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Cosentyx® (Secukinumab, AIN457)

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About this blog

"Secukinumab was discovered and developed by Novartis using developmental name AIN457, and the first publication was a Phase I trial published in 2010."*
Seit Mitte 2015 ist Secukinumab unter dem Handelsnamen Cosentyx® von Novartis zur Behandlung der Psoriasis zugelassen.
Seit 2017 behandele ich mich mit diesem Biologikum und sammele Informationen (Studien, Fach- und Herstellerinformationen) und (eigene) Erfahrungen zu Secukinumab (Handelsname: Cosentyx®) und seiner Anwendung bei Plaque-Psoriasis und anderen Indikationen bei Erwachsenen und Kindern. Ich beschreibe in diesem Blog auch meine Überlegungen zu einer individuelleren Dosierung und Erhaltungstherapie von Secukinumab - diese sind vom Grunde her auch auf andere Biologicals und Medikamente übertragbar. 
Siehe auch meinen Blog allgemein zu Biologicals: 
Biologika (Biologicals, Biologics) und Biosimilars - Psoriasis-Netz

*https://en.wikipedia.org/wiki/Secukinumab

Entries in this blog

GrBaer185

Secukinumab - Namensbedeutung


Cosentyx

Secukinumab ist ein monoklonaler Antikörper. Für monoklonale Antikörper gibt es eine (ältere und neuere) Namenskonvention, die sowohl in den Internationalen Freinamen (INN) der Weltgesundheitsbehörde (WHO)  als auch in den United States Adopted Names (USAN) für Wirkstoffe angewendet wird.

Die Wortteile von Secukinumab haben danach folgende Bedeutung:

Secu-kin-u-mab

Secu : Präfix ohne besondere Bedeutung, soll wohlklingend sein, dient der Unterscheidung von Antikörpern mit gleichem
             Wirkungsbereich und gleichem Ursprung

kin    : Interleukin (Wirkungsbereich)

      : human (Ursprungsorganismus des Antikörpers)

mab : Wortstamm für alle monoklonalen Antikörper, von engl. monoclonal antibody
 

Quelle: Nomenklatur der monoklonalen Antikörper – Wikipedia

GrBaer185

Krebserkrankungen, Biologicals und Cosentyx®


Cosentyx Nebenwirkungen

                                                                                                                                                                                      Letzte Änderung: 13.07.2021

Angeregt durch den regen Erfahrungs- und Meinungsaustausch im Forum der Community des Psoriasis-Netz (siehe: Cosentyx Behandlung - Cosentyx - Psoriasis-Netz) und als langjähriger Anwender von Cosentyx®, möchte ich im Folgenden versuchen meine Überlegungen zu Krebserkrankungen und der Therapie der Psoriasis mit dem Biologikum  Secukinumab darzustellen.

Über die Ergänzung dieses Blog-Beitrags durch Erfahrungen, Kenntnisse und Überlegungen sowie über eine konstruktive Diskussion durch die  Leser würde ich mich sehr freuen.

Biologicals und Krebs
Mittlerweile gibt es über 300 gentechnologisch hergestellte Biopharmazeutika (Gentechnische Arzneimittel (Biologika und Biosimilars) die in Deutschland zugelassen sind - Übersicht und Nachschlagemöglichkeit - Biologika (Biologicals, Biologics) und Biosimilars - Psoriasis-Netz).
Einige von diesen Biologicals werden zur Behandlung spezieller Krebsformen eingesetzt.

Mindestens zwölf biotechnisch hergestellte Arzneimittel werden zur Behandlung der Psoriasis eingesetzt ( https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/file/attachment.php?id=19281 ). Dabei sind verschiedene Ansatzpunkte und damit unterschiedliche Wirkmechanismen und auch verschiedene Nebenwirkungsprofile zu unterscheiden.
Die zur Behandlung der Psoriasis zugelassenen  Biologicals kann man anhand ihres Wirkmechanismus einteilen in:

TNF-α-Inhibitor
IL-17A-Rezeptor-Antagonist
IL-23-Inhibitor
IL-17A-Inhibitor 
IL-12/23-Inhibitor

Secukinumab (Cosentyx®) ist ebenso wie Ixekinumab (Taltz®) ein IL-17A-Inhibitor.

Entsprechend des Wirkmechanismus sind mögliche Zusammenhänge mit Krebs jeweils verschieden zu untersuchen und zu bewerten.
Hierbei würde ich folgende weitere Unterteilung der Fragestellung vornehmen:

Verursacht ein Biologikum das erstmalige Auftreten einer Krebserkrankung oder erhöht die Wahrscheinlichkeit der Krebsentstehung?

Begünstigt ein Biologikum zusätzlich eine Krebserkrankung beim Vorliegen einer familiären Disposition?

Begünstigt  ein Biologikum die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs nach überstandener Krebserkrankung?

Bei der Suche dazu im Internet habe ich nur wenige Antworten oder Informationen zu diesem Fragenkomplex gefunden.
Im Folgenden Auszüge aus diesbezüglichen Artikel:
 

In   Wie häufig sind Krebserkrankungen durch Biologika? • DGP (deutschesgesundheitsportal.de)  heißt es:
"Biologika greifen in das Immunsystem ein. Da die Biologika noch nicht so lange auf dem Markt sind, sind viele Patienten verunsichert über mögliche Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler fanden in ihrer Studie kein erhöhtes Risiko für Krebs bei einer langfristigen Einnahme von Biologika." und
"Hautkrebs nimmt meist eine Sonderstellung bei der Bewertung des Krebsrisikos nach Biologika ein. Vor allem eine Art der Biologika, die TNF-Hemmer, stehen im Verdacht, das Risiko für weißen Hautkrebs zu erhöhen. "
Ende des Zitats aus  https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2018/12/12/krebs-durch-biologika-psoriasis/

 

In  Rheuma und Krebs? | DKG (krebsgesellschaft.de)  heißt es:
"Erregen Antirheumatika Krebs?
Rheumatische Erkrankungen zählen zu den Autoimmunkrankheiten, bei denen die körpereigene Abwehr fälschlicherweise körpereigene Zellen attackiert. Dies soll durch die Einnahme von Immunsuppressiva verhindert werden. Sie unterdrücken die Immunabwehr, um so Schäden an Gewebe und Organen zu vermeiden. Der Nachteil: Auch Tumorzellen können weniger effektiv bekämpft werden. Langfristig geht die Einnahme von Immunsuppressiva deshalb mit einem erhöhten Risiko für maligne Erkrankungen einher.
Rheumatische Erkrankungen können jedoch auch mit den körpereigenen Abwehrstoffen ähnlichen Substanzen immunmodulierend therapiert werden. Diese so genannten Biologika sind Eiweißsubstanzen, die sich gegen bestimmte entzündungsfördernde Botenstoffe des Körpers wenden. Zu den wichtigsten normalerweise vom Körper gegen Entzündungen eingesetzten Botenstoffe gehören etwa Tumornekrose-Faktor-alpha (TNF-α) oder Interleukine. Biologika wie Etanercept, Adalimumab oder Infliximab hemmen TNF-α; Rituximab bindet an einen bestimmten Rezeptor (CD20) auf bestimmten weißen Blutzellen (B-Lymphozyten) und hemmt so die Immunantwort. Die teilweise seit mehr als zehn Jahren in der Therapie der rheumatoiden Arthritis verwendeten Biologika haben laut einer 2017 in dem Journal JAMA Intern medicine veröffentlichten prospektiven Kohortenstudie aus Schweden bislang nicht zu einem Anstieg der Krebserkrankungen geführt. Dennoch bleibt abzuwarten, wie die Datenlage nach einer längeren Beobachtungszeit aussieht. Die Anbindung an die entsprechenden Register bleibt also weiterhin von großer Bedeutung. "   
Ende des Zitates aus https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/aktuelle-themen/aktuelle-themen-2018/rheuma-und-krebs.html

 

In  Biologika - Schwere Geschütze gegen schwere Krankheiten (Archiv) (deutschlandfunk.de)   heißt es:
"In den Anfangsjahren wurde auch über ein erhöhtes Krebsrisiko der Biologikatherapie diskutiert, erinnert sich Professor Alten:
„Da gab’s auch namhafte Publikationen, all diese Bedenken sind aber durch die nachfolgenden Publikationen in den nachfolgenden Jahren ausgeräumt. Unter Biologika kein erhöhtes Tumorrisiko. Das Gegenteil ist partiell der Fall, Patienten mit einer unkontrollierten rheumatioden Arthritis haben ein deutlich erhöhtes Lymphomrisiko zum Beispiel, und wenn die rheumatoide Arthritis erfolgreich und gut behandelt ist, dann begibt sich dieses Lymphomrisiko wieder in den Bereich normaler vergleichbarer Altersgruppen.“ "
Ende des Zitates aus   https://www.deutschlandfunk.de/biologika-schwere-geschuetze-gegen-schwere-krankheiten.709.de.html?dram:article_id=449352

 

In Rheuma: Bislang kein erhöhtes Krebsrisiko durch Biologika (aerzteblatt.de)  heißt es:
"Die TNF-alpha-Inhibitoren und andere Biologika haben in den ersten zehn Jahren der Anwendung nicht zu einem Anstieg von Krebserkrankungen von Patienten mit rheumatoider Arthritis geführt." und
"Die dauerhafte Blockade des Immunsystems ist jedoch nicht ohne Risiken. Neben einem erhöhten Infektionsrisiko wird auch ein Anstieg von Krebserkrankungen befürchtet. In verschiedenen Ländern wurden deshalb Patientenregister gegründet, die die Patienten nachbeobachten. In Schweden sind die Voraussetzungen besonders günstig, da alle Einwohner eine Registrierungsnummer haben, die registerübergreifend verwendet wird." und
"TNF-Inhibitoren sind nicht mehr mit einem erhöhten Risiko von Melanomen (oder anderen Karzinomen) assoziiert."
Ende der Zitate aus https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/79412/Rheuma-Bislang-kein-erhoehtes-Krebsrisiko-durch-Biologika

 

Über die Ergänzung dieses Blog-Beitrags durch Erfahrungen, Kenntnisse und Überlegungen sowie über eine konstruktive Diskussion durch die  Leser würde ich mich sehr freuen.

 

 

 

GrBaer185

Dank an @Claudia für folgende Information im Forum:

"...  Ab Mitte Februar soll es eine 300-mg-Version des Pens und der Spritze geben. Wer also bisher pro Termin immer zwei Spritzen ansetzen musste, kann das künftig mit einer erledigen.

Quellen: dieser Artikel und versteckt in Novartis' Pressemitteilung zu Finanzergebnissen "

 

Die 150 mg Versionen soll es weiterhin geben.

Laut der 'Pressemitteilung zu Finanzergebnissen'  ist Cosentyx für röntgenologisch nicht nachweisbare axiale Spondyloarthritis neu zugelassen.
Laut gleicher Pressemitteilung zeigte sich in der Phase-IIIb-Studie ULTIMATE  nach 12 Wochen ein signifikantes Ansprechen auf die Behandlung mit Cosentyx bei Synovitis bei Psoriasisarthritis im Vergleich zu Placebo.
NOVARTIS machte im Jahr 2020  mit Cosentyx einen Nettoumsatz von 3,995 Milliarden US Dollar, die Umsatzsteigerung betrug 13 Prozent.

Interessant ist, ob sich der Preis für die Einmaldosis von 300 mg Cosentyx ändert.

Quelle:  Novartis' Pressemitteilung zu Finanzergebnissen 

 
GrBaer185

Virale Abwehr und psychiatrische Nebenwirkungen unter Cosentyx®


Cosentyx Nebenwirkungen

Im Beipackzettel von Cosentyx® steht unter Nebenwirkungen:
"Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
Infektionen der oberen Atemwege mit Symptomen wie Halsschmerzen oder verstopfter Nase (Nasopharyngitis, Rhinitis)." 
Vergleiche hierzu auch die Fachinformation (Link hier rechts in der  Blog Information).

Hierzu im Folgenden ein interessanter Beitrag aus dem Forum, in dem auch Psychiatrische Nebenwirkungen genannt werden:

"Die Entzündung im Rachenraum, sagt Novartis,  entstehen nicht durch eine schlechte virale Abwehr sondern sind durch Cosentyx affektiv ausgelöst. Hierbei spielen Viren angeblich keine Rolle. 

Einzig die bakterielle Abwehr wird durch Cosentyx beeinflusst. Zum Beispiel bei eiternden Wunden etc. 

Ich selbst habe fast immer so circa 5 bis 6 Tage nach der 300mg Injektion Halsschmerzen und Erkältungssymptome. Die aber meist 2 Tage später wieder abklingen. 

Des Weiteren habe ich bei mir psychiatrische Nebenwirkungen beobachtet. Ich bekomme nach der Injektion einen oder zwei Tage später meist Unruhezustände und leichte Panikattacken. Ich habe dann für diese kurze Zeit und bei Bedarf Diazepam bekommen, welches ich dann nach dem Spritzen 3 Tage lang 5mg nehme. Damit fahre ich bisher gut. 

