Große Gen-Studie zu Volkskrankheiten abgeschlossen

Das Nationale Genomforschungsnetz (NGFN) hatte eine große Studie gestartet. Darin wurden die genetischen Veränderungen untersucht, die für das Auslösen einer Krankheit verantwortlich sind. Dabei ging es um 25 Volkskrankheiten, unter anderem um Schuppenflechte und Neurodermitis. Bis zu 25.000 Menschen sollten dafür untersucht werden. Es lief von 2001 bis 2013.

Die Forscher verglichen die Daten von Patienten mit denen gesunder Menschen, um genetische Unterschiede zu identifizieren, die mit den Krankheiten verbunden sind. „Jeder einzelne Teilnehmer dieser Studie wurde auf mehrere hunderttausend genetische Details hin untersucht“, erläuterte Professor Max Baur von der Universität Bonn zum Start der Studie. „Wir bekommen so über 20 Milliarden Einzeldaten. Dies ist der Einstieg in eine neue Welt der Genetik, die zu der Entwicklung besserer Behandlungsmöglichkeiten führen wird“, fügte Professor Peter Nürnberg, Koordinator der Genotypisierungsplattform des NGFN damals hinzu.

Mit den eingesetzten Chips lassen sich mehr als 500.000 Veränderungen von einzelnen Buchstaben im Text des genetischen Bauplans nachweisen, aber auch andere genetische Unterschiede, darunter Variationen in der Anzahl von Genkopien.

In den Jahren vor der Studie war immer klarer geworden, dass sich die Kopienzahl vieler Gene von Mensch zu Mensch erheblich unterscheidet und dass diese Art der genetischen Variation sowohl die biologischen Funktionen als auch die Entstehung von Krankheiten beeinflusst.

„Wir suchen auch gezielt die Verbindungen zwischen ähnlichen Krankheiten, um krankheitsübergreifende Gene zu identifizieren“ sagte Professor Stefan Schreiber von der Universität Kiel. „Die Möglichkeit, eine derart große Gruppe von Personen wie in dieser Studie zu untersuchen, ist grundlegend für das Verständnis komplexer genetischer Zusammenhänge.“

Die Ergebnisse aus dieser Studie flossen in eine Datenbank ein, die für Forscher aus den Hochschulen und der pharmazeutischen Industrie zugänglich ist.

Alle Untersuchungen wurden unter strengen Datenschutzrichtlinien und nur nach schriftlicher Einwilligung der Studienteilnehmer und der Bewilligung der entsprechenden Ethik-Kommissionen durchgeführt.

Um diese Krankheiten ging es außerdem:

  • Essstörungen
  • extremes Übergewicht (Adipositas)
  • Epilepsie
  • bipolare Störungen
  • Schizophrenie
  • Depression
  • Parkinson
  • Alzheimer
  • Alkoholsucht
  • chronische Darmerkrankungen
  • Sarkoidose
  • Koronare Herzkrankheit
  • Hypertrophie der linken Herzkammer
  • Diastolische Herzschwäche
  • Erkrankungen des Herzmuskels
  • mehrere Arten der Malaria
  • Tuberkulose

Bildquellen

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