Jump to content

Blogschuppen

  • entries
    101
  • comments
    298
  • views
    90,804

About this blog

Keine Panik! Größtenteils harmlos. 42. Und mehr.

Entries in this blog

Claudia

Zum Arzt in die Online-Sprechstunde?

In der Zeitschrift „Der Kassenarzt“ wird über Online-Sprechstunden von Ärzten nachgedacht. Das heißt, eigentlich wird nur einer der aktuellen Vor- oder Mitdenker befragt – Dr. Kai von Harbou vom Portal doctr.com.

Zufälligerweise könnte seine Firma das Know-how dazu anbieten, das ist für die Debatte aber erst einmal egal. Harbou meint, dass chronisch kranken und älteren Patienten damit geholfen werden könnte.

Für den Haut-Patienten kann ich mir eine Online-Sprechstunde nur schwer vorstellen, zumindest, wenn es über das übliche „Herr Arzt / Frau Ärztin, ich brauch’ ein neues Rezept“ hinausgeht. Mir ist nämlich ganz lieb, dass mein Hautarzt schon mal die Lupe zückt, wenn er Risse und Stellen genau untersuchen will. Das geht mit normalen Webcams nicht so richtig gut. Und ob meine Stellen entzündeter sind oder nicht, ob sie mehr schuppen oder nicht – das lässt sich per Webcam auch nicht bis ins letzte Detail erkennen. Da müssten Auflösung und Farbtreue der Kamera schon auf beiden Seiten extrem hoch sein.

Mein Fazit also: Für uns is’ das erstmal nix. Oder?

Claudia

Wirre Post

blog-0144003001452276169.jpg

Heute lag in der Post ein Brief. Darin war Altpapier. Zerschnittene und zerrissene Teile aus Jugendzeitschriften, teils aus der Bravo. Harmlos, absolut harmlos. Aber: Mehr war da nicht. Kein Brief, nicht Sinnvolles. Nur dieses Altpapier.

 

Natürlich ohne Absender.

 

Nun habe ich durchaus eine Idee, wer seinem wirren Ärger auf diese genauso wirre Weise Luft macht. Diese Idee hat etwas mit dem Psoriasis-Netz zu tun – deshalb halte ich das hier fest.

 

Dir sei klar gesagt: Spaß ist das nicht. Und falls Du mir damit Angst einjagen willst: dumm gelaufen.

Claudia

William hat mir geschrieben - aber pssssst!

William hat eine total tolle Entdeckung gemacht und seine Schuppenflechte nicht nur gelindert - nein, sogar geheilt! Was es mit dieser Erfindung auf sich hat, darf mir William aber nicht mitteilen - er muss vorsichtig sein, schreibt er. Die Pharmaindustrie nämlich, die ist total dagegen. Die würde ja dann ihre Arzneien nicht mehr los und würde pleite machen. Die hat einen Bekannten auch schon mit dem Tode bedroht. "Psoriasis ist nicht heilbar" sei eine große Lüge, schreibt mir William.

Was soll man da noch antworten? Lohnt sich die Mühe oder hat da nicht jemand eine derart vorgefasste Meinung, dass man ihm mit sachlichen Argumenten ohnehin nicht kommen kann?

Lieber William! Natürlich bedient sich die Pharmaindustrie aller Mittel, um ihre Medikamente loszuwerden. Eine Pharmafirma ist aber auch kein Sozialverein, sondern eben eine Firma mit Gewinnabsicht. Wie Firmen eben so sind.

Und Medikamente sind nun mal für so manchen lebenswichtig. Vermutlich ist jeder froh über jedes Medikament, das er nicht nehmen muss, aber auch froh, wenn ihn ein Medikament vor Schlimmerem bewahrt.

Wer eine so total tolle Entdeckung gemacht hat, sollte dafür eine kleine Firma gründen oder bei einer kleinen Firma anklopfen und damit den Marsch durch die Instanzen antreten - ja, der ist lang. Aber nur so kann das was werden - mit Verschwörungstheorien ist niemandem geholfen.

Wer eine bessere Antwort parat hat, schreibe sie bitte in die Kommentare.

Claudia

Wie naiv können Werbefuzzis sein?

Wie naiv sind Werbe-Menschen eingentlich - oder werden Praktikanten dazu verheizt, abstruse Wünsche bei Redaktionen vorzutragen?

Seit Monaten versucht immer mal wieder ein anderer Mitarbeiter immer von ein und derselben Werbeagentur, Texte im Psoriasis-Netz unterzubringen. Die Agentur arbeitet im Auftrag einer Pharmafirma, die schon sehr lange Medikamente gegen die Schuppenflechte herstellt - und alle sind verschreibungspflichtig.

Ende Mai kam die erste Mail. Darin fragte Mitarbeiter M.M., ob es möglich wäre, "eine tiefergehende Kooperation einzugehen". Er stellte sich das so vor:

"Ist es beispielsweise möglich, redaktionellen Content bei Ihnen einfließen zu lassen, oder einen ganzen "Krankheitsbereich" zu sponsern und mit Inhalten zu füllen?"

Übersetzt hieße das: Können wir unsere Werbetexte vielleicht an irgendeiner Stelle Ihrer Seite veröffentlichen, ohne dass Sie da was dran verändern?"

Nö. Geht nicht. Ein Blick in unsere redaktionellen Grundsätze hätte geholfen. Da ist klar gesagt, was geht bzw. mehr, was nicht geht. Auch unsere Erläuterung zum Thema Werbung wäre ein Ansatz gewesen.

Damals hatte der Blogger strappato in seiner "Stationären Aufnahme" auch ein paar warme Worte zu dem Vorgang gefunden.

Aber weiter: Nur wenige Tage später schrieb mir J.S. aus der gleichen Werbeagentur gleich nochmal. Ihr oder ihren Kollegen war da was anderes Tolles eingefallen:

"Planen Sie eventuell demnächst mal wieder eine solche Aktion (einen Expertenchat) und hätten Interesse, wenn wir den Kontakt zu einem/mehreren Experten herstellen würden?"

Nun denn. Kann man ja mal fragen.

Anfang August trudelte die nächste Mail aus der Werbeagentur ein, diesmal von L.L. Ihre Frage ist so naiv, dass mir die Idee mit den Praktikanten nicht so abwegig erscheint. Und zwar schrieb L.L.:

"Nun würde ich gerne in Erfahrung bringen, ob Ihnen zugeschickte Pressetexte automatisch online gestellt werden bzw. ob sie erst die Redaktion durchlaufen und evtl. lediglich Kernaussagen benutzt werden?"

Hallo? Natürlich durchlaufen Pressetexte unsere (klitzekleine) Redaktion, natürlich werden Kernaussagen benutzt. Aber nie im Leben werden hier Pressetexte automatisch online gestellt.