Novartis sind die psychiatrischen Nebenwirkungen bekannt. Diese sollen ab Mitte diesen Jahres unter "gelegentlich" mit in die Nebenwirkungen aufgenommen werden, teilte mir Novartis mit."
Am 25.01.2021 in Wie bekomme ich Cosentyx verschrieben?! - Seite 3 - Cosentyx - Psoriasis-Netz | Community (psoriasis-netz.de)

Vielen Dank für diese interessanten Infos an @Steven81!

GrBaer185

NOVARTIS hat im Dezember 2020 eine Information zur Impfung gegen SARS CoV2 unter der Therapie mit Cosentyx® veröffentlicht (Link siehe unten).

Danach handele es sich bei den aktuellen COVID-19-Impfstoffen entweder um Impfstoffe auf Grundlage von mRNA oder um Vektor-basierte Impfstoffe. Beides seien neue Impfstoffklassen, die als Totimpfstoffe anzusehen seien und daher für Patienten unter immunsuppressiver/ immunmodulierender Therapie (wie z.B. mit Cosentyx®) keine Gefahr darstellen sollten. Bislang gebe es zu den neu entwickelten Impfstoffen keine klinischen Daten zu Sicherheit und Effektivität bei Patienten unter immunsuppressiver/ immunmodulierender Therapie.  Gemäß einem Expertenkonsens sollten Impfungen mit Totimpfstoffen unter laufender Cosentyx®-Therapie möglichst in der Mitte des Behandlungsintervalls erfolgen.

Quelle und weitere Informationen (derzeit am 22.05.2021 Stand März 2021):

419470_FAQ_Cosentyx.pdf (novartis.de)
https://www.novartis.de/system/files/product-info/419470_FAQ_Cosentyx.pdf

GrBaer185

Inhalt:                                                                                                         Stand: 01.07.2021 
1. Jeder Mensch ist verschieden - Multikausalität der Psoriasis
2. Mögliche Vorteile einer individuellen Therapieoptimierung
3. Ansatzpunkte für eine individuelle Therapieoptimierung
3.1 Wiederholung der Initialdosierung ("Stoßtherapie", Aufdosierung)
3.2 Spritzenabstand
3.3 Einzelspritze mit 150 mg alle zwei Wochen
3.4 Dosisanpassung nach klinischem Bild (Haut- und/oder Gelenkzustand) und bedarfsgerechte Behandlung
      - SCULPTURE Studie mit 150 und 300 mg Secukinumab
3.5 Wirkung-Nebenwirkung-Kompromiss
3.6 Dosisanpassung nach Laborwert
3.7 Kombination mit anderen Arzneimitteln
3.8 Ort der Applikation
4. Risiken einer individuellen Therapieoptimierung

5. Individuellere Dosierung beim Biologikum Dupilumab
6. Links zu weiteren Informationen
Interessanter 3SAT Beitrag zur Thematik: "Medizin nach Maß":
https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/wido-medizin-nach-mass-102.html

1. Jeder Mensch ist verschieden - , selbst eineiige Zwillinge. Auch die Ursachen der Psoriasis sind unterschiedlich. Wenn vielleicht nicht von Mensch zu Mensch, so gibt es aber doch mehrere Arten der Erkrankung und die Psoriasis ist eine multifaktorielle Erkrankung. Dies äußert sich z.B. in mehreren Genabschnitten der DNA, die man mit der Psoriasis in Verbindung bringt. Die Faktoren können in unterschiedlicher Kombination und die auslösenden und/oder begünstigenden Umweltfaktoren in unterschiedlicher Intensität für die Psoriasis verantwortlich sein.

Allein schon  bei nur vier Einflussgrößen, hier mal a, b, c und d genannt, ergeben sich (ohne Berücksichtigung der Reihenfolge) 
14 Kombinationsmöglichkeiten:
a
b
c
d
ab
ac
ad
bc
bd
abc
abd
acd
bcd
abcd

Aus der
Multikausalität der Psoriasis und unterschiedlichen Stoffwechselgegebenheiten bei Betroffenen sowie verschiedenen Lebensumständen folgt eine große Anzahl unterschiedlicher Reaktionen auf eine (standardisierte) Therapie, das heißt ein verschiedenes Ansprechverhalten und auch unterschiedliche und verschieden starke Nebenwirkungen.
Dies
zeigt sich deutlich in den Studienergebnissen, bei denen die Wirksamkeit in der Regel weit von 100 % entfernt ist und 80 % Ansprechrate schon ein sehr guter Wert ist.
Die oben beschriebenen individuellen Gegebenheiten beim einzelnen Patienten kann die arzneimittelherstellende Industrie kaum, der behandelnde Arzt ein wenig und ein erfahrener Dermatologe
könnte sie etwas mehr berücksichtigen und die Therapie entsprechend anpassen. Umso mehr ist der einzelne, erfahrene und mündige Patient selbst gefragt und in der Verantwortung.
 

2. Mögliche Vorteile einer individuellen Therapieoptimierung

Durch eine auf den einzelnen Patienten angepasste Therapie könnte(n)

  • die Wirksamkeit der Behandlung verbessert werden

  • unerwünschte Nebenwirkungen verringert oder vermieden werden

  • unter Umständen die Therapiekosten herabgesetzt werden

  • die Patienten Compliance sich verbessern

  • die Wirkungsdauer des Biologikum verlängert werden (Vermeidung der Gewöhnung, der Antikörperbildung)

     

3. Ansatzpunkte für eine individuelle Therapieoptimierung

3.1 Wiederholung der Initialdosierung
Eine Betrachtung der Pharmakokinetik von Secukinumab bei dem vom Hersteller vorgegebenen Therapieschema (zu Anfang fünf Dosen im Abstand von einer Woche, dann alle vier Wochen eine „Erhaltungsdosis“) zeigt, dass theoretisch ca. vier Wochen nach Therapiebeginn die maximale Serumkonzentration von Secukinumab vorliegt (vgl. https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/4075-cosentyx®-dosierung-halbwertszeit-und-pharmakokinetische-eigenschaften/ ).

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Der Spitzenwert (etwa 3,5) zu Behandlungsbeginn nach vier Wochen liegt um rund 75 % höher als der Spitzenwert der „Erhaltungsdosis“ nach 28 Wochen (rund 2).
Überlegenswert ist, bei Verschlechterung des klinischen Psoriasisbildes, eine erneute „Stoßtherapie“ durchzuführen wie zu Therapiebeginn. Da ja bereits eine gewisse Menge Secukinumab im Serum enthalten ist, würden nun vier im Abstand einer Woche applizierte Dosen ausreichen um den
anfänglichen Spitzenwert (3,5) erneut zu erreichen.

Interessant hierzu sind die Ausführungen von Frau Dr. Allmacher im Experten-Forum :

"Hallo,

ich beziehe meine Antwort nur auf Cosentyx (da es Biologica mit 3-monatigen Spritzabständen gibt und bei diesen seltbe das Spritzintervall verlängert wird). Medizinisch gesehen ist bei Cosentyx eine kurzfristige Erhöhung der Spritzintervalle möglich. Ich habe bei meinen Patienten teilweise auch schon "ganz von vorne" wieder angefangen und die wöchentliche Aufdosierung begonnen. Dafür habe ich allerdings ein Attest für die Krankenkasse zur Kostenübernahme stellen müssen. Die Kostnübernahme wird -vorsichtig formuliert- selten übernommen.

Eine Bestimmung des Gesamt Interleukins 17 ist möglich, allerdings nur in Speziallaboren. Eine Unterteilung der IL-17 Familie (IL-17 A, B, C, D...) ist nicht möglich. Daher kann die Therapie mit Secukinumab auch nicht über die Laboranalyse gemonitort werden.

Mir ist nicht bekannt das die Bestimmung des IL-17 A laborchemisch geplant ist.

Wäre ein spannender Ansatz 🙂"
Quelle: 
Wiederholung der Initialdosierung bei Biologicals - Fragen rund um die Schuppenflechte, Psoriasis arthritis, Therapie, Klinik... - Psoriasis-Netz

3.2 Spritzenabstand
Bei gutem Ansprechen auf die Therapie oder bei unerwünschten Nebenwirkungen könnte, über eine Verlängerung des Spritzenintervalls über vier Wochen hinaus, die mittlere Serumkonzentration von Secukinumab verringert werden.

3.3 Einzelspritze mit 150 mg alle zwei Wochen
Statt alle vier Wochen sich zwei Spritzen mit je 150 mg Secukinumab sich zu spritzen, könnte auch alle zwei Wochen eine Spritze mit 150 mg gespritzt werden. Die Konzentration von Secukinumab im Serum wäre dann geringeren Schwankungen unterworfen. Die „Zähne“ der „Sägezahnkurve“ wären kleiner, die Spitzenwerte somit geringer und die Minimalwerte der Serumkonzentration vor der nächsten Injektion wären angehoben.


3.4 Dosisanpassung nach klinischem Bild (Haut- und/oder Gelenkzustand)
und bedarfsgerechte Behandlung
Da Secukinumab auch bei geringerer Erhaltungs-Dosierung als 300 mg alle vier Wochen ausreichend wirken kann, ist eine Dosierung nach dem Hautzustand gut vorstellbar.
Laut der SCULPTURE Studie („Secukinumab retreatment-as-needed versus fixed-interval maintenance regimen for moderate to severe plaque psoriasis: A randomized, double-blind, noninferiority trial (SCULPTURE)“) ist die Nicht-Unterlegenheit einer bedarfsgerechten Behandlung im Vergleich zu einer Behandlung mit festen Intervallen bei 300 mg und 150 mg nicht nachgewiesen. Allerdings ist der Prozentsatz der Personen, die bei einer bedarfsgerechten Behandlung den PASI 75 beibehielten, mit 67,7 % (bei 300 mg) und 52,4 % (bei 150 mg) jeweils nur rund 10 % geringer als bei der Behandlung mit festen Intervallen (vgl. folgende Abb. 4. aus der SCULPTURE Studie, J Am Acad Dermatol Volume 73, Number 1, July 2015, page 33, Mrowietz et al).

Es handelt sich also nur um eine leichte "Unterlegenheit" der bedarfsgerechten Behandlung gegenüber der Behandlung mit festen Intervallen.
Hätte man die Studie "anders herum" betitelt und die Überlegenheit der Behandlung mit festen Intervallen gegenüber der bedarfsgerechten Behandlung untersucht, wäre es bei dem geringen prozentualen Unterschied in den Ansprechraten der beiden Behandlungsformen, schwierig geworden von einer Überlegenheit der Behandlung mit festen Intervallen zu sprechen.

 

image.thumb.png.98eaed117ccaa9ca7398e04d56bd2632.png
Abbildung 4. Beibehaltung einer Verbesserung von 75 % oder mehr gegenüber dem Ausgangswert des Psoriasis Area and Severity Index (PASI 75). Dargestellt sind die Prozentanteile der Personen, die in Woche 12 mit PASI 75 ansprachen und zwischen der 40. und 52. Woche beibehielten, bei einer bedarfsgerechten Behandlung im Vergleich zu einer Behandlung mit festen Intervallen bei 300 mg und 150 mg. Ergänzende Abb. 1 (verfügbar unter http://www.jaad.org) veranschaulicht den statistischen Vergleich der Nicht-Unterlegenheit zwischen den Schemata für diesen Endpunkt. n = Anzahl auswertbarer Patienten. aDas Ansprechen von PASI 75 wurde bei Patienten mit dem Fest-Intervall-Schema in Woche 52 beurteilt; bei Patienten mit einer bedarfsgerechten Behandlung wurde das Ansprechen von PASI 75 bei denjenigen, die in Woche 40 eine aktive Behandlung benötigten, in Woche 52 beurteilt, bzw. in Woche 40 bei denjenigen, die in Woche 40 keine aktive Behandlung benötigten.

Originaltext:

Fig 4. Maintenance of 75% or more improvement from baseline Psoriasis Area and Severity Index score (PASI 75) response. The proportions of week-12 responders who maintained PASI 75 response between weeks 40 and 52 for retreatment-as-needed versus fixed-interval treatment regimens at 300 mg and 150 mg are shown. Supplementary Fig 1 (available at http://www.jaad.org) illustrates the statistical noninferiority comparison between regimens for this end point. n = number of evaluable patients. aMaintenance of PASI 75 response was assessed at week 52 for patients on the fixed-interval regimen; for patients on the retreatment-as-needed regimen, PASI 75 response was assessed at week 52 for those who required active treatment at week 40, or at week 40 for those who did not require active treatment at week 40.

aus: SCULPTURE Studie, J Am Acad Dermatol Volume 73, Number 1, July 2015, page 33, Mrowietz et al 

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Die obige Abbildung 4 veranschaulicht zudem, dass bereits bei einer Dosierung von 150 mg, also der Hälfte der laut Beipackzettel vorgegebenen Dosis von 300 mg bei Plaque Psoriasis, bei einem großen Anteil der Personen vergleichbare Behandlungserfolge erzielt werden.
Bei der bedarfsgerechten Behandlung mit 150 mg sind dies nach Abbildung 4 immerhin 52,4 % (gegenüber 67,7 % bei 300 mg – nur 15,3 % mehr) und bei festen Intervallen 62,1 %
(gegenüber 78,2 % bei 300 mg).
Bei 52,4 %, bzw. 62,1 % der Personen stellt somit eine Behandlung mit 300 mg eine unnötig hohe Dosierung von Secukinumab dar.


Bei Gelenkbeteiligung ist mit längeren Zeitspannen für das Krankheitsgeschehen zu rechnen und oft eine sogenannte Basistherapie erforderlich. Therapieänderungen erfordern meiner Meinung nach daher hier mehr Umsicht und Fingerspitzengefühl und wollen besonders gut überlegt sein.

3.5 Wirkung-Nebenwirkung-Kompromiss
Bei einer niedrigeren Dosierung von Secukinumab können sich sowohl unerwünschte Nebenwirkungen, wie auch die erwünschte Wirkung, reduzieren.
Der Patient könnte zusammen mit dem Arzt seines Vertrauens die Dosierung so anpassen, dass sich der für den Patienten optimale, gewünschte Kompromiss zwischen Wirkung und unerwünschten Nebenwirkungen einstellt bei einem für den Patienten zufriedenstellenden PASI.


3.6 Dosisanpassung nach Laborwert
Ideal wäre es, die Secukinumab-Gaben an dem Interleukin 17A Plasmaspiegel des Patienten auszurichten. So wird z. B. bei Diabetes die zu spritzende Insulinmenge nach einer Blutzuckerbestimmung festgelegt.
Denkbar ist auch eine Bestimmung des Secukinumab-Spiegels im Blut, ähnlich wie es bei einigen Psychopharmaka zur Kontrolle des Medikamentenspiegels im Blut und der Anpassung des Dosierschemas durchgeführt wird.
Laut Cosentyx Fachinformation wurde in einigen Studien die Secukinumab-Konzentration im Blut zur Untersuchung der Pharmakokinetik bestimmt.

3.7 Kombination mit anderen Arzneimitteln
Secukinumab kann zusammen mit topischen Arzneimitteln, wie z.B. den sogenannten Vitamin D haltigen Cremes und Salben angewendet werden.

3.8 Ort der Applikation
Laut Beipackzettel kann Secukinumab in Bereiche am Bauch und den Oberschenkeln injiziert werden.
Gibt es da Unterschiede in der Resorption und der Wirksamkeit? Unterschiede zwischen Muskel- und Fettgewebe? Spielt der Bauchumfang eine Rolle?

 

4. Risiken einer individuellen Therapieoptimierung
Sofern die empfohlene Medikamentendosis verringert wird, sind zu den im Beipackzettel genannten unerwünschten Nebenwirkungen, keine zusätzlichen Nebenwirkungen zu erwarten.
Im Gegenteil
ist eher zu erwarten, dass sich Nebenwirkungen verringern. Dies kann allerdings auf Kosten der erwünschten Wirksamkeit gehen.
Zu klären ist, ob eine individuelle Therapieoptimierung als sogenannter „off label use“ von Cosentyx angesehen wird und sich daraus Konsequenzen für die Kostenübernahme durch die Krankenkasse und/oder Beihilfe ergeben. Siehe hierzu die Ausführungen von Herrn Prof. Kleine-Tebbe im nächsten Unterpunkt (
5. Individuellere Dosierung beim Biologikum Dupilumab).
Ist das Ansprechen auf die Secukinumab-Dosis nach einer längeren Pause schlechter oder verliert das Biologikum seine Wirkung?

5. Individuellere Dosierung beim Biologikum Dupilumab
Die im Folgenden dargelegten Überlegungen zur Anwendung von Dupilumab bei Neurodermitis sollten genau so auch für andere Biologicals wie Secukinumab bei Psoriasis gelten.
Kopie vom Community-Beitrag

Dosierung von Dupixent bei Neurodermitis - Neurodermitis - Psoriasis-Netz – Community (psoriasis-netz.de)

 

Dosierung von Dupixent bei Neurodermitis


GrBaer185

Von GrBaer185,
Mittwoch um 11:22 in Neurodermitis

Geschrieben Mittwoch 25.11.2020  um 11:22

Die Dosierung von Dupixent bei Neurodermitis beträgt bei Erwachsenen alle zwei Wochen 300 mg Dupilumab, unabhängig von deren Körpergewicht.
Bei Jugendlichen von 12 bis 17 Jahren wird nach dem Körpergewicht unterschieden: Unter 60 kg Körpergewicht ist die Dosis 200 mg alle zwei Wochen, ab 60 kg entspricht sie der von Erwachsenen.
Sollten dann Erwachsene, die eine Körpermasse unter 60 kg haben, nicht nach dem Schema für Jugendliche behandelt werden?
Wäre bei sehr schwergewichtigen Personen dann nicht entsprechend eine Dosiserhöhung angezeigt?

 

Eine gute Freundin hat nach dem Spritzen von 300 mg Dupilumab jeweils für ca. vier Tage entzündliche Nebenwirkungen im Augen- und Mundbereich. Sie spritzt sich nun nur noch 200 mg und hat diese Nebenwirkungen nicht mehr. 
Stellt diese geringere Dosierung einen sogenannten "off label use" dar und sind Kostenübernahmeschwierigkeiten oder Regressansprüchen der Krankenkasse möglich?

 

Viele Grüße GrBaer

Prof.Kleine-Tebbe

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  • Prof.Kleine-Tebbe
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Dosierungsempfehlungen bei den Biologika sind  grundsätzlich mit Schwankungen behaftet und können nur ungefähre Anwendungsempfehlungen geben.  Theoretisch sind Ihre Argumente durchaus stichhaltig und werden auch in der Fachwelt diskutiert.  Allerdings ist das Immunsystem mit all seinen Komponenten anders ausgestattet als z.b. eine bestimmte Organeinheit,  die eher  von der Körpergröße bzw dem Körpergewicht abhängt. 

 Interessant ist die Beobachtung Ihrer Freundin mit Nebenwirkungen im Augen- und Mundbereich für einige Tage nach den Injektionen. Dies scheint dosisabhängig zu sein, sonst hätte die reduzierte Dosis nicht zur besseren Verträglichkeit geführt.  Selbst wenn dort (eigenmächtig) reduziert wurde, ist dies nicht als “off-label-use” zu bezeichnen -  das wäre nur der Fall bei einer  Dosiserhöhung über den empfohlenen Dosisbereich oder die Anwendung eines bestimmten Medikamentes für eine andere Erkrankung außerhalb ihres Zulassungsbereiches.  Daher erscheint das Vorgehen ihrer Freundin durchaus plausibel, zumal es die Verträglichkeit zu verbessern vermag. Es bleibt zu hoffen, dass die erwünschte Wirkung nicht allzu sehr geschmälert wird. Das lässt sich aber sicher mit dem behandelnden Arzt konkret besprechen

 

6. Links zu weiteren Informationen

"Cosentyx® - Dosierung, Halbwertszeit und pharmakokinetische Eigenschaften":
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/4075-cosentyx®-dosierung-halbwertszeit-und-pharmakokinetische-eigenschaften/

Übersicht der in der Fachinformation genannten Studien zu Secukinumab in meinem Blog "Cosentyx® (Secukinumab) - Studien zur Therapie der Plaque-Psoriasis, ankylosierender Spondylitis, Psoriasis bei Kindern - eine Übersicht":
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/4066-cosentyx®-secukinumab-studien-zur-therapie-der-plaque-psoriasis-ankylosierender-spondylitis-psoriasis-bei-kindern-eine-übersicht/

Siehe auch meinen Blog-Beitrag "(Secukinumab) - individuelle Erhaltungsdosis finden!?":
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/4062-cosentyx®-secukinumab-individuelle-erhaltungsdosis-finden/


 

 

 

GrBaer185

Cosentyx® - Dosierung, Halbwertszeit und pharmakokinetische Eigenschaften


Secukinumab Pharmakokinetik

Stand 18.05.2021

Zeitlicher Verlauf der Secukinumab-Menge im Körper

Um den Verlauf, den Erfolg und unerwünschte Nebenwirkungen einer Therapie mit Secukinumab (Cosentyx®) besser verstehen zu können, ist es interessant den zeitlichen Verlauf der Konzentration von Secukinumab im Körper zu betrachten.
Aufgrund der vielen individuellen Einflussfaktoren auf Resorption, Elimination und Wirkung von Secukinumab kann dies im Folgenden nur stark vereinfacht, näherungsweise und qualitativ geschehen.

Durchgängig kann natürlich, da die Wirkung von Secukinumab auf individuelle Menschen und nicht z. B. auf standardisierte Zellkulturen untersucht wird, nur eine Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines bestimmten Ergebnisses, bzw. eine gewisse Bandbreite für Messwerte angegeben werden. Die Aussagen haben keine universelle Gültigkeit und Einzelfälle können und werden sehr wohl größere Abweichungen zeigen.

Zur Verdeutlichung der allgemeinen Situation in den Naturwissenschaften und der Medizin möchte ich das Beispiel der Körpergröße eines Menschen nennen. Für Babys kann die zu erwartende Körpergröße im Erwachsenenalter nur mit einer Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden. Diese Wahrscheinlichkeit wird von einer Verteilungskurve (-funktion) mathematisch beschrieben (Gaußsche Glockenkurve). Männer werden im Durchschnitt größer werden als Frauen, es gibt aber auch viele Frauen, die größer sind als viele der Männer.
Absolute Vorhersagen für ein Individuum sind nicht möglich, sondern nur die Angabe von statistisch ermittelten Wahrscheinlichkeiten. Letztendlich muss bei der Einzelperson im Erwachsenenalter mit einem Maßband nachgemessen werden. Als „normal“ wird dann ein Messwert bezeichnet, der häufig vorkommt.
Eine Körpergröße von 1,60 m für einen Mann und von 1,90 m für eine Frau sind dann auffallend, da nicht häufig vorkommend, aber völlig natürlich vorkommende Körpergrößen die keinen Krankheitswert haben müssen (aber auch da gibt es wieder Ausnahmen).

 

In der Forschung bewegt man sich an der Grenze des mehr oder weniger bekannten Wissens und über diese Grenze hinaus im Bestreben neue Erkenntnis zu erlangen und die Wissensgrenze zu verschieben. Dies gilt auch insbesondere für die medizinische und pharmakologische Forschung und die Entwicklung neuer Wirkstoffgruppen, wie z. B. die der Biologika.
 

Die allgemeine große Komplexität und die Schwierigkeit von pharmakokinetischen Aussagen für Wirkstoffe, insbesondere bei nicht vollständig bekannten Stoffwechselvorgängen und bei einer zudem begrenzten Zahl untersuchter Probanden und Patienten, zeigt sich auch bei Secukinumab.
Die pharmakokinetischen Eigenschaften können sich bei unterschiedlichen Krankheitsbildern mehr oder weniger unterscheiden.

Für die Betrachtung des zeitlichen Verlaufs der Konzentration von Secukinumab im Körper interessant sind die in der Cosentyx® Fachinformation (von Novartis Pharma https://www.fachinfo.de/pdf/020598 ) auf Seite 13 unter Punkt 5.2 getroffenen Aussagen zu den pharmakokinetischen Eigenschaften von Secukinumab. Hier heißt es unter anderem:

Die meisten pharmakokinetischen Eigenschaften, die bei Patienten mit Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und ankylosierender Spondylitis beobachtet wurden, waren ähnlich.“
Die meisten Eigenschaften waren also ähnlich, d. h. häufige Ähnlichkeiten mit mehr oder minder großen Abweichungen.

