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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Nahrungserg&#xE4;nzung bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/?d=33</link><description>Artikel: Nahrungserg&#xE4;nzung bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>L&#xE4;sst sich die Psoriasis mikrobiotisch behandeln?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/laesst-sich-die-psoriasis-mikrobiotisch-behandeln-r1127/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_04/darm-mikrobiom-schuppenflechte.jpg.139c1ad1da44f8be9cca222584ab151f.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Kann eine Schuppenflechte gelindert werden, indem die Zusammensetzung der Bakterien des Mikrobioms von Haut oder Darm verändert wird? Das versprechen Hersteller von entsprechenden Kosmetika oder Nahrungsergänzungsmitteln. Was ist dran?</strong>
</p>

<p>
	Es gibt nur wenige Studien, bei denen untersucht wurde, welche Bakterien typischerweise bei Psoriasis-Betroffenen vermehrt oder vermindert zu finden sind. Ungeklärt ist auch, ob bestimmte Bakterien eine Schuppenflechte aufrechterhalten – oder ob es nicht umgekehrt ist: Genauso gut könnte es sein, dass erst die Erkrankung dazu führt, dass bestimmte Bakterien vermehrt oder vermindert auftreten.
</p>

<p>
	Kritiker halten die Behandlung von Erkrankungen mit Bakterien-Extrakten für einen Modetrend, vergleichbar mit der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/vitamin-d-mangel" rel="">Diskussion über Vitamin D</a>. Die meisten Experten verweisen darauf, dass konkrete Wirkungen von Mikrobiotika auf den Körper nicht belegt seien. Andere dagegen prognostizieren, dass mit Hilfe immer genauerer Analyse-Methoden künftig tatsächlich Erkrankungen über das Darm-Mikrobiom geheilt oder gelindert werden könnten.
</p>

<h2>
	Mikroorganismen halten den Körper funktionsfähig
</h2>

<p>
	Mikrobiom ist der Oberbegriff für Kleinstlebewesen (Mikroben), von denen Menschen und Tiere besiedelt sind. Dazu zählen Bakterien, Pilze und letztendlich auch Viren. Sie leben im Darmtrakt, auf der Hautoberfläche, in den Schleimhäuten von Mund, Nase, Ohr und Scheide.
</p>

<p>
	Jeder Körperbereich hat ein unterschiedlich zusammengesetztes Mikrobiom. Denn Bakterien auf der Haut haben völlig andere Funktionen als die im Darm oder im Mund. Sie wandeln Stoffe um (Stoffwechsel) und ernähren und schützen damit die menschlichen Zellen.
</p>

<p>
	Die jeweiligen Mikrobiome sind so ausbalanciert, dass sie die Körperfunktion optimal steuern können. Verändert sich die Zusammensetzung, kann es zu Funktionsstörungen kommen. Das ist dann der Fall, wenn einzelne Bakterienstämme dominieren, während es an anderen mangelt. Sind Haut oder Schleimhäute verletzt oder geschädigt, können Keime (Krankheitserreger) ins Gewebe oder in die Blutbahn gelangen und Krankheiten auslösen.
</p>

<h2>
	Mikrobiom und Immunsystem beeinflussen sich gegenseitig
</h2>

<p>
	Jedes Mikrobiom wird von Immunzellen dauerhaft überwacht: Mast- und T-Zellen (T-Lymphozyten) kontrollieren, ob einzelne Mikrobenstämme gefährlich sind. Bakterien zum Beispiel bilden Antibiotika und Enzyme, können aber auch Infektionen, Vergiftungen oder Entzündungen verursachen. Erkennen Immunzellen eine Gefahr, aktivieren sie Entzündungs-Botenstoffe. Dadurch werden Proteine (Eiweiße) gebildet, die anti-bakteriell wirken. Ist das Immunsystem zum Beispiel durch Medikamente geschwächt, kann es diese Mikroorganismen nicht mehr in Schach halten.
</p>

<p>
	Es gibt aber umgekehrt Bakterienstämme, die beruhigend auf die Immunzellen einwirken, d.h. ihre Aktivitäten hemmen. 80 Prozent des Immunsystems sitzt im Darm. Das erklärt, weshalb das Darm-Mikrobiom Entzündungen im gesamten Körper beeinflussen kann.
</p>

