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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Das Wichtigste &#xFC;ber Stelara und Uzpruvo</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/?d=33</link><description>Artikel: Das Wichtigste &#xFC;ber Stelara und Uzpruvo</description><language>de</language><item><title>Uzpruvo als erstes Biosimilar mit Ustekinumab zugelassen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/uzpruvo-als-erstes-biosimilar-mit-ustekinumab-zugelassen-r1267/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_01/spritze-neutral.jpg.02983d9e080e0d0f948300f42dcbc971.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Zum Medikament Stelara mit dem Wirkstoff Ustekinumab ist jetzt das erste Biosimilar zugelassen worden. Uzpruvo soll auf den Markt kommen, sobald die Patentrechte von Stelara im Juli 2024 auslaufen.</strong>
</p>

<p>
	Uzpruvo kann bei Psoriasis, Psoriasis arthritis und Morbus Crohn eingesetzt werden. Dass es so gut und sicher wirkt wie das Original-Medikament Stelara, wurde in Studien bestätigt. Uzpruvo wird im gleichen Verfahren wie Stelara hergestellt – nämlich im Perfusionsverfahren. Ustekinumab ist ein Antikörper, der sich gegen das Protein p40 richtet, das Bestandteil der Interleukine IL-12 und IL-23 ist.
</p>

<p>
	Die Firma Stada hat mit Biosimilars Erfahrung: Sie hat schon sechs davon im Programm. Stada vertreibt das Medikament Uzpruvo in Europa, während die Partnerfirma Alvotech es entwickelt und herstellt.
</p>

<p>
	Stelara wird laut Stada bislang von 95.000 Patienten in den vier wichtigsten EU-Märkten und im Vereinigten Königreich angewendet. Es macht einen Jahresumsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro. Damit gehört es zu den zehn umsatzstärksten Medikamentenmarken in Europa.
</p>

<p>
	Der Preis für das Original-Medikament Stelara ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: Stand der Listenpreis im Juni 2020 bei 5186,62 Euro, werden derzeit dafür 5818,60 Euro aufgerufen.
</p>

<p>
	<span style="color:#c0392b;"><strong>Tipps zum Weiterlesen</strong></span>
</p>

<p>
	➜ <span ipsnoautolink="true"><strong>Ustekinumab</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/stelara-informationen/" rel="">Stelara und Uzpruvo – was ist das und wie wird es angewendet?</a></span>
</p>

<p>
	➜ <strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/80-stelara-und-uzpruvo/" rel="">Erfahrungen mit Ustekinumab</a>
</p>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1267</guid><pubDate>Wed, 10 Jan 2024 09:56:00 +0000</pubDate></item><item><title>Studienergebnisse von Stelara bei Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/psummit-i/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2018_07/ustekinumab-psoriasis-arthritis_2.jpg.fc1329f8748f9965bee7bffff4176583.jpg" /></p>

<p>
	PSUMMIT I war der Name einer Studie. Mit der sollte belegt werden, wie gut das Medikament <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> bzw. dessen Wirkstoff Ustekinumab bei <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> (PsA) wirkt. Es war eine Studie der Phase III.
</p>

<p>
	In 104 Zentren testeten weltweit Betroffene mit einer PsA die Therapie. Voraussetzung waren mindestens fünf geschwollene und mindestens fünf empfindliche, bei Druck schmerzende Gelenke. DMARDs oder nichsteroidale Antirheumatika (NSAID) hatten nicht ausreichend angeschlagen.
</p>

<p>
	Die einen bekamen 45 Milligramm Ustekinumab, die anderen 90 Milligramm. Eine dritte Gruppe erhielt nur zum Schein eine Therapie (Placebo). Gespritzt wurde am Anfang, nach vier und dann alle 12 Wochen. Begleitend durfte <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> angewendet werden. Andere Anti-TNF-alpha-Biologics durften bislang nicht angewendet worden sein.
</p>

<p>
	Nach 16 Wochen wurden dann jene Patienten ermittelt, bei denen die Gelenke nicht deutlich besser wurden. Sie erhielten ab sofort 45 Milligramm Stelara, wenn sie zuvor in der Placebo-Gruppe waren oder 90 Milligramm Stelara, wenn sie zuvor die halte Dosis erhalten hatten. Nach 24 Wochen schlussendlich erhielten dann auch alle anderen Probanden aus der Placebo-Gruppe die niedrigere Dosis Stelara.
</p>

<p>
	Zu diesem Zeitpunkt – nach 24 Wochen – sahen die Verbesserungen so aus:
</p>

<p>
	In der Gruppe mit 45 mg Ustekinumab
</p>

<ul>
	<li>
		87 von 205 (also 42,4%) erreichten eine Verbesserung um 20 Prozent
	</li>
	<li>
		51 von 205 (also 24,9%) erreichten eine Verbesserung um 50 Prozent
	</li>
	<li>
		25 von 12,2% erreichten eine Verbesserung um 70 Prozent
	</li>
</ul>

<p>
	In der Gruppe mit 90 mg Ustekinumab
</p>

<ul>
	<li>
		101 von 204 (also 49,5%) erreichten eine Verbesserung um 20 Prozent
	</li>
	<li>
		57 von 204 (also 27,9%)  erreichten eine Verbesserung um 50 Prozent
	</li>
	<li>
		29 von 204 (also 14,2%) erreichten eine Verbesserung um 70 Prozent
	</li>
</ul>

<p>
	In der Placebo-Gruppe
</p>

<ul>
	<li>
		47 von 206 (also 22,8%) erreichten eine Verbesserung um 20 Prozent
	</li>
	<li>
		18 von 206 (also 8,7%) erreichten eine Verbesserung um 50 Prozent
	</li>
	<li>
		5 von 206 (also 2,4%) erreichten eine Verbesserung um 70 Prozent
	</li>
</ul>

<p>
	Diese Zahlen blieben auch nach 52 Wochen noch stabil.
</p>

<p>
	Das Fazit der Forscher fällt dann auch deutlich aus: "Ustekinumab verbessert eine aktive PsA im Vergleich zum Placebo deutlich", schreiben sie. "Es könnte eine Alternative zu bisher verfügbaren Biologics sein."
</p>

<p>
	Die Kriterien für die Verbesserung waren übrigens die üblichen des American College of Rheumatology (ACR). Danach müssen sich mindestens drei dieser fünf Kriterien verbessert haben:
</p>

<ol>
	<li>
		Beurteilung der Krankheitsaktivität durch den Arzt
	</li>
	<li>
		Beurteilung der Krankheitsaktivität durch den Patienten
	</li>
	<li>
		Bestimmung der Intensität des Schmerzes auf einer Schmerzskala durch den Patienten
	</li>
	<li>
		Erfassung der Behinderung bei ansonsten normalen Gelenk-Funktionen auf einem Fragebogen durch den Patienten
	</li>
	<li>
		Bestimmung des CRP-Wertes (c-reaktives Protein) im Blut
	</li>
</ol>

<h4>
	Und die Nebenwirkungen?
</h4>

<p>
	"Unerwünschte Ereignisse" sollen nach 16 Wochen zwischen den Gruppen in etwa ähnlich verteilt gewesen sein: Von den Patienten mit Stelara – egal, in welcher Dosis – spürten 41,8 Prozent eine Nebenwirkung. In der Placebo-Gruppe waren es 42 Prozent. Die häufigste Nebenwirkung waren Infektionen.
</p>

<p>
	Infektionen werden bei Medikamenten wie Stelara® generell als häufigste Nebenwirkung genannt – inklusive Tuberkulose oder Infektionen, die von Bakterien, Pilzen oder Viren verursacht werden.
</p>

<p>
	Das Deutsche Ärzteblatt zitiert Richard Warren von der Universität in Manchester mit drei schweren "unerwünschten Ereignissen":
</p>

<p>
	Nach 8 beziehungsweise 22 Wochen erkrankte jeweils ein Patient an einem Herzinfarkt und nach 22 Wochen kam es bei einem dritten Patienten zu einem Schlaganfall. Ähnliche Ereignisse sind auch in anderen Studien mit Ustekinumab und dem vergleichbaren Wirkstoff Briakinumab aufgefallen.
</p>

<p>
	<iframe frameborder="0" height="886" scrolling="no" style="border:none;" width="450"></iframe>
</p>

<ul>
	<li>
		"<a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(13)60594-2/fulltext" rel="external nofollow">Efficacy and safety of ustekinumab in patients with active psoriatic arthritis: 1 year results of the phase 3, multicentre, double-blind, placebo-controlled PSUMMIT 1 trial</a>" in "The Lancet", 13.06.2013
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.eurekalert.org/pub_releases/2012-06/elar-pwp053112.php" rel="external nofollow">Pressemitteilung des Herausgebers</a>
	</li>
	<li>
		"<a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54797/Psoriasis-Ustekinumab-auch-bei-Arthritis-wirksam" rel="external">Psoriasis: Ustekinumab auch bei Arthritis wirksam</a>" in "Deutsches Ärzteblatt", 14. Juni 2013
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/stelara-phase-3-study-published-in-the-lancet-reports-one-year-efficacy-and-safety-in-treatment-of-active-psoriatic-arthritis-211369001.html" rel="external nofollow">Pressemitteilung des Herstellers</a>
	</li>
</ul>

]]></description><guid isPermaLink="false">1097</guid><pubDate>Sun, 22 Jul 2018 19:04:00 +0000</pubDate></item><item><title>Stelara f&#xFC;r Jugendliche mit Psoriasis zugelassen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/stelara-jetzt-fuer-jugendliche-mit-psoriasis-zugelassen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_07/jugendliche-in-ausstellung.jpg.3430fa74a30712c1c3fe65d19daf6219.jpg" /></p>
<p>
	Das Medikament Stelara (Wirkstoff: Ustekinumab) kann auch bei jüngeren Jugendlichen mit Psoriasis ab 12 Jahren angewendet werden. Stelara kann von ihnen bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis angewendet werden – wenn andere innerliche Therapien oder eine Lichttherapie nicht ausreichen oder nicht vertragen werden.
</p>

<h2>
	Studiendaten zu Stelara bei Jugendlichen
</h2>

<p>
	Für den Zulassungsantrag hat der Hersteller Daten aus einer Studie vorgelegt. Die trug den Namen CADMUS. Darin ging es um die Wirksamkeit und Sicherheit von Stelara und eine Verbesserung der Lebensqualität bei Jugendlichen. Das Medikament wurde dabei mit einem Placebo verglichen.
</p>

<p>
	Sechs Monate vor Beginn der Stelara-Therapie hatten die 110 Jugendlichen im Durchschnitt
</p>

<ul>
	<li>
		einen <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr></span>-Wert von mindestens 12
	</li>
	<li>
		einen PGA-Wert von mindestens 3
	</li>
	<li>
		eine BSA von mindestens 10 Prozent (das heißt: mindestens 10 Prozent ihres Körpers waren mit Psoriasis-Stellen bedeckt)
	</li>
</ul>

<p>
	Die Jugendlichen wurden in drei gleich große Gruppen aufgeteilt. Die einen bekamen einen Placebo-Wirkstoff unter die Haut gespritzt – die anderen die Dosis, die auch bei Erwachsenen üblich ist. Wer ist der dritten Gruppe war, bekam die halbe Erwachsenen-Dosis. Die jungen Patienten in der Placebo-Gruppe bekamen nach 12 und 16 Wochen das "echte" Stelara.
</p>

<p>
	Alle Jugendlichen hielten in der Studie bis zur 40. Woche durch. Nach 52 und 60 Wochen zogen Experten dann das Fazit, wie gut sich die Werte verbessert hatten. Oberstes Ziel der Studie war, dass der PGA-Wert nach 12 Wochen bei 0 oder 1 liegen sollte. Wichtig war auch, bei wie vielen sich der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> um 75 oder sogar 90 Prozent gebessert hatte und, wie sich die Lebensqualität verbessert hatte.
</p>

<h2>
	"Normale" Dosis wirksamer als die halbe
</h2>

<p>
	Nach 12 Wochen war das Ergebnis für die Mediziner eindeutig: Die jungen Patienten mit Stelara zeigten eine deutlich stärkere Verbesserung ihrer Psoriasis und der Lebensqualität, verglichen mit denen, die ein Scheinmedikament (Placebo) bekommen hatten.
</p>

<p>
	Die Wirksamkeit war bei denen höher, die die "normale" Dosis Ustekinumab bekommen hatten, hier verglichen mit jenen, die die halbe Dosis erhielten. Diese Wirksamkeit hielt auch nach 52 Wochen noch an.
</p>

<p>
	Gesagt werden muss aber auch: 48 Prozent – also fast die Hälfte – der Stelara-Anwender bemerkte bis zum Ende der 12. Woche mindestens eine Nebenwirkung. Das Paradoxe: In der Placebo-Gruppe war sogar bei 57 Prozent der Teilnehmer eine Nebenwirkung zu spüren. Betrachtet man die Studiendaten noch länger – nämlich bis zur 60. Woche – hatten sogar 82 Prozent der jungen Stelara-Anwender eine Nebenwirkung aufzuweisen – und 5,5 Prozent davon eine ernsthafte Nebenwirkung.
</p>

<h2>
	Zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		die CADMUS-Studie im <a href="https://www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/trial/2009-014368-20/DE" rel="external nofollow">Register für klinische Studien in Europa</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.jnj.com/media-center/press-releases/stelara-receives-european-commission-approval-for-treatment-of-adolescents-with-moderate-to-severe-psoriasis-in-europe" rel="external nofollow">Pressemitteilung des Herstellers</a> zur Zulassung für Heranwachsende
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/stelara-informationen" rel="">Stelara – was ist das und wie wird es angewendet?</a>
	</li>
	<li>
		Forum: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/80-stelara/" rel="">Erfahrungen mit Stelara</a>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">781</guid><pubDate>Fri, 03 Jul 2015 17:09:00 +0000</pubDate></item><item><title>Warnung vor seltener Nebenwirkung bei Stelara (Ustekinumab)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/nebenwirkungen-stelara-ustekinumab/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2014_11/stelara-packungen.png.76383607bae02edc1a71b9b40b38ea0b.png" /></p>
<p>
	Am 21. November 2014 hat der Hersteller von <a href="https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/ustekinumab/stelara-informationen.html" rel="">Stelara</a> einen so genannten „Rote-Hand-Brief“ für die Ärzte herausgegeben. Während der Behandlung mit dem Biologikum kann in seltenen (!) Fällen eine exfoliative Dermatitis (Erythrodermie) auftreten. Auch eine nicht entzündliche Exfoliation der Haut wurde gelegentlich bei Psoriasis-Patienten während der Ustekinumab-Behandlung beobachtet. Bei einer exfoliativen Dermatitis rötet sich die Haut auf mehr als 90 Prozent der Oberfläche, sie "pellt" sich ab. Aber: Auch die Psoriasis an sich kann plötzlich "explodieren" – sich über den ganzen Körper ausbreiten und zu einer Erythrodermie werden. Beides äußert sich als schwere, großflächige Entzündung auf der Haut. Das Problem: Die Symptome sind äußerlich nicht zu unterscheiden.
</p>

<p>
	Bei ersten Anzeichen einer großflächiger Entzündung und / oder einer großflächigen Pellung der Haut sollten Patienten sofort zum Arzt zu gehen und sich behandeln zu lassen – auch ohne Termin.
</p>

<p>
	Das Biologikum Ustekinumab kann bei mittelschwerer und schwerer Plaque-Psoriasis sowie bei einer aktiven Psoriasis arthritis verschrieben werden. In Deutschland ist es seit 2009 zugelassen. Jetzt wurde bekannt, dass in mehreren Fällen weltweit diese schwere Entzündung aufgetreten ist. Kurz nach der Ustekinumab-Injektion verschlechterte sich die Psoriasis plötzlich. Die Haut am gesamten Körper war stark gerötet und brannte. Die Entzündung war oft mit Fieber verbunden. Wenn das nicht möglichst frühzeitig mit Kortison behandelt wird, kann es zu Infektionen, Nährstoffverlusten und Flüssigkeitsmangel kommen.
</p>

<p>
	Die exfoliative Dermatitis ist eine ernsthafte Erkrankung, die jedoch relativ selten auftritt. Einige dieser Stelara®-Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Der Hersteller Janssen-Cilag gibt an, bei Stelara® sei das Risiko „selten“ – das heißt, 0,01 Prozent bis maximal 0,1 Prozent der Patienten müssten damit rechnen. Die nicht entzündliche Exfoliation der Haut käme dagegen schon „gelegentlich“ vor – das heißt in 0,1 Prozent bis höchstens 1 Prozent der Fälle.
</p>

<p>
	<em>Alle</em> uns bekannten Nebenwirkungen finden sich im Artikel "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/ustekinumab/stelara-informationen.html" rel="">Stelara – was ist das und wie wird es angewendet?</a>"
</p>

<h2>
	Kommentar
</h2>

<p>
	Alle Biologika sind Medikamente für ansonsten schwer therapierbare Fälle. Aber es sind, wie auch bei ähnlich stark wirksamen Medikamenten gegen andere Krankheiten, schwere Nebenwirkungen möglich.
</p>

<p>
	Für Deutschland hat Professor Kristian Reich das Register PsoBest ausgewertet. Es wurde ermittelt, wie sich Psoriasis-Medikamente in ihren Nebenwirkungen unterscheiden. Die Daten aller registrierten Patienten wurden verglichen. Das Ergebnis ist für Ärzte wie für die große Mehrheit der Patienten beruhigend: Es gibt keine auffälligen Unterschiede zwischen den konventionellen Medikamenten (Fumarsäureester, Methotrexat, Ciclosporin) und den Biologika. Alle schwerwiegenden Ereignisse lagen unter 1 Prozent. In den USA, aber auch in den Zulassungsstudien waren schwere Nebenwirkungen häufiger. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die anderen Medikamente. Krebs als seltene Nebenwirkung war bei allen innerlichen Medikamenten möglich, bei den Biologika nur Hautkrebs.
</p>

<p>
	Natürlich möchte niemand zu den wenigen gehören, die eine schwere Nebenwirkung bekommen. Man muss offen sagen, dass das nicht vorhersehbar ist. Patient und Arzt können nur sehr aufmerksam die Symptome beobachten und diszipliniert die vorgeschriebenen Blutuntersuchungs-Termine einhalten. Im Endeffekt muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich auf ein entsprechend starkes Medikament einlässt, das wirken kann oder nicht und das schwere Nebenwirkungen haben kann.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">592</guid><pubDate>Sun, 23 Nov 2014 19:22:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ustekinumab k&#xF6;nnte Alzheimer mildern</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/ustekinumab-alzheimer/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2012_12/gehirnscan.jpg.c9a2e806a9d1c2c22202d3dd77fe1c6a.jpg" /></p>

<p>
	<strong>Der Wirkstoff Ustekinumab könnte künftig nicht nur bei der Psoriasis zum Einsatz kommen: Im Versuch mit Mäusen konnten deren Alzheimer-Erscheinungen deutlich gemindert werden. Forscher der Berliner Charité und der Uni Zürich wollen diesen Therapieansatz verfolgt wissen – sowohl in der Vorbeugung als auch bei der Therapie einer schon vorhandenen Alzheimer-Erkrankung.</strong>
</p>

<p>
	Durch die Blockade der Botenstoffe Interleukin 12 und 23 konnten bei Alzheimer-Mäusen krankheitstypische Veränderungen deutlich reduziert werden. Ein Team von Wissenschaftlern der Berliner Charité und der Uni Zürich schlägt einen solchen neuen Therapieansatz im Kampf gegen die Alzheimer-Erkrankung vor. Ihrer Meinung nach verspricht dieser Ansatz sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Therapie der bereits ausgebrochenen Krankheit Potential.
</p>

<p>
	Bei Alzheimer spielt die Ablagerung von bestimmten Eiweißen in den Gehirnen der Erkrankten eine zentrale Rolle – darunter das sogenannte Amyloid-β. Professor Frank Heppner vom Institut für Neuropathologie an der Charité und Professor Burkhard Becher vom Institut für Experimentelle Immunologie an der Universität Zürich zeigten in Experimenten, dass sich die Amyloid-β-Ablagerungen bei Alzheimer-Mäusen verringerten, wenn sie bestimmte Botenstoffe des Immunsystems ausschalteten – nämlich sogenannte Zytokine, zu denen auch die Interleukine gehören.
</p>

<p>
	Insbesondere, wenn das Immunmolekül p40 betroffen war, zeigten sich die stärksten Effekte: Das Amyloid-β wurde dann um etwa 65 Prozent reduziert. p40 wiederum ist Bestandteil der Interleukine 12 und 23.
</p>

<h2>
	Deutliche Verbesserungen in Verhaltenstests
</h2>

<p>
	In weiteren Experimenten blockierten die Forscher das Immunmolekül p40 mit Antikörpern. Daraufhin beobachteten sie bei Verhaltenstests deutliche Verbesserungen. Diese Wirkung stellte sich auch dann ein, wenn die Mäuse bereits Symptome der Krankheit zeigten.
</p>

<p>
	Da der Spiegel des p40 Moleküls in der Hirnflüssigkeit und im Blutplasma von Menschen mit Alzheimer erhöht ist, liegt für die Forscher eine Relevanz für die Therapie nahe.
</p>

<p>
	Professor Heppner und Professor Becher vermuten, dass die Zytokine Interleukin 12 und 23 nicht der Grund für die Alzheimer-Erkrankung selbst sind und dass der Mechanismus des Immunmoleküls p40 bei der Alzheimer-Erkrankung weiterer Klärung bedarf. Sie sind jedoch davon überzeugt, dass die Ergebnisse ihrer Forschung klinische Studien beim Menschen rechtfertigen. Dafür suchen sie die Zusammenarbeit mit einem geeigneten Industriepartner.
</p>

<h2>
	Patent gesichert
</h2>

<p>
	In Studien zum Einsatz des Wirkstoffs Ustekinumab bei Psoriasis wurden bereits viele Daten und Erfahrungen gesammelt. Das macht die beiden Wissenschaftler sicher, dass "nun eine klinische Studie ohne Verzögerung angegangen werden" kann. "Jetzt geht es darum, den neuen Therapieansatz rasch an den Patienten zu bringen.“
</p>

<p>
	Ihre Erkenntnisse haben die Wissenschaftler in der Zeitschrift "<a href="http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.2965.html" rel="external nofollow">Nature Medicine</a>" niedergeschrieben. Weil die Forscher von ihrem Konzept überzeugt sind,  haben sie sich übrigens auf die Blockade der Interleukine 12 und 23 in der Vorbeugung und Therapie von Alzheimer gleich ein Patent gesichert - wovon die Angabe von finanziellen Interessen am Ende des Artikels zeugt.
</p>

<h2>
	Ustekinumab bei Alzheimer in "Visite"
</h2>

<p>
	Im August 2014 ging es in der Gesundheitssendung "NDR Visite" um einen Wirkstoff, der bislang gegen Schuppenflechte zugelassen ist, auch bei Alzheimer helfen könnte. In der Sendung hieß es, dass es bei der neurologischen Erkrankung helfen soll, den gleichen Botenstoff zu blockieren, der auch vom Psoriasis-Medikament blockiert wird.
</p>

<p>
	Ab Minute 04:10 erklärt Professor Frank Heppner im Video-Beitrag etwas über das Medikament, dessen Name aber mit keiner Silbe erwähnt wird.
</p>

<p>
	Logisch lässt sich aber schon schlussfolgern, um welches Mittel es geht. Gesucht wird ein Medikament, das gegen Schuppenflechte zugelassen ist, aber kein Rheuma-Medikament ist (was im Beitrag nämlich auch ausgeschlossen wird). Salben und Cremes schließen wir aus. Also wird es ein innerliches Medikament sein. Guckt man, worüber Professor Heppner im Zusammenhang mit Alzheimer in der medizinischen Fachliteratur Artikel veröffentlicht hat, fällt sofort auf, dass er unter anderem <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23178247/" rel="external">über ein Medikament</a> geforscht hat, das am Interleukin 12 / 23 ansetzt – über <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> mit dem Wirkstoff Ustekinumab.
</p>

<p>
	Noch etwas Interessantes: Nach der "Visite"-Sendung gab es einen Chat, in dem Zuschauer den zweiten in der Sendung zitierten Experten ausfragen konnten: Professor Michael Heneka. Eine Antwort ist es wert, hier festgehalten zu werden:
</p>

<p>
	Gibt es bei den Krankheiten Alzheimer und Schuppenflechte einen Zusammenhang?
</p>

<blockquote>
	<p>
		Prof. Michael Heneka: Beides sind chronisch-entzündliche Erkrankungen. Eine krankheitserzeugende Überschneidung ergibt sich durch die Anwesenheit gleicher und ähnlicher entzündlicher Botenstoffe.
	</p>
</blockquote>

<p>
	Das ganze Protokoll des Chats ist <a href="http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/chatprotokollalzheimer100_page-3.html" rel="external nofollow">beim NDR</a> nachzulesen.
</p>