Zur Resorption, also der Aufnahme von Secukinumab in den Blutkreislauf, heißt es in der Fachinformation:
Bei gesunden Probanden wurden zwischen 2 und 14 Tagen nach einer subkutanen Einzeldosis von 300 mg in flüssiger Formulierung Spitzenkonzentrationen von Secukinumab im Serum von 43,2 ± 10,4 µg/ml erreicht.“
Die Formulierung „Bei gesunden Probanden“ lässt auf eine Phase I Prüfung mit relativ wenigen, freiwilligen, gesunden Versuchspersonen schließen.
Wie oft, ob z. B. täglich, die Secukinumab Serumkonzentration laboranalytisch bestimmt wurde und so bei jedem einzelnen Probanden die Spitzenkonzentration von Secukinumab im Serum und der Tag des Erreichens dieser bestimmt wurde, ist mir unklar. Die erreichten Spitzenkonzentrationen liegen zwischen 32,8 µg/ml und 53,6 µg/ml (folgt aus ± 10,4 µg/ml), also im Bereich von 43,2 µg/ml plus oder minus 24 Prozent (rund einem Viertel).
„Nach einer subkutanen Einzeldosis von entweder 150 mg oder 300 mg bei Patienten mit Plaque-Psoriasis wurden gemäß einer Analyse der Populationspharmakokinetik 5 bis 6 Tage nach Gabe Spitzenkonzentrationen von Secukinumab im Serum von 13,7 ± 4,8 µg/ml bzw. 27,3 ± 9,5 µg/ml erreicht.“
Das genaue Vorgehen und die genauen Randbedingungen und Annahmen bei der Analyse sowie die Patientenanzahl werden nicht genannt. Vermutlich wurde hier im Mittel nach 5 bis 6 Tagen die Spitzenkonzentrationen von Secukinumab erreicht, ob die Spanne ebenfalls wie oben genannt von 2 bis 14 Tagen reichte, ist unklar. Die Spitzenkonzentration von Secukinumab im Serum lag im Mittel bei 13,7 µg/ml (für 150 mg Einzeldosis) und 27,3 µg/ml (für 300 mg Einzeldosis) plus oder minus rund 35 Prozent (unklar ist hierbei, ob es sich um die absolute Schwankungsbreite der Messwerte handelt oder um eine statistische Schwankungsbreite innerhalb derer z. B. 90 Prozent aller Messwerte liegen).

„Die Pharmakokinetik von Secukinumab nach Einzel- und Mehrfachgabe bei Patienten mit Plaque-Psoriasis wurde in mehreren Studien ermittelt, in denen intravenöse Dosen von 1 × 0,3 mg/kg bis 3 × 10 mg/kg und subkutane Dosen von 1 × 25 mg bis zu mehrfachen Dosen von 300 mg angewendet wurden. Die Exposition verhielt sich über alle Dosierungsregimes hinweg dosisproportional.“
Dosisproportional bedeutet einen linearen Zusammenhang, auch Linearität genannt, zwischen der verabreichten Dosis und der Verfügbarkeit des Medikaments im Körper nach der Aufnahme. Ist die Geschwindigkeit der Vorgänge der Resorption, Verteilung oder Elimination der aktuellen Konzentration des Wirkstoffs proportional (in gleichen Zeiträumen findet die gleiche prozentuale Änderung der Konzentration statt), so spricht man von Kinetik 1. Ordnung. Dies bedeutet für die Elimination eine exponentielle Konzentrationsabnahme mit einer konstanten Halbwertszeit.

Die Konzentration C des Arzneimittels im Serum in Abhängigkeit von der Zeit t kann dann mit Hilfe einer e-Funktion (natürliche Exponentialfunktion, die Basis der Potenz ist die auch Eulersche Zahl genannte, irrationale Zahl e = 2,7182... ) mathematisch beschrieben werden:

                                           C(t) = C0 ∙ e-ket

C0 ist hierbei die Anfangskonzentration zum Zeitpunkt t = 0 und
ke ist die Eliminationskonstante für das untersuchte Arzneimittel unter den spezifischen Bedingungen (individuelle Einflussgrößen z. B. Nierenfunktion, Stoffwechselbesonderheiten, Enzymaktivität, usw.).

 Es gilt ferner mit der Halbwertszeit t1/2 , der Zeit nach der die Konzentration auf die Hälfte abgenommen hat:

                                            ke = ln(2) : t1/2

Im folgenden Diagramm 1 ist die exponentielle Abnahme der Konzentration für eine Halbwertszeit von t1/2 = 4 Wochen dargestellt. Vereinfachend wurde dabei angenommen, dass die verabreichte Dosis unmittelbar in das Serum übergeht (dies entspricht nicht der Realität bei Secukinumab, da dieses nicht intravenös, sondern subkutan gespritzt wird: Spitzenkonzentrationen nach 2 bis 14 Tagen, bzw. 5 bis 6 Tagen laut Fachinformation).

image.png.c1fec62c1d39c27ed0e349fdd457ea71.png

Diagramm 1: Exponentielle Abnahme (Kinetik 1. Ordnung) der Medikamentenkonzentration
                       bei einer Halbwertszeit von t1/2 = 4 Wochen.

Bei wiederholter Applikation kommt zu der noch im Körper vorhandenen Medikamentenmenge immer wieder (regelmäßig) eine neue Dosis hinzu.
Das Diagramm 2 stellt wiederum vereinfacht (Annahme der unmittelbaren Aufnahme der Dosis in das Serum) den theoretischen Verlauf der Secukinumab-Menge bei dem vom Hersteller für die Plaque-Psoriasis empfohlenen Therapieschema dar.

image.png

Diagramm 2: Vereinfacht dargestellter, zeitlicher Verlauf der Medikamentenmenge im
                        Körper beim vom Hersteller empfohlenen Therapieschema

Nach rund 30 Wochen wird näherungsweise ein Steady-State („stetiger“ oder „stationärer Zustand“, Gleichgewichtszustand, Fließgleichgewicht) erreicht, mit in diesem Fall der doppelten Menge Secukinumab (2 Einheiten) als Spitzenwert wie zu Therapiebeginn (1 Einheit).
Dies stimmt mit der dies bezüglichen Aussage der Fachinformation überein:

„In Datensimulationen betrugen die Spitzenkonzentrationen im Steady-State (Cmax,ss) nach subkutaner Anwendung von 150 mg oder 300 mg 27,6 µg/ml bzw. 55,2 µg/ml. Die populationspharmakokinetische Analyse legt nahe, dass unter monatlichen Dosierungsregimes der Steady-State nach 20 Wochen erreicht wird.“
Die in der Fachinformation bei der subkutanen Anwendung von 300 mg Secukinumab genannte Spitzenkonzentration im Steady-State von 55,2 µg/ml entspricht recht gut dem doppelten, weiter oben genannten erreichten Spitzenwert von 27,3 ± 9,5 µg/ml nach einer subkutanen Einzeldosis von 300 mg bei Patienten mit Plaque-Psoriasis.
Die relative Höhe (relativ zur Höhe der Einzeldosis) des Steady-State hängt hierbei von der Halbwertszeit und dem zeitlichen Abstand der Wiederholungsdosen ab.
Betrachtet man die absolute Höhe des Steady-State, z. B. in µg/ml, so ist dann auch noch die Größe der einzelnen Dosen (z. B. 150 mg oder 300 mg) zu berücksichtigen.

 

Hier der Blogbeitrag als pdf-Datei zum Download:
Zeitlicher Verlauf Secukinumab im Koerper.pdf

Die Diagramme wurden mit folgender Excel-Datei erstellt:
Cosentyx Abbau Diagramm HWZ 4 Wo 1 Tag Auflösung.xlsx

GrBaer185

Cosentyx – Informationen und Einschätzungen des Herstellers im Rahmen der aktuellen Situation zu COVID-19 und zu Infektionen mit SARS-CoV-2:

Aktualisierte Information Stand November 2020 hier: Link 
Danke @mo123!

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Ältere Information:

Covid-19 415825_FAQ_Cosentyx.pdf

GrBaer185

Titelbild aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Herpes_Zoster#/media/Datei:Herpes_zoster_chest.png

Allen über 60jährigen (als Indikationsimpfung allen über 50 Jahre) empfiehlt die STIKO die Impfung mit dem adjuvantierten Herpes-zoster-Subunit-(HZ/su-)Impfstoff Shingrix® zur Verhinderung von Herpes zoster (HZ) und postherpetischer Neuralgie (PHN), siehe hierzu z.B.

Aerzteblatt Herpes Zoster Impfung a1182.pdf
https://www.aerzteblatt.de/archiv/208216/Herpes-zoster-Wer-wie-geimpft-werden-sollte

Etwa in der Mitte eines Cosentyx®-Spritzenintervalls, am 24.06.2020, erfolgte für mich die erste (von zwei) Impfung gegen Gürtelrose mit dem Totimpfstoff Shingrix. Nach der Impfung schmerzte an der Einstichstelle der Oberarm, besonders bei Druck; Impfung sonst gut vertragen. Hautzustand ist stabil.
Zweite 
Shingrix-Impfung erfolgte am 27.08.2020. Es gab wieder eine Reaktion an der Einstichstelle, Druckschmerz, sodass ich etwa zwei Tage nachts nicht auf dem Oberarm liegen konnte. Sonst gut vertragen. Mit der nächsten Cosentyx®-Spritze warte ich noch etwas.

Zu den Abständen der Impfung zu den Cosentyx-Spritzen siehe meine Blog-Einträge

https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/4008-impfungen-bei-therapie-mit-cosentyx/
und
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/3993-meine-spritzenintervalle-mit-cosentyx/

 

GrBaer185

Stand 02. Dez 2020

Übersicht zu Studien zum Biologikum Cosentyx® (Wirkstoff Secukinumab)

 

Trial

First Author

Comparator

N

Dosing

JUNCTURE

Paul

Placebo

404

Secukinumab 150 mg SC single administration at week 0, or 150 mg SC at weeks 0, 1, 2, 4, or 150 mg SC at weeks 0, 4, 8, or placebo

FEATURE

Blauvelt

Placebo

177

Secukinumab 150 mg or 300 mg SC once weekly between weeks 0 and 4, and once again at week 8, or placebo

ERASURE

Langley

Placebo

738

Secukinumab 150 mg or 300 mg SC once weekly for 5 weeks then every 4 weeks, or placebo

FIXTURE

Langley

Etanercept

1306

Secukinumab 150 mg or 300 mg SC once weekly for 5 weeks then every 4 weeks, or etanercept SC twice weekly for 12 weeks then once weekly, or placebo

ERASURE subanalysis

Ohtsuki

Placebo

87

Secukinumab 150 mg or 300 mg SC once weekly for 5 weeks then every 4 weeks, or placebo

SCULPTURE

Mrowietz

Placebo

966

Secukinumab 150 mg or 300 mg SC weekly for 5 weeks then once at week 8, then at week 12 patients achieving PASI75 were re-randomized to either 150 mg or 300 mg SC given at fixed interval or retreatment as-needed regimen

STATURE

Thaci

Placebo

43

Secukinumab 10 mg/kg IV at baseline, weeks 2 and 4, or 300 mg SC at baseline and week 4

CLEAR

Thaci

Ustekinumab

676

Secukinumab 300 mg SC at weeks 0, 1, 2, 3, and every 4 weeks starting at week 4, or ustekinumab 45 mg or 90 mg SC (depending on subject body weight at baseline) at weeks 0 and 4 and then every 12 weeks

FUTURE 1

Mease

Placebo

606

All patients assigned to receive an IV loading dose of secukinumab at a dose of 10 mg/kg at 0, 2, and 4 weeks followed by secukinumab SC at a dose of either 150 mg or 75 mg every 4 weeks or placebo. Placebo group was switched to secukinumab SC at a dose of 150 mg or 75 mg at week 16 or 24 depending on the clinical response.

FUTURE 2

McInnes

Placebo

397

Secukinumab 300 mg or 150 mg or 75 mg SC to receive once a week from baseline and then every 4 weeks from week 4

Table 1. Phase III clinical trial data for secukinumab

aus: 

Secukinumab in the Treatment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis: A Review of the Literature

By STL Volume 22 Number 4 - July 1, 2017

Secukinumab in the Treatment of Psoriasis and Psoriatic Arthritis (skintherapyletter.com)

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Die Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC - summary of product characteristics ) der Novartis Pharma für Cosentyx® 150 mg Injektionslösung in einem Fertigpen (Stand August 2020), gibt sehr interessante Informationen zum derzeitigen Studienstand aus Sicht von Novartis Pharma.

Sie ist als pdf-Dokument unter https://klinischeforschung.novartis.de/medikamente/cosentyx/ , bzw. direkt unter https://www.fachinfo.de/pdf/020597 einsehbar und kann heruntergeladen, gedruckt und gespeichert werden.

Laut dieser Fachinformation wurde die Sicherheit und Wirksamkeit von Secukinumab in vier randomisierten, doppelblinden, placebo-kontrollierten Phase-III-Studien an Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis beurteilt.

Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab 150 mg und 300 mg wurden entweder im Vergleich zu Placebo oder im Vergleich zu Etanercept bewertet.
Etanercept ist ein Tumornekrosefaktor-Antikörper (TNF-Antikörper), den die Firma Pfizer unter dem Namen Enbrel® vertreibt. Laut Wikipedia sind Biosimilars von Etanercept zum einen Erelzi® (Sandoz / Hexal – EU seit 2018) und Benepali® (Biogen- EU seit 2018).

Eine weitere Studie mit Secukinumab (Studienkurzname SCULPTURE) untersuchte das kontinuierliche Behandlungsregime im Vergleich zu einem Regime mit „Wiederholungsbehandlung nach Bedarf“.

Ferner wurden Studien zur Wirkung von Secukinumab bei Nagel- und Kopfhautpsoriasis, bei palmoplantarer Plaque Psoriasis, bei Psoriasis-Arthritis, bei ankylosierender Spondylitis und Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen durchgeführt.

