) von Hautzellen.

Wie gefahrdet Ist Ihre Haut?

Machen Sie (gedanklich) jedesmal ein Kreuz, wenn etwas zutrifft:

  • Bekommen Sie leicht einen Sonnenbrand?
  • Kriegen Sie leicht blaue Flecken?
  • Leiden Sie manchmal unter Juckreiz?
  • Haben Sie mitunter fettiges Haar?
  • Haben Sie winzige Fältchen über der Oberlippe?
  • Entstehen Falten, wenn Sie Ihre Haut zwicken?
  • Glänzt Ihre Haut an Stirn und Nase?
  • Ist Ihre Haut mal fahlgelb, grau oder stark gerötet?
  • Entstehen Quaddeln, wenn Sie mit einem stumpfen Gegenstand (z. B. Löffel) übers Gesicht fahren?
  • Haben Sie manchmal Pickel, Pusteln oder Hautausschlag?

Auswertung

Bis 2 Ja-Kreuze: Keine großen Hautprobleme.

3 bis 5 Ja-Kreuze: Die Versorgung beziehungsweise der Immunschutz Ihrer Hautzellen ist nicht mehr optimal.

Ab 6 Ja-Kreuze: Ihre Haut ist frühzeitig gealtert, dieser Alterungsprozeß schreitet rasch voran. Jetzt unbedingt bei der neuen 30-Tage-Hautkur mitmachen.

Bildquellen

  • Natur und Ernährung: seralex - Fotolia.com

2 Kommentare

  1. Erfahrung mit Psoriasis
    2006 wurde bei mir Mastdarmkrebs diagnostiziert. Alsdann ernährte ich mich nur noch mit „Schnitzer Intensievkost“, also ohne Fleisch und ohne Milschprodukte. Die Psoirasis an Ellebogen und Knien bildete sich langsam zurück. Der Mastdarm wurde entfernt und für 4 Monate ein Ilestoma „montiert“. Die Psoriasis verschwand ganz. meldete sich aber nach etwa 4 Monaten nach Rückverlegung des Stomas wieder. Die Schnitzer-Kost macht mir danach wegen des rohen Getreides Probleme. Meine Ernährung: etwas Fleisch, Milchprodukte und viel rohes Gemüse.

  2. Was soll der Test am Ende? Dabei kommt heraus: „Keine großen Hautprobleme“ Juchuu! Na immerhin gehts ihr, bis auf, dass ich Psoriasis habe, gut, ist doch schön… -.-

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