<h2>
	Positiver Nebeneffekt auch bei Etanercept?
</h2>

<p>
	Um den positiven Nebeneffekt einer Alzheimer-Milderung ging es bereits vor einigen Jahren <span ipsnoautolink="true">im Zusammenhang mit dem Biologikum Enbrel</span> (Wirkstoff: Etanercept). Damals hatte sich der Autor eines entsprechenden Artikels gleich <a href="http://gesundheit.blogger.de/stories/1099616/" rel="external nofollow">die Markenrechte sichern lassen</a>.
</p>

<p>
	Originalartikel: Becher B., Heppner F. L. et al: "<a href="http://www.nature.com/nm/journal/vaop/ncurrent/full/nm.2965.html" rel="external nofollow">Inhibition of IL-12/IL-23 signaling reduces Alzheimer's disease-like pathology and cognitive decline</a>"
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">527</guid><pubDate>Sat, 01 Dec 2012 18:55:00 +0000</pubDate></item><item><title>Stelara und Ustekinumab &#x2013; was ist das und wie wird es angewendet?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/stelara-informationen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2011_03/stelara-packungen1.png.664fe916c298b50b56341bb41bc70ae5.png" /></p>
<p>
	<strong>Stelara</strong> ist ein Medikament zur Behandlung von Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Der <strong>Wirkstoff</strong> darin heißt <strong>Ustekinumab</strong>. Weitere Medikamente mit dem Wirkstoff heißen Absimky, Eksunbi, Fymskina, Imuldosa, Qoyvolma, Otulfi, Pyzchiva, Steqeyma, Usymro und Uzpruvo.
</p>

<p>
	Diese Medikamente sind rezeptpflichtig.
</p>

<p>
	Stelara gehört zur Gruppe der so genannten Biologika. Diese Stoffe heißen so, weil sie von lebenden Zellen hergestellt werden – mit „Bio“ wie man es vom Lebensmittelmarkt kennt hat das nichts zu tun. Bei Ustekinumab handelt es sich um einen gentechnisch hergestellten  humanen Antikörper gegen bestimmte entzündliche Botenstoffe (die Zytokine Interleukin-12 und Interleukin-23). Ustekinumab gibt es als <strong>Spritze</strong> in zwei verschiedenen Dosierungen für die subkutane Anwendung – also zum Spritzen unter die Haut.
</p>

<p>
	<strong>Stelara</strong> ist seit Januar 2009 in der EU zugelassen.
</p>

<p>
	Uzpruvo wurde im Januar 2024 zugelassen. Es ist ein sogenanntes Biosimilar – ein "Nachbau" von Stelara. Pyzchiva erhielt die Zulassung im April 2024. Eksunbi, Fymskina und Otulfi kamen im Juli 2024 hinzu.
</p>

<h2>
	Bei welcher Erkrankung wird Ustekinumab angewandt?
</h2>

<p>
	Ustekinumab kann bei erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer chronischer <span ipsnoautolink="true">Plaque-Psoriasis</span> angewandt werden, wenn andere innerlich angewandte Therapien einschließlich Ciclosporin, <span ipsnoautolink="true">Methotrexat</span> oder <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie/" rel="">PUVA</a> nicht genügend gewirkt haben, kontraindiziert sind oder nicht vertragen werden.
</p>

<p>
	Heranwachsende ab 6 Jahren können Stelara bekommen, wenn ihre <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> mit anderen innerlichen Therapien oder einer Lichttherapie nicht in den Griff zu bekommen ist – oder wenn sie diese Therapien nicht vertragen.
</p>

<p>
	Außerdem kann es bei Erwachsenen mit <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> eingesetzt werden – dann allein oder in Kombination mit Methotrexat, wenn so genannte <abbr title="Disease-modifying anti-rheumatic drug, krankheitsmodifizierende antirheumatische Medikamente; Basismedikamente"><abbr title="Disease-modifying anti-rheumatic drug, krankheitsmodifizierende antirheumatische Medikamente; Basismedikamente">DMARDs</abbr></abbr> nicht ausreichend wirken. Für die Anwendung bei Psoriasis arthritis hatte der Hersteller vor allem die Ergebnisse aus zwei groß angelegten Studien angeführt. Darin waren die Wirksamkeit und die Sicherheit von Stelara untersucht worden, wenn eine Dosis von 45 oder 90 Milligramm zu Beginn, nach vier und dann alle zwölf Wochen gegeben wurde. Die Studien trugen den Titel <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/psummit-i/" rel="">PSUMMIT I und II</a>.
</p>

<p>
	Andere Krankheiten, mit denen Stelara behandelt werden kann, sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
</p>

<h2>
	Wirkmechanismus
</h2>

<p>
	Die körpereigenen Zytokine Interleukin-12 (Il-12) und Interleukin- 3 (Il-23) sind an der Aktivierung von Immunzellen beteiligt, die bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Psoriasis von Bedeutung sind. Ustekinumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der hoch spezifisch an eine Untereinheit dieser Zytokine bindet und dadurch die Bindung an ihre Andockstellen auf der Oberfläche der Immunzellen verhindert. Die Kaskade von Entzündungsreaktionen wird dadurch unterbrochen.
</p>

<h2>
	Wie wird Ustekinumab angewandt?
</h2>

<p>
	Es wird empfohlen, dass die Behandlung mit Stelara von speziellen Fachärzten eingeleitet und überwacht wird, die über viel Erfahrung mit der Psoriasis-Behandlung mit Biologika verfügen.
</p>

<p>
	Die Therapie wird bei erwachsenen Patienten mit Plaque-Psoriasis mit einer Injektion von 45 mg unter die Haut (subkutan) begonnen. Eine weitere Dosis von 45 mg erfolgt nach vier Wochen und anschließend alle 12 Wochen als Erhaltungstherapie. Bei Patienten mit einem Körpergewicht über 100 kg kann alternativ auch eine Dosis von 90 mg eingesetzt werden. Bei Patienten die nach einer Behandlungsdauer von bis zu 28 Wochen keine wesentliche Besserung zeigen, sollte ein Absetzen der Therapie erwogen werden.
</p>

<p>
	Ustekinumab wird als subkutane Injektion im Bereich der Vorderseite der Oberschenkels, des Bauches (mindestens 5 cm entfernt vom Bauchnabel) oder an der Außenfläche der Oberarme verabreicht. Die Injektionsstelle sollte möglichst frei von Psoriasis-Herden sein.
</p>

<h2>
	Wann darf das Medikament nicht angewandt werden?
</h2>

<ul>
	<li>
		bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der anderen Inhaltsstoffe
	</li>
	<li>
		bei aktiven schweren Infektionen
	</li>
	<li>
		bei aktiver Tuberkulose
	</li>
</ul>

<h2>
	Worauf müssen Arzt und Betroffener besonders achten?
</h2>

<p>
	Mit Ustekinumab wurde ein neuer Weg in der Behandlung der Psoriasis beschritten. Die Wirksamkeit und Sicherheit war zum Zeitpunkt der Zulassung nur bis zu einem Zeitraum von drei Jahren untersucht – über mögliche Langzeitfolgen der Behandlung kann daher noch keine Aussage gemacht werden. Darüber muss der Arzt Sie vor der Behandlung aufklären und ihr schriftliches Einverständnis einholen.
</p>

<p>
	Ustekinumab unterdrückt das körpereigene Immunsystem und kann daher unter Umständen das Infektionsrisiko erhöhen bzw. latent vorhandene Infektionen wieder aufflackern lassen. Bei klinisch bedeutsamen, aktiven Infektionen darf der Wirkstoff daher nicht verabreicht werden. Auch bei einer bekannten Neigung zu immer wieder auftretenden Infektionen ist Vorsicht geboten.
</p>

<p>
	Besonders gefürchtet ist unter der Behandlung mit Stelara das Wiederaufflackern einer nicht richtig ausgeheilten Tuberkulose (TBC). Ihr Arzt wird Sie daher ausführlich befragen, ob Sie jemals an einer TBC erkrankt waren oder Kontakt mit TBC-Kranken hatten. Zusätzlich wird unter Umständen mittels Röntgenaufnahme und/oder Hauttest (Tuberkulin-Test) nach einer inaktiven (latenten) Tuberkulose gefahndet.
</p>

<p>
	Wird eine aktive Tuberkulose festgestellt, darf mit der Therapie mit Stelara nicht begonnen werden. Bei einer inaktiven Tuberkulose wird zuerst eine Anti-Tuberkulosetherapie eingeleitet.
</p>

