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Neurodermitis und Psoriasis – sollte ich da irgendetwas nicht machen?


Claudia

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Hallo Herr Kleine-Tebbe,

ich habe sowohl Psoriasis als auch Neurodermitis. Die Schuppenflechte ist im Moment sehr ruhig, obwohl ich Cosentyx nun schon vor mehr als einem Jahr abgesetzt habe. Dafür quält mich jetzt die Neurodermitis um so mehr.

Was muss man denn beachten, wenn man beides hat? Gibt es eine Therapie der einen Erkrankung, die man wegen der anderen besser nicht anwenden sollte? Also ist ein Wirkstoff, der bei Neurodermitis eingesetzt wird, vielleicht bei Psoriasis kontraproduktiv?

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Prof.Kleine-Tebbe

Ihre Konstellation mit beiden entzündlichen Hauterkrankungen ist recht selten. Daher gibt es wenig Erfahrungen,  wie die optimale Strategie zur Behandlung von beiden aussieht. 

 

 An Ihrer Stelle würde ich die Neurodermitis folgendermaßen behandeln:

 Cortisonsalbe mit Mometason (Rezeptpflichtig!) einmal täglich dünn auftragen

 

Nach spätestens sieben bis zehn Tagen sollten zunächst der Juckreiz und dann auch die Hautekzeme  verschwinden.  Wenn die Neurodermitis vollständig abgeheilt ist,  beginnen Sie “auszuschleichen”, d.h.  sie machen zunächst ein Tag, dann zwei, dann drei Tage Pause und wenden anschließend die Cortisonsalbe nur noch einmal  pro Woche auf den zuvor betroffenen Stellen an. Dieses sogenannte proaktive Behandlungsprinzip hat sich für die Neurodermitis sehr bewährt. Es verhindert gewissermaßen den nächsten Schub und ist  unbedenklich bei einmal wöchentlicher Anwendung. 

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    • Claudia Liebram
      By Claudia Liebram
      "Neurodermitis – das ist die Krankheit, bei der sich die Leute so viel kratzen. Schuppenflechte juckt nicht so stark." Seit Jahren zeigt sich immer öfter, dass diese Meinung genau eins ist: eine Meinung. Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Das bestätigt jetzt eine Studie. Zwei Forscherinnen in den USA haben sich angeschaut, was in 19 hochwertigen Untersuchungen zum Thema Juckreiz bei Neurodermitis und Psoriasis herausgefunden worden war.
      Das Ergebnis: Auf einer Skala von 0 bis 100 landete der Juckreiz bei Neurodermitis bei 62,87. Bei der Schuppenflechte betrug er 63,03 – sogar ein klitzekleines bisschen mehr. Für Statistiker ist das aber noch keine deutliche Abweichung.
      Und jetzt? Die beiden Forscherinnen schlagen vor, dass der Juckreiz in künftigen Studien zum Thema Psoriasis immer auch Thema sein sollte.  Schließlich lässt sich am Juckreiz auch erkennen, wie zufrieden jemand mit einer Therapie ist oder wie es um seine Lebensqualität steht.
      Juckreiz kann stark sein – egal, wie schwer die Schuppenflechte ist
      Auch Dr. David Roblin und Dr. Ro Wickramasinghe aus Großbritannien zeigten in einer Studie im Jahr 2014, dass der Juckreiz viele Menschen mit Schuppenflechte fest im Griff hat. Sie hatten die Daten von 158 Patienten ausgewertet, die an einer Studie für eine neue Salbe teilnahmen und eine leichte bis mittelschwere Psoriasis aufwiesen. 68,8 Prozent der Studienteilnehmer litten an einem mittelschweren Juckreiz, 33,8 Prozent an schwerem Juckreiz. Das bestätigte bis dahin schon bekannte Zahlen, in denen von 70 Prozent mit einem mittelschweren Juckreiz ausgegangen worden war.
      Unklar war aber, ob der Juckreiz stärker ist, wenn auch die Psoriasis stärker ist. Und genau das konnten die Forscher nicht bestätigen: Sie fanden keinen streng wissenschaftlichen Beweis dafür,  dass eine schwere Schuppenflechte mit einem stärkeren Juckreiz einhergeht. Für die Forscher ist vielmehr klar: Die Stärke des Juckreizes bei Psoriasis-Patienten ist unabhängig davon, wie schwer die Schuppenflechte ist. Und: Die gängigen Psoriasis-Medikamente wie Kortisonsalben oder Vitamin-D-Cremes richten sich gegen die Entzündung, nicht aber gegen den Juckreiz. Der ist aber für viele Betroffenen das quälendste Symptom, und so würden viele lieber zuerst den Juckreiz behandelt wissen.
      Die Wirkung der gängigen Medikamente auf den Juckreiz aber war nach Meinung der Forscher bis zum Zeitpunkt ihrer Studie nicht in anderen Studien berücksichtigt worden. Also zogen die Wissenschaftler das Fazit: Forscher und Ärzte müssten mehr Aufmerksamkeit darauf legen, Therapien gegen den Juckreiz bei Psoriasis und anderen Hauterkrankungen zu entwickeln.
      Quelle: "Itch intensity in moderate-to-severe plaque psoriasis versus atopic dermatitis: A meta-analysis" in: JAAD, Juni 2017
    • Redaktion
      By Redaktion
      Neurodermitis gilt in hoch entwickelten Ländern als die am häufigsten verbreitete Hautkrankheit bei Kindern und Jugendlichen. Die leiden oft erheblich darunter: nicht nur unter der stark entzündeten Haut, sondern vor allem unter Juckreiz. Die Krankheit führt zu Allergien, Asthma und Heuschnupfen. Bei den meisten geht sie spätestens mit der Pubertät zurück oder mildert sich stark ab.
      Wer als Erwachsener daran weiterhin oder neu erkrankt ist, hatte bisher wenig Chancen auf grundlegende Besserung. In schweren Fällen mussten innerliche Mittel gegeben werden, die erhebliche Nebenwirkungen verursachen können.
      Erst in den letzten Jahren ist die Erforschung der Neurodermitis deutlich vorangekommen: Seit 2017 gibt es das erste Biologikum für schwer betroffene Erwachsene. Das ist seit 2019 auch für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Weitere innerliche und äußerliche Medikamente werden in den kommenden Jahren folgen. 
      Hin zum Expertenforum Es wird immer deutlicher, dass es Krankheiten gibt, die bei Neurodermitikern häufiger auftreten als in der Normalbevölkerung (Begleiterkrankungen). Dazu gehörten die Augenkrankheit Keratokonus, die Reibeisenhaut (Keratosis pilaris) und vor allem Depressionen, Angststörungen und Selbsttötungen. Das „metabolische Syndrom“ mit Herz-/Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Fettsucht hat man bisher nur in den USA und in Asien verstärkt bei Neurodermitikern festgestellt.
      Vom 23. bis 25. November 2020 antwortet Professor Jörg Kleine-Tebbe in unserem Forum auf alle Fragen zur Neurodermitis. Er praktiziert im Allergie- und Asthma Zentrum Berlin-Westend.
      Hin zum Expertenforum So kann Neurodermitis aussehen
      Das Projekt wird im Rahmen der Selbsthilfeförderung finanziert.
    • Claudia
      By Claudia
      Ab dem 24. April 2012 können sich Eltern von 0- bis 7-jährigen Neurodermitis-Kindern intensiv schulen lassen. An insgesamt sechs Dienstagabenden geht es um Wissen und Sicherheit im Umgang mit der Hautkrankheit. Dafür sorgen Haut- und Kinderärzte, Psychologen, Ernährungsberater und erfahrene Pflegekräfte. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse.
      Information und Anmeldung sind in der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie Lübeck per Telefon unter 0451/5002-516 oder per Mail bei wiebke.schmidt-tomkewicz@uksh.de möglich.

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