Im Folgenden ein unvollständiger Versuch einer tabellarischen Übersicht der Studien zu Secukinumab anhand der Fachinformation (Details bitte dort nachlesen):

Nr.

Studienbezeichnung

Zahl
ausge­werteter
Patienten

Studiendesign

Bemerkungen

1

ERASURE

738

150 mg oder 300 mg Secukinumab

für Studie 1 und 2:
Placebo Non-Responder wechseln in Woche 12 in Verum-Gruppe; bis zu 52 Wochen Nachbeobachtung;

40 % der Teilnehmer bearbeiteten das Psoriasis Symptom Diary©

2

FIXTURE

1306

150 mg oder 300 mg Secukinumab gegenüber Etanercept und Placebo

3

FEATURE

177

150 mg oder 300 mg Secukinumab Fertigspritze gg. Placebo

Dauer 12 Wochen

4

JUNCTURE

182

150 mg oder 300 mg Secukinumab Fertigpen gg. Placebo

Dauer 12 Wochen

5

SCULPTURE

966

150 mg oder 300 mg Secukinumab und Erhaltungsregime gg. „Wiederholungsbehandlung bei Bedarf“-Regime

Dosis 150 mg oder 300 mg in den Wochen 0, 1, 2, 3, 4, 8 und 12, dann Aufteilung auf die zwei Regime

6

CLEAR

676

300 mg Secukinumab gg. Ustekinumab 

Ustekinumab: Handelsname Stelara®; Hersteller Janssen-Cilagist  ein humaner monoklonaler Antikörper gegen die Zytokine Interleukin-12 (IL-12) und Interleukin-23 (IL-23) und seit Januar 2009 zugelassen.(Quelle: Wikipedia)

7

TRANSFIGURE

198

150 mg oder 300 mg Secukinumab bei Nagel Psoriasis gg.Placebo

 

8

GESTURE

205

150 mg oder 300 mg Secukinumab bei palmoplantarer Plaque Psoriasis gg. Placebo

 

9

 

102

300 mg Secukinumab bei mittelschwerer bis schwerer Kopfhautpsoriasis gg. Baseline

12 Wochen, mögliche Fortsetzung bis zu Woche 24

 

Psoriasis-Arthritis (PsA): drei randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte
Phase-III-Studien mit 1999 Patienten,
29 %, 35 % bzw. 30 % zuvor mit TNFα-Inhibitor behandelt

 

PsA-Studie 1
(FUTURE 1)

606

10 mg/kg Secukinumab intravenös in den Wochen 0, 2 und 4 und anschließend 75 mg oder 150 mg subkutan monatlich ab Woche 8

bei 60,7 % gleichzeitig MTX;
24 Wochen, d.h. rund ein halbes Jahr

 

PsA-Studie 2
(FUTURE 2)

397

75 mg, 150 mg oder 300 mg Secukinumab in den Wochen 0, 1, 2, 3 und 4, anschließend die gleiche Dosis in monatlichen Abständen

Bei 46,6 % gleichzeitig MTX;
24 Wochen, d.h. rund ein halbes Jahr

 

PsA-Studie 3
(FUTURE 5) !?

996

150 mg oder 300 mg Secukinumab od. Placebo subkutan in den Wochen 0, 1, 2, 3, und 4, anschlie­ßend die gleiche Dosis in monat­lich­en Abständen gg. 150 mg Secukinu­mab subkutan einmal monatlich (ohne wöchentliche Startdosen)

bei 50,1 % gleichzeitig MTX

 

 

 

 

 

 

AS-Studie 1
(MEASURE 1)

371

bei ankylosierender Spondylitis

 

 

AS-Studie 2
(MEASURE 2)

219

bei ankylosierender Spondylitis

 

 

AS-Studie 3
(MEASURE 3)

226

bei ankylosierender Spondylitis

 

 

PREVENT

555

Doppelblinde, placebokontrol­lierte Phase-III-Studie

zweijährige Kernphase und weitere zweijährige Verlängerungsphase

 

Pädiatrische Psoriasis-Studie 1

162

niedrige Dosis Secukinumab gg.

hohe Dosis Secukinumab gg.

Placebo gg.

Etanercept

 

 

Pädiatrische Psoriasis-Studie 2

84

offene, zweiarmige, parallele, multizentrische Phase-III-Studie, mittelschwere bis schwere Psoriasis

Alter
6 bis < 18 Jahren

Tabelleninhalt zusammengestellt nach Informationen aus der Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arznei­mittels/SmPC) der Novartis Pharma für Cosentyx® 150 mg Injektionslösung in einem Fertigpen (Stand August 2020), https://www.fachinfo.de/pdf/020597 , Einzelheiten bitte dort nachlesen.

Die Fachinformation von Novartis für Cosentyx® 150 mg , Stand August 2020, zum Downloaden:

FachInfo Aug2020 Cosentyx® 150 mg Injektionslösung in einem Fertigpen.pdf

Dieser Blogbeitrag als pdf-Download:
Cosentyx Studienuebersicht 23Aug2020.pdf

Aktuell, ab Nov. 2020, laufende Studie zu Secukinumab und Psyche:

An der Uni-Hautklinik in Essen läuft eine Studie, die für manchen Menschen mit Schuppenflechte interessant sein könnte. Dort wollen Forscher klären, wie psychologische Faktoren den Erfolg oder Nicht-Erfolg einer Behandlung mit dem Wirkstoff Secukinumab beeinflussen.

„Gehirnfunktionen, psychische Prozesse und Funktionen unseres körpereigenen Abwehrsystems, unseres Immunsystems, sind eng miteinander verknüpft“, heißt es im Aufruf der Uni-Hautklinik. „Welche Rolle diese Verbindungen aber bei chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen spielen ist bisher ungeklärt.“

Secukinumab ist der Wirkstoff im schon länger zugelassenen Medikament Cosentyx.

Die Studie findet in der Ambulanz der Klinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Essen statt. Teilnehmer müssen innerhalb von 16 Wochen zu neun Untersuchungsterminen kommen. Für sie gibt es eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 300 Euro. Bei den Visiten wird unter anderem die Haut untersucht. Es sind Fragebögen auszufüllen, außerdem wird Blut abgenommen. An zwei Tagen sind auch Speichelproben gefragt. Darin werden Hormone bestimmt.

Gesucht werden Menschen mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, die bisher noch nie Cosentyx bekommen haben. Alle anderen Medikamente dürfen schon zum Einsatz gekommen sein – oder auch gar keine.

Interessenten können sich in der Hautklinik per Mail an psoriasis-studie@uk-essen.de melden oder unter Telefon 0201 / 72 38 58 16 anrufen.

von: Psoriatiker aus dem Ruhrgebiet für Studie gesucht (psoriasis-netz.de)

GrBaer185

Stand: 23. August 2020

Suche und Findung der individuellen Erhaltungsdosis von Secukinumab

Der Hersteller von Cosentyx gibt ein festes, starres Therapieschema für die Behandlung der Psoriasis mit Secukinumab vor.
Individuelle Besonderheiten werden (können) nicht berücksichtigt werden.
Auch die Erhaltungstherapie nach der Einleitungsphase wird durch ein festes Schema von 300 mg alle 4 Wochen bestimmt.

Individuellen Eigenschaften und Besonderheiten der Anwender von Cosentyx wird nicht/kann nicht Rechnung getragen werden:

- Eine Person mit 50 kg Körpergewicht wird nach dem selben Schema behandelt wie eine mit 100 kg Körpergewicht.
- Eine Person, bei der die Halbwertszeit (HWZ) von Secukinumab im Organismus 20 Tage beträgt bekommt die selbe Dosis wie eine Person bei der die HWZ 35 Tage beträgt.
- Der individuelle Interleukin 17A Spiegel des Patienten wird nicht/kann nicht(?, Kosten?) bestimmt werden. Die Dosis richtet sich also nicht nach der Höhe eines Laborwertes (so wie dies zum Bsp. bei Diabetes der Fall ist, wo die Insulinmenge dem Serum-Glukosespiegel angepasst wird).
- Die Dosis wird nicht dem Schweregrad der Erkrankung oder etwaigen Krankheitsschüben angepasst.
- Ein Absetzen oder Ausschleichen der Therapie oder eine Therapiepause nach erfolgter Remission der Psoriasis-Erscheinungen ist nicht vorgesehen.
- Die Therapie wird solange als Erhaltungstherapie fortgeführt, solange es die unerwünschten Nebenwirkungen zulassen.
- Unerwünschte Nebenwirkungen (UNW) sind oft dosisabhängig, statt eine Therapie wegen Nebenwirkungen abzubrechen, könnte eine Dosisverringerung die UNW reduzieren und tolerierbar machen bei möglicherweise dennoch zufriedenstellendem Therapieerfolg.

Nötig wären differenziertere Studien, welche die oben beschriebenen Sachverhalte berücksichtigen. Die kosten allerdings Geld und Zeit und könnten schwierig im Design sein, vielleicht besteht auch kein ausreichendes Interesse an weitergehenden Studien. Eine Übersicht zu bisherigen Studien habe ich im nächsten Blog-Beitrag tabellarisch zusammengestellt, siehe: 
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/blog/818-cosentyx-secukinumab/

Leicht könnte die Einzeldosis von 300 mg Secukinumab, die bei der Erhaltungstherapie alle 4 Wochen gespritzt wird, auf zwei Dosen zu 150 mg Secukinumab alle 2 Wochen aufgeteilt werden, denn die 300 mg Dosis liegt ohnehin schon in der Form von 2 Spritzen mit je 150 mg in der Verpackung vor (wohl aus produktionstechnischen oder applikationstechnischen Gründen). Dies hätte den Vorteil, dass der Secukinumab-Spiegel im Organismus über die Zeit gleichmäßiger wäre. 
Für dieses Dosierungsschema wurde allerdings keine Zulassungsstudie durchgeführt und somit auch keine Zulassung erteilt. Folglich kann es auch nicht vom Hersteller "empfohlen" werden. Ärzte müssten ein derartiges Therapieschema "auf die eigene Kappe nehmen", es hätte versicherungsrechtliche Konsequenzen und auch die Krankenkassen könnten Einwände erheben, da ja der Therapieerfolg eines solchen Schemas nicht durch Studien belegt ist und keine entsprechende Zulassung besteht.

Daher sehe ich es so, dass in dieser Situation nur der Patient für sich selber handeln kann (mit oder ohne "stillschweigender"/informeller/inoffizieller Zustimmung des behandelnden Arztes). Solange die Therapieintervalle verlängert und damit die Dosis, im Vergleich zum durch die Studie vorgegebenen Therapieschema, verringert wird, sollte man auf der sicheren Seite sein und das Therapierisiko sogar verringern. Verschlechtern könnte sich nur der Therapieerfolg im Vergleich zu der höheren Standarddosierung.

Patientenberichte hier in der Community des Psoriasis-Netzes berichten, dass auch längere "Spritzenpausen" (z. Bsp. wegen Operationen oder Erkrankungen) nicht von einem Psoriasis-Schub begleitet wurden, sondern der Hautzustand stabil blieb und die Therapie nach der Pause einfach fortgeführt werden konnte.
Hierfür spricht auch die Halbwertszeit von Secukinumab von rund 4 Wochen.
Die Cosentyx Fachinformation vom August 2020 ( https://www.fachinfo.de/pdf/020597führt dazu auf Seite 13 aus:
"Die mittlere Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit Plaque-Psoriasis wurde auf Grundlage einer populationspharmakokinetischen Analyse auf 27 Tage geschätzt und lag über alle Psoriasis-Studien mit intravenöser Gabe hinweg in einem Bereich von 18 bis 46 Tagen."
Ausgehend von einer Halbwertszeit von 4 Wochen ist nach 4 Wochen noch die Hälfte (50 %), nach 8 Wochen somit immer noch die Hälfte der Hälfte, also ein Viertel (25 %) und nach 12 Wochen immer noch ein Achtel (12,5 %) der "ursprünglichen" Menge Secukinumab im Organismus. Man könnte also sagen, Secukinumab schleicht sich aufgrund der relativ langen Halbwertszeit quasi von selber langsam aus (exponentieller Abfall) und seine Wirkung ist nach 4 Wochen nicht plötzlich weg.

Fazit:

Zu prüfen ist, ob längere Abstände zwischen den Einzeldosen individuell vorteilhaft für das Nebenwirkungsprofil sind.

Eine Dosisreduktion durch Intervallverlängerung stellt möglicher Weise eine Alternative zum Therapieabbruch aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen dar.

Eine Aufteilung der Einzeldosis von 300 mg auf zwei zeitlich versetzt gespritzte 150 mg "Teildosen" könnte Vorteile bringen sowohl  bezüglich der unerwünschten Nebenwirkungen als auch der Wirksamkeit von Secukinumab, da der Wirkstoffspiegel im Organismus dann kleinere Schwankungen und einen höheren Minimalwert vor der nächsten Spritze aufweist.

Über eine rege Diskussion meiner Gedankengänge würde ich mich sehr freuen.

Siehe auch meinen Beitrag im Forum:
Cosentyx 1/2 Dosis (150 mg) alle 2 Wochen spritzen?

GrBaer185

Cosentyx® - aktueller Preis und Jahrestherapiekosten


Cosentyx

Der aktuelle (17.02.2020) Preis von COSENTYX® FERTIGPEN 150 mg für die 3x2 Stück Packung beträgt Brutto 5173,49 Euro.
Bei der "Erhaltungs-" Therapie von alle 4 Wochen 2 Spritzen mit 150 mg ergibt dies einen Monatspreis (4 Wochenpreis) von 1724,50 Euro
und einen Jahrestherapiepreis von 365 Tagen geteilt durch 28 (4 Wo.) mal dem Monatspreis gleich 22480 Euro Jahrestherapiemedikamentenkosten.

GrBaer185

Laut Gelber Liste - https://www.gelbe-liste.de/suche?term=secukinumab - gibt es 24 Cosentyx Präparate:

Suche _ Gelbe Liste.pdf

GrBaer185

Bei längeren Reisen während der Therapie von Cosentyx® sind bei der Mitführung des Medikamentes vor allem zu beachten
- Kühlung
- Bescheinigung über die Mitführung
- Möglicherweise eingeschränkte Bezugsmöglichkeiten im Ausland
- Kostenerstattung für im Ausland gekaufte Medikamente

Eine gute Darstellung der Informationen bietet der Hersteller in folgendem pdf-Dokument:

394499_FAQ_Cosentyx Reisen.pdf

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Von Zahnimplantationen während der Therapie mit Cosentyx® wird abgeraten.
Was sonst vor und nach Operationen zu beachten ist zeigt eine Übersicht vom Hersteller:

387301_FAQ_Cosentyx vor und nach Operationen.pdf

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Schwangerschaft, Vaterschaft und Stillzeit sowie Cosentyx®, Informationen vom Hersteller:

386118_FAQ_Cosentyx Schwangerschaft Vaterschaft Stillzeit.pdf

GrBaer185

Bronchitis mit Fieber unter Cosentyx®

Nach einer Bronchitis mit hohem CRP-Wert im April 2019, die sich erst durch das Antibiotikum Amoxicillin 1000 mg, 3 x tägl.,  besserte, war ich das Jahr über soweit gesund, bis es mich am 28.12.2019 wieder "erwischte". Es fing nachmittags mit etwas eitrigem Schleim im Hals an, der etwas "süsslich" schmeckte. Ich schonte mich und trank Tee, nahm Hausmittel. Trotzdem, zwei Tage später hatte ich schon 38 °C und fühlte mich richtig schlapp, dazu kamen Kopfschmerzen, erst einseitig, dann eher vorne und diffus im ganzen Kopf. Die Temperatur war morgens niedriger, stieg im Laufe des Tages an und erreichte auch nach fünf Fiebertagen immer noch Werte von 38 °C (am dritten mindestens 38,3 °C und am vierten Tag 38,6 °C, jeweils rektal gemessen - auf mein Stirn-/Ohrthermometer ist kein Verlass). Daneben hustete ich vor allem morgens "gelbgrünen" Schleim ab.
Mein Internist und Hausarzt hatte leider erst am 2.1. wieder Sprechstunde. Das Abhören ergab ein leicht "raues" Atemgeräusch und mir wurde ein Hustensaft aufgeschrieben. Der Arzt machte mir Hoffnung, dass es diesmal ohne Antibiotikum vorbeigehen würde. Für den Fall, dass die Beschwerden und das Fieber nicht bis zum Wochenende besser würden oder sich verschlimmerten, erhielt ich vorsorglich ein Rezept über Amoxicillin 1000 mg, wie bereits im April 2019 verordnet.
Nachdem ich am 3.1. mittags wiederum 38 °C und immer noch Kopfschmerzen hatte und keine Besserung sich abzeichnetet, schluckte ich zum späten Mittagessen die erste Antibiotikum-Tablette. Bereits am Samstag, 4.1. ging es mir erheblich besser und die Kopfschmerzen verschwanden.

Nach der atypischen Lungenentzündung und der Bronchitis im April 2019 ist dies bei mir nun die dritte Lungen-/Bronchien-Infektion unter Cosentyx® die der Antibiose bedarf.
Ein kausaler Zusammenhang mit der Secukinumab-Therapie ist nicht zwingend nachweisbar, zumal aufgrund einer früheren Fumarat-Therapie die Lymphozytenzahl sich immer noch nicht vollständig erholt hat.
Der Artikel 
https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/04/10/cosentyx-koennte-chronisch-entzuendlichen-darmerkrankungen-verschlechtern
gibt mir aber sehr zu denken mit seinen Ausführungen:
"Secukinumab ist ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper...
Er richtet sich selektiv gegen das proinflammatorisch wirkende
Interleukin-17A (IL-17A), das eine wichtige Rolle bei Immunreaktionen gegen Bakterien und Pilze an Körpergrenzflächen spielt."

Ist bei mir durch das Cosentyx® nun die Immunreaktion gegen Bakterien dermaßen eingeschränkt oder verringert, sodass ich anfälliger gegenüber bakteriellen Infektionen der "Lungengrenzfläche" bin?

 

GrBaer185

Impfungen bei Therapie mit Cosentyx®

 Secukinumab (Cosentyx®), IL-17A Rezeptor

Impfungen mit Totimpfstoffen:
Jederzeit möglich; im Idealfall Immunisierung mind. 2, besser 4 Wochen vor Therapiebeginn abschließen.
Bei laufender Therapie: Verabreichung in der Mitte des Behandlungsintervalls 

Impfungen mit Lebendimpfstoffen:
Keine Impfungen während Therapie (FIa) Impfungen mind. 4 Wochen vor bzw. frühestens 2 Monate nach Therapie

Kommentar:
2 Wochen nach Einzeldosis keine eingeschränkte Immunantwort nach Influenza- und Meningokokken Impfung (FI-A) [142] 

Wiedergegeben nach dem Downloadinhalt des vollen Artikels "Impfen bei Immundefizienz" unter:

https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00103-019-02905-1

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Empfehlenswert zu lesen ist auch folgendes PDF-Dokument des Herstellers:

NOVARTIS - Häufige Fragen: Cosentyx® - Impfungen unter Secukinumab:

387124_FAQ_Cosentyx_0 Impfen.pdf

GrBaer185

Informationen des Hersteller zu Voruntersuchungen und Therapiemonitoring bei Cosentyx als pdf-Datei:

386700_FAQ_Cosentyx Voruntersuchung und Therapiemonitoring.pdf

Von meinem Arzt lasse ich mir jeweils meine Werte der Blutuntersuchung ausdrucken, bzw. als Kopie geben.
So kann ich auch über längere Zeit und bei einem Arztwechsel die Entwicklung der Werte verfolgen.
Auch ist es so möglich durch Vergleiche eine Verschlechterung oder auch eine Verbesserung von einzelnen Laborwerten zu sehen,
die sonst vielleicht gar nicht auffallen würde, da die Werte immer im Normalwertbereich liegen.

Mein Lymphozytenwert ist seit einer langjährigen Therapie mit Fumarsäure-Estern stark erniedrigt.
Maßgeblich für die Bewertung ist die absolute Zahl der Leukozyten. In den Laborwerten ist jedoch die Zahl der Lymphozyten als Prozentwert
der (aller) Leukozyten angegeben.

Mit den aktuellen Laborwerten vom 20.05.2019 aus der Tabelle unten ergibt sich:

Leukozyten         4,4 pro nl (Nanoliter) = 4400 pro Mikroliter

Lymphozyten     17 %    (der Leukozyten)

daraus ergibt sich die absolute Zahl der Lymphozyten pro Mikroliter (µl) als
  4400/µl * 0,17 = 748/µl

(absolute) Zahl der Lymphozyten     748 pro Mikroliter

Ein Wert, wo man mit dem Arzt über weitere Maßnahmen reden sollte ist ein Lymphozytenwert kleiner 500 pro Mikroliter (µl).

Laborw 20Mai2019.jpg

Der CRP-Wert (C-reaktives Protein) ist ein Entzündungsmarker. Er ist bei Entzündungen im Körper erhöht, z.B. auch bei Psoriasis Arthritis oder einer Lungenentzündung.
Vor Beginn der Therapie mit Cosentyx war mein CRP-Wert immer erhöht und lag bei Werten oberhalb von 10 oder auch 20 mg/l. Bei Infektionen der Atemwege auch sehr hoch, z.B. 18.3.2011 bei 138,7 mg/l  oder bei meiner Lungenentzündung am 11.06.2018 bei 249 mg/l.
Seit der Therapie mit Cosentyx liegt mein CRP-Wert im Normbereich (Ausnahme bei Infekten). 
Im Folgenden Laborwerte vor und kurz nach Beginn der Therapie mit Cosentyx am 13.03.2017:

Laborw 2016-2017.jpg

386700_FAQ_Cosentyx Voruntersuchung und Therapiemonitoring.pdf

GrBaer185
Stand: 12.09.2021
 
Ich hatte zu Begin meiner Therapie mit Cosentyx® schnell guten Erfolg, aber auch neurodermitisartige, juckende Hautveränderungen in den Armbeugen und einen entzündeten kleinen Finger - siehe hierzu auch meine früheren Blog-Beiträge: https://www.psoriasis-netz.de/blogs/entry/3952-juni-2018-lungenentzündung-begünstigt-durch-secukinumab/  und 
Nachdem ich im Juli 2017 wegen einem grippalen Infekt den Spritzenabstand auf 5 Wochen verlängert hatte und die Haut nicht negativ reagierte, blieb ich versuchsweise bei einem (ca.) 5 Wochenabstand.
Auch mit dem größeren Spritzenabstand von 5 Wochen blieb und ist mein Hautzustand für mich sehr zufriedenstellend und stabil.
 
Spritzenintervalle:
Vom 13.03.2017 (Beginn der Therapie) bis 14.9.2017 nach "offiziellem" Behandlungsplan mit jeweils 300 mg Secukinumab, Wirkung zeigte sich bereits nach den ersten Spritzen,
 
ab 14.7.2017 (wie bisher und auch folgend immer 300 mg5 Wochen Abstand wegen Erkrankung und dann versuchsweise zur Nebenwirkungsverringerung , dann
 
29.12.2017 - 04.02.2018  5 Wochen und 2 Tage Abstand
04.02.2018 - 14.03.2018  5 Wochen und 3 Tage Abstand
 
14.03.2018 bis 27.06.2018 jeweils 5 Wochen Abstand zw. den Spritzen; ab 6.6.18 atypische Lungenentzündung (siehe hierzu früheren Blog-Beitrag: Juni 2018 - Lungenentzündung begünstigt durch Secukinumab? - Cosentyx® (Secukinumab) - Psoriasis-Netz (psoriasis-netz.de))
 
27.06.2018 - 15.08.2018  7 Wochen Abstand
15.08.2018 - 26.09.2018  6 Wo.
26.09.2018 - 01.11.2018  5 Wo. und 1 Tag
01.11.2018 - 06.12.2018  5 Wo.
06.12.2018 - 04.01.2019  4 Wo. und 1 Tag 
04.01.2019 - 10.02.2019  5 Wo. und 2 Tage
10.02.2019 - 11.03.2019  4 Wo. und 1 Tag
 
11.03.2019 - 01.05.2019  7 Wochen und 2 Tage (größerer Abstand wegen fiebrigem Infekt der oberen Atemwege). Antibiotikum:
Wegen einem fiebrigen Infekt der oberen Atemwege Einnahme des Antibiotikums
Amoxicillin-ratiopharm 1000 mg Filmtabletten dreimal täglich eine vom 15.4. bis 21.4.2019.
 
01.05.2019 - 01.06.2019  4 Wo. und 3 Tage
 
01.06.2019 - 10.07.2019  5 Wo. und 4 Tage (am li. Oberarm drei kleine, neue, leicht schuppende Hautbereiche)
 
10.07.2019 - 07.08.2019 4 Wo.;26.7. die Stellen am li. Oberarm sind weg (Daivobet Anwendung)

07.08.2019 - 06.10.2019 8 Wo. und 4 Tage, langes Intervall wg. Erkältung ab 22.8. und Kortison-Infusionen vom 16.9. bis 20.9. wg. akutem Tinnitus

06.10.2019 - 12.11.2019 5 Wo. und 2 Tage, wg. Grippeschutzimpfung etwa in Intervallmitte am 23.10.

12.11.2019 - 10.12.2019 4 Wo., wieder auf die vorgesehenen Intervalllänge gegangen, da Hautzustand nicht voll befriedigend, Unterschenkel stark betroffen, eine Reihe kleiner Stellen an Oberschenkeln, Rücken und Kopf, "neue" stecknadelkopfgroße Stellen an Unterarmen und Oberschenkeln
 
10.12.2019 - 22.01.2020 6 Wo. und 1 Tag, ab 28.12.2019 Bronchitis mit Kopfschmerzen und Fieber, vom 3.1.-10.01.2020 Antibiotikum Amoxicillin 1000 mg 3 x tägl. (siehe entsprechenden folgenden Blog-Beitrag), daher die Zeitspanne bis zu den nächsten Spritzen wiederum ausgedehnt. Hautzustand wie im vorhergehenden Absatz 12.11. - 10.12.2019 beschrieben.
 
17.01.2020 Hautarzttermin, PASI von 7,7 bestimmt und neues Cosentyx-Rezept und Daivobet-Salbe verordnet.
 
22.01.2020 - 26.02.2020 5 Wochen 
 
26.02.2020 - 27.04.2020 8 Wo. und 5 Tage, vom 12.3. bis 18.3. Antibiotikum wegen Bronchitis genommen, Auslöser der Bronchitis war eine Verkühlung bei einer Wanderung. Außerdem "Abwarten" wegen Verunsicherung durch SARS CoV 2 (Corona-Virus) und die Pandemie. 
 
27.04.2020 erstmalig nur eine 150 mg Spritze Cosentyx® injiziert, bis 18.05.2020 3 Wochen Abstand (würde bei 2 Spritzen = 300 mg Secukinumab einem Abstand von 6 Wochen entsprechen), siehe hierzu auch meinen diesbezüglichen Blogbeitrag
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/entry/4062-cosentyx-secukinumab-individuelle-erhaltungsdosis-finden/
 
18.05.2020 150 mg Secukinumab, bis 08.06.2020, 3 Wochen Abstand
Hautzustand bis auf kleine Stellen an Hüfte und Kopf und die hartnäckigen, flächigen Stellen an den Unterschenkeln recht gut. Die Unterschenkel haben sich im Vergleich zum Jahresanfang gebessert. Hängt eventuell mit konsequenterer Behandlung mit Daivobet und dem Tragen von Kompressionsstrümpfen (wg. Venenschwäche) zusammen. Kleine, ein Millimeter große, neu auftretende Stellen an den Armen konnten zwischenzeitlich mit kurzzeitiger Daivobet-Anwendung zum Verschwinden gebracht werden.
 
08.06.2020, 150 mg Secukinumab, bis 09.07.2020  4 Wochen und 3 Tage Abstand. Etwa in der Mitte, 24.06.2020, erfolgte die erste (von zwei) Impfung gegen Gürtelrose mit dem Totimpfstoff Shingrix. siehe: 
Nach der Impfung schmerzte an der Einstichstelle der Oberarm, besonders bei Druck; Impfung sonst gut vertragen. Hautzustand ist stabil. Großes Blutbild unverändert.
 
09.07.2020, 300 mg Cosentyx® (Secukinumab) aufgrund des zuvor größeren Abstands, bis 26.07.2020  2 Wochen und 3 Tage Abstand.
 
26.07.2020, 150 mg Secukinumab, bis 10.08.2020  2 Wochen und 1 Tag Abstand. Hautzustand unverändert - die Psoriasisstellen an den Unterschenkeln gehen trotz Daivobetbehandlung nicht weiter zurück. 
 
10.08.2020, 150 mg Secukinumab, bis 11.09.2020  4 Wochen und 4 Tage Abstand.
Zweite Shingrix-Impfung am 27.08.2020.
 
11.09.2020, 300 mg Cosentyx® (Secukinumab) aufgrund des zuvor größeren Abstands wegen der Impfung, Hautzustand unverändert, bis 01.10.2020  2 Wochen und 6 Tage Abstand.
 
01.10.2020, 150 mg Secukinumab, bis 04.11.2020  4 Wochen und 6 Tage Abstand. Hautzustand stabil. Mittelfinger rechte Hand: Schnappfinger.
Grippeschutz-Impfung am 22.10.2020.
 
04.11.2020, 300 mg Cosentyx® (Secukinumab) aufgrund des zuvor größeren Abstands wegen der Impfung, Hautzustand stabil, bis  18.11.2020   2 Wochen Abstand.
 - 09.11.2020 Triam-Spritze wg. Schnappfinger Mittelfinger re. Hand ( seit dem keine Probleme mehr, Stand 22.1.2021)
 
18.11.2020, 150 mg Cosentyx®
 - Hautarzttermin am 07.12.2020, PASI 4,4; DLQI 2
 - 4 Wochen und 1 Tag
17.12.2020, 300 mg Cosentyx®
 - 5 Wochen
21.01.2021, 300 mg Cosentyx®, Hautzustand unverändert stabil gut bis sehr gut, keine Gelenkschmerzen, keine Infekte der Atemwege
 - 3 Wochen
11.02.2021, 150 mg Cosentyx®
 - 3 Wochen 5 Tage
09.03.2021, 150 mg Cosentyx®
 - 3 Wochen;             am 13.03. vor 4 Jahren war Therapiebeginn mit Cosentyx
30.03.2021, 300 mg Cosentyx®
 - 4 Wochen 4 Tage
01.05.2021, 150 mg Cosentyx®, Hautzustand unverändert stabil gut bis sehr gut, keine Gelenkschmerzen, keine Infekte der Atemwege
-    am 14.05.2021: 1. Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer gegen SARS-CoV-2, keine besonderen Nebenwirkungen außer Schmerzen an Einstichstelle und eineinhalb Wochen nach der Impfung zwei Tage Müdigkeit (Zusammenhang mit Impfung?)
 - 4 Wochen 6 Tage:
04.06.2021, 150 mg Cosentyx®
 -                          ;am 25.06.2021: 2. Impfung mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer gegen SARS-CoV-2, keine besonderen Nebenwirkungen außer Schmerzen an Einstichstelle und sechs Tage nach der Impfung ca. zwei Tage Müdigkeit.
 -                           am 05.07.2021 Studien-Kontrolltermin beim Dermatologen: PASI 5,4; DLQI 9
 Dermatologe sieht mich "unterdosiert" und empfiehlt die Dosierung alle 4 Wochen 300 mg Cosentyx einzuhalten, eine erneute Anfangsdosierung wird verneint.
- 6 Wochen, großer Spritzenabstand wegen Impfung
16.07.2021, 300 mg Cosentyx®,
- 4 Wochen 1 Tag
14.08.2021, 300 mg Cosentyx®,
- 14.8.: neuer, weicher Matratzentopper zur Druckentlastung der Haut an Hüfte und Oberschenkel beim Seitwärtsschlafen, siehe auch: 
- 4 Wochen  
11.09.2021, 300 mg Cosentyx®,
 
 
 
 
GrBaer185

Seit 2 Jahren und einer Woche Cosentyx

Vor zwei Jahren und einer Woche begann ich mit dem Spritzen von Cosentyx.
Trotz Nebenwirkungen und einer Lungenentzündung unbekannter Ursache im Juni 2018 führte und führe ich 
die Therapie weiter.
Mein Hautzustand ist gut, verglichen mit der Zeit "vor" Cosentyx sehr gut. 
Ich habe nur noch größere Psoriasisstellen an beiden Schienbeinen. Wenige kleine Stellen, stecknadel- bis centstückgroß
habe ich an den Unterarmen (ca. 4 Stechnadelkopf große), Rücken eine Stelle und Oberschenkel zwei Stellen etwa centstückgroß.
Bei zusätzlicher Behandlung mit Daivobet Salbe verschwinden diese zeitweise.
In der Leiste habe ich wiederkehrend rote, entzündete Haut, die gut auf eine vom Dermatologen verschriebene Creme 
mit Hydrocortison, Clotrimazol und Zinkpaste anspricht oder auch nur Penaten Creme.

Bezüglich Gelenken und Sehnen habe ich (auch) unter Cosentyx zum dritten Mal Schnappfingerproblematik am kleinen Finger, zweimal Erbsenbeinentzündung am linken Handgelenk, Tennisellenbogen links (bin Rechtshänder) und Achillessehnenentzündung linkes Bein. Schnappfinger und Entzündung am Handgelenk haben sehr gut auf Spritzen 
mit Kortison (Kristallsuspension Lichtenstein) angesprochen. Achillessehne konservativ behandelt mit Krankengymnastik, Dehnübungen und Stoßwelle, ca, ein halbes Jahr bis Besserung, ebenso beim Tennisellenbogen (hier ohne Stoßwelle).
Ursache für Tennisellenbogen und vielleicht auch Erbsenbeinentzündung und Schnappfinger, bzw. ein Zusammenhang 
besteht möglicher Weise mit gerätegestützter Krankengymnastik. Ob ein Zusammenhang mit Cosentyx besteht???
Da die Belastung beim Training nicht übertrieben war, scheint mein Körper besonders sensibel und "übertrieben" auf die Trainingsreize reagiert zu haben. Falls eine Entzündungsreaktion auftritt, z.B. auch wegen kleiner Verletzungen oder zur Regeneration von beanspruchtem Gewebe, scheinen die Regelmechanismen meines Körpers die Entzündung nicht beenden zu können (Ähnliches läuft wohl beim sogenannten Köbner Effekt als Psoriasis-Auslöser ab).
Wenn durch Kortikoid-Einsatz (Spritze ins Gelenk; oder auch Salbe auf die Haut, dies war früher an meinem Hals der Fall, wo sich unter dem Bart Psoriasis-Herde ausbildeten, die nach einmal Kortisonsalbe verschwanden und weg blieben solange ich auf den Bart verzichtete) der Entzündungsprozess gestoppt wurde, hatte ich sehr lange oder bis heute "Ruhe", d.h. keine weiteren Entzündungen.

Meine Laborwerte sind unauffällig, außer den seit der Fumarat-Therapie erniedrigten Lymphozyten.
Werte vom 4.12.2018 (Normalwerte in Klammern; <= bedeutet "kleiner gleich"):
CRP  3,1 mg/l    (Normalwert <5,0)
Leukozyten 4,8 /nl      (3,7 - 10.1)
Lymphozyten 14 %     (18-45)
daraus errechnen sich 672 Lymphozyten pro Mikroliter (bei weniger als 500 ist Vorsicht geboten).
Gamma-GT    15 U/l  (<=71)
Creatinin (enzymatisch) 1,1 mg/dl  (<= 1,2)

Keine vermehrten Erkältungen. Grippeimpfung im Herbst durchgeführt.
Seit August 2018 im Ruhestand.
Derzeit einmal die Woche eine Stunde gerätegestützte Krankengymnastik mit Fahrradergometer.
Einmal die Woche 90 min. flotte Wanderung mit Seniorengruppe.

Cosentyx Spritzenabstand war wegen früherer Nebenwirkungen auf fünf Wochen verlängert, nun letztes Spritzendoppel
nach vier Wochen am 11.3.2019. Abwarten, ob bei 4 Wochen Spritzenabstand die Haut noch besser wird und die
Psoriasis-Reststellen verschwinden und ob hoffentlich nicht wieder alte Nebenwirkungen auftreten.

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Am 28.6.2018 um 10:08 schrieb Tessa:

Wie ist es bei dir?

Hallo Tessa,
danke für den Bericht.
Ich spritze Cosentyx seit rund 1,25 Jahren mit sehr gutem Ergebnis für die Haut ( nur wenige  kleine Stellen an der rechten Wade und einer Zehe..
Zwischenzeitlich hatte ich Ausschlag und Juckreiz in den Armbeugen und Kniekehlen, ähnlich einer Neurodermitis, ging wieder weg. Ebenso mit Salbe der Ausschlag in der Leiste und die trockene, rote und spröde Haut am kleinen Finger rechts. An zwei Fingergelenken ist die Haut sehr trocken und wenn ich nicht genug salbe, reißt sie ein. Generell kommt mir die Haut trockener als vor Cosentyx vor.
Zwei Sachen, die nicht mit Cosentyx zusammenhängen müssen:

- Im linken Knie gab es beim Aufstehen vom Tisch plötzlich einen Stich, einige Tage später waren die Beschwerden so stark, dass ich nur noch humpeln konnte. Orthopädin: Verdacht auf Plicasyndrom (hatte ich noch nie), MRT: altersentsprechend gesundes Knie, mittlerweile mit gerätegestützter Krankengymnastik wieder schmerzfrei.

- Rechte Hand Verdacht auf Karpaltunnelsyndrom (beim Lenkradhalten und vor allem beim Schlafen kribbeln in der Hand), Handgelenksorthese zum Schlafen, Nervenleitungsgeschwindigkeitsmessung nur leichte Abweichung zw. links und rechts. Mittlerweile keine Beschwerden mehr. Vermutlich eher muskuläre Verspannung/ Fehlhaltung im Schulterbereich.

Hatte am Mi., 6.6.18 abends plötzlich Schüttelfrost und 39,4 °C Fieber. Arzt tippte auf Virus, abhören der Lunge o.B.., kein Husten, keine Erkältung, gab mir vorsorglich falls es nicht besser wird ein Rezept für ein Antibiotikum mit. Fr. leichte Brustschmerzen und etwas Auswurf beim Räuspern, woraufhin ich das Antibiotikum holte und einnahm. Keine Besserung, Fieber ging nur mit Ibuprofen 400 mg runter, bei nachlassen der Wirkung nach ca. 8 Stunden wieder Schüttelfrost und 39,5 °C Fieber. Montag zum Röntgen: bilaterale atypische Lungenentzündung, CRP 249 mg/l, neues Breitbandantibiotikum, das dann nach 2,5 Tagen endlich anschlug.

Sprach Arzt auf möglichen Zusammenhang mit Biologicum an und meine von früher von Fumarsäurederivaten und FUMADERM her immer noch niedrigen Lymphozytenwerte (um 650 pro Mikroliter), meinte, auch 30 jährige bekämen Lungenentzündung.

Habe mir gestern wieder 2 Cosentyx-Spritzen gesetzt - hoffe, dies war kein Fehler...

GrBaer185

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Am 18.12.2017 um 17:09 schrieb arni:

Das viel gelobte Cosentyx hat mir schweren Schaden zugefügt. Das werde ich wohl nie vergessen. 

Hallo Arni,

kannst Du das näher erläutern oder einen Link angeben, falls Du es woanders schon dargestellt hast?
Wäre super, danke!

arni

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Mal gucken, ob ich das noch alles zusammen bekomme...

Es fing an mit einer Kieferhöhlenentzündung

Dann kam die trockene Haut. Hab mich 3x tgl. cremen müssen. Habe mich sonst kaputt gekratzt. Mein Bauchnabel ist gerissen und hat sich entzündet.

Der nächste Infekt kam

Fieberschübe und Schüttelfrost ohne einen Infekt zu haben. Bestimmt 4 Wochen ging so. Dies habe ich heute noch, wenn sich ein Schub ankündigt. 

Dann Schmerzen der Weichteile und Gelenke und Muskelschmerzen. Besondern mein Knie schmerzte und wurde dann im Verlauf auch dick. 

Lungenentzündung war die nächste Station

Dann kam für mich das Schlimmste. Die Schuppenflechte, die vorher gut war, explodierte. Steht auch unter selten Nebenwirkungen im Beipackzettel Ausbruch der Psoriasis. Ich hatte den schlimmsten Psoriasis Schub meines Lebens. Davon habe ich mich erst nach 1,5 Jahren erholen können. Aber nur durch ein neues wirksames Biological. 

Es folgten 2x Nasennebenhöhlen-Vereiterungen

Consentyx wieder mal ausgesetzt und alle Infekte sind innerhalb von 7 Tagen verschwunden. 

Neuer Start mit Secukinumab

Wieder einen heftig Infekt und 3x Bindehaut-Vereiterung

2 Abszesse haben sich gebildet

 

Das war das Ende vom Cosentyx für mich. Ich habe lange aus verschiedenen Gründen daran festgehalten. Aus heutiger Sicht viel zu lang. Meine Rheumatologin würde heute mit Ihren neuen Erfahrungen mit diesem Medikament auch anders handeln. Aber damals, war es der große Renner und kein Arzt hatte Zweifel zugelassen. Selbst heute noch, sehen Dermatologen dieses Medikament als den Durchbruch der Psoriasis Medizin an und sind immun gegen Kritik. 

 

Die meisten Patienten vertragen Cosentyx zum Glück sehr gut und profieren von dessen Wirkung.

Es ist immer schwierig abzuklären, wenn man weitere Baustelle hat, ob diese Dinge vom Cosentyx kommen oder völlig unabhängig sind. Fast unmöglich. Dazu müsste man Cosentyx mal aussetzen und gucken. Aber wer setzt schon freiwillig ein gut wirksames Medikament ab mit der Möglichkeit, dass es hinterher nicht mehr so gut wirken wird. 

Dir bleibt eigentlich nicht viel übrig als abzuwarten. Wenn sich Deine Nebenerkrankungen häufen und ein anderer Leidensdruck entsteht, dann musst Du handeln. 

Wegen Deiner Sehnengeschichte und auch Kniebeschwerden auch mal beobachten ob noch weitere Dinge hinzukommen. Vielleicht unterdrückt Cosentyx auch nicht ausreichend die rheumatologische Seite. 

Ich wünsche Dir für heute erst einmal eine Gute-Besserung für Deine Lungenentzündung. 

bearbeitet 29. Juni von arni


 

GrBaer185

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Hallo Arnhild,

zunächst vielen Dank für die ausführliche und sehr interessante Beschreibung Deiner Erfahrungen mit Cosentyx.
Da sind ja einige Parallelen zu mir: trockene, teils rissige Haut, Knieproblem, Juckreiz, Lungenentzündung.
Hast Du die vermutlichen Nebenwirkungen gemeldet?
Noch ohne Lungenentzündung hatte ich bei Novartis (Tel. Nr. aus dem Beipackzettel) angerufen, weil ich mich unglücklich gespritzt hatte (wohl etwas zu tief am Bauch und eine Ader getroffen, gab eine richtige Beule mit später blauem Fleck) und wissen wollte, ob es schlimm ist, wenn Cosentyx aus Versehen in eine Ader gespritzt wird. Die Ärztin, zu der ich durchgestellt wurde, gab mir diesbezüglich Entwarnung. Bei der Gelegenheit schilderte ich auch gleich meine "Nebenwirkungen" und stellte Fragen zur Dosierung.
Ich bekam in Folge umfangreiche Fragebogenunterlagen zu den von mir genannten Nebenwirkungen für meinen Arzt. Dieser füllte sie schnell aus und sah keinen Zusammenhang mit Cosentyx - deckt sich gut mit dem was Du geschrieben hast, für den Arzt ist es DAS fantastische Präparat bei Psoriasis.
Meine atypische Lungenentzündung habe ich auf der im Beipackzettel genannten Web-Seite des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen, www.pei.de  gemeldet. Bisher ohne Reaktion, kann aber noch kommen.

Mir geht es soweit wieder gut und ich war heute wieder das erste Mal seit der Lungenentzündung bei der gerätegestützten Krankengymnastik.
Bezüglich arthritischer Beschwerden scheint Cosentyx bei mir "nicht" zu wirken, seit vielen Wochen schmerzt mir am Handballen der linken Hand das Erbsenbein und die Achillessehne links wird auch nicht besser (habe nächste Woche meine vierte Stoßwellenbehandlung). 
Nachdem ich zu Beginn der Cosentyx-Therapie grippale Infekte und Halsschmerzen hatte und das Spritzenintervall deshalb auf fünf Wochen verlängert hatte, bin ich allerdings 'off Label' bei fünf Wochen Spritzenabstand geblieben und meine Haut ist nach wie vor sehr gut (nur vernachlässigbare kleine Stellen). Siehe auch:


Habe mich auch bis zu meiner Lungenentzündung gut gefühlt und gefreut, das Cosentyx bei meiner Haut so super geholfen hat (zuvor im Dez. 2016 PASI von 34,3 und DLQI von 22).
Frage mich halt, wann die nächste Lungenentzündung kommt (meine Vorletzte war 2000 und Anfang 2003). So wie Du denkst, zulange bei Cosentyx geblieben zu sein, so war ich zu lange bei Fumaraten und FUMADERM geblieben, trotz Leuco- und Lymphopenie. Habe nun immer noch verringerte Lymphozytenwerte.

Welches Biologikum nimmst Du jetzt Arnhild?

Alles Gute und viele Grüße!
 

GrBaer185

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Hallo Bettina,

ich wurde weder auf Lungenembolie noch auf Lupus erythematodes noch auf einen DIL gecheckt.    
Geröntgt wurde ich jetzt zweimal, ersten als  nach  4 Tagen (am Montag) immer noch hohes Fieber (39,5 °C) trotz drei Tagen Antibiotikum bestand, mit der Diagnose bilaterale atypische Lungenentzündung, dann eine Woche später zur Kontrolle nachdem ich ein anderes, diesmal Breitbandantibiotikum bekommen hatte.

Bei einem Hämatologen (Krankenhaus Neukölln) mit Knochenmarkspunktion war ich vor ca. 22 Jahren wegen der niedrigen Lymphozytenwerte (durch Fumarate) ohne besonderes Ergebnis, neuerlich nicht mehr. Sprach jetzt meinen Internisten auf einen Hämatologen an, ohne dass er dies befürwortete.
Ich frage mich, was ein neuerlicher Hämatologenbesuch bringen soll mit welchen Erkenntnissen und vor allem mit welchen Handlungsfolgerungen.

Mir geht es schon wieder recht gut. Ob Cosentyx die Ursache oder eine Mitursache der Lungenentzündung ist kann man halt nicht  sagen. 2000 und 2003 hatte ich auch eine Lungenentzündung ohne Cosentyx. Nachdenklich macht es mich aber schon, da es "kein Schnupfen" ist und aus heiterem Himmel kam, d.h. keine Erkältung, kein Husten und beim Abhören am ersten Tag ohne Befund. Der Arzt dachte an eine Virusinfektion und meinte ein Antibiotikum würde mir nichts bringen.
PS: Ich rauche nicht, bin gegen Pneumokokken geimpft (Auffrischimpfung erst 3 Wochen vor der Lungenentzündung), habe kein Asthma und lebe auch sonst recht gesund. 
Hast Du eine Idee, wie man die Lymphozytenzahl erhöhen/ pushen kann?

Ein schönes Wochenende wünscht B.

 

GrBaer185

November 2017

GrBaer185

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Hallo miteinander,

es würde mich interessieren, wie es Euch mit Cosentyx weiter ergangen ist?

Hat der gute Behandlungserfolg angehalten?

Habt Ihr Nebenwirkungen?

Wie lange sollt Ihr Cosentyx weiter spritzen?

 

Ich selber spritze mich heute das 12. Mal. Haut im Vergleich zu davor sehr gut. Nebenwirkung ein Jucken und kleine Pickelchen in den Armbeugen. trockene, rissige Haut am kleinen Finger rechts und Entzündung/ rote Haut in der Leiste.  Dermatologe meint, es sehe wie Neurodermitis aus und hat mir eine Zinksalbe mit Hyydrokortison verschrieben.

Kleine, linsengroße Hautstellen mit Verhornungsstörungen an Wade und Fuß. Mal trockene, schuppende Hautstelle an Stirn. Allgemein scheint die Haut trockener als vor der Cosentyx-Therapie zu sein. Und etwa drei Kilogramm habe ich zugenommen.

 

Am ‎24‎.‎11‎.‎2017 um 10:11 schrieb Donna:

Trotz einmal aussetzen im Juni wegen einer OP habe ich keinen Schub bekommen. 

Hallo Donna,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Wie lange hast Du im Juni ausgesetzt? Wie lange war da der Abstand zwischen den Spritzen? Hast Du dann normal weiter gespritzt, dass heißt alle 4 Wochen oder zunächst den Abstand verkürzt wie beim Therapiebeginn?

Aus welchen Gründen wurde Dir das Aussetzen vor der OP empfohlen und wie lange vor der OP durftest Du nicht gespitzt haben?

Ich wünsche Dir weiterhin guten Erfolg und keine Nebenwirkungen.
 

GrBaer185

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Schöne Weihnachten Jeannette. Wie sieht es bei Dir aktuell mit Wirkung und Nebenwirkungen aus?

Spritzt Du Cosentyx in erster Linie wegen einer Psoriasis-Arthritis und daher 150 mg? 

Laut Beipackzettel werden bei Plaque-Psoriasis 2 Spritzen mit je 150 mg, also zusammen 300 mg als Einzeldosis empfohlen.
 

GrBaer185

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Hallo Heike,

wie geht es Dir aktuell?

Durch Cosentyx ist meine Psoriasis am Kopf ganz verschwunden. Haare sind bei mir als Mann eh schon lichter, habe da keinen Haarausfall beobachtet

Ich würde an Deiner Stelle aber mal den Dermatologen ansprechen wegen dem Haarausfall. Es gibt auch Nebenwirkungen die selten sind und jeder Patient reagiert anders. Für Cosentyx gibt es noch nicht so viel Erfahrung und alle Beobachtungen im Zusammenhang mit der Therapie sollten gemeldet werden.
 

GrBaer185

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Schöne Weihnachtsfeiertage zusammen,

das Problem mit trockener haut und Juckreiz, vor allem in den Armbeugen, Kniekehlen und Oberschenkeln hab ich auch. Teilweise springt mir die Haut an den Fingern auf.  Mein Dermatologe hat mir dafür eine Salbe rezeptiert.

Dafür ist die Psoriasis praktisch verschwunden.

Cosentyx spritze ich nun alle 5 Wochen.

Ich wünsche schon mal allen einen guten Rutsch!


 


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