Neues vom Toten Meer in Jordanien

Totes Meer

Menschen mit Haut- und Gelenkerkrankungen suchen am Toten Meer Linderung. Auch in diesem Jahr fuhren einige, organisiert von der Selbsthilfegruppe Ostheim/Rhön, auf die jordanische Seite des Toten Meeres. Hier ihr Bericht:

Die vier bekannten Hotels auf der jordanischen Seite des Toten Meeres – Dead Sea Spa, Kempinski, Mariott und Mövenpick – haben zu kämpfen – dabei ist die politische Lage im Lande ruhig. Das Land ist gastfreundlich wie immer. Nie hatten wir auch nur den Hauch eines Gefühles, bedroht zu sein.

In den Hotels wird gespart, um das Tief zu überwinden. So sind teils arabische Abende oder Darbietungen wie Bauchtanz für die Touristen nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar. Wer Ruhe sucht, könnte dies als Vorteil empfinden.

Nader Amr, Manager im Hotel „Dead Sea Spa“, schätzt die Lage im Land so ein:

„Im Gegensatz zu anderen arabischen Ländern, in denen Unruhen sind oder waren, hat das Staatsoberhaupt in Jordanien – König Abdullah II. – als Reaktion auf die Demonstrationen im eigenen Land sehr schnell Gesprächsbereitschaft gezeigt. Er berief eine Kommission ein, die Vorschläge zu einer Verfassungsreform erarbeitet hat. Der König hat diese Vorschläge ohne Einschränkungen übernommen. Die Zustimmung des Parlaments ist zu erwarten. Die Verfassungsreform sieht vor, dass das Parlament und der Ministerpräsident in der Machtkonstellation im Staat wieder vor dem König stehen sollten, was bereits bei der ursprünglichen Verfassung in den 40-er Jahren des letzten Jahrhunderts so war. Die Korruption soll vermehrt bekämpft werden, es soll eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns geben. Die Rechte der Frauen sollen gestärkt werden – beispielsweise mit der Verlängerung des Mutterschutzes. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, für die in diesem Jahr geplanten Parlamentswahlen neue Parteien zu gründen und damit zur Wahl anzutreten. Ein Teil der Golfstaaten hat angeboten, bei Bedarf Truppen nach Jordanien zu entsenden – besonders zur Sicherung der Nordgrenze nach Syrien. Auch finanzielle Unterstützung wurde angeboten.

Besonders nach den Freitagsgebeten gibt es noch Demonstrationen. Die verlaufen allerdings friedlich und werden nur von einer geringen Zahl von Demonstranten besucht.

Doch zurück zu unseren Eindrücken.

Das fünfte Hotel in der Reihe – das Crown Plaza – ist fertig. Es könnte eröffnen und wird wird sogar im Prospektstapel des „Holiday Inn“, das zum gleichen Konzern gehört und einige Kilometer nordwärts liegt, als „im Frühjahr 2011 eröffnend“ deklariert.  Doch scheint das Hemmnis vorhanden zu sein, ob überhaupt Gäste kommen würden.

Alle Hotels geben sich Mühe, mit Sonderaktionen ihre Zimmer zu belegen. Dies ist von mehr oder weniger Erfolg gekrönt. Teils gibt es Angebote für Einheimische, zwei Nächte zum Preis von einer zu verbringen. Das Angebot wird angenommen. Im Mövenpick wird derzeit ein „Summer-Spezial“ mit sehr günstigen Preise offeriert. Hauterkrankte sind dort allerdings nicht gerne gesehen, werden unserer Erfahrung nach teils sogar abgewiesen.

Das Preisniveau im Land ist gestiegen. Konnte man vor 2 Jahren noch für 40 Jordanische Dinar vom Toten Meer nach Amman fahren, so sind es dieses Jahr 60 Jordanische Dinar gewesen. Verhandlungen um Preise wurden etwas schwieriger. Es wurden weniger Zugeständnisse gemacht.

Im „Dead Sea Spa“ hat sich nach dem Neu- und Umbau einiges getan. Das Hotel mit Neubau hat 277 Zimmer. Ein großes Restaurant mit 425 Sitzplätzen, verschiedenen Tagungsräumen, einem Bankettsaal und eine neue Hotelküche sind entstanden. Die Außenlage wurde neu gestaltet. Wo ehemals der Shop war, ist eine Sport-Bar mit Kicker und TV entstanden. Der Shop ist jetzt im Untergeschoß des Hotels. Aus dem ehemaligen Restaurant wurde ein Fitnessraum. Im Hotel gibt es einige Suiten unterschiedlicher Größen und Preisklassen. Alle Zimmer im Neubautrakt werden als Deluxe-Zimmer geführt. Die Ausstattung ist gehobener als im Altbauteil.

Unser Fazit: Jordanien bleibt eine Reise wert. Auch wenn das Land sich wandelt, so behält es doch seinen Reiz.

Wolfgang Hellmich, Ralf S., Margitta Heß

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*