Aber L.L. hat da noch eine Frage:

"Besteht die Möglichkeit für Text- Sponsoring - wenn ja, mit welchen Kosten müsste gerechnet werden?"

Um auch das noch mal klar zu sagen: Nein, es besteht keinerlei Möglichkeit für Text-Sponsoring. Will eine Firma das Psoriasis-Netz unterstützen, kann es sich über die Anzeigenverwalter von AdShopping Platz buchen, und zwar am rechten Seitenrand, wo "Werbung" drübersteht. Oder über Google Adsense. Es gibt keinen einzigen weiteren Weg, auf unseren Seiten garantiert und ungefiltert vorzukommen. Und selbst die Werbung schauen wir uns genau an.

Was mich an der Geschichte auch verwirrt: Die Werbeagentur rühmt sich für ihr Kommunikationskonzept genau für diesen Auftraggeber, um den es da immer geht. Aber sind das wirklich Profis, die da den Werbeetat bekommen haben? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Pharmafirma von den Methoden der Werbeagentur weiß.

Claudia

Gestern war ich zu Vorträgen von und für Psychodermatologen - ein spannendes Thema und Fach! (Psychodermatologen sind die, die sich sowohl um die Haut als auch die Psyche kümmern, mal eher mit dem Schwerpunkt Haut, mal mit dem Schwerpunkt Psyche.)

Die Aussage einer Chefärztin hat mich dann den ganzen Abend geärgert.

Es ging um Compliance - wie "brav" Patienten also befolgen, was der Arzt ihnen rät, wie "brav" sie ihre Medikamente nehmen oder anwenden bzw., warum sie das nicht tun. (Auch das ist grundsätzlich ein spannendes Thema.)

Besagte Oberärztin sagte sinngemäß "Ich bestelle alle meine Patienten lieber ein und gebe ihnen eine Spritze (zur Immunisierung gegen Heuschnupfen) als dass ich ihnen diese neuen Tabletten verschreibe, die man nur unter der Zunge zergehen lassen muss. Ich traue meinen Patienten nicht zu, dass sie die Tabletten regelmäßig nehmen. Wenn ich ihnen die Spritze gebe, weiß ich, dass sie das Medikament genommen haben."

Das empfinde ich ganz klar als Entmündigung.

Zum einen: Erfahren ihre Patienten je, dass es auch eine Tabletten-Therapie gäbe?

Zum anderen: Eine Spritze ist - für mich jedenfalls - so viel mehr "Körperverletzung" (nicht im strafrechtlichen Sinne) als eine Tablette. Denkt die Ärztin mal daran, was eine Spritze ihren Patienten bedeutet?

Und dann: Ich möchte als Patient bitte nicht für "dumm" gehalten werden - für so "dumm", dass ich meine Tabletten nicht regelmäßig nehmen kann. Wenn sie das von Fall zu Fall entscheidet - okay. Aber so pauschal zu sagen, alle ihre Patienten würden eh nicht machen (können), was sie rät - das ist eine ordentliche Abwertung oder - höflicher ausgedrückt - Unterschätzung.

Wie so oft wurde auf der Veranstaltung auch das (vermeintlich) schlechte Ansehen der Ärzte beklagt - das wäre ja schon fast so schlimm wie das von Lehrern ;) Mich wundert das Ansehen jedenfalls manchmal nicht.

Ein andermal werde ich mal noch andere Aussagen von Psychodermatolgen vorstellen, zu denen mich Eure Meinung interessiert. Das war aber die krasseste, die mich am meisten geärgert hat.

Claudia

Automatik hat so ihre Tücken. Amazon schickt mir einen Tipp:

"Da Sie (das Buch) "Korrupte Medizin: Ärzte als Komplizen der Konzerne" von Hans Weiss gekauft oder bewertet haben, freut es Sie sicher, dass (das Buch) "Kommunikationspolitik der pharmazeutischen Industrie: Der Wandel vom Marketing zu neuen Kommunikationskanälen" jetzt erhältlich ist. Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar!

Ich bin ja mal gespannt. Da steht bestimmt drin, wo wir künftig noch mehr aufpassen müssen, damit wir nicht dem Pharma-Getöse auf den Leim gehen. Danke Amazon! Du denkst mit.

Claudia

blog-0074067001396953662.jpgEs ist Montagvormittag. Gegen 11 Uhr stehe ich in der Hautarztpraxis. Ohne Termin, aber das ist in dieser Praxis nicht ungewöhnlich. Mit meiner Ärztin will ich über mein Medikament, die Nebenwirkungen und den letzten Blutbefund sprechen. „Gehen Sie ruhig noch mal runter“, sagt der Mann an der Anmeldung. „Die Wartezeit ist im Moment etwa drei Stunden.“ Die Praxis ist so gelegen, dass man sich da locker eine Stunde Zeit vertreiben kann – zumal der Supermarkt für heute ein Sonderangebot angekündigt hat, das mich ohnehin dorthin getrieben hätte. Und so trödel ich dort hin. Als ich nach höchstens einer Stunde zurückkomme, ist es dem Mann an der Anmeldung deutlich unangenehm: „Sorry, Ihre Ärztin ist heute gar nicht da.“ Und er hätte sich auch schon gewundert, dass er ihre Stimme noch gar nicht gehört hat – beim Aufrufen der Patienten. „Mein“ zweiter Arzt in der Praxis sei erst am Nachmittag da. Ich solle doch am nächsten Tag wiederkommen, und dann möglichst früh. Was soll ich auch sagen – ich trolle mich.

Also ist es Dienstagvormittag. Gegen 10 Uhr stehe ich in der Hautarztpraxis – in der Erwartung, heute mit dem zweiten Arzt mein Medikament, die Nebenwirkungen und den letzten Blutbefund besprechen zu können. Die Praxis ist rappelvoll, an der Anmeldung stehen die Patienten bis zum Fahrstuhl. Schon einige Patienten vor mir verkündet der Mann an der Anmeldung, dass er ab sofort keine weiteren Patienten ohne Termin mehr annehmen kann. Wie gesagt: gegen 10 Uhr. 40 Patienten säßen im Wartezimmer. Die Wartezeit sei jetzt bei vier Stunden „oder so“. Und: „Mein" Arzt sei noch nicht einmal eingetroffen.

Ja, es gibt noch (mindestens) zwei weitere Ärzte in der Praxis: Aber: „Meine“ beiden kennen mich schon lange. Sehr lange. Und so will ich nicht (mindestens) zwei weiteren meine Krankengeschichte von vorn erzählen müssen. Wir wissen, wie wir miteinander umgehen können, und das schätze ich an dieser Praxis. Sonst.

Was bleibt? Eine Woche kann die nächste Blutuntersuchung noch warten, ich habe mein Medikament noch für eine Woche. Also stehe ich wohl nächsten Montag wieder in der Praxis.

Ein ganz anderer Aspekt wird im Gespräch mit einem Patienten vor mir deutlich: Bei ihm soll Blut abgenommen werden. Er will und soll angerufen werden, wenn ein wichtiger Wert unter dem Normbereich liegt, weil er dann sein Medikament nicht anwenden darf. Und was sagen die Angestellten dazu? „Das ist schwierig. Den Befund guckt sich ja keiner an, der geht ja direkt in den Computer.“ Äh, stopp - das verstehe ich nicht. Genau das wäre doch die Chance? Computer können heutzutage die allerdollsten Dinge. Sie dürften sich von so einer Aufgabe wie „Wenn der Wert xy < 3, blinke bitte rot“ oder so ähnlich eher unterfordert fühlen.

Ohnehin beißt sich bei diesem Punkt die Katze in den Schwanz: Ich komme regelmäßig zu Blutkontrollen. Mit einem Blatt in der Hand, auf dem steht, welche Werte kontrolliert werden müssen – welche Röhrchen also bitte gefüllt werden müssen. Will ich ein paar Tage später wissen, ob die Werte in Ordnung sind (wovon ja abhängt, ob ich mein Medikament weiter nehme), muss ich anrufen. In einer stets sehr gut bis rappelvoll gefüllten Praxis. An der Anmeldung. Wo man als Patient am Telefon immer stört. Weil vor dem Mann an der Anmeldung ja auch immer jemand steht. Gut, aber ich muss ja schließlich anrufen. Und bin genervt davon, dass ich nerve.

Was ist so schwer daran, einem Computer entsprechende Meldungen beizubringen? Ich will doch nur benachrichtigt werden, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Wenn der Arzt vom Computer ein Signal bekäme, dass da ein Befund ist, den er ansehen sollte, wäre das ein Anfang. Er könnte dann immer noch entscheiden, ob er das selbst macht oder einen "Arzt in Ausbildung“ draufschauen lässt. Mein Vertrauen hätte er. Noch.

Foto:

BenJTsunami via Flickr

Claudia

Weite, nichts als Weite

Was einen so für Schreiben erreichen. Über das Forum schrieb mir einer, den wir bereits einmal für ein paar Tage sperrten, eine Nachricht: "Wir verfügen in dem Behandlungsbereich SCT Selektive Chromotherapie und dem Therapiebereich des plasmaoritintierten Vitalkomplexes über zwei Therapiefelder, die einem weiten Indikations- und Befindlichkeitenbereich - von manifesten Indikationen bis zu den unspezifischen Symptomenkatalogen - zur Verfügung stehen."

Mal ehrlich: Wer hat bis zum Ende des Satzes noch nicht abgeschaltet?

Aber nehmen wir den Satz mal auseinander: "...einem weiten Indikations- und Befindlichkeitenbereich - von manifesten Indikationen bis zu den unspezifischen Symptomenkatalogen" heißt doch so viel wie: "für fast alle Leiden dieser Welt, egal, ob richtige Krankheiten oder Befindlichkeitsstörungen". Das lässt viel, viel Raum. Sowohl für viele "Betroffene" als auch für viele, viele Enttäuschungen.

Claudia

Auch aus beruflichen Gründen lese ich die Zeitschrift "Website Boosting" ganz gern. Darin geht es - ganz grob gesagt - darum, was man alles beachten muss oder kann, damit eine Seite im Internet gut ankommt. In der jüngsten Ausgabe (#19 bzw. 05/06 2013) beschäftigte sich Suchmaschinen-Expertin Nicole Mank mit Foren allgemein. Ihr Thema: Wie kann ich eine Internetseite aufwerten, indem ich in Foren Links setze?

Wir sind ja hier immer hin- und hergerissen, wenn Nutzer in ihren Beiträgen Links nennen. Natürlich sind Links quasi das Wesen des Internets und nützlich. Wer hier schon mehrere Beiträge geschrieben hat, beweist ohnehin sein ausgeprägtes Interesse am Thema - da sind Links normal. Wer noch nicht lange hier ist und mit Links um sich wirft, zieht dagegen zwangsläufig das Interesse der Moderatoren auf sich - da schauen wir schon mal genauer hin. Leider trügt uns unser Bauchgefühl selten.

Der Artikel von Nicole Mank liest sich wie eine Bedienungsanleitung, nur aus der falschen Richtung, sozusagen.

Beispiel gefällig?

Wer Forenlinks professionell und in größeren Mengen aufbauen möchte, sollte mehrere Accounts nebeneinander einrichten. … So kann man sich quasi "selbst" antworten und kommt zuverlässig auf einige Beiträge. Sollte einer der Accounts später gelöscht werden, hat man im besten Fall sogar den zweiten Account als Backup in der Hinterhand.

In einem Kasten mit "Tricks zu Erfolgssteigerung" wird empfohlen,

  • Beiträge nachträglich zu bearbeiten und den Link erst dann einzufügen
  • Links geschickt mit Farbe und Formatierung "unsichtbar" zu machen (so dass sie nicht aussehen wie Links)
  • Links zur Konkurrenz nur nach Links aussehen zu lassen (mit Farbe und Unterstreichung) und nur den eigenen Link wirklich normal zu setzen

Nicole Mank verliert auch ein Wort zu den Kosten:

Ab ca. 20 € kann man sich auf die Quältät eines Forenlinks verlassen.

Sprich: So ein Link kostet den Auftraggeber mindestens 20 Euro. Wenn allerdings erst einmal vier bis acht "harmlose" Beiträge geschrieben werden, bevor der bezahlte Forenschreiber zur Sache kommt und einen Link einbaut, wird es teurer - bis zu 40 Euro.

Was so ein Link bringt? Ganz plump: Kunden. Geld. Und einer Verbesserung des eigenen Rufes im Internet.

Glauben Verfasser solcher Artikel wirklich, dass die "Gegenseite" solche Artikel nicht liest? Aber gut, dann eben vielen Dank auch für die Zusammenfassung dessen, worauf wir weiterhin ein Auge haben müssen. ;)

Nachtrag 1: Bei SEO Scene gibt es auch einen guten Beitrag zu diesem Thema.

Nachtrag 2: René Schröter hat bei inha.lt "Schmutzige Tricks der Foren-Link-Mafia" aufgeschrieben. Auch eine schöne Übersicht :)

Nachtrag 3: Wer noch ein Beispiel braucht, dass es solche Anbieter gibt, die Forenlinks als Geschäft verstehen – hier findet sich so einer. 16 Links kosten 100 Euro übrigens.

Claudia

Von Nerd auf 5 bei 30°

blog-0805233001375011882.jpgAnfang des Jahres fing das an. Vom Sportstudio war ich genervt - zu oft waren die Geräte zu begehrt, zu oft bildeten sich "Schnattergruppen", die einem die Ohren vollschwatzten, wogegen auch der beste Kopfhörer nicht half. Also sah mich das Sportstudio nicht mehr. Okay, im Moment ist es wegen U-Bahn-Bauarbeiten auch schlechter erreichbar, und leider liegt der Umweg dann doch zu nahe an meinem Zuhause, so dass ich oft auch eine Ausrede hatte, eben doch gleich nach Hause zu gehen statt zum Sport. Also musste ein anderer Sport her, weil: ohne geht es nicht, wenn man den ganzen Tag am Computer arbeitet.

Der Frühling war da - und die Idee, es mal mit dem Laufen zu probieren lag nahe. Im April ging's los. Doch kaum hatte ich mit dem ersten zaghaften Training begonnen, hatte ich am ersten schönen Frühlingstag einen Unfall – mit Besuch in der Rettungsstelle, Nähen des kleinen Fingers (und seither zeitraubenden Terminen bei der Ergotherapie). Jedenfalls war mein Training erstmal futsch.

Trotzdem wollte ich es wissen und legte Ende Mai wieder los. Ich suchte mir, Spielkind wie ich auch bin, eine App fürs Smartphone und wählte Runtastic. Hinzu kam ein Brustgurt zum Messen der Herzfrequenz während des Laufens. Ich neige dazu, zu schnell zu laufen und werde damit wirklich effektiv gebremst.

Später wechselte ich die App und lief fortan mit Runkeeper. Grund für den Wechsel war zum einen, dass Runtastic nicht mit meinem alltäglichen Begleiter, dem Fitbit Ultra, zusammenarbeitet - und zum anderen Eleyne ;) Sie hatte gerade auch mit dem Laufen begonnen, und in ihrem Blog schrieben wir immer wieder mal hin und her. Inzwischen pausiert sie, gesundheitlich bedingt.

Geholfen hat mir auch ein Trainingsplan, bei mir einer für Anfänger, die 5 Kilometer am Stück laufen wollen. Im Schnitt alle zwei Tage ging ich in den letzten acht Wochen auf die "Piste", vor der Haustür los, über Asphalt und durch Parks. Neben "meinem" Trainingsplan gibt es sehr gute bei Runner'sWorld, die man in sein bevorzugtes Kalenderprogramm im Computer importierten kann oder natürlich schlicht ausdrucken.

Und ich hatte mir selbst ein Ziel gesetzt: die Vattenfall City-Nacht auf dem Ku'damm. Die war gestern. Hätte ich vor einem Jahr im Leben nicht daran gedacht, zu laufen, so hätte ich natürlich schon gar nicht mit solch einer Hitze gerechnet: Bei meinem ersten "amtlichen" Lauf waren gestern Abend um 20 Uhr um die 30 Grad.

Der Start war suboptimal - weil zu schnell. Fixere Läufer drängelten ganz schön stark und trieben mich zusätzlich an. Dabei steht in jedem Ratgeber, dass man bei "Rennen" am Anfang schön langsam laufen soll. Naja, ich muss es mir beim nächsten Mal noch mehr einbläuen. Die ersten zwei Kilometer waren die schwersten. Ans Aufhören dachte ich zu keiner Zeit, es war nur einfach - ja, schwer eben. An Kilometer 2 stand die erste Wasserversorgung – und eine Dusche, über die Straße gespannt, die eine wahre Erholung war. Und dann konnte ich auch das Geschehen am Rande genießen. Samba-Trommler waren da, und Leute, die einfach jeden mit Klatschen oder Rufen anfeuerten. Inzwischen war ich ja auch in einer übersichtlichen (weil langsamen) Gruppe angekommen, deren Mühe von manchem Anfeuerer extra belohnt wurde.

Bei Kilometer 3 wusste ich: Das schaffst Du. Wenn Du bis hierher gekommen bist, ist der Rest nicht schlimm. Sehr geholfen hat mir eine Art Armbanduhr, die ich derzeit testen darf. Die mio Alpha zeigt einem die Herzfrequenz, ohne dass man einen beengenden Brustgurt umschnallen muss. Außerdem warnt sie, wenn man will, mit buntem Blinken, wenn man außerhalb der Herzfrequenzbereiche läuft, die gut sind.

Im Ziel gab's schließlich wieder jede Menge Wasser, das man innerlich und äußerlich anwenden konnte – sprich: das innerlich für den Durst und äußerlich auf Kopf, Arme und Beine angewendet wurde.

Alles in allem war die Hitze gar nicht so ein Problem – und Dabeisein alles. Das "Feeling" jedenfalls ist unbeschreiblich.

Und das Fazit? Heute habe ich mich zum Silvesterlauf angemeldet. Kommt jemand mit? ;)

Claudia

Von Lappen und Waschlappen

Ist schon älter, nicht von mir und passt gerade so schön:

+10 Grad Celsius

Die Bewohner von Mietwohnungen in Helsinki drehen die Heizung ab. Die Lappen (Bewohner Lapplands) pflanzen Blumen.

+5 Grad Celsius

Die Lappen nehmen ein Sonnenbad, falls die Sonne noch ueber den Horizont steigt.

+2 Grad Celsius

Italienische Autos springen nicht mehr an.

0 Grad Celsius

Destilliertes Wasser gefriert.

-1 Grad Celsius

Der Atem wird sichtbar. Zeit, einen Mittelmeerurlaub zu planen. Die Lappen essen Eis und trinken kaltes Bier.

-4 Grad Celsius

Die Katze will mit ins Bett.

-10 Grad Celsius

Zeit, einen Afrikaurlaub zu planen. Die Lappen gehen zum Schwimmen.

-12 Grad Celsius

Zu kalt zum Schneien.

-15 Grad Celsius

Amerikanische Autos springen nicht mehr an.

-18 Grad Celsius

Die Helsinkier Hausbesitzer drehen die Heizung auf.

-20 Grad Celsius

Der Atem wird hörbar.

-22 Grad Celsius

Französische Autos springen nicht mehr an. Zu kalt zum Schlittschuhlaufen.

-23 Grad Celsius

Politiker beginnen, die Obdachlosen zu bemitleiden.

-24 Grad Celsius

Deutsche Autos springen nicht mehr an.

-26 Grad Celsius

Aus dem Atem kann Baumaterial fuer Iglus geschnitten werden.

-29 Grad Celsius

Die Katze will unter den Schlafanzug.

-30 Grad Celsius

Japanische Autos springen nicht mehr an. Der Lappe flucht, tritt gegen den Reifen und startet seinen Lada.

