Nord- oder Ostsee?

Ob Sie Urlaub machen oder der Arzt eine „Klimakur“ verordnet hat: Am besten profitiert die Gesundheit, wenn Sie zur rechten Zeit am rechten Ort sind. Welches Meer Ihnen gut tut…

Allergiker sollten sich im April die stürmische Seeluft im hohen Nor-den um die Nase wehen lassen. Für den Herzkranken dagegen verordnet der Arzt lieber drei Wochen im Mai auf Hiddensee, Denn Klimareize, die dem einen gut tun, können für den anderen sehr belastend sein. „Stellen Sie sich einen Ort vor, wo man ständig die Treppen hochgehen muss“, beschreibt Dr. Volker Harms, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für medizinische Klimatologie der Universität Kiel, die Wirkung eines Nordsee-Aufenthalts. „Patienten mit ausgeprägten Herz- oder Kreislaufbeschwerden sollten deshalb besser an die Ostsee reisen.“

Dass die Entscheidung für die Nord- oder Ostsee gesundheitliche Gründe haben kann, gilt nicht nur für eine ärztlich verordnete Heilbehandlung. Auch wer Urlaubspläne schmiedet, sollte bei der Auswahl des Reiseziels auf bestehende Erkrankungen Rücksicht nehmen. So unterscheiden sich die Brandung und der Salzgehalt der Nordsee von der vergleichsweise salzarmen, ruhigeren Ostsee. Am kräftigeren Wellengang an der Nordseeküste finden viele Surfer Gefallen. Die Brandung erhöht auch die Konzentration fein verteilter Salzwassertröpfchen in der Küstenluft. Über die Atemwege gelangt das maritime Aerosol bis in die Bronchien, was sich vor allem bei chronischen Atemwegserkrankungen günstig aus-wirken kann. Auch der Wind, der an der Nordsee etwas schärfer weht, wirkt als Reizfaktor. Denn die frische, kühle Luft führt zu einer tieferen Atmung. Das stärkt das Wohl-befinden und kann die Ge-nesung fördern. Der dritte wirksame Klimareiz ist die Sonne. Die ist im Durchschnitt häufiger über der Ostsee zu sehen. 1998 zum Beispiel 1906 Stunden lang – gut für Menschen mit Hautproblemen, sofern Sonnenbrände vermieden werden. An der Nordsee wurden im gleichen Jahr nur 1685 Sonnenstunden gezählt.

Wer nicht sicher ist, welches Meer ihm gut tut, sollte seinen Arzt fragen.

Quelle: Apotheken Umschau 03/00

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