<h2>
	Haut-Mikrobiom bei Psoriasis
</h2>

<p>
	Bei verschiedenen Krankheiten hat man festgestellt, dass das Mikrobiom der Haut nicht mehr im Gleichgewicht ist (Dysbiose). Es unterscheidet sich von dem einer gesunden Haut. So sind in den Psoriasis-Stellen („Läsionen“) vermehrt Bakterienstämme festgestellt worden, die die Interleukine IL-17 und IL-23 aktivieren [1]. Diese Entzündungs-Botenstoffe sind direkt am Ausbruch einer Psoriasis beteiligt:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.dzif.de/de/glossar/staphylococcus-aureus" rel="external nofollow" target="_blank">Staphylococcus aureus</a> (Firmicutes)
	</li>
	<li>
		<a href="https://medlexi.de/Proteobacteria" rel="external nofollow" target="_blank">Proteo-Bakterien</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Andererseits wurde festgestellt, dass deutlich weniger Bakterien in den Läsionen vorhanden sind, die einen hohen Fettanteil haben, gegen oxidativen Stress wirken, Antibiotika bilden können und insgesamt die T-Zellen-Aktivität herunterregulieren – wie Actino-Bakterien.
</p>

<p>
	Für die Neurodermitis <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/raetselhafte-krankheit/" rel="external" target="_blank">konnte nachgewiesen werden</a>, dass die Patienten umso schwerer betroffen waren, desto mehr Staphylococcus aureus (S. aureus) sie auf der Haut hatten. 
</p>

<h2>
	Wie mikrobiotische Kosmetika eingesetzt werden
</h2>

<p>
	Es gibt zwei Ansatzpunkte, die natürliche Zusammensetzung des Haut- Mikrobioms wiederherzustellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Pro</strong>biotika sind ursprünglich Produkte mit lebensfähigen Mikroorganismen. Die sollen die fehlenden Mikroben ersetzen. Werbewirksam werden „probiotische Kosmetika“ angeboten. Sie <a href="https://www.doccheck.com/de/detail/articles/8817-haut-probiotika-schmieren-fur-die-flora" rel="external" target="_blank">enthalten aber keine lebenden Bakterien</a>, sondern lediglich Extrakte. Sonst müssten sie nämlich gekühlt werden. Außerdem gibt es eine Obergrenze für vermehrungsfähige Keime in Pflegeprodukten. Als Wickel oder Auflagen können probiotische Lebensmittel wie Joghurt oder Sauerkraut aufgetragen werden. Die enthalten aber nur dann die Vielfalt der Bakterien, wenn sie natürlich fermentiert sind und nicht industriell.
	</li>
	<li>
		<strong>Prä</strong>biotika sind Produkte mit <a href="https://www.lci-koeln.de/deutsch/veroeffentlichungen/lci-focus/zucker-kohlenhydrate-saccharide" rel="external nofollow" target="_blank">Sacchariden</a> (Zucker). Die sollen „gute“ Mikro-Organismen füttern, um „schlechte“ zu verdrängen. Die wenigen „präbiotischen Kosmetika“, die angeboten werden, enthalten entweder <a href="https://www.laroche-posay.ch/de/Produkte-Behandlungen/TOLERIANE-nbsp-Empfindliche-leicht-reizbare-Haut/TOLERIANE-SENSITIVE-Pr%C3%A4biotische-Creme-p24644.aspx" rel="external nofollow" target="_blank">gar keine Saccharide</a> oder die stehen <a href="https://www.ecco-verde.de/oyuna/natural-balance-praebiotische-gesichtscreme" rel="external nofollow" target="_blank">bei den Inhaltsstoffen sehr weit hinten</a>, so dass es sich nur um minimale Mengen handeln kann.
	</li>
</ul>

<p>
	Es ist nicht erforscht, wie es <em>langfristig</em> wirkt, wenn man die Zusammensetzung des Haut-Mikrobioms mit äußerlichen Präparaten verändern will. Könnte sich das Mikrobiom gegen diesen Reiz wehren oder könnte es unempfindlich (resistent) werden? Bleibt das Haut-Mikrobiom in der gesunden Balance, wenn man das Präparat absetzt?
</p>

<h2>
	Helfen mikrobiotische Hautprodukte?
</h2>

<p>
	Die angebotenen Kosmetika sind keine Arzneimittel. Es handelt sich um Pflege- oder Medizinprodukte, die in geringen Mengen Wirkstoffe enthalten (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/pharmazeuten-fuer-die-haut-2017-tun-koennen" rel="">Cosmeceuticals</a>). Damit unterstützen sie eine Therapie, ersetzen sie aber nicht. Trotzdem ist es vorstellbar, dass sie in leichten Fällen sogar wirken können.
</p>

<p>
	Für die Psoriasis gibt es kein Pflegemittel mit Mikrobiotