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Keine Panik! Größtenteils harmlos. 42. Und mehr.

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Claudia

Es läuft

Ich habe hier ja früher schon über meine Erfahrungen mit dem Laufen (im Sinne von Joggen) berichtet. Seit ein paar Monaten laufe ich wieder regelmäßig. Für den Wiedereinstieg sorgte ein Angebot meines Arbeitgebers. Insgesamt (nur) zehnmal trifft sich eine Laufgruppe, sogar angeleitet von einem Lauftrainer. Es ist schon gut, wenn einem ein Profi mal auf den Laufstil schaut und Tipps gibt.

Früher dachte ich ja immer "Oh nee, mit Kollegen wirst du niemals laufen, so rot, wie du immer dabei wirst." Inzwischen ist mir das egal. Ich sage jedem, der guckt, dass ich beim Laufen immer sehr rot werde und es mir trotzdem gut geht – und niemand hat bisher irgendwas Blödes gesagt.

Das Lauftraining ist mal in einem Stadion nahe der Arbeit mit Blick auf den Fernsehturm oder in der freien Wildbahn auch rund um die Arbeit. Da die nun aber ziemlich zentral in Berlin ist, wird das immer eine schöne Sightseeing-Tour im Laufschritt. Nur, dass ich hinterher, so rot wie ich bin, mit der U-Bahn heimfahren muss. Aber es gibt echt Schlimmeres ;)

Einmal in der Woche laufe ich dann noch mit einer Freundin hier im Norden von Berlin eher gemütlich. Auch heute, bei eben noch fast 30 °C, sind wir losgezockelt.

Aber warum ich das hier schreibe: Es tut unendlich gut! Nach dem Laufen ist meine Stimmung meist besser, der Kopf ist freier. Es lohnt sich.

 Lauft Ihr? Stört euch die Schuppenflechte dabei?

Claudia

Laufen für Anfänger

Hallo Ihr,

mancher kann sich vielleicht erinnern – vor 2 Jahren war ich beim Berlin-Marathon dabei. Im letzten Jahr ergriff mich die akute Unlust und ich ging lieber zum Tischtennis-Training als Laufen. In diesem Frühjahr packte ich mich dann aber am Schlafittchen: Ich fing wieder an. Und das Wetter hätte mir in den letzten Wochen sehr oft die Gelegenheit gegeben, zu sagen "Ooooch nö, ich bleib lieber auf der Couch". 

Damit ich weiß, wofür ich trainiere, also einen Anlass habe, gucke ich immer wieder mal, welche Straßen- oder Volksläufe es so gibt. Die großen in Berlin kenne ich inzwischen alle, jetzt sind mal kleinere dran. Heute war so einer: 37 Starter (wenn ich richtig gezählt habe) liefen in einem Park ganz in der Nähe. Mein nächster, wenn alles gutgeht, ist ein Lauf durch die Internationale Gartenausstellung, da freue ich mich sehr drauf. (Kommt einer mit?)

Ich kann es echt nur so sagen: Nach dem Laufen fühle ich mich wirklich besser. Als ich vor ein paar Jahren anfing, waren 5 Kilometer eine unglaubliche Distanz für mich. Ich trainierte in einem Gewerbegebiet, damit mich Schlappi bloß keiner sah: 1 Minute laufen, 2 Minuten gehen, 1 Minute laufen, 2 Minuten gehen usw. Ich bin noch immer ein Lahmarsch ;) aber hej, ich laufe :) und ich kann mehr oder weniger immer dann zum Sport, wenn ich Zeit dafür habe und nicht nur dann, wenn ein Sportstudio geöffnet ist.

Schöner wäre es, gemeinsam mit anderen Läufern zu laufen, aber dazu sind meine Arbeitszeiten zu wechselhaft. Mit einer Freundin und Nachbarin funktioniert das in letzter Zeit öfter mal spontan, das ist super. 

Meine altklugen Tipps für alle, die anfangen wollen:

  • Sucht Euch jemanden, der auch laufen will und sich bisher nicht traut.
  • Kauft Euch am Anfang noch keine teuren Laufklamotten. Das könnt Ihr immer noch, wenn Ihr merkt, ob Euch Laufen liegt oder nicht. Die Schuhe sollten halbwegs vernünftig sein, müssen (aus meiner Sicht!) aber nicht gleich die sehr teuren Markenschuhe sein. Irgendwann bald, wenn Ihr wirklich öfter laufen wollt, schon – und dann solltet Ihr auch wegen der Psoriasis arthritis eine Laufanalyse in einem guten Sportgeschäft machen lassen.
  • Ein Termin beim Sportarzt ist auch nicht verkehrt – der kann Euch auch sagen, ob Laufen überhaupt gut für Euch ist.
  • Es ist egal, ob Ihr wie ich sehr sehr sehr langsam anfangt (wie gesagt: 1 Minute Laufen, 2 Minuten Gehen...). Ihr macht das für Euch. Wenn Euch jemand blöd kommt, lächelt und sagt: "Nachmachen!" oder "Komm doch mit".
  • Ich habe nach einiger Zeit gemerkt, dass die eng anliegenden Laufhosen (Tights) bei mir zu einem starken Juckreiz führen. Seither trage ich eine schlabbrig weite Laufhose und es ist mir egal, ob 99 Prozent der anderen die "Wurstpelle" tragen. :)

Läufer (oder Walker) unter Euch: Habt Ihr noch mehr Tipps für Anfänger?

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Claudia

Die Digitalisierung ist bei vielen Branchen in Deutschland weit vorangeschritten. Im Gesundheitswesen aber, da läuft jetzt erst das richtig große Hauen und Stechen. Ganz vorn dabei sind die, die darin ein Geschäft sehen. Der Staat hat zu lange gezögert und versucht jetzt auf einen Zug aufzuspringen, der schon in voller Fahrt ist, und das in 1000 Richtungen. Vielmehr will der Staat gleich in die Loks.

Ein Thema in allen 1000 Zügen ist der Datenschutz – und er muss Thema sein, vor vielen anderen. Mancher erklärt uns Patienten da aber meiner Meinung nach für dümmer als wir sind.

Susanne Mauersberg, Gesundheitsexpertin der Bundesverbraucherzentrale, meint zum Beispiel in der ARD:

"Die Hälfte der Menschen ist sehr ängstlich, was ihre Gesundheitsdaten betrifft, die geben gar nichts raus. Die andere Hälfte ist sehr freizügig und hat kein klares Bewusstsein für das Risiko."

Dieses Entweder-oder ist falsch. Ich teile Daten – wenn mir erklärt wird, wer sie wofür verwenden will und ich das in Ordnung finde. Ich teile keine Daten, wenn mir der Sinn nicht klar ist oder ich denjenigen, der sie haben will, nicht für seriös genug halte. Mit Facebook zum Beispiel würde ich meine Gesundheitsdaten nun nicht gerade bedenkenlos teilen.

Auch wer ängstlich ist, hat sich Gedanken gemacht und für sich befunden, dass er dem Ganzen (noch) nicht traut. Das ist gesunde Skepsis. Und wer seine Daten pauschal teilt und AGBs und Nutzungsbedingungen schnell wegklickt, kann durchaus für sich bewertet haben, dass ihm das alles egal ist und der Nutzen überwiegt.

Was Verbraucherschützerin Susanne Mauersberg im Beitrag später fordert, wäre ein guter Weg, nämlich:

"...Patientenakten in Zukunft mit einer Protokollfunktion auszustatten. Dann könnte man immer sehen, wer auf die Daten zugegriffen hat."

Dass auch Ethik-Vertreter dieses Internet noch nicht ganz durchstiegen haben, zeigt sich aber auch: Der Vorsitzende des Ethik-Rates wird zitiert:

"Es ist besorgniserregend, dass Facebook und Google identifizieren können, an welchen Krankheiten man leidet und ungefragt Empfehlungen geben könnten."

"Facebook" und "Google" können nicht identifizieren, ob man selbst an einer Krankheit leidet. Was immer man dort eintippt, sucht oder schreibt, könnte auch für den Nachbarn, die Oma, Freunde oder einfach Interesse sein. Die Empfehlungen – die kommen nicht von "Facebook" oder "Google", sondern von Menschen – meist in Firmen, die damit Geld verdienen, auf welche Weise auch immer. "Google" und "Facebook" – das sind Maschinen. Was mit diesen Maschinen geschieht, das bestimmen Menschen, die im besten Falle auch miteinander reden. Über Regeln, über ihre unterschiedlichen Interessen, Anforderungen und Meinungen. Das passiert im geschäftlichen Bereich, auf Konferenzen, in kleineren und in größeren Runden.

Aber ungefragt, das sind diese Empfehlungen nicht. Da saß immer jemand vor dem Computer oder am Smartphone, der gefragt hat. Ein Mensch.

Claudia

Wirre Post

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Heute lag in der Post ein Brief. Darin war Altpapier. Zerschnittene und zerrissene Teile aus Jugendzeitschriften, teils aus der Bravo. Harmlos, absolut harmlos. Aber: Mehr war da nicht. Kein Brief, nicht Sinnvolles. Nur dieses Altpapier.

 

Natürlich ohne Absender.

 

Nun habe ich durchaus eine Idee, wer seinem wirren Ärger auf diese genauso wirre Weise Luft macht. Diese Idee hat etwas mit dem Psoriasis-Netz zu tun – deshalb halte ich das hier fest.

 

Dir sei klar gesagt: Spaß ist das nicht. Und falls Du mir damit Angst einjagen willst: dumm gelaufen.

Claudia
Heute blieb ich an einer Werbung hängen: Shorts für untendrunter, mit integrierter Creme. "Man", dachte ich, "das guckst Du Dir mal an".
Die Firma mit dem sattblauen Creme-Döschen mit dick weißer Schrift hat neuerdings eine Art Unterhose im Angebot, in der die Creme gegen, sagen wir mal, unschöne Haut schon drin ist. Dahinter stecken eingewebte Mikrokapseln mit Q10, das nach und nach abgegeben wird, bis zu 30 Wäschen lang. "Unschöne Haut", wie fast jede Frau sie irgendwann mal da so hat, an Oberschenkeln, Bauch und Po.
Funktionieren soll das schon nach 2 Wochen (!) – wenn man das Höschen mindestens sechs Stunden am Tag trägt.
Aber was ich mich ja frage: Warum gibt's sowas schon im Kosmetik-Bereich, aber nicht für unsereins mit kranker Haut – also für die, die sowas wirklich brauchen könnten? Oder Fertig-Kompressen und -Bandagen mit derartigen Mikrokapseln drin, zum Drüberziehen über Knie, Ellenbogen oder Füße. Warum ist das noch nicht auf dem Markt wie solche Shorts gegen Allerwelts-Probleme? Oder gibt's das längst und ich kenne es nur noch nicht?
Als ich am Ende der dazugehörigen Internetseite angekommen war, wurde es mir dann doch endgültig zu bunt. Steht doch da in den "Häufig gestellten Fragen" (und Antworten):
Ins Meeting gehen, zur Kaffeemaschine oder zum Kopierer. Was Frauen halt so machen im Büro – nicht wahr?
Da nehme ich mir lieber meine Sport-Shorts (siehe Foto), die nicht einmal für "untendrunter" gedacht sind, und laufe damit los.
Claudia
2014 ist fast vorbei. Mein letzter Lauf ist es auf jeden Fall – mein letzter Lauf für dieses Jahr.
Der Silvesterlauf lag für mich einfach perfekt – zum Abschluss eines Jahres, in dem ich erstmal das ganze Jahr laufen konnte. Im Vorjahr war das wegen eines Unfalls nicht möglich. Vorgestern waren in Berlin 10 Zentimeter Schnee gefallen. Lautlos, nachts – und für mich überraschend. Beim Aufstehen dachte ich „Oh. Schnee. Was ist dann mit dem Silvesterlauf?“. ( Früher hätte ich eher gedacht: „Oh. Schnee. Schön.“ )
Ein kleiner Testlauf gestern ergab: Hej, man kann auch gut auf Schnee laufen. Aber nichts da – gestern Abend setzte Tauwetter ein. Und so dachte ich beim Aufstehen heute: „Hui, wird das nun glatt oder matschig?“
Es wurde beides.
Vorher war klar, dass es über zwei Berge gehen sollte: den mir bis vorhin unbekannten Drachen(flieger)berg und den Teufelsberg. Die 9,9 Kilometer waren am Ende nicht wegen dieser Berge oder wegen der Länge anstrengend, sondern wegen des Untergrundes. Links und rechts gucken war nicht so angesagt, obwohl beide Berge ausreichend Ausschau zu bieten haben. Doch diesmal musste ich die ganze Zeit auf den Untergrund gucken. An einer Stelle hätte ich als Veranstalter die Läufer umgeleitet – das war im Grunde zu gefährlich: Ein schmaler Bergkamm mit Matsche-Eis ( was Berliner so als Berg-Kamm bezeichnen ), kaum Bäume oder Sträucher zum Festhalten und lauter Läufer nicht eben mit Wanderschuhen mit Super-Profil.
Kurz und gut: Es war insgesamt ein schöner Lauf, aber ich bin nun unfreiwillig auch für Cross-Läufe gerüstet.
Hinterher gab es einen Pfannkuchen. Deshalb heißt der Lauf auch Pfannkuchenlauf.
Apropos Pfannkuchen...
Mit dem Laufen und mir ist das immer noch so eine komische Sache. In der Schule war ich wegen der Psoriasis komplett vom Sportunterricht komplett befreit. Was sollte ich da auch, wenn ich weder Fußsohlen noch Handflächen nennenswert belasten konnte?
Studium, Arbeit – all das fand danach im Sitzen statt. Sport – ich? Nee, das waren zwei Welten. Psoriasis an den Fußsohlen, ein bisschen Asthma im Brustkorb – das waren prima Gründe, Sport auch weiterhin weit von mir weg zu weisen.
Aber ich merkte irgendwann, dass ich vor dem Computer immer mehr „versackte“, körperlich. Das musste sich ändern. Und: Auf meiner Arbeit musste ich plötzlich eine Kolumne betreuen, in der es um Fitness und Freizeitsport gehen sollte. Spätestes dafür musste ich mich dann doch schlau machen, was das Sporttreiben angeht. Und ich dachte: „Sag mal, das müsstest Du doch aber auch können.“ Meine Psoriasis an den Fußsohlen war, warum auch immer, soweit zurückgegangen, dass diese roten, trockenen, schuppigen, rissigen Stellen nur noch für mich zu erahnen waren.
Zaghaft fing ich an. So ganz zaghaft. Mit einem Trainingsplan für blutige Anfänger wie mich. „Eine Minute joggen, zwei Minuten gehen – und das einige Male“. Ja, das war für mich eine Herausforderung.
Und nein, noch heute lächele ich nicht darüber: Genau das würde ich jedem empfehlen, der gucken will, ob Laufen ihm liegt, ob er das kann. Anfangen, ganz klein. "Du läuft nicht für die anderen, Du läufst für Dich“, würde ich raten. Noch heute bin ich eine langsame Läuferin. Aber darauf kommt es mir nicht an. Klar, das würde jeder sagen, der langsam ist Außerdem werde ich schnell sehr rot, was man auf dem "Danach"-Foto dann doch ein wenig sieht Aber dank Technik kann ich darauf achten, dass meine Herzfrequenz nicht aus dem Ruder läuft – und der Rest des Laufes ist echt für mich.
Das Laufen nahm so seinen Lauf Ich meldete mich für einige Volksläufe an. So hatte ich Ziele – Motive, warum ich eben doch immer wieder laufen sollte, auch bei „schlechterem“ Wetter trainieren sollte. Das funktionierte fast immer. Nur einen Lauf ließ ich aus, weil ich einen ganzen Monat dann doch nicht gelaufen war. Ich war schlicht zu schlapp. Irgendetwas hatte mir die Kraft geraubt. Mittags schon war ich so fertig, als hätte ich eine Grippe. Da war es vernünftiger, den einen Lauf auszulassen.
Ende November aber passierte etwas, was mir heute noch ein wenig unheimlich ist: Ich erhielt eine harmlose E-Mail, und nun habe ich es schwarz auf weiß: Mein großer Lauf-Termin für 2015 steht fest:



Claudia
MTX macht es mir schwer, mit ihm warm zu werden. Mir ist manchmal sehr schwindlig. Sehr sehr schwindlig. Einer U-Bahn kann ich oft nicht beim Ein- oder Ausfahren zusehen, ich muss mich wegdrehen. Machmal laufe ich vor mich hin und denke "Ey, ob Du gleich umkippst?". Tu ich am Ende nicht, klar, aber es vernebelt den Blick. Mir ist manchmal übel - nicht so, dass ich mich übergeben müsste, aber eben so latent leicht übel.
Inzwischen war ich wegen des Schwindels beim HNO-Arzt, der beim ersten Besuch gleich sagte "Ach, Sie nehmen MTX? Da sind Übelkeit und Schwindel doch typisch". Für ihn war der Zusammenhang sonnenklar, für meine Ärzte allerdings nicht. Und so werde ich noch zum Gleichgewichtstest und zum Neurologen geschickt.
All den Nebenwirkungen steht aber der Erfolg gegenüber: Die Hände sind sehr gut, die Füße schon länger.
So, mit nun saß ich heute beim Hautarzt – meine MTX-Packung geht zur Neige. Dass mir so schwindlig ist, fand er dann auch beeindruckend Aber der Erfolg...
Jetzt wird die Dosis weiter reduziert: Ab sofort gibt's 7,5 mg statt 12,5.
Eine Runde Blut ließ ich noch da, auch wegen des ziemlich niedrigen Eisenwertes beim letzten Mal. Der soll aber "eher nicht" vom MTX kommen.
Claudia
Es ist Montagvormittag. Gegen 11 Uhr stehe ich in der Hautarztpraxis. Ohne Termin, aber das ist in dieser Praxis nicht ungewöhnlich. Mit meiner Ärztin will ich über mein Medikament, die Nebenwirkungen und den letzten Blutbefund sprechen. „Gehen Sie ruhig noch mal runter“, sagt der Mann an der Anmeldung. „Die Wartezeit ist im Moment etwa drei Stunden.“ Die Praxis ist so gelegen, dass man sich da locker eine Stunde Zeit vertreiben kann – zumal der Supermarkt für heute ein Sonderangebot angekündigt hat, das mich ohnehin dorthin getrieben hätte. Und so trödel ich dort hin. Als ich nach höchstens einer Stunde zurückkomme, ist es dem Mann an der Anmeldung deutlich unangenehm: „Sorry, Ihre Ärztin ist heute gar nicht da.“ Und er hätte sich auch schon gewundert, dass er ihre Stimme noch gar nicht gehört hat – beim Aufrufen der Patienten. „Mein“ zweiter Arzt in der Praxis sei erst am Nachmittag da. Ich solle doch am nächsten Tag wiederkommen, und dann möglichst früh. Was soll ich auch sagen – ich trolle mich.
Also ist es Dienstagvormittag. Gegen 10 Uhr stehe ich in der Hautarztpraxis – in der Erwartung, heute mit dem zweiten Arzt mein Medikament, die Nebenwirkungen und den letzten Blutbefund besprechen zu können. Die Praxis ist rappelvoll, an der Anmeldung stehen die Patienten bis zum Fahrstuhl. Schon einige Patienten vor mir verkündet der Mann an der Anmeldung, dass er ab sofort keine weiteren Patienten ohne Termin mehr annehmen kann. Wie gesagt: gegen 10 Uhr. 40 Patienten säßen im Wartezimmer. Die Wartezeit sei jetzt bei vier Stunden „oder so“. Und: „Mein" Arzt sei noch nicht einmal eingetroffen.
Ja, es gibt noch (mindestens) zwei weitere Ärzte in der Praxis: Aber: „Meine“ beiden kennen mich schon lange. Sehr lange. Und so will ich nicht (mindestens) zwei weiteren meine Krankengeschichte von vorn erzählen müssen. Wir wissen, wie wir miteinander umgehen können, und das schätze ich an dieser Praxis. Sonst.
Was bleibt? Eine Woche kann die nächste Blutuntersuchung noch warten, ich habe mein Medikament noch für eine Woche. Also stehe ich wohl nächsten Montag wieder in der Praxis.
Ein ganz anderer Aspekt wird im Gespräch mit einem Patienten vor mir deutlich: Bei ihm soll Blut abgenommen werden. Er will und soll angerufen werden, wenn ein wichtiger Wert unter dem Normbereich liegt, weil er dann sein Medikament nicht anwenden darf. Und was sagen die Angestellten dazu? „Das ist schwierig. Den Befund guckt sich ja keiner an, der geht ja direkt in den Computer.“ Äh, stopp - das verstehe ich nicht. Genau das wäre doch die Chance? Computer können heutzutage die allerdollsten Dinge. Sie dürften sich von so einer Aufgabe wie „Wenn der Wert xy < 3, blinke bitte rot“ oder so ähnlich eher unterfordert fühlen.
Ohnehin beißt sich bei diesem Punkt die Katze in den Schwanz: Ich komme regelmäßig zu Blutkontrollen. Mit einem Blatt in der Hand, auf dem steht, welche Werte kontrolliert werden müssen – welche Röhrchen also bitte gefüllt werden müssen. Will ich ein paar Tage später wissen, ob die Werte in Ordnung sind (wovon ja abhängt, ob ich mein Medikament weiter nehme), muss ich anrufen. In einer stets sehr gut bis rappelvoll gefüllten Praxis. An der Anmeldung. Wo man als Patient am Telefon immer stört. Weil vor dem Mann an der Anmeldung ja auch immer jemand steht. Gut, aber ich muss ja schließlich anrufen. Und bin genervt davon, dass ich nerve.
Was ist so schwer daran, einem Computer entsprechende Meldungen beizubringen? Ich will doch nur benachrichtigt werden, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Wenn der Arzt vom Computer ein Signal bekäme, dass da ein Befund ist, den er ansehen sollte, wäre das ein Anfang. Er könnte dann immer noch entscheiden, ob er das selbst macht oder einen "Arzt in Ausbildung“ draufschauen lässt. Mein Vertrauen hätte er. Noch.

Foto:
BenJTsunami via Flickr

Claudia
Mein Anfang mit MTX scheint inzwischen in geordneten Bahnen zu verlaufen. Sonntagabends der Pen, Montags etwas neben der Kappe, Montagabend Folsäure, ab Dienstag geht's bergauf.
Gestern lief ich recht spät abends noch eine 8-Kilometer-Joggingrunde, den Pen setzte ich erst ganz kurz vor dem Schlafengehen an. Heute war mir nicht so "schwummrig" wie sonst in den vergangenen Wochen. Ob es da einen Zusammenhang gibt? Keine Ahnung.
Nach dem nächsten Pen wird dann die Dosis reduziert - auf 12,5 mg. Die Ärztin will sehen, ob das reicht und die Nebenwirkungen zurückgehen.
Die Haut ist an den Händen noch immer für meine Verhältnisse ziemlich gut, was ich aber immer noch auf meine Kortison-unter-Folie-Kur schiebe. Sachte ist schon wieder eine Rötung sichtbar, die Haut ist "härter" als die restliche. Bin gespannt, ob MTX noch rechtzeitig einsetzt, bevor die Kortison-Wirkung verschwunden ist.
Wegen meiner Magenprobleme nehme ich weiterhin Pantoprazol ein. Schwierig daran ist, dass ich es morgens auf nüchternen Magen mindestens eine halbe, am besten eine Stunde vor dem Essen einnehmen soll. Ich muss schon ganz schön trödeln, wenn zwischen Wachwerden und Frühstück eine halbe Stunde vergehen soll. Eine ganze Stunde - keine Ahnung, wie das gehen soll.
Einzige deutlich spürbare Nebenwirkung vom MTX ist ein stark und schmerzhaft eingerissener Mundwinkel, für den ich nun eine weitere Salbe habe.
Tja, und die Katze? Die freut sich wie ich über den frühen Frühling.
Claudia
Gestern habe ich mit der MTX-Therapie angefangen. Vorher hatte ich immer lauter Gründe, den Beginn herauszuzögern. "Wir fahren doch dann im Herbst weg, ich fang das hinterher an." "Grad kann ich keine Nebenwirkungen gebrauchen, es ist doch zu viel auf der Arbeit los." Ja, so ging das Woche für Woche
Vor allem die Psoriasis an den Händen wurde schlechter und schlechter. Rolf drängelte, weil er meinte, sie sähen doch wirklich schlimm aus. Meine Hautärztin zuckte schon immer zusammen, wenn sie meine Hände sah. Ich selbst fand das alles gar nicht so wild.
Dann legten auch die Gelenke wieder los - alles auf niedrigem Niveau, aber für mich war das dann die Grenze, an der ich dachte "Okay, dann musst du wohl doch was machen."
Gestern war es nun wie gesagt so weit. "Waschzettel" durchgelesen - eigentlich nur den Abschnitt, wie ich das Medikament anwende, und los ging's. Hautstelle mit etwas Fettpolster gesucht, Bauch auserkoren, Falte erzeugt - Pen angesetzt, abgedrückt, fünf Sekunden gewartet, fertig. Es tat weniger weh als "damals" mit den Biologics - vielleicht, weil MTX nicht gekühlt ist.
Dann wartete ich auf die Nebenwirkungen Was alles kommen könnte, wusste ich spätestens hier aus dem Forum. Ich rechnete mit der Wand aus Watte, wie ich sie von Hurra kannte, mit Übelkeit - und was kam, war ein bisschen Schwindel. Den hab ich aber öfter, so dass ich wirklich nicht sagen kann, ob er vom MTX kommt. Heute konnte ich meine Jogging-Tour absolvieren, so dass ich wirklich nicht meckern kann
Heute habe ich noch die Folsäure-Tablette genommen.
Ein wenig werde ich mal auf den Blutdruck achten. Der war vor zwei Wochen 110:60 und damit etwas niedrig. In einer Woche steht der erste Blut-Check an. Mal sehen, was der ergibt.
Claudia
Am 8. Januar rief bei Domian ein Mann an, der Probleme mit seiner Schuppenflechte hat. Im Laufe des Gesprächs kam raus, dass bei dem Anrufer immer noch ein Problem zum anderen kam. Aber vielleicht hört und seht Ihr besser erst mal selbst:


(vorspulen zu Minute 41:30!!!)
Der Nacht-Talker reagierte ganz normal, aber wo können andere Menschen so richtig ihrer Meinung freien Lauf lassen? Richtig, zum Beispiel bei Twitter.
Ich habe miese, dumme und noch halbwegs verständnisvolle Sprüche, die da kamen, mal gesammelt. Beispiele:

Mich regen die miesen und die dummen Sprüche auf, ja. Okay, die Sendung läuft immer nachts um eins, und um die Zeit sind einige schon, sagen wir mal, "angegangen". Aber irgendwie denke ich bei diesen Sprüchen immer, dass die Menschheit in Sachen Hauterkrankungen doch schon weiter sein müsste. Jeder kennt doch jemanden, der irgendwas mit der Haut oder sonstwas hat, bilde ich mir ein. Aber nachts und etwas anonymer kann man ja die Sau rauslassen, klar.
Regt Euch sowas noch auf?
Claudia
Wenn Euer Hautarzt in den letzten Tage nicht in der Praxis war, hatte er – neben Herbstferien – vielleicht einen guten Grund: In Istanbul tagt bis zum morgigen Sonntag die Europäische Akademie für Dermatologie und Venerologie. 9000 Teilnehmer wurden gemeldet.
Erstmals konnte die Außenwelt davon auch mehr erfahren, ohne unbedingt dort gewesen sein zu müssen. Diesmal war wirklich viel auf Twitter zu lesen. Das schaffen die deutschen Hautärzte bei ihrer jährlichen Tagung bzw. Fortbildung bislang nicht. Mit dem Hashtag #EADV2013 jedenfalls konnte jeder die Veranstaltung in Istanbul verfolgen. Die meisten Beiträge drehten sich sogar um die Schuppenflechte. Vor allem die internationale Vereinigung der (nationalen) Psoriasis-Verbände IFPA twitterte sehr, sehr fleißig aus den Vorträgen und Symposien - was, steht weiter unten.
Ein paar Worte über Twitter
Wer Twitter bislang nicht so gut kennt: Das ist ein Kurznachrichtendienst. Was man dort wie eine SMS hinschreibt, kann aber jeder lesen, der auch bei Twitter angemeldet ist. Man kann anderen Nutzern folgen, ihre Nachrichten damit sozusagen abonnieren. Wenn mehrere Twitter-Nutzer von ein und derselben Veranstaltung oder zum selben Thema etwas schreiben, einigen sie sich oft auf einen so genannten Hashtag, eine Art Codewort. Das schreibt dann jeder in seine Nachricht. Damit fällt es anderen leichter, zu sehen, wer alles was von der gleichen Veranstaltung berichtet. Ein Beispiel ist aktuell der Hashtag #S04FCA - darunter sind dann alle Twitter-Nachrichten versammelt, die sich um das Spiel von Schalke 04 gegen den 1. FC Augsburg drehen.
Für das Psoriasis-Netz gibt es auch einen Twitter-Account. Dort werden neue Artikel, Beiträge aus der Presseschau oder auch mal Berichte von Tagungen oder Treffen angekündigt.
Zurück nach Istanbul und zu den Hautärzten
Die Firma Novartis hat während der Tagung neue Ergebnisse zu ihrem nächsten Psoriasis-Medikament mit dem Wirkstoff Secukinumab bekanntgegeben. Die für uns auffällig stärkere Aktivität auf Twitter als sonst bei solchen Terminen könnte also auch ein Ergebnis davon sein, dass die Firma einiges in die Richtung investiert. Bei Twitter wurde so auch auf neue Studiendaten zu Secukinumab hingewiesen. Demnach soll die Substanz in einer einjährigen Untersuchung bei Psoriasis-Patienten wirksamer und schneller gewesen sein als Etanercept (Enbrel®).
Auf jeden Fall hatte Novartis sowohl eine neue Initiative als auch einen Haut-Chat (#skinchat) initiiert. Bei Letzterem konnte jeder seine Frage per Twitter einsenden. Am Freitag von 14 bis 15 Uhr unserer Zeit gab's die Antworten. Ich hatte auch drei Fragen eingesandt, beantwortet wurde lediglich eine. Man kann eben nicht alles haben
Ich fragte, warum die Psoriasis-Stellen bei dem einen am Knie, beim anderen an der Hand und beim Dritten am Rücken auftreten. Die Experten schrieben, dass das ungeklärt sei. Eine Nachfrage zu Daten zur Fettleber bei Psoriatikern und die Frage, ob es (noch) Forschung für neue Cremes in Europa gibt, blieben ohne Antwort.
Fakten und Denkanstöße im Einzelnen
Die oben schon genannten Twitter-Nachrichten der IFPA aus den Symposien waren sehr sachlich und übersichtlich. Es war zu spüren (und zwar angenehm), dass da mit Andrew Spong ein Social-Media-Profi beauftragt wurde.
Ich zitiere jetzt mal aus Twitter-Nachrichten vom ersten Tag der Tagung, vom 3. Oktober. Einige sind reine Fakten, einige fand ich gute Denkanstöße. Nichts davon kann ein Thema erschöpfend behandeln, aber so ist Twitter auch nicht angelegt. In SMS kann man schließlich auch keine ganzen Romane schreiben.
Verlinkt ist immer ein konkreter Tweet, bei längeren Aussagen der erste zum Thema. Kursiv sind Hinzufügungen von mir.
Ella van der Voort
Ulrich Mrowietz (einigen sicherlich von der Uni-Klinik in Kiel bekannt)
Kristian Reich (einigen sicherlich aus dem Dermatologikum in Hamburg oder früher aus der Uni-Klinik Göttingen bekannt)
Hier ging es um die Langzeit-Sicherheit von Biologics.
Christopher Griffiths
Steven Feldman
Seine Tipps (die so logisch klingen…):
Die Ärzte sollten
sich hinsetzen
sich selbst vorstellen (…)
die Psoriasis-Stellen abtasten
dem Patienten gut zuhören
ihm Fragen stellen
mal sehen, was die Patienten antworten, wenn er sagt: "Ihre bisherigen Behandlungen waren wahrscheinlich schon ziemlich frustrierend."
psychische Probleme ansprechen und
auf Selbsthilfegruppen hinweisen.

In einer Pro-und-Kontra-Debatte über die Langzeit-Anwendung von Biologics ging es zunächst um die Sicherheit:
L. Naldi
Jonathan Barker gab zu bedenken:
Sind Biologics langfristig sicher?
Kein Biologic lindert die Psoriasis vollständig.
Die langfristige Wirksamkeit ist unzureichend.
Die randomisierten Doppelblind-Studien konzentrieren sich mehr auf die Wirksamkeit als auf die Sicherheit und schließen die Risiken von Nebenwirkungen (korrekt: unerwünschten Arzneimittelwirkungen) aus. Mehr Forschung ist nötig.
Die Kosten sind das letzte Problem (in dieser Aufzählung). Eine Biologic-Behandlung kostet durchschnittlich 12.000 Euro pro Jahr. In Großbritannien verbrauchen 10 Prozent der Schuppenflechte-Patienten 40 bis 60 Prozent der Aufwendungen für die Psoriasis-Behandlung. 90 Prozent der Patienten sind unterversorgt.
Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten sind alles Argumente gegen die Nutzung von Biologics.

Mit dieser starken Meinung schließe ich mal die kurzen Statements vom ersten Tag. Sollte irgendeiner Interesse zeigen, wühle ich mich auch gern durch die Twitter-Nachrichten der nächsten beiden Tage.
Was meint Ihr aber zu der einen oder anderen Aussage?

Foto: Tomsk / pixelio.de


Claudia
Nun geht das aktuelle Expertenforum zu Ende. Aufmerksame Beobachter könnten es bemerkt haben: Wir gaben diesmal auch "Gästen" - also hier nicht registrierten Nutzern - die Chance, Fragen zu stellen. Wohl ahnend, was kommt, behielten wir uns aber vor, die Fragen erst freizuschalten.
Uns ist klar: Für den "Gast" ist das nicht super komfortabel - muss er doch warten, bis einer der Moderatoren des Wegs kommt und die aufgelaufenen Fragen durchsieht.
Doch was kam, hat uns Moderatoren ganz schön genervt: Wir haben bestimmt 200 Spam-"Fragen" weggeräumt, bevor wir darunter die 7 (sieben) Fragen von "echten" Gästen fanden.
Die Spam-"Fragen" waren meist Hinweise auf einschlägige Viagra-Verkäufer, Online-Shops aller Art und nicht wirklich "gut" gemeinte, in gleich mehreren Sprachen vorgetragene Tipps zu Facebook und Twitter - wenn sie uns denn interessieren würden.
Spontan dachten wir "Das müssen wir nicht noch mal haben". Aber sieben Ratsuchenden wurde eventuell auch geholfen.
Was meint Ihr - sollen wir beim nächsten Mal wieder Gästen die Frage-Möglichkeit einräumen?
Claudia
"Ich hatte mal ein Shampoo, das roch so nach Teer". Apotheker werden die Beschreibung von Kunden bestimmt so oder ähnlich schon mal gehört haben. Gut, so viel Auswahl gab es da nicht, aber jetzt gibt es auch in diesem Falle Hilfe von Google.
Die Suchmaschine hat heute die Suche nach Gerüchen vorgestellt: Google Nose.
Wie riecht zum Beispiel "Nasser Hund"? "Aggressiv und verführerisch mit Moschusnoten", beschreibt Google den Geruch. Gut, über das "verführerisch" kann man sich wirklich streiten.
Zu jedem Suchergebnis, zu dem die Suchmaschine einen Geruch parat hat, gibt es laut Google "passende Bilder, Beschreibungen und Düfte aus von Experten zusammengestellten Wissenskarten."
Vorbei also die Zeiten, in denen der Apotheker ratlos da stand und nicht herausbekam, dass der Kunde Tarmed meinte.
Claudia
Gestern war ich zu Vorträgen von und für Psychodermatologen - ein spannendes Thema und Fach! (Psychodermatologen sind die, die sich sowohl um die Haut als auch die Psyche kümmern, mal eher mit dem Schwerpunkt Haut, mal mit dem Schwerpunkt Psyche.)
Die Aussage einer Chefärztin hat mich dann den ganzen Abend geärgert.
Es ging um Compliance - wie "brav" Patienten also befolgen, was der Arzt ihnen rät, wie "brav" sie ihre Medikamente nehmen oder anwenden bzw., warum sie das nicht tun. (Auch das ist grundsätzlich ein spannendes Thema.)
Besagte Oberärztin sagte sinngemäß "Ich bestelle alle meine Patienten lieber ein und gebe ihnen eine Spritze (zur Immunisierung gegen Heuschnupfen) als dass ich ihnen diese neuen Tabletten verschreibe, die man nur unter der Zunge zergehen lassen muss. Ich traue meinen Patienten nicht zu, dass sie die Tabletten regelmäßig nehmen. Wenn ich ihnen die Spritze gebe, weiß ich, dass sie das Medikament genommen haben."
Das empfinde ich ganz klar als Entmündigung.
Zum einen: Erfahren ihre Patienten je, dass es auch eine Tabletten-Therapie gäbe?
Zum anderen: Eine Spritze ist - für mich jedenfalls - so viel mehr "Körperverletzung" (nicht im strafrechtlichen Sinne) als eine Tablette. Denkt die Ärztin mal daran, was eine Spritze ihren Patienten bedeutet?
Und dann: Ich möchte als Patient bitte nicht für "dumm" gehalten werden - für so "dumm", dass ich meine Tabletten nicht regelmäßig nehmen kann. Wenn sie das von Fall zu Fall entscheidet - okay. Aber so pauschal zu sagen, alle ihre Patienten würden eh nicht machen (können), was sie rät - das ist eine ordentliche Abwertung oder - höflicher ausgedrückt - Unterschätzung.
Wie so oft wurde auf der Veranstaltung auch das (vermeintlich) schlechte Ansehen der Ärzte beklagt - das wäre ja schon fast so schlimm wie das von Lehrern Mich wundert das Ansehen jedenfalls manchmal nicht.
Ein andermal werde ich mal noch andere Aussagen von Psychodermatolgen vorstellen, zu denen mich Eure Meinung interessiert. Das war aber die krasseste, die mich am meisten geärgert hat.
Claudia
Seit Tagen trommelten die örtlichen Radiostationen, die Regionalzeitungen: Sonntag ist Halbmarathon! Nicht ohne gleich hinzuzufügen: Es soll aber den ganzen Tag regnen. Richtig regnen. Und ich war angemeldet für diesen Lauf!
Seit Tagen horchte ich mehr in mich hinein als sonst. Und dann vor drei Tagen: Halsschmerzen. Und ein wenig Schnupfen. "Das war's", dachte ich. "Gehst Du mal trotzdem zum Flughafen Tempelhof, holst Dir die Startunterlagen. Wenigstens die willst Du dann haben."
Seit Donnerstag flutete ich meinen Körper mit Tee aller Art – gestern 3 Kannen und ein paar Tassen dies und das.
Heute früh gab es dann keine Ausrede mehr: Die Halsschmerzen waren weg, ich war relativ fit. Also schälte ich mich um halb sieben aus dem Bett – und das mit Zeitumstellung! Schnell ein paar Toastbrote und etwas Joghurt gegessen und noch einmal getrunken, was der Bauch vertragen konnte – denn um 10 sollte es losgehen.
32.000 Läufer können aber natürlich nicht zeitgleich starten, das ist wie im Stau. Halb elf ging es dann ungefähr für mich los. Gestartet am Alexanderplatz, entlang Unter den Linden, zur Siegessäule, Ernst-Reuter-Platz, Schloss Charlottenburg, Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie – unterwegs dachte ich, das wäre eine Stadtrundfahrt zu Fuß
Ich kam doch wirklich 21,1 Kilometer später durchs Ziel.
Und der Regen? Buchstäblich erst, als ich im Ziel war, fing es ein wenig an zu nieseln – davor war es bewölkt, aber trocken.
Aber: Ich hab's geschafft!
Claudia
Es ist ein Experiment, und nein, es hat keinen staatstragenden, politischen, hoch wissenschaftlichen Hintergrund – es ist einfach ein Experiment: Wie reagieren Menschen, die unerwartet auf einen Roboter stoßen? Die ihn noch dazu mitnehmen sollen?
Ich finde das Experiment und den Hitchbot (auf dem Foto in der Mitte) jedenfalls nett und bin gespannt, wie er bei uns durchkommt. Er wird wohl mehr im Süden des Landes unterwegs sein, begonnen hat seine Reise in München. Also: Das Hofbräuhaus kennt er schon. ( Was um alles in der Welt denkt er jetzt wohl über "die Deutschen"? )
Letztes Jahr ist er durch Kanada getrampt. Seine Macher haben ihn ausgesetzt, und ab da war er auf Autofahrer und andere Mitmenschen angewiesen, die ihn mitnehmen und wiederum irgendwo aussetzen sollten. Dazwischen geht es den Machern darum, was die Menschen sagen, machen, tun – rund um den Roboter. Wie sie mit ihm umgehen.
Seine Arme sind aus Schwimmnudeln, eine Umarmung darf man jedenfalls nicht erwarten
Wenn Ihr also dieser Tage ein komisches Etwas aus alten Einzelteilen an der Straße sitzen seht – guckt genauer hin! Angeblich ist der Hitchbot ein munterer, manche würden sagen: plappernder Beifahrer – und einen Duden hat er auch schon.
Wer seine Reise verfolgen will, kann das auf seiner Internetseite, bei Twitter und bei Facebook tun.
Fotonachweis: Archie via Flickr.com
Claudia
Nach neun Wochen MTX ist die Lage verwirrend
An den Händen bricht die Psoriasis schon wieder etwas mehr durch, aber wirklich auf so kleiner Sparflamme, dass ich es ertragen könnte, wenn es so bliebe. Nur kenn ich ja meine Pappenheimer... Sollten sie mich noch überraschen – um so besser. Bisschen Zeit gebe ich ihnen und dem MTX noch.
Für Neu-Leser: Ich kann noch nicht beurteilen, ob die Besserung der Haut noch eine Folge einer "Kortison-Folien-Kur" ist oder schon eine Wirkung vom MTX.
Aber etwas anderes ist es, was mich verwirrt. Ich hatte bei der letzten Blutabnahme aus einem völlig anderen Grund gefragt, ob nicht auch mal der Eisenwert bestimmt werden könnte. Am Donnerstag holte Rolf das Ergebnis schwarz auf weiß – und das hat mich erst mal zucken lassen. (Für Kenner der Eisen-Werte: Ferritin 16,1 ng/ml; Hb 12,5 g/dl) Von Eisenmangel-Probleme hatte ich in der Packungsbeilage doch gar nichts gelesen? Und wie das so ist... über die Feiertage kann man sich ja die schönsten Horrorgeschichten über Eisenmangel anlesen
Also habe ich mit MTX am Sonntag ausgesetzt, um heute einen Teil meines freien Tages wieder beim Hautarzt zu verbringen. Als ich ankam, wurde die Wartezeit mit nur anderthalb Stunden angegeben – also ging ich noch mal runter. In der Zeit kann man den Ortsteil prima kennenlernen, und wenn man dann auch alle Sonderangebote der Geschäfte auswendig mitsingen kann, geht man wieder zum Arzt hoch und sichert sich einen Sitzplatz im Wartezimmer. Dort studiert man die neuesten Mode-, Entgiftungs- und Partnerschaftstrends. Und im besten Fall hat der Arzt auch die Micky Maus im Lesezirkel-Programm.
Der Arztbesuch an sich war kurz (aber völlig ok) – empfohlen wurden mit Eisen-Kapseln oder gleich ein "Kräuterblut", zu haben im Drogeriemarkt. Der Eisenmangel soll nichts mit MTX zu tun haben, und so werde ich heute Abend wohl wieder zum Pen greifen.
Claudia
In der vergangenen Woche warf ich alle Sparsamkeit über den Haufen: Ich spritzte mir diesmal die niedrigere Dosis MTX (12,5 mg) statt der einen noch vorhandenen 15 mg. So wie vorher ging es einfach nicht weiter. Noch eine Woche mit dem für mich extremen Schwindel hätte ich nicht gewollt. Man kann schließlich nicht dauernd verpeilt in der Gegend rumwanken
Und so hatte ich in der vergangenen Woche einen verdammt klaren Kopf Sprich: kein Schwindel mehr da. Dienstag konnte ich meine Jogging-Runde laufen.
Die Magenschmerzen werden ja, wenn es sie noch geben sollte, vom Panteprazol in Zaum gehalten. Weil ich aber keine Freundin von unnötigen Medikamenten bin, werde ich das in dieser Woche "ausschleichen" und mal sehen, ob der Magen muckert.
Was ich partout nicht schaffe, ist das viele trinken. Gut, auf anderthalb Liter pro Tag komme ich schon. Zwei Liter mögen es auch sein, mit ein bisschen Anstrengung. Und alles mehr will einfach nicht runter. Es gibt Tage, da kann ich keinen Tee mehr sehen – davon war ich aber auch vorher kein Fan. Und immer gesüßte Blubberbrause ist auch nicht das Wahre.
Die Haut ist noch immer sehr ruhig, trocken zwar (also an den Stellen noch mehr als anderswo), aber absolut milde, sehr sehr milde. Die Gelenke zwacken immer noch, der Rücken tut nicht mehr so weh wie vorher. Aber ich bewege mich im Moment auch viel, weil ich mich auf einen Lauf vorbereite.
Zum Schluss noch ein Lied, das ich mag Man kann es übrigens auf der Internetseite der Band legal und kostenlos bekommen. Rechts auf "Get it Now" klicken

Claudia
Die letzte Woche war nicht schön, was MTX betrifft.
Am Montag (also am Tag nach MTX) war mir "kodderig", das schrieb ich aber bereits Ab Mittwoch protestierten aber Magen und Darm gegen das Medikament mehr als mir lieb war. Konkret: Ich hatte ständig Magenschmerzen, mal mehr, mal weniger, aber immer da. Und öfter Durchfall. Was lästig ist, wenn man z.B. von daheim bis zur Arbeit 45 Minuten Weg hat
Meine Kollegen nervte ich mit Zwiebackknabbern, und jedem, der "Bleib mir fern mit Magen-Darm-Virus, geht ja jetzt um" sagte, musste ich erklären, dass es daran nicht liegt. Die Suppen-Abteilung in der Kantine bekam auf diese Weise von mir noch mehr Beachtung als sonst.
Auch der Schwindel war stärker als sonst. Nicht, dass ich drohe umzufallen, aber eben merkbar.
Freitag wurde Rolf von mir zum Arzt delegiert, um die Ergebnisse des Bluttests ab- und Tipps wegen der Magenschmerzen einzuholen. (Telefonisch ist bei meinem Arzt wenig zu wollen.) Die Werte sind alle okay, so dass ich gestern wieder den Pen zum Abdruck ansetzen konnte. Und gegen die Magenschmerzen verschrieb mir der Arzt Pantoprazol 40 mg. Die haben auch wirklich geholfen. Nur heute, an Tag 1 nach MTX, da reichen sie offenbar nicht.
Claudia
Meine erste Woche mit MTX ist vorbei. Für Schnellleser: Alles in allem war sie unspektakulär
Mit den Nebenwirkungen ist das ja so eine Sache. Zum einen wartet man ja auf jedes Zeichen seines Körpers, zum anderen können manche auch sonstwoher kommen. Ein bisschen was war für mich schon zu spüren.
Gegen Mitte der Woche hatte ich öfter das Gefühl, als sei mein Gesicht etwas entzündet - nicht wie Sonnenbrand, sondern eben wie entzündet, leicht. Ich sitze aber auch in einem Großraumbüro, das ich mir mit 119 anderen Menschen teile, die Klimatisierung ist da ohnehin schwierig. Es kann auch einfach zu warm gewesen sein - was aber eher sehr, sehr selten der Fall ist in diesem Großraum
Definitiv aufgetreten sind Blessuren und Bläschen im Mund. Das ist ohnehin eine Schwachstelle bei mir - sowohl Zahnfleisch als auch Mundschleimhaut und Lippe. Da wäre es nicht wirklich schön, wenn mit MTX da noch Probleme obenrauf tun würde (was es aber gern tut, wie ich las). Seit einiger Zeit habe ich das Ölziehen ausprobiert, das hat zumindest die Bläschen erträglicher gemacht.
Darm und Magen sind seit einigen Tagen etwas hyperaktiv. Aber auch das auf niedrigem Niveau.
Gestern war die zweite Spritze fällig. Sie hat etwas mehr wehgetan als die erste, und mir ist heute etwas "kodderig", wie der Berliner sagt - etwas übel. Der Magen schmerzt. Ich bin schlapp, mir ist schwindlig. Aber alles wirklich nur etwas!
Im Moment will ich das alles noch nicht überbewerten. Will ich nicht
Das Ergebnis der ersten Blutuntersuchung kann ich ab Mittwoch abfragen, da bin ich gespannt auf die Werte.
Zum Schluss ein Lied aus meiner Musikliste zum Laufen, das ich dann heute doch lieber gelassen habe:


Claudia
Gerade in der Vorweihnachtszeit finde ich diese Idee sehr nett:
http://www.zeit-statt-zeug.de
Wie oft suche ich auch schnell nach irgendeinem Geschenk, um es jemandem mitzubringen, und oft wird es auch eine Verlegenheitslösung. Dabei könnte ich auch mal etwas früher durchatmen und überlegen, was demjenigen denn eigentlich wirklich gefallen würde. Und bei wie vielen Leuten ist Schenken anstrengend, weil sie eigentlich schon alles haben.
Claudia
Anfang des Jahres fing das an. Vom Sportstudio war ich genervt - zu oft waren die Geräte zu begehrt, zu oft bildeten sich "Schnattergruppen", die einem die Ohren vollschwatzten, wogegen auch der beste Kopfhörer nicht half. Also sah mich das Sportstudio nicht mehr. Okay, im Moment ist es wegen U-Bahn-Bauarbeiten auch schlechter erreichbar, und leider liegt der Umweg dann doch zu nahe an meinem Zuhause, so dass ich oft auch eine Ausrede hatte, eben doch gleich nach Hause zu gehen statt zum Sport. Also musste ein anderer Sport her, weil: ohne geht es nicht, wenn man den ganzen Tag am Computer arbeitet.
Der Frühling war da - und die Idee, es mal mit dem Laufen zu probieren lag nahe. Im April ging's los. Doch kaum hatte ich mit dem ersten zaghaften Training begonnen, hatte ich am ersten schönen Frühlingstag einen Unfall – mit Besuch in der Rettungsstelle, Nähen des kleinen Fingers (und seither zeitraubenden Terminen bei der Ergotherapie). Jedenfalls war mein Training erstmal futsch.
Trotzdem wollte ich es wissen und legte Ende Mai wieder los. Ich suchte mir, Spielkind wie ich auch bin, eine App fürs Smartphone und wählte Runtastic. Hinzu kam ein Brustgurt zum Messen der Herzfrequenz während des Laufens. Ich neige dazu, zu schnell zu laufen und werde damit wirklich effektiv gebremst.
Später wechselte ich die App und lief fortan mit Runkeeper. Grund für den Wechsel war zum einen, dass Runtastic nicht mit meinem alltäglichen Begleiter, dem Fitbit Ultra, zusammenarbeitet - und zum anderen Eleyne Sie hatte gerade auch mit dem Laufen begonnen, und in ihrem Blog schrieben wir immer wieder mal hin und her. Inzwischen pausiert sie, gesundheitlich bedingt.
Geholfen hat mir auch ein Trainingsplan, bei mir einer für Anfänger, die 5 Kilometer am Stück laufen wollen. Im Schnitt alle zwei Tage ging ich in den letzten acht Wochen auf die "Piste", vor der Haustür los, über Asphalt und durch Parks. Neben "meinem" Trainingsplan gibt es sehr gute bei Runner'sWorld, die man in sein bevorzugtes Kalenderprogramm im Computer importierten kann oder natürlich schlicht ausdrucken.
Und ich hatte mir selbst ein Ziel gesetzt: die Vattenfall City-Nacht auf dem Ku'damm. Die war gestern. Hätte ich vor einem Jahr im Leben nicht daran gedacht, zu laufen, so hätte ich natürlich schon gar nicht mit solch einer Hitze gerechnet: Bei meinem ersten "amtlichen" Lauf waren gestern Abend um 20 Uhr um die 30 Grad.
Der Start war suboptimal - weil zu schnell. Fixere Läufer drängelten ganz schön stark und trieben mich zusätzlich an. Dabei steht in jedem Ratgeber, dass man bei "Rennen" am Anfang schön langsam laufen soll. Naja, ich muss es mir beim nächsten Mal noch mehr einbläuen. Die ersten zwei Kilometer waren die schwersten. Ans Aufhören dachte ich zu keiner Zeit, es war nur einfach - ja, schwer eben. An Kilometer 2 stand die erste Wasserversorgung – und eine Dusche, über die Straße gespannt, die eine wahre Erholung war. Und dann konnte ich auch das Geschehen am Rande genießen. Samba-Trommler waren da, und Leute, die einfach jeden mit Klatschen oder Rufen anfeuerten. Inzwischen war ich ja auch in einer übersichtlichen (weil langsamen) Gruppe angekommen, deren Mühe von manchem Anfeuerer extra belohnt wurde.
Bei Kilometer 3 wusste ich: Das schaffst Du. Wenn Du bis hierher gekommen bist, ist der Rest nicht schlimm. Sehr geholfen hat mir eine Art Armbanduhr, die ich derzeit testen darf. Die mio Alpha zeigt einem die Herzfrequenz, ohne dass man einen beengenden Brustgurt umschnallen muss. Außerdem warnt sie, wenn man will, mit buntem Blinken, wenn man außerhalb der Herzfrequenzbereiche läuft, die gut sind.
Im Ziel gab's schließlich wieder jede Menge Wasser, das man innerlich und äußerlich anwenden konnte – sprich: das innerlich für den Durst und äußerlich auf Kopf, Arme und Beine angewendet wurde.
Alles in allem war die Hitze gar nicht so ein Problem – und Dabeisein alles. Das "Feeling" jedenfalls ist unbeschreiblich.
Und das Fazit? Heute habe ich mich zum Silvesterlauf angemeldet. Kommt jemand mit?
Claudia
Bei unserem Urlaub in und um Münster fiel mir zunächst nur ein Hinweisschild auf - sinngemäß: zum Lepra-Museum links abbiegen. Einige Tage später bogen wir wirklich links ab. Was soll ich sagen? Wer jemals in Münster ist, sollte das auch tun.
Um die Scheu zu nehmen, gleich vorweg: Es ist nichts zu sehen, von dem sich empfindlichere Naturen abwenden müssten.
Die Gesellschaft für Leprakunde e.V. hat am Kinderhaus 15 zusammengetragen, was sich zum Thema zeigen lässt: Fotos, Zeichnungen, Modelle, Exponate, lebensgroße Puppen in Frauengestalt...
In der Gegend stand früher, vier Kilometer von der (wunderschönen) Altstadt Münsters entfernt, das Lepra-Hospital - Leprosorium genannt. "Früher" heißt schon im Jahr 1333. Es waren keineswegs nur Kinder im Sinne von jungen Menschen dort untergebracht: Man nannte damals auch die Hilfsbedürftigen "Kinder".
Die Krankheit war bis ins 18. Jahrhundert auch in unseren Breiten weithin zu finden. Heute ist sie in vielen Ländern noch immer eine "Pest". 300.000 Menschen erkranken daran pro Jahr. Bislang helfen "nur" Antibiotika.
Lepra ist eine Krankheit der Nervenenden - mehr Medizinisches erklärt Wikipedia.
Ich hatte bei Lepra - neben der Verwechslungsgefahr mit Psoriasis - eher verstümmelte Körperteile im Kopf, "abgefallene" Hände oder so etwas in der Art. Die kommen, so wurde mir erklärt, davon, dass die Betroffenen in den Fingern kein Gefühl mehr haben und weder Schmerzen noch Hitze oder ähnliches spüren und dann entweder in Feuer fassen (zum Beispiel) oder eben eine rechtzeitige Behandlung von Wunden versäumen.
Wer sich die Bilder ansieht (im Museum und in unserer Galerie hier), sieht, was Lepra und Psoriasis gemeinsam haben - nämlich die roten Flecken. Auch in der Therapie wurden lange gleiche Wirkstoffe eingesetzt.
Die Eckdaten des Museums also noch einmal:
Lepra-Museum
Kinderhaus 15
48159 Münster
Internetseite: www.lepramuseum.de
Claudia
Bei ZDF neo läuft derzeit eine achtteilige Dokumentation "Mach mich gesund" über die Linderung von Krankheiten "nur mit Ernährung" - so preist es der Sender jedenfalls zu Beginn der Sendung an.
In Folge 2 wurde ein 6-Jähriger vorgestellt, der - wie seine Mutter - eine Schuppenflechte hat, und das auch ziemlich schlimm. Der Ernährungscoach empfiehlt ihm und der Mutter eine anti-entzündliche Diät.
Meiden sollen sie:
Frittiertes Essen
zu viel Zucker
stärkehaltige Kohlenhydrate

Empfohlen werden:
fetthaltiger Fisch
Avocado
Nüsse
Basilikum
Rosmarin
Nelken
Gelbwurz
Kreuzkümmel

und unbedingt Fischölkapseln. Dazu warnt der Ernährungscoach dann aber auch gleich vor Selbstversuchen: "Nahrungsergänzungsmittel sind noch weitgehend unerforscht". Der Coach ist übrigens eine Frau, aber das Wort "Coachin" habe ich noch nie im Sprachgebrauch gehört, deshalb belasse ich es mal bei der männlichen Form.
Ihre Prognose wird dann auch erfüllt: Nach sechs Wochen sind die Stellen beim Jungen deutlich besser, sehr deutlich.
Was mich irritiert an der Sache:
Erst wird gesagt
Dann aber müssen Mutter und Sohn ihre bisherigen Medikamente weiter nehmen. "Nur so kann die Wirksamkeit einer Diät überprüft werden." Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz - weiß man doch nicht, was dann geholfen hat, ob die Medikamente vielleicht anschlagen oder es eben doch die Ernährung ist.
Womit der eine auftretende Arzt absolut recht hat: "Wir schlucken lieber Pillen, als unseren Lebensstil zu ändern. Das sollten wir überdenken."
Den Beitrag kann man in der ZDF-Mediathek herunterladen oder hier ansehen.
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