-31 Grad Celsius

Zu kalt zum Küssen, die Lippen frieren zusammen. Lapplands Fussballmannschaft beginnt mit dem Training fuer den Frühling.

-35 Grad Celsius

Zeit, ein zweiwoechiges heisses Bad zu planen. Die Lappen schaufeln Schnee vom Dach.

-39 Grad Celsius

Quecksilber gefriert. Zu kalt zum Denken. Die Lappen schliessen den obersten Hemdknopf.

-40 Grad Celsius

Das Auto will mit ins Bett. Die Lappen ziehen einen Pullover an.

-45 Grad Celsius

Die Lappen schliessen das Klofenster.

-50 Grad Celsius

Die Seeloewen verlassen Grönland. Die Lappen tauschen die Fingerhandschuhe gegen Fäustlinge.

-70 Grad Celsius

Die Eisbären verlassen den Nordpol. An der Universität Rovaniemi wird ein Langlaufausflug organisiert.

-75 Grad Celsius

Der Weihnachtsmann verlaesst den Polarkreis. Die Lappen klappen die Ohrenklappen der Muetze runter.

-250 Grad Celsius

Alkohol gefriert. Der Lappe ist sauer.

-268 Grad Celsius

Helium wird fluessig.

-270 Grad Celsius

Die Hölle friert.

-273,15 Grad Celsius

Absoluter Nullpunkt. Keine Bewegung der Elementarteilchen. Die Lappen geben zu: "Ja, es ist etwas kühl, gibt es wirklich keinen Schnaps?"

Claudia

Von Katzen, Blasen und Dämpfen

Der aufmerksame Leser weiß, dass die Nachbarskatze vor einigen Monaten beschlossen hat, unsere Katze zu sein. Besagte Nachbarn waren eine Querstraße weiter gezogen - eigentlich mit ihren beiden Katzen. Nur waren die anderer Meinung. Sie rannten, sobald sie entweichen konnten, zurück zu ihrem alten Zuhause. Die Katze zog zu uns, der Kater zu anderen Nachbarn. Irgendwann hatten wir das Impfbuch im Briefkasten.

Nach Monaten guter Führung aber fing "unserer" Katze an, in der Wohnung zu markieren oder mehr als dies zu hinterlassen. Nicht schön ;)

Also klemmte sich Rolf die Katze unter den Arm, um beim Tierarzt eine physische Ursache ausschließen zu lassen. Seither wissen wir, dass unsere ziemlich große Katze eine ziemlich kleine Blase hat. Toll, oder? Dass sie das bisschen aus dieser kleinen Blase aber auch noch in der Wohnung... Naja. Jedenfalls liegt's nicht an körperlichen Ursachen.

Und nun?

Der Tierarzt empfahl ein Zeug, das man in die Steckdose steckt, dann verströmt es - für den Menschen unriechbar. Das soll die Katze beruhigen.

Heute war die Gelegenheit günstig, das Wetter schlecht, die Katze in der Wohnung - also weihte ich den Katzenbedampfer ein. Als ich nach einer viertel Stunde wieder nach ihr guckte - schlief sie wie ein Stein. Wow! Sollte das so schnell wirklich wirken?

"Unsere" Katze ist eh nicht die munterste, eher phlegmatisch. Wenn auch dieses Bedampfen nicht hilft, soll sie Beruhigungstabletten bekommen :blink: Lieber jag ich ihr nach und halte sie von allem ab, bevor sie diese Tabletten nehmen muss :)

Claudia

Die Digitalisierung ist bei vielen Branchen in Deutschland weit vorangeschritten. Im Gesundheitswesen aber, da läuft jetzt erst das richtig große Hauen und Stechen. Ganz vorn dabei sind die, die darin ein Geschäft sehen. Der Staat hat zu lange gezögert und versucht jetzt auf einen Zug aufzuspringen, der schon in voller Fahrt ist, und das in 1000 Richtungen. Vielmehr will der Staat gleich in die Loks.

Ein Thema in allen 1000 Zügen ist der Datenschutz – und er muss Thema sein, vor vielen anderen. Mancher erklärt uns Patienten da aber meiner Meinung nach für dümmer als wir sind.

Susanne Mauersberg, Gesundheitsexpertin der Bundesverbraucherzentrale, meint zum Beispiel in der ARD:

"Die Hälfte der Menschen ist sehr ängstlich, was ihre Gesundheitsdaten betrifft, die geben gar nichts raus. Die andere Hälfte ist sehr freizügig und hat kein klares Bewusstsein für das Risiko."

Dieses Entweder-oder ist falsch. Ich teile Daten – wenn mir erklärt wird, wer sie wofür verwenden will und ich das in Ordnung finde. Ich teile keine Daten, wenn mir der Sinn nicht klar ist oder ich denjenigen, der sie haben will, nicht für seriös genug halte. Mit Facebook zum Beispiel würde ich meine Gesundheitsdaten nun nicht gerade bedenkenlos teilen.

Auch wer ängstlich ist, hat sich Gedanken gemacht und für sich befunden, dass er dem Ganzen (noch) nicht traut. Das ist gesunde Skepsis. Und wer seine Daten pauschal teilt und AGBs und Nutzungsbedingungen schnell wegklickt, kann durchaus für sich bewertet haben, dass ihm das alles egal ist und der Nutzen überwiegt.

Was Verbraucherschützerin Susanne Mauersberg im Beitrag später fordert, wäre ein guter Weg, nämlich:

"...Patientenakten in Zukunft mit einer Protokollfunktion auszustatten. Dann könnte man immer sehen, wer auf die Daten zugegriffen hat."

Dass auch Ethik-Vertreter dieses Internet noch nicht ganz durchstiegen haben, zeigt sich aber auch: Der Vorsitzende des Ethik-Rates wird zitiert:

"Es ist besorgniserregend, dass Facebook und Google identifizieren können, an welchen Krankheiten man leidet und ungefragt Empfehlungen geben könnten."

"Facebook" und "Google" können nicht identifizieren, ob man selbst an einer Krankheit leidet. Was immer man dort eintippt, sucht oder schreibt, könnte auch für den Nachbarn, die Oma, Freunde oder einfach Interesse sein. Die Empfehlungen – die kommen nicht von "Facebook" oder "Google", sondern von Menschen – meist in Firmen, die damit Geld verdienen, auf welche Weise auch immer. "Google" und "Facebook" – das sind Maschinen. Was mit diesen Maschinen geschieht, das bestimmen Menschen, die im besten Falle auch miteinander reden. Über Regeln, über ihre unterschiedlichen Interessen, Anforderungen und Meinungen. Das passiert im geschäftlichen Bereich, auf Konferenzen, in kleineren und in größeren Runden.

Aber ungefragt, das sind diese Empfehlungen nicht. Da saß immer jemand vor dem Computer oder am Smartphone, der gefragt hat. Ein Mensch.

Claudia

Verloren, gewonnen

Wir haben uns gewehrt. Wir haben mit ihr geredet. Wir haben sie drei- oder viermal abholen lassen. Es hat nichts genutzt: Sie steht immer wieder vor der Tür. Nun bekommen wir ihren Impfpass.

blogentry-12752-068644200 1284621396_thu

Ihren Stiefbruder kennt der aufmerksame Leser ja schon. Die Menschen der beiden sind weggezogen, eine Parallelstraße weiter. Sie nahmen ihre Katzen natürlich mit. Nur: Die Katzen interessierten sich nicht dafür, dass sie jetzt woanders wohnen sollten. Sie schlugen sich in die Büsche, durch die Gärten, und standen immer wieder bei uns - das war wenigstens noch halbwegs ihr Revier. Immer wieder kamen ihre Menschen und fragten, ob sie bei uns wären. Beim letzten Mal rief ich selbst an und sagte, sie könnten jetzt bei uns abgeholt werden. Die hier abgebildete namens Flocke tat schon beim letzten Mal so, als wohne sie bei uns. Da sagte ihre Besitzerin schon "Das nächste Mal bekommt Ihr den Impfpass, dann ist das eben so." Nun denn - heute war es dann so weit.

Claudia

Trinken, bis der Arzt kommt

Ein sehr kurzer, aber sehr treffender Leserbrief war neulich im Tagesspiegel. Es war die Reaktion auf einen Artikel über das Komatrinken von Kindern und Jugendlichen:

"Früher hat man Mädchen gefunden, die kochen konnten wie ihre Mütter. Heute findet man Mädchen, die saufen können wie ihre Väter!"

Claudia

So eine Fummelei

Es gibt ja vom Psoriasis-Netz auch Anstecker, Aufkleber und Flyer. Spätestens einmal im Monat verschicke ich die Bestellungen, die sich so ansammeln. Das Verschicken der Anstecker aber ist jedesmal Fummelei.

Diesmal habe ich einen schmalen Pappstreifen hinten durch die Anstecker gesteckt, Klebstreifen drauf - das hält. Die letzten Male habe ich die Anstecker in diese Plopp-Folie gewickelt. Aber es muss da doch eine bessere Methode geben...

Hat einer eine bessere Idee?

Gruß

Claudia

Claudia

Selbstanzeige: Ich bin ein Schurke

Auweia, bin ich schlimm. Meine "Straftat": Ich kaufe unsere Hautpflegeprodukte in einer Versandapotheke.

Neulich war ich in einer Weiterbildung, vorn ein Vertreter der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Nach dem Seminar war mir klar: Ich bin böse.

In unserem Haushalt leben zwei Psoriatiker. Etwa alle sechs Wochen ist unsere Großpackung Hautpflegemittel verbraucht. Also bestelle ich neuen Vorrat - und das, pfui!, in einer Versandapotheke.

Gehe ich dafür mal in eine Apotheke "um die Ecke", weil ich die Bestellung verschwitzt habe, geht das Gespräch ungefähr so:

Ich: "Ich möchte einmal Kratochwil"
Bevor jetzt jemand nachsieht: Das ist ein Phantasiename, damit ich nicht der Werbung verdächtigt werde.

Apotheken-Mitarbeiterin: "Wie bitte?"

Ich: "Kra - toch - wil"

Apotheken-Mitarbeiterin: "Hmmh. Kenne ich nicht, ich guck mal nach."
klapper klapper
"Ah, das muss ich bestellen."

Okay. Dann kann ich es doch auch gleich selbst online bestellen. Das Mittel wird mir dahin geliefert, wo ich es eh brauche - nach Hause. Wenn ich nicht da bin, nimmt mein Nachbar das Paket ab. Jetzt nicht hyperventilieren: Es ist ein harmloses Hautpflegemittel darin. Daran stirbt der Nachbar nicht, wenn er denn mein Paket öffnet und das Zeug anwendet. Wir kennen unsere Nachbarn - denen ist egal, was im Päckchen ist.

Ja, es ist preiswerter.

Nun habe ich im oben genannten Seminar heute gelernt, dass ich damit die Apotheke "um die Ecke" zugrunde richte. Weil: Eine durchschnittliche Apotheke macht ihren Umsatz zu 80 Prozent mit rezeptpflichtigen Medikamenten und 20 Prozent mit rezeptfreien Produkten. Und ich klaue dem Apotheker "um die Ecke" von den 20 Prozent nun auch noch was und füttere damit den Versandapotheker fett und fetter.

Nun darf in Deutschland ja nur jemand eine Versandapotheke betreiben, der auch eine Apotheke "um die Ecke" hat. Warum macht dann der Apotheker um meine Ecke nicht auch eine Versandapotheke auf, wenn er der ihren Umsatz neidet?

In besagtem Seminar war ein Apotheker von "um die Ecke" vertreten. Er sagte auch offen (und das ist gut so) "Ja, uns geht es um Besitzstandwahrung". Aber meinen Besitzstand wahrt doch auch keiner. Ich musste und muss mich auch ständig darum kümmern, dass ich in meinem Beruf auf der Höhe der Zeit bleibe. Ich verdiene auch nicht mehr als noch vor - sagen wir mal - fünf Jahren, von den üblichen kleinen Erhöhungen mal abgesehen, die Tarifvereinbarungen gebracht haben.

Aber weiter.

Mein Rezept für das sehr, sehr, sehr teure rezeptpflichtige Medikament trage ich natürlich in die Apotheke "um die Ecke" - und immer in die gleiche, damit deren Computer im besten Falle irgendwann mal ausspuckt "Das verträgt sich jetzt aber nicht", wenn ich mit einem Rezept für - sagen wir mal - Antibiotika komme.

Der Apotheker bekommt - das habe ich in besagtem Seminar auch gelernt -

  • eine Beratungsgebühr von 8,10 Euro pro Packung. Davon ziehen wir aber gleich mal 2,30 Euro ab, die die Apotheker mehr oder weniger als "Zwangsrabatt" abgeben müssen. Bleiben 5,80 Euro pro Packung. Ich werde in der Apotheke zwar seltenst beraten, aber das liegt an mir. Würde ich fragen, würde ich beraten - da bin ich sicher. Damit der Apotheker also den nächsten Kunden gut beraten kann, bekommt er meine 5,80 Euro auch diskussionslos "geschenkt", und das meine ich ernst.
  • 3 Prozent des Apothekeneinkaufspreises des Medikamentes. Bei meinem Medikament macht das etwa - ganz etwa - 50 Euro.

Mein Medikament ist wie gesagt sehr, sehr, sehr teuer und der Apotheker muss bei seinem Großhandel dafür in Vorleistung gehen. Und: Es muss gekühlt werden. Immer, in der ganzen Lieferkette. Ich verstehe also einen gewissen Preisaufschlag.

Aber so ein Verbandsgetrommel wie bei den Apothekern - das ist wirklich in kaum einer anderen Branche zu finden.

Ich weiß, dass hier Apotheker mitlesen. In einem Blog sind Beiträge für gewöhnlich absichtlich persönlicher und etwas überzeichnet - und sie sind ganz ausdrücklich für eine offene Diskussion gedacht. Also los!

Claudia

Schuppenflechte... find ich echt eklig

blog-0535222001389551325.pngAm 8. Januar rief bei Domian ein Mann an, der Probleme mit seiner Schuppenflechte hat. Im Laufe des Gesprächs kam raus, dass bei dem Anrufer immer noch ein Problem zum anderen kam. Aber vielleicht hört und seht Ihr besser erst mal selbst:

(vorspulen zu Minute 41:30!!!)

Der Nacht-Talker reagierte ganz normal, aber wo können andere Menschen so richtig ihrer Meinung freien Lauf lassen? Richtig, zum Beispiel bei Twitter.

Ich habe miese, dumme und noch halbwegs verständnisvolle Sprüche, die da kamen, mal gesammelt. Beispiele:

Ich bekomme von dem Dialekt übrigens Schuppenflechte.

Sachse, keine Zähne im Maul und Schuppenflechte. Wie bestraft muss man denn noch sein?

Gleich schiebt er ihn auch zum Psychologen ab! Würd auch nicht noch länger über Schuppenflechte reden wollen.

Sein eigentliches Problem ist nicht die Schuppenflechte sondern sein Dialekt.

Bei #Domian gehts um Schuppenflechte und es hört sich von den Gesprächsfloskeln an als hätte der Typ Syphilis.

Boah. Schuppenflechte find ich auch so gar nicht... also find ich echt eklig. Könnte ich nicht mit leben. Auch wenn man nix für kann.

Schuppenflechte? Bei der Schneearmut könnte er doch als Schneekanone in den Bergen tätig werden.

Mit der Schuppenflechte könnte er doch auch an einem Fischstand arbeiten, oder?

Ich habe unheilbare Schuppenflechte am Kopf! Heule ich mich bei Domian aus? Nein.

Schuppenflechte und Rheuma und dann ist er Verkäufer auf dem Wochenmarkt, nein... das ist nicht gut!

Naja, Schuppenflechte haben ja viele aber in dem Ausmaß, mit den Auswirkungen...

Mich regen die miesen und die dummen Sprüche auf, ja. Okay, die Sendung läuft immer nachts um eins, und um die Zeit sind einige schon, sagen wir mal, "angegangen". Aber irgendwie denke ich bei diesen Sprüchen immer, dass die Menschheit in Sachen Hauterkrankungen doch schon weiter sein müsste. Jeder kennt doch jemanden, der irgendwas mit der Haut oder sonstwas hat, bilde ich mir ein. Aber nachts und etwas anonymer kann man ja die Sau rauslassen, klar.

Regt Euch sowas noch auf?

Claudia

Schenken mal ganz anders

blog-0733124001385829750.jpgGerade in der Vorweihnachtszeit finde ich diese Idee sehr nett:

http://www.zeit-statt-zeug.de

Wie oft suche ich auch schnell nach irgendeinem Geschenk, um es jemandem mitzubringen, und oft wird es auch eine Verlegenheitslösung. Dabei könnte ich auch mal etwas früher durchatmen und überlegen, was demjenigen denn eigentlich wirklich gefallen würde. Und bei wie vielen Leuten ist Schenken anstrengend, weil sie eigentlich schon alles haben.

Claudia

Rolf, Knut und die Katzen

Gestern war neue Software zuhause in meiner Post – ein Update für das Programm iPhoto. Damit verwalte ich meine Fotos.

Eine der größeren Neuheiten ist die Gesichtserkennung. Theoretisch soll ich der Software auf ein paar Fotos sagen: „Pass mal auf, das hier ist Rolf“. Die Software soll den Rolf dann auf anderen Fotos auch wiedererkennen und mir automatisch zeigen und beschriften. Vor ein paar Tagen las ich, dass das sogar mit Katzen funktionieren soll.

Heute hatte ich vor der Spätschicht ein bisschen Zeit, mir das anzusehen. Es ist absolut faszinierend – und es funktioniert in 90 Prozent der Fälle, sag ich mal. Ein paar mal war die Software übereifrig. Auf einem Foto stand eine Saftflasche, auf der war eine Orange drauf. Die wollte sie mir auch als Gesicht „verkaufen“, und ich sollte den Namen zuordnen. Auch eine Puppe wurde als „Gesicht“ erkannt. Bei den Katzen und bei Eisbär Knut hat mich iPhoto aber enttäuscht: Die hat es bisher nicht wiedererkannt. Ich werde ihm das schon noch beibringen!

:)

Claudia

Die PR-Agentur Dr. Kaske ist wenige Tage vor der Sendung „Heilung unerwünscht“ in die Pressearbeit für "Regividerm" eingestiegen. Was sie sich aber bisher leistet, sieht so gar nicht nach professioneller PR aus. Der Vorwurf an den Filme-Macher, das ganze wäre ein "genialer Marketing-Coup", passt jedenfalls nicht zu dem, was diese PR-Agentur ihren Adressaten zumutet.

Am 16. Oktober 2009, drei Tage vor der Sendung, bekommen wir die erste Mail. Darin wird auf den Film aufmerksam gemacht. Völlig unhandlich verweist man auf die ARD-Mediathek („damals“ noch mit dem Trailer) - mit einem ellenlangen, schlecht umbrochenen Link. Den PR-Profis scheint unbekannt zu sein, dass es für so etwas entweder Kurz-Links (via bit.ly oder tinyurl) gibt oder man den Link in eckige Klammern setzen muss.

Am gleichen Tag kommt das Ganze noch einmal per Post. Auf die ARD-Mediathek, die man sich unbedingt anschauen soll, wird in gedruckter Form hingewiesen. Das sieht dann so aus: http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/3134360;jsessionid=53ED226BF99FD2C701C16917D10791EB?pageId=487872&moduleId=739072&categoryId=&goto=1&show.

Erwarten die Mitarbeiter von Dr. Kaske ernsthaft, dass sich jemand die Mühe gibt, diesen Link abzutippen?

In diesem Schreiben wird unter anderem auch die „Sendung auf CD“ angeboten. Der gesamte TV-Beitrag auf einer CD? Benötigt man dafür nicht eine DVD mit 4,7 GB? Oder will man einen MPEG-Film in stark verminderter Qualität anbieten? Der WDR (Redaktion „die story“) hat uns wissen lassen, dass Dr. Kaske überhaupt keine Erlaubnis dazu hätte. Eine PR-Agentur, die „Raubkopien“ anbietet? Klingt nicht sehr professionell!

Am Sendetag, dem 19. Oktober, wird noch einmal per Mail an den Beitrag erinnert. Dagegen kann man nichts haben.

Drei Tage später, am 22. Oktober, erhalten wir eine weitere Mail: „Ergänzend zu unserem TV-Tipp erhalten Sie anbei einige Auszüge aus Foren, die zur Sendung ‚Heilung unerwünscht’ im Internet diskutiert wurden.“ Es gibt aber keinen Anhang. Nun kann es immer einmal passieren, dass man so etwas vergisst. Aber irgendwann muss man es merken. Die Mail wird jedenfalls nie korrigiert.

Dafür kommen am 28. Oktober die sechs Tage vorher angekündigten Auszüge aus Internetforen - per Post: 53 akribisch ausgedruckte Seiten mit Beiträgen der verschiedensten Internetportale. Alles wird mit abgedruckt: Die mehr oder weniger geschliffen formulierten Forenbeiträge inklusive der (Privat-) Fotos und Signaturen der Schreiber. Es gibt sinnlose Seiten, auf denen nur irgendwelche Disclaimer oder Formulare zu sehen sind. Der Hauptartikel vom Psoriasis-Netz und die Kommentare dazu werden über mehrere Seiten doppelt abgedruckt. Auf vier Seiten werden aus dem „ForumRomanum“ nicht die Beiträge selbst kopiert, sondern nur die Namen der Schreiber und das Datum. Selbst sachfremde Anreißer auf den Internetseiten („13 Sätze, die ER sich im Bett verkneifen sollte“ oder „11 Hinweise, dass Sie eindeutig betrunken sind“) werden mit ausgedruckt. Ist das wirklich professionelle PR-Arbeit? Darf man es jemanden zumuten, sich durch diese Masse ungefilterter Forumsbeiträge durchzuarbeiten? Müsste man die Forenbetreiber nicht vorher fragen, ob sie mit dem Abdruck dieser manchmal sehr persönlichen Beiträge einverstanden sind? Weshalb gab es keine Zusammenfassung der wesentlichen Positionen?

Während auf der einen Seite rigoros alles kopiert wurde, gab es keine Ausdrucke von kritischen Stellungnahmen. Weder aus dem Psoriasis-Netz noch von Medien wie SPIEGEL online oder dem Hamburger Abendblatt. Auch die Presse-Erklärungen der Patientenverbände wurden nicht mit verschickt. Die waren nämlich überwiegend kritisch. Weil aber nun jeder, der sich mit dem TV-Beitrag „Heilung unerwünscht“ und dem Präparat „Regividerm“ beschäftigt, von dieser Kritik weiß, ist es nicht sehr professionell, sie zu unterschlagen. Besser wäre es gewesen, sie zu widerlegen oder zu kommentieren.

(Und nein - wir haben weder CD noch Unterlagen oder Muster geordert.)

Claudia

Hallo Ihr,

wie ich bereits berichtete, war ich neulich auf einer Tagung von Psychodermatologen - noch immer ein interessantes Thema, was die Damen und Herren da für ihren Beruf gewählt haben.

Dort wurde eine Theorie vorgestellt, die ich zur Diskussion stellen will.

Dr. Bernd Frederich stellte eine Grafik vor, die ich mal in etwa nachgezeichnet habe.

blogentry-12752-091978100 1289243256_thu

Seine Beobachtungen sagen:

• Psoriatiker sind sehr auf Harmonie bedacht. Neurodermitikern dagegen ist die Freiheit extrem wichtig.

• Neurodermitiker haben mehr Angst, etwas falsch zu machen und andere zu enttäuschen.

• Neurodermitiker neigen zum steten Widerspruch, zum "Ja aber" und sind erst einmal gegen alles.

• Wenn man Neurodermitikern sagt "Du musst" (dies und das tun), wird die Neurodermitis erst recht schlimm. Allein Worte können die Neurodermitis demnach verschlimmern.

Aus dem Publikum kam noch: "Wenn man in eine Gruppe von Psoriatikern geht, sind alle pünktlich. Neurodermitiker kommen immer zu spät".

Natürlich ist das alles stark pauschalisiert und niemand würde ernsthaft sagen "Alle Neurodermitiker sind so und so, alle Psoriatiker sind so und so", es ist eher ein grobes Schema.

Mancher kennt doch sicherlich auch Leute mit Neurodermitis oder andere Psoriatiker. Habt Ihr das wirklich schon mal an Euch und an anderen beobachtet, was die Psychodermatologen da sagen? Wie haltet Ihr es mit der Harmonie? Mit dem Widerspruch? Mit der Pünktlichkeit?

Claudia

Nicht wundern – mitnehmen!

blog-0525870001423842053.jpgEs ist ein Experiment, und nein, es hat keinen staatstragenden, politischen, hoch wissenschaftlichen Hintergrund – es ist einfach ein Experiment: Wie reagieren Menschen, die unerwartet auf einen Roboter stoßen? Die ihn noch dazu mitnehmen sollen?

Ich finde das Experiment und den Hitchbot (auf dem Foto in der Mitte) jedenfalls nett und bin gespannt, wie er bei uns durchkommt. Er wird wohl mehr im Süden des Landes unterwegs sein, begonnen hat seine Reise in München. Also: Das Hofbräuhaus kennt er schon. ( Was um alles in der Welt denkt er jetzt wohl über "die Deutschen"? ;) )

Letztes Jahr ist er durch Kanada getrampt. Seine Macher haben ihn ausgesetzt, und ab da war er auf Autofahrer und andere Mitmenschen angewiesen, die ihn mitnehmen und wiederum irgendwo aussetzen sollten. Dazwischen geht es den Machern darum, was die Menschen sagen, machen, tun – rund um den Roboter. Wie sie mit ihm umgehen.

Seine Arme sind aus Schwimmnudeln, eine Umarmung darf man jedenfalls nicht erwarten :)

Wenn Ihr also dieser Tage ein komisches Etwas aus alten Einzelteilen an der Straße sitzen seht – guckt genauer hin! :) Angeblich ist der Hitchbot ein munterer, manche würden sagen: plappernder Beifahrer – und einen Duden hat er auch schon.

Wer seine Reise verfolgen will, kann das auf seiner Internetseite, bei Twitter und bei Facebook tun.

Fotonachweis: Archie via Flickr.com

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.