<p>
	Auch wenn sich vor der Therapie keine Hinweise für eine Tuberkulose ergeben haben, ist eine spätere Infektion oder ein Wiederaufflackern nicht völlig ausgeschlossen. Sie sollten daher während des Behandlungszeitraums besonders auf mögliche Anzeichen einer Tuberkulose wie anhaltender Husten, Gewichtsverlust, niedriges Fieber und Nachtschweiß achten und ggf. sofort Ihren Arzt informieren.
</p>

<p>
	Auch andere Infektionen können unter Ustekinumab gehäuft auftreten bzw. schwerer verlaufen. Ihr Arzt wird daher versuchen, Infektionen vor der Behandlung weitgehend auszuschließen. Tritt eine schwere Infektion während der Behandlung auf, muss die Behandlung mit Ustekinumab möglicherweise abgebrochen werden, bis die Infektion unter Kontrolle ist.
</p>

<p>
	Beim heutigen Wissenstand kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass Ustekinumab durch die Unterdrückung des Immunsystems auch das Risiko für bösartige Erkrankungen erhöht. Es bestehen keine Erfahrungen bei Patienten mit einem bösartigen Tumor in der Vorgeschichte oder bei einem Auftreten solch eines Tumors während der Behandlung. In diesen Fällen ist besondere Vorsicht geboten.
</p>

<p>
	Manche Impfstoffe enthalten lebende Erreger. Auf Impfungen mit solchen Lebend-Impfstoffen sollte während und bis zu 15 Wochen nach der Therapie mit Ustekinumab verzichtet werden. Dazu gehören z.B. Impfungen gegen TBC, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Gelbfieber und Typhus. Es wurde bisher nicht untersucht, ob auch die Impfantwort auf andere Impfstoffe beeinflusst wird. Empfohlene Standardimpfungen sollten daher möglichst vor der Behandlung mit Ustekinumab vorgenommen werden.
</p>

<p>
	In einem Fall kam es während der Behandlung  mit Stelara zu einem „Reversiblen posterioren Leukoenzephalopathie Syndrom (RPLS). Der Patient hatte 12 Dosen Ustekinumab über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren erhalten und erkrankte mit Kopfschmerzen, Krampfanfällen und Verwirrung. Nach Absetzen von Ustekinumab und geeigneter Behandlung erholte er sich vollständig. Wenn Symptome auf solche eine Erkrankung hinweisen, sollte Ustekinumab abgesetzt werden.
</p>

<p>
	Bei einer schweren allergischen Reaktion muss die Behandlung ebenfalls sofort abgesetzt werden. Der Nadelschutz der Fertigspritze enthält Latex, das auch zu allergischen Reaktionen führen kann.
</p>

<p>
	Eine übermäßige Sonnenbestrahlung sollte während der Therapie mit Stelara vermieden werden. Empfohlen werden die üblichen Methoden zum Sonnenschutz einschließlich Sonnencreme.
</p>

<h2>
	Ustekinumab in Schwangerschaft und Stillzeit
</h2>

<p>
	Da nicht genug Erfahrungen in Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollte Stelara hier nicht bzw. nur nach strenger Risikoabwägung eingesetzt werden. Während und bis zu 15 Wochen nach der Behandlung ist eine sichere Empfängnisverhütung zu empfehlen.
</p>

<h2>
	Mögliche Nebenwirkungen von Ustekinumab
</h2>

<p>
	Sehr häufig (bei mehr als 1 Behandelten von 10)
</p>

<ul>
	<li>
		Infektionen der oberen Atemwege (17%), Schnupfen und Racheninfekte (21,5%)
	</li>
</ul>

<p>
	Häufig (bei 1 bis 10 Behandelten von 100)
</p>

<ul>
	<li>
		Depressionen
	</li>
	<li>
		Halsschmerzen, verstopfte Nase
	</li>
	<li>
		Durchfall
	</li>
	<li>
		Juckreiz
	</li>
	<li>
		Rückenschmerzen, Muskelschmerzen
	</li>
	<li>
		Erschöpfung
	</li>
	<li>
		Rötung an der Injektionsstelle
	</li>
</ul>

<p>
	Gelegentlich (1 bis 10 Behandelte von 1.000)
</p>

<ul>
	<li>
		Reaktionen an der Injektionsstelle (u.a. Schmerzen, Schwellung, Juckreiz, Verhärtung, Blutung, Bluterguss und Irritation.
	</li>
	<li>
		Nicht entzündliche Exfoliation der Haut: Bei ersten Anzeichen einer großflächigen Pellung der Haut sollen Patienten sofort zum Arzt zu gehen. (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/nebenwirkungen-stelara-ustekinumab" rel="">siehe dazu gesonderten Artikel</a>)
	</li>
</ul>

<p>
	Selten (1 bis 10 Behandelte von 10.000)
</p>

<ul>
	<li>
		Exfoliative Dermatitis (Erythrodermie): Bei ersten Anzeichen einer großflächiger Entzündung + großflächigen Pellung der Haut sollen Patienten sofort zum Arzt zu gehen. (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/nebenwirkungen-stelara-ustekinumab" rel="">siehe dazu gesonderten Artikel</a>)
	</li>
</ul>

<p>
	Einzelfälle
</p>

<ul>
	<li>
		Nicht-infektiöse Lungenentzündung (Pneunomie): Es wurden vereinzelt Fälle schwerwiegender chronisch-entzündlicher Lungenerkrankungen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30540343/" rel="external">gemeldet</a>. Diese "<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2019/daz-7-2019/opiate-und-benzodiazepine-unter-verdacht" rel="external nofollow">arzneimittelinduzierte interstitielle Lungenkrankheit verläuft oft unerkannt, weil sie nur schwer diagnostizierbar ist</a>." Bei ersten Anzeichen von Atemnot und nicht verschwindendem, starkem Husten sollen Patienten sofort zum Arzt zu gehen.
	</li>
</ul>

<p>
	In einer Studie vier Jahre nach Zulassung von Stelara wurde neben der Wirkung des Medikamentes auch auf seine Sicherheit geschaut (siehe Quelle [1]). Dabei stellten sich keine anderen Nebenwirkungen oder Probleme heraus als vorher schon bekannt. Die bekannten aber sind dadurch natürlich nicht weniger gravierend.
</p>

<p>
	Ausgewertet wurden die Daten von 1.700 Patienten, die an vier verschiedenen Studien teilgenommen hatten. Die am häufigsten gemeldeten Nebenwirkungen, medizinisch korrekt "unerwünschte Ereignisse" genannt, waren
</p>

<ul>
	<li>
		Entzündung des Nasenrachsens (Nasopharyngitis)
	</li>
	<li>
		Infektionen der oberen Atemwege
	</li>
	<li>
		Gelenkschmerzen (Arthralgie)
	</li>
	<li>
		Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
	</li>
	<li>
		Kopf- und Rückenschmerzen sowie
	</li>
	<li>
		Grippe (Influenza)
	</li>
</ul>

<p>
	Beobachtet wurden aber auch
</p>

<ul>
	<li>
		schwere Infektionen
	</li>
	<li>
		Heller Hautkrebs (nicht-melanozytäre Hauttumore)
	</li>
	<li>
		andere Krebs-Arten (Malignome) und die
	</li>
	<li>
		schwere Herz-"Ereignisse" wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herztod (Major Adverse Cardiac Event = MACE)
	</li>
</ul>

<p>
	Die Zahl der Krebs-Fälle (ohne hellen Hautkrebs) war nicht höher als im US-Durchschnitt zu erwarten war.
</p>

<p>
	Die Zahl der Herzinfarkte oder Schlaganfälle, die nicht tödlich endeten, entsprach der von Psoriasis-Patienten allgemein.
</p>

<p>
	Am 21. November 2014 gab der Hersteller von Stelara einen so genannten „Rote-Hand-Brief“ für die Ärzte heraus. Während der Behandlung mit dem Biologikum kann in <em>seltenen</em> Fällen eine exfoliative Dermatitis (Erythrodermie) auftreten. Auch eine nicht entzündliche Exfoliation der Haut wurde gelegentlich bei Psoriasis-Patienten während der Ustekinumab-Behandlung beobachtet. Bei einer exfoliativen Dermatitis rötet sich die Haut auf mehr als 90 Prozent der Oberfläche, sie "pellt" sich ab. Aber: Auch die Psoriasis an sich kann plötzlich "explodieren" – sich über den ganzen Körper ausbreiten und zu einer Erythrodermie werden. Beides äußert sich als schwere, großflächige Entzündung auf der Haut. Das Problem: Die Symptome sind äußerlich nicht zu unterscheiden.
</p>

<p>
	Die Entzündung war oft mit Fieber verbunden. Wenn das nicht möglichst frühzeitig mit Kortison behandelt wird, kann es zu Infektionen, Nährstoffverlusten und Flüssigkeitsmangel kommen.
</p>

<p>
	Die exfoliative Dermatitis ist eine ernsthafte Erkrankung, die jedoch relativ selten auftritt. Einige dieser Stelara-Patienten mussten im Krankenhaus behandelt werden. Der Hersteller Janssen-Cilag gibt an, bei Stelara sei das Risiko „selten“ – das heißt, 0,01 Prozent bis maximal 0,1 Prozent der Patienten müssten damit rechnen. Die nicht entzündliche Exfoliation der Haut käme dagegen schon „gelegentlich“ vor – das heißt in 0,1 Prozent bis höchstens 1 Prozent der Fälle.
</p>

<p>
	Bei ersten Anzeichen einer großflächiger Entzündung und / oder einer großflächigen Pellung der Haut sollten Patienten sofort zum Arzt zu gehen und sich behandeln zu lassen – auch ohne Termin.
</p>

<h2>
	Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Wirkstoffen
</h2>

<p>
	Es wurden mit Ustekinumab keine speziellen Studien zur Verträglichkeit zusammen mit anderen Medikamenten durchgeführt. Besondere Vorsicht ist bei Kombination mit Wirkstoffen geboten, die ebenfalls das Abwehrsystem beeinträchtigen. Dies gilt vor allem für Ciclosporin, das wie Ustekinumab die Zytokine Il-12 und Il-23 hemmt.
</p>

<h2>
	Daten aus Studien
</h2>

<p>
	An einer Studie in Phase III - also gar nicht mehr weit vor der Zulassung - hatten 1.230 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis teilgenommen.
</p>

<p>
	Die Studienteilnehmer bekamen am Anfang und vier Wochen später eine Spritze unter die Haut. Danach wurde Ustekinumab nur noch alls zwölf Wochen gespritzt. Die einen nahmen eine Dosis von 45 Milligramm, die anderen von 90 Milligramm.
</p>

<p>
	Bei der niedrigeren Dosis besserte sich die Psoriasis bei 67 Prozent der Betroffenen um 75 Prozent und mehr, gemessen nach zwölf Wochen.
</p>

<p>
	Bei der höheren Dosis besserte sich die Psoriasis bei 76 Prozent der Betroffenen um 90 Prozent und mehr, ebenfalls gemessen nach zwölf Wochen.
</p>

<p>
	Verglichen wurde auch die Lebensqualität <i>(Dermatology Life Quality Index = DLQI)</i> der Psoriasis-Kranken vor, während und nach einer Behandlung. Nach zwölf Wochen Behandlung mit Ustekinumab gab mehr als ein Drittel der Patienten keine Beeinträchtigung ihres Lebens durch die Psoriasis oder die Therapie mehr an.
</p>

<p>
	<b>Quellen:</b>
</p>

<ul>
	<li>
		Ärzte Zeitung, 05.10.2007
	</li>
	<li>
		Finanztreff, 04.10.2007
	</li>
	<li>
		Unternehmensangaben, 03.10.2007
	</li>
</ul>

<h2>
	Was sollte man sonst noch wissen?
</h2>

<p>
	Etwa 5 Prozent der Patienten entwickeln während der Behandlung <strong>Antikörper gegen Ustekinumab</strong>. Tendenziell war die Wirksamkeit bei diesen Patienten etwas geringer ausgeprägt – das Vorhandensein von Antikörpern schließt das Ansprechen auf Ustekinumab aber nicht aus.
</p>

<p>
	Die Biologika Infliximab und Ustekinumab sind aufgrund ihres <strong>schnellen Wirkeintritts</strong> auch für schwere Formen der Psoriasis und kritische Situationen geeignet, bei denen ein schnelles Ansprechen erforderlich ist. In den Studien mit Ustekinumab zeigte sich schon nach zwei Wochen bei vielen Patienten eine deutliche Besserung. Bis zur 24. Behandlungswoche sprachen in den Studien 76% der Patienten unter der Dosierung von 45 mg und 85% unter einer Therapie mit 90 mg an.
</p>

<p>
	<img alt="Stelara Broschüre" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileid="19965" data-ratio="144.00" style="width:100px;height:auto;float:left;" width="400" data-src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_07/stelara-heft.jpg.a93e10291665724da49a643f0d73d27e.jpg" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/js/spacer.png">Wer Stelara bekommt, kann vom Arzt eine <strong>Broschüre</strong> bekommen. Sie ist kein Ersatz für den gesetzlich vorgeschriebenen Beipackzettel (Gebrauchsinformation), sondern eine vereinfachte, besser verständliche Form. Die Broschüre unterscheidet sich von anderen, weil sie selbst auf dem Titelblatt keine Fotos "glücklicher Menschen" enthält. Damit entspricht sie äußerlich dem, was wir von einer seriösen Patienteninformation über eine ernsthafte Krankheit erwarten.
</p>

<p>
	Man kann sie nicht selbst anfordern. Das muss der Arzt machen. Für die Bestellung braucht der Arzt diese Nummer: Mat.-Nr.: 100110717
</p>

<h2>
	Lagerung von Ustekinumab
</h2>

<p>
	Die Fertigspritzen müssen im Kühlschrank (2-8°C) aufbewahrt werden. Um den Inhalt vor Licht zu schützen, sollte man die Spritzen in der Originalverpackung lassen. Die Spritzen dürfen nicht eingefroren und nicht geschüttelt werden.
</p>

<p>
	<em>Maria Weiß, Ärztin</em>
</p>

<h2>
	Kosten
</h2>

<p>
	Eine Packung mit einer <strong>Stelara-Spritze oder einem Stelara-Pen kostet 5818,60 Euro</strong> (Stand Juli 2025). Dabei ist es egal, ob 45 oder 90 mg Ustekinumab enthalten sind. Das ist ein Listenpreis. Er kann durch Verträge zwischen Hersteller und Krankenkasse anders sein und dient nur als ungefähre Angabe.
</p>

<p>
	Stelara ist damit im Laufe der letzten Jahre teurer geworden: Im Juni 2020 wurde noch ein Preis von 5186,62 Euro aufgerufen.
</p>

<p>
	Eine Packung mit <strong>einer Spritze Uzpruvo oder SteQueyma, egal in welcher Dosierung, kostet 2938 Euro</strong> (Stand Oktober 2025). 
</p>

<p>
	<strong>Verwendete Literatur:</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		<abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker"><abbr title="eine Art erweiterter Beipackzettel für Ärzte und Apotheker">Fachinformation</abbr></abbr> Stelara
	</li>
	<li>
		Frank Bachmann et al; Stellenwert der Biologika im Praxisalltag; AP Dermatologie/Allergologie 2009; 4: 28-31
	</li>
</ul>

<h2>
	Zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2021/02/03/in-studien-wirksamer-als-in-realitaet" rel="external nofollow">Ustekinumab und Secukinumab: In Studien wirksamer als in Realität</a> (Deutsche Apotheker-Zeitung, Februar 2021)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/ustekinumab-enbrel" rel="">Stelara schneidet besser ab als Enbrel</a>
	</li>
	<li>
		<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/80-stelara/" rel="">Forum: Erfahrungen mit Stelara</a></strong> bzw. Ustekinumab
	</li>
</ul>

<h2>
	Patientenservice der Hersteller
</h2>

<p>
	Der Hersteller von <strong>Stelara</strong> bietet eine <strong>Informationsmappe</strong> mit Broschüren. Außerdem enthält die Mappe einen "Psoriasis Pass": Das ist zum einen eine Scheckkarte, die man bei sich tragen kann. Daraus geht hervor, dass man mit dem Wirkstoff Ustekinumab behandelt wird. Zum anderen gehört dazu ein Heft, in dem man praktischerweise wesentliche Daten für den Arztbesuch dokumentieren kann. Die Informationsmappe kann vom Arzt beim Hersteller bestellt werden. Dafür benötigt der Arzt diese Nummer: Mat.-Nr.: 100111539.
</p>

<p>
	Auch der Hersteller von <strong>SteQeyma</strong> bietet einen Patienteservice an: Broschüren, eine Anleitung zum Selberspritzen und eine Reisekarte zum Beispiel. Dafür können sich Patienten <a href="https://www.celltrion-patientenservice.de/login/" rel="external nofollow">beim Hersteller Celltrion registrieren</a>. 
</p>

<h2>
	Kurz gemeldet
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Dezember 2024</strong>: Die südkoreanische Firma Dong-A ST hat die Zulassung für sein Ustekinumab-Biosimilar Imuldosa erhalten. [<a href="https://www.businesswire.com/news/home/20241219925643/de/" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>April 2024</strong>: Ein weiteres Biosimilar mit dem Wirkstoff Ustekinumab sollte zugelassen werden, meint das Expertengremium der europäischen Zulassungsbehörde. Es wird Wezenla heißen. [<a href="https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/wezenla" rel="external">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Februar 2024</strong>: Die Expertenrunde bei der europäischen Behörde für Arzneimittel hat ein weiteres Biosimilar empfohlen: Pyzchiva. Hersteller ist Samsung Bioepis. [<a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-committee-medicinal-products-human-use-chmp-19-22-february-2024" rel="external">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Januar 2024</strong>: Die Europäische Kommission hat das Biosimilar Uzpruvo zugelassen. Damit ist das erste Biosimilar mit dem Wirkstoff Ustekinumab in Deutschland und Europa offziell da. [<a href="https://ec.europa.eu/health/documents/community-register/html/h1784.htm?utm_source=pocket_saves#mod_download" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Januar 2024</strong>: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Zulassungsantrag für ein weiteres Biosimilar mit Ustekinumab angenommen. Das meldet der Hersteller Accord BioPharma. Sein Biosimilar trägt das Kürzel DMB-3115. [<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/accord-biopharma-inc-announces-us-fda-acceptance-of-biologics-license-application-for-proposed-stelara-biosimilar-dmb-3115-302025983.html" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Dezember 2023</strong>: Weil zunehmend Generika (genauer: Biosimilar) für seinen wichtigsten Kassenschlager auf den Markt kommen, rechnet der Stelara-Hersteller Johnson &amp; Johnson in den USA mit weniger Wachstum. "Die Arznei hatte dem Pharma- und Medizintechnikhersteller im vergangenen Jahr gut 9,7 Milliarden Dollar in die Kassen gespült." [<a href="https://www.handelsblatt.com/dpa/wdh-nachahmerkonkurrenz-johnson-und-johnson-rechnet-mit-weniger-wachstum/29541806.html" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>November 2023</strong>: Die Expertenrunde bei der europäischen Behörde für Arzneimittel hat empfohlen, dass ein Biosimilar mit dem Wirkstoff Ustekinumab zugelassen wird. Es heißt Uzpruvo. Hersteller ist die Stada Arzneimittel AG. [<a href="https://www.ema.europa.eu/en/news/meeting-highlights-committee-medicinal-products-human-use-chmp-6-9-november-2023" rel="external">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>November 2023</strong>: In den USA wurde ein Biosimilar für / mit dem Wirkstoff Ustekinumab zugelassen. Es heißt Wezlana. Hersteller ist die Firma Amgen. [<a href="https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/fda-approves-interchangeable-biosimilar-multiple-inflammatory-diseases" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>November 2020</strong>: Auch bei Stelara bzw. dem Wirkstoff Ustekinumab läuft einmal der Patentschutz ab. Ein Kandidat für einen Nachbau ist FYB202. Eine Studie in Phase III ist startklar. Hersteller sind die Firmen Formycon und Bioeq. [<a href="https://www.dgap.de/dgap/News/corporate/formycon-und-bioeq-geben-start-der-phaseiiistudie-mit-fyb-einem-biosimilarkandidat-stelarar-ustekinumab-bekannt/?newsID=1407399" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Juni 2020</strong>: Stelara hat in einer Studie zur Behandlung vom Systemischen Lupus erythematodes nicht ausreichend gewirkt. Deshalb wird es für diese Erkrankung nicht weiterentwickelt. [<a href="https://www.janssen.com/us/news-center/press-releases" rel="external nofollow">Quelle: Hersteller</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Dezember 2019</strong>: Der entsprechende Ausschuss hat empfohlen, dass Stelara bei Kindern ab 6 Jahren für die Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden kann. Bislang liegt die untere Altersgrenze bei 12 Jahren. [<a href="https://www.ema.europa.eu/en/medicines/human/EPAR/stelara" rel="external">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>September 2019</strong>: Stelara kann nun auch bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Colitis ulcerosa eingesetzt werden. [<a href="https://www.wallstreet-online.de/nachricht/11722679-europaeische-kommission-genehmigt-indikationserweiterung-europaeischen-union-stelara-ustekinumab-janssen-behandlung-mittelschwerer-schwerer-colitis-ulcerosa" rel="external nofollow">Quelle</a>]
	</li>
	<li>
		<strong>Oktober 2018</strong>: Bei Patienten, die nicht gut auf Stelara angesprochen hatten, wurde die Schuppenflechte bei einer Umstellung auf <span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span> (Wirkstoff: Brodalumab) besser. (Quelle: <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30328108/" rel="external">Studie im British Journal of Dermatology</a>)
	</li>
	<li>
		<strong>Oktober 2018</strong>: Stelara wirkt bei einem Systemischen Lupus erythematodes (SLE). In einer Studie mit 102 Patienten war die Krankheit nach einem Jahr bei denen, die Ustekinumab bekommen hatten, nicht mehr so aktiv. (<a href="https://www.prnewswire.com/news-releases/new-phase-2-data-show-stelara-ustekinumab-sustained-improvement-in-disease-activity-in-adults-with-systemic-lupus-erythematosus-through-one-year-300735586.html" rel="external nofollow">Quelle: Hersteller</a>)
	</li>
	<li>
		<strong>Juni 2017</strong>: Wird eine Schuppenflechte nach 16 Wochen mit Stelara nicht deutlich besser, könnte es helfen, die Behandlung zu wechseln – auf Tremfya (Wirkstoff Guselkumab). (Quelle: <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bjd.15750" rel="external nofollow">Studie im British Journal of Dermatology</a>)
	</li>
</ul>

<p>
	Quelle [1]
</p>

<ul>
	<li>
		Reich, Leonardi, Griffiths et al.: "Ergebnisse des klinischen Entwicklungsprogramms mit bis zu vier Jahren Nachkontrolle", 22. Weltkongress der Dermatologen, 22.-29. Mai 2011) Seoul, Korea
	</li>
	<li>
		<a href="http://www.presseportal.ch/de/pm/100000676/100625597/janssen_pharmaceutica" rel="external nofollow">Angaben des Herstellers</a>
	</li>
</ul>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">461</guid><pubDate>Fri, 18 Mar 2011 15:34:00 +0000</pubDate></item><item><title>Fragen und Antworten zu Ustekinumab (Stelara)</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/stelara-fragen/</link><description><![CDATA[<p>
	<strong>Nach der Zulassung des Medikamentes <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> hatte das Psoriasis-Netz Fragen von Betroffenen zum neuen Biologic gesammelt. Hier sind die Fragen und Antworten. </strong>Es antworteten Dr. Christian Englisch und Dr. Silke Overbeck von der Abteilung Medical Information der Janssen-Cilag GmbH.
</p>

<div>
	<div>
		<p>
			<strong>Wenn das Medikament nur alle drei Monate gespritzt wird – wie stellen Sie da sicher, dass der Patient es nicht vergisst? Gibt es ein Patienten-Betreuungsprogramm wie bei anderen Biologics?</strong>
		</p>

		<p>
			Patienten, die eine Behandlung mit Stelara erhalten, können den so genannten <em>Psoriasis Termin Service</em> in Anspruch nehmen, um an Ihren nächsten Termin zur Psoriasis-Behandlung erinnert zu werden. Nähere Informationen hierzu erhält der Patient von seinem behandelnden Arzt.
		</p>
	</div>

	<div>
		<strong>Muss Stelara vor einer Operation abgesetzt werden? Wenn ja – wie sieht es dann mit "ungeplanten" Operationen z.B. nach einem Unfall aus?</strong>

		<p>
			Zu diesen Fragen liegen uns bisher keine Daten vor.
		</p>
	</div>

	<div>
		<p>
			<strong>Darf ich mir trotz Stelara eine Grippeschutzimpfung geben lassen?</strong>
		</p>

		<p>
			Da der Patient bestimmte Arten von Impfstoffen während der Behandlung mit Stelara nicht erhalten soll, muss der Patient seinen Arzt darüber informieren, ob er vor kurzem geimpft wurde oder eine Impfung erhalten soll, damit der Arzt diesbezüglich eine Entscheidung treffen kann.
		</p>
	</div>

	<div>
		<p>
			<strong>Warum soll dieses Medikament erst verschrieben werden, wenn nichts anderes mehr funktioniert bzw. nicht anschlägt?</strong>
		</p>

		<p>
			Für alle Biologics zur Behandlung der mäßigen bis schweren Plaque-Psoriasis gilt, dass sie eingesetzt werden können, wenn andere Arzneimittel und Phototherapie nicht angewendet werden können oder die Patienten darauf nicht angesprochen haben. Auf der Ebene der Biologics kann Stelara als erste Wahl eingesetzt werden.
		</p>
	</div>

	<div>
		<p>
			<strong>Können andere Biologics noch anschlagen, wenn meine Psoriasis auf Stelara nicht oder nur unzureichend reagiert? Und anders herum: Kann ich Stelara bekommen, wenn andere Biologics nicht oder nicht ausreichend angeschlagen haben?</strong>
		</p>

		<p>
			Zu diesen Fragen liegen uns bisher keine Daten vor.
		</p>
	</div>

	<div>
		<p>
			<strong>Hat die Endung der Biologics eine besondere Bedeutung bei der Herstellung oder der Wirkstoffe - gemeint ist das "cept" in Alefacept und Etanercept bzw. das "mab" in Infliximab, Adalimumab, Efalizumab und Ustekinumab?</strong>
		</p>

		<p>
			Die Endungen der einzelnen Biologics stehen für die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Klasse:<br>
			-cept: humanes Rezeptor-Fusionsprotein<br>
			-ximab: chimärer monoklonaler Antikörper<br>
			-zumab: humanisierter monoklonaler Antikörper<br>
			-umab: vollständig humaner monoklonaler Antikörper
		</p>
	</div>

	<div>
		<p>
			<strong>Was kostet so eine Spritze?</strong>
		</p>

		<p>
			Der Apothekenverkaufspreis inklusive Mehrwertsteuer liegt für eine Durchstechflasche im Bereich vergleichbarer Medikamente bezogen auf die Jahrestherapiekosten.<br>
			<em>(Anmerkung der Redaktion: Pro Spritze wird ein Listenpreis von 5186,56 Euro aufgerufen – Stand Oktober 2019)</em>
		</p>
	</div>

	<div>
		<p>
			<strong>Darf Stelara auch bei Krebsvorerkrankungen gegeben werden?</strong>
		</p>

		<p>
			Stelara gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Immunsuppressiva (Arzneimittel, die das Immunsystem hemmen) bezeichnet werden. Immunsuppressiva verringern die Aktivität des Immunsystems. Dadurch kann sich das Krebsrisiko erhöhen. Aus diesem Grund muss der Patient seinen Arzt darüber informieren, ob er jemals eine Krebserkrankung hatte.<br>
			<br>
			Grundsätzlich gilt, dass Patienten Ihre Fragen auch immer mit Ihrem behandelnden Arzt besprechen sollten.
		</p>
	</div>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">354</guid><pubDate>Sat, 07 Feb 2009 06:35:00 +0000</pubDate></item><item><title>Stelara schneidet besser ab als Enbrel</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ustekinumab/ustekinumab-enbrel/</link><description><![CDATA[<p>
	Ergebnisse einer Studie zeigen, dass Ustekinumab (<span ipsnoautolink="true">Stelara</span>) bei der Behandlung einer mittelschweren bis schweren <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> besser wirkt als Etanercept – der Stoff, der in <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> steckt.
</p>

<p>
	In der Studie mit dem Namen Accept wurden den 903 Patienten zwölf Wochen lang Etanercept oder Ustekinumab gegeben. Die einen Teilnehmer bekamen zwei Spritzen mit Ustekinumab verabreicht -– eine zu Beginn und eine vier Wochen später. Den anderen Teilnehmern wurden zweimal pro Woche je 50 Milligramm Enbrel unter die Haut gespritzt.
</p>

<p>
	Erster Punkt der Studie war die Ausprägung der Schuppenflechte nach besagten zwölf Wochen. Als Erfolg wurde gewertet, wenn sich die Psoriasis eines Patient dann um 75 Prozent oder mehr verbessert hatte. Maßgeblich war der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>.
</p>

<ul>
	<li>
		Bei der Gabe von Ustekinumab 45 mg verbesserte sich die Schuppenflechte bei 68 Prozent der Patienten um mindestens 75 Prozent.
	</li>
	<li>
		Bei der Gabe von Ustekinumab 90 mg verbesserte sich die Schuppenflechte bei 74 Prozent der Patienten um mindestens 75 Prozent.
	</li>
	<li>
		Bei der Gabe von Etanercept 50 mg verbesserte sich die Schuppenflechte bei 57 Prozent der Patienten um mindestens 75 Prozent.
	</li>
</ul>

<p>
	Bei mehreren Patienten verbesserte sich die Psoriasis während oder nach der Behandlung mit Ustekinumab sogar um mehr als 90 Prozent. Das waren in der Gruppe mit der kleineren Dosis 36 Prozent, in der Gruppe mit der höheren Dosis 45 Prozent. Bei der Enbrel-Patienten gab es eine derartige Verbesserung "nur" bei 23 Prozent.
</p>

<h2>
	Nebenwirkungen
</h2>

<p>
	Die Zahl der Nebenwirkungen war bei allen drei Gruppen etwa gleich - und ist im übrigen gar nicht so klein:
</p>

<ul>
	<li>
		Bei der Gabe von <b>Ustekinumab 45 mg</b> trat bei <b>66 Prozent</b> der Patienten mindestens eine Nebenwirkung auf - in 1,9 Prozent der Fälle war es mindestens ein "schweres unerwünschtes Ereignis".
	</li>
	<li>
		Bei der Gabe von <b>Ustekinumab 90 mg</b> trat bei <b>68 Prozent</b> der Patienten mindestens eine Nebenwirkung auf - in 1,2 Prozent der Fälle war es mindestens ein "schweres unerwünschtes Ereignis".
	</li>
	<li>
		Bei der Gabe von <b>Etanercept 50 mg</b> trat bei <b>69 Prozent</b> der Patienten mindestens eine Nebenwirkung auf - in 1,2 Prozent der Fälle war es mindestens ein "schweres unerwünschtes Ereignis".
	</li>
</ul>

<p>
	1,9 Prozent der Patienten mit Ustekinumab 45 mg haben die Studie wegen einer schweren Nebenwirkung abgebrochen.
</p>

<p>
	1,2 Prozent der Patienten mit Ustekinumab 90 mg haben die Studie wegen einer schweren Nebenwirkung abgebrochen.
</p>

<p>
	2,3 Prozent der Patienten mit Etanercept 50 mg haben die Studie wegen einer schweren Nebenwirkung abgebrochen.
</p>

<p>
	Bei recht vielen Patienten trat eine Rötung an der Injektionsstelle auf. Das waren bei den Enbrel-Patienetn 14,7 Prozent, bei den Usteikumab-Patienten 0,7 Prozent. Allerdings war Etanercept auch deutlich öfter zu spritzen.
</p>

<h2>
	<b>Was ist Ustekinumab?</b>
</h2>

<p>
	Ustekinumab ist ein neuer monoklonaler Antikörper mit einem neuartigen Wirkmechanismus, der sich gegen die Zytokine Interleukin-12 (IL-12) und Interleukin-23 (IL-23) richtet. Diese auf natürliche Weise im Körper vorkommenden Proteine spielen bei der Regulierung des Immunsystems eine wichtige Rolle und werden auch mit entzündlichen Erkrankungen wie der Psoriasis in Verbindung gebracht.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse der Accept-Studie wurden von Versuchsleitern am 18. September 2008 auf dem 17. Kongress der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) in Paris (Frankreich) vorgestellt.
</p>

<p>
	Am Rande des Kongresses tauchte auch der Name des Medikamentes auf: Zumindest in den USA wird es Stelara heißen. Da alle anderen Biologics ebenfalls allerorts den gleichen Handelsnamen tragen, dürfte das in Europa also auch so sein.
</p>

<p>
	Für Europa wird mit einer Zulassung des Medikaments Anfang 2009 gerechnet. Überall in der Welt - außer in den USA - wird die Firma Janssen-Cilag das Medikament vertreiben. In den USA hat die Firma Centocor die Vermarktungsrechte. <i>cl</i>
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		Presseinformationen der Firmen Centocor und Janssen-Cilag, 18.09.2008
	</li>
	<li>
		Presseinformation der Beraterfirma Decision Resources Inc., 18.09.2008
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">353</guid><pubDate>Thu, 18 Sep 2008 07:34:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
