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helm

Heilmittelverordnung ausserhalb des Regelfalls

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helm

Hallo,

War heute bei meinem Hausarzt und anschließend bei meiner Krankenkasse, der AOK Bayern. Die Genehmigung für langfristigen Heilmittelbedarf wurde gleich vor Ort erteilt und mir als Original und Kopie mitgegeben. Die Genehmigung wurde pauschal ausgesprochen, d.h. unbefristet. Man muss allerdings darauf achten, dass beim ICD-Code das richtige Kürzel eingegeben wird. Bei mir mit Psoriasis arthritis ist es das „M07.0“

Der Arzt kann dann das Kästchen ankreuzen und ist von der Budgetierung in diesem Fall befreit. Hab diese Möglichkeit vor kurzem erfahren und sofort getestet. Wie man sieht, mit Erfolg.

Die Liste über Praxisbesonderheiten kann man im Netz runterladen.

Schöne Grüße

helm

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Eleyne

Darf ich da nochmal genauer nachfragen? Hast du vom Arzt etwas mitbekommen, was die KK ausgefüllt hat oder hast du das Schreiben komplett von der KK bekommen?

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Supermom

Betrifft, dass dann nur die Verordnungen des einen Arztes oder für mich als Patient allgemein?

D.h. müssten Hausarzt, Rheumatologe, Dermatologe, Orthopäde... alle so ein Zettelchen dann ausfüllen?

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helm

Hallo,

um eure Fragen zu beantworten, bei mir war es so:

Ich ging zum Hausarzt, um eine Heilmittelverordnung (Krankengymnastik) zu holen. Es ist wichtig, dass der richtige ICD-Code und der richtige Indikationsschlüssel angegeben werden. Bei Psoriasis Arthritis M07.0 und EX2a.

Danach einfach zur Krankenkasse und:

„Antrag eines langfristigen Behandlungsbedarfs für Heilmittel nach § 32 Abs. 1a SGB V

Pauschale Genehmigung Ihres Heilmittelbedarfs“ abholen, wird sofort, wenn alles in Ordnung ist, ausgestellt. Zumindest war es bei mir so.

Eine Kopie für den Arzt wurde mir gleich mitgegeben. Ich vermute aber, dass man auch bei seinem Rheumatologen eine Kopie dieser Genehmigung abgeben kann. Diese Genehmigung sagt ja nur aus, dass der jeweilige Arzt dadurch von der Budgetierung befreit ist. Ein Rat meines sehr freundlichen AOK – Angestellten war auch, diese Genehmigung bei meinem Physiotherapeuten abzugeben.

Hier ein Link:

http://www.kbv.de/24206.html

Danach die“ Vereinbarung über Praxisbesonderheiten nach § 84 Abs. 8 SGB V“ downloaden.

Hier ist alles angegeben.

Schöne Grüße

helm

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Saltkrokan

Die "Verordnung ausserhalb des Regelfalls" gibt es schon lange, das ist auch jedem Arzt der eine solche Verordnung wie z.B. für Krankengymnastik ausserhalb der meistens 6 Verordnungen ausstellt, bekannt.

Theoretisch könnte auch ein Hausarzt über eine solche Verordnung Humira rezeptieren. Es geht dabei meistens um höherpreisige Medikmente die eigentlich von einem Facharzt für entsprechende Erkrankungen ausgestellt werden sollten.

Bei Krankengymnastik z.B. oder anderen "Heilmittelverordnungen" lohnt es sich immer vorher die Krankenkasse anzufragen, wie es helm gemacht hat.

Es gibt leider auch immer wieder Menschen die solche Verordnungen ausnutzen. Denn manchmal reichen auch 6 mal Krankengynastik aus um den Erkrankten beizubringen, was er danach zu Hause alleine machen kann. Eigen-Zuzahlungen für 6 mal KG liegen bei ca. 20 Euro. Da kann man dann hochrechnen was die Krankenkasse noch dazu tut.

Bei der PSA gibt es 6-7 Diagnoseschlüssel, es ist nicht nur die M07.0, die Psoriasis Arthropatica hat z.B. de L405, das weiss aber der Arzt denn der muss es ausstellen und bekommt dann eventuell (oder der Krankengymnast) die Kosten von der Krankenkasse nicht erstattet, bzw. muss begründen wieso, weshalb etc...und die Verordnung ändern. Da bekommt der Patient aber nichts davon mit.

Mittlerweile muss sogar ein Taxischein, welchen eine Klink für einen zu entlassenden Patienten ausstellt um nach Hause zu fahren mit einem sogenannten ICD-Code vesehen werden, stimmt der nicht, bleibt Patient oder Taxiunternehmen auf den Kosten sitzen.

Ich musste vor kurzem aufgrund meiner PSA den Arbeitsplatz wechseln und arbeite jetzt im Finanz und Forderungsmanagement einer Klinik und muss tagtäglich die Forderungen die die Klinik an die Krankenkassen stellt, erarbeiten.

Da sind die Summmen wesentlich höher als in einer Arztpraxis und befinden sich teils im 6-stelligen Bereich, und das wird automatisch vom MDK geprüft.

Das scheint auch der Grund zu sein warum viele Mediziner davor zurückschrecken, Verordnungen "ausserhalb des Regelfalls" auszustellen, manchmal ein Kampf mit den Krankenkassen und dem MDK, denn auch dort sitzen nur Menschen und deren Job heisst Geld sparen.

Freut mich für Dich helm, und kann bestimmt ein Ansporn für den Ein oder Anderen hier sein es auch mal zu versuchen, seinen Arzt oder die Krankenkasse anzusprechen.

Viele Grüsse

Saltkrokan

Edited by Saltkrokan

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Supermom

Danke Saltkrokan und helm, hatte überhaupt keine Ahnung, dass sowas überhaupt möglich ist. :)

...und wieder ein bissel schlauer! :daumenhoch:

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Saltkrokan

Man muss dass auch von der anderen Seite sehen.

Ein "niedergelassener Arzt" hat ein gewisses Budget pro Patient und Quartal zur Verfügung. Ein internistischer Hausarzt kann einen Ultraschall für den Patienten im Quartal abrechnen.Benötigt der Patient aber mehrere bekommt er die Leistung nicht erstattet.Ich weiss nicht wie oft im Normalfall eine Heilmittelverordnung von einer Praxis ausgestellt werden kann damit die Praxis diese bezahlt bekommt. Manche Praxen bzw Ärzte stellen generell nur einmal pro Quartal eine Verordnung aus, liegt zum Einen an obrigen Gründe und manchmal sind Ärzte auch Sparfuechse.

Die Verordnung ausserhalb des Regelfalls kann gut helfen wenn man merkt dass die Medikamente zu Neige gehen welche immer der Rheumatologe verschreibt, vielleicht noch ein teures Biologica dabei, der Rheumatologe ist aber für 5 Wochen auf Kreuzfahrt. Dann kann der Hausarzt ohne weiteres die benötigten Medikamente rkzeptieren ohne dass es seinen Etat belastet.

Habe aber auch schon beruflich erlebt dass es versucht wurde auszunutzen. Eine Dame bekam ihr Enbrel-Rezept, kurze Zeit später hatte sie das erste verloren, bekam ein Neues welches ihr aber geklaut wurde, der Arzt welcher ihr noch eins ausstellte bekam hausintern großen Ärger, denn dann meldete sich die Krankenkasse da sie über Hausarzt und dieser Regelung noch ein Rezept erschlichen hatte.

Es scheint wohl einen Markt für Biologicas zu geben.

Viele Grüße

Edited by Saltkrokan

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Lupinchen

Vielen Dank Euch beiden für die Ausführungen und schön das es bei Dir-Saltkrokan- mit dem neuen Job geklappt hat. Du hast es Dir verdient!

Das mit der Verordnung ausserhalb vom R. ist tatsächlich nichts Neues, aber es weiß halt nicht jeder. Ich gebe aber zu bedenken das es nicht jeder Arzt super finden wird wenn ich als Pat. gleich mit irgendwelchen Tipps und Kennziffernn für eine Verordnung die länger oder öfter andauert, ankomme. Ich bekomme gerade Krankengym. und es ist klar das nicht nur das eine Gelenk betroffen ist, sondern mehrere und das es länger als die verordneten Termine dauern wird. Ich komme mit meinem Dok gut klar, obwohl er als sehr eigensinnig gilt. Ich denke aber dass ich da mit solcher Sache nicht kommen kann. Was ich aber machen werde, dass ich ihn auf eine längerfristige Verordnung dafür anspreche und wie es ggf. gehen könnte. Ich weiß ja nun...das geht schon. Mal sehn was er dann sagt, evtl. bekomme ich eben doch nur wieder ein Folgerezept. Im Okt. habe ich dann endlich meinen Termin beim Rheuma-Dok und ggf. hilft das ja weiter.

Lg. Lupinchen

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Bibi

hallo, Saltkrokan -

es gibt ja nichts, was es nicht gibt - :cool:

Du meine Güte, die Nerven der Patientin möchte ich haben - so zu lügen - und es ist gut, dass die Krankenkasse es bei der Abrechnung gemerkt hat.

Biologics meine ich, sind für wirklich Kranke ein Segen - ob es einen Markt dafür gibt, bezweifle ich. Es macht ja nicht high wie anderen Dinge, die man im Supermarkt kaufen kann.

Dass der Arzt Schwierigkeiten bekommen hat aufgrund des weiteren Rezeptes, finde ich nicht richtig - man hätte die Dame in die Pflicht nehmen sollen !! Sie hat ja wohl, wenn ich es richtig verstehe, beide Rezepte in der Apotheke eingereicht und auch bekommen.

Danke für deinen Beitrag, sehr aufschlussreich was mit unseren Beiträgen so ausgenutzt werden kann -

nette Grüsse sendet - Bibi -

Edited by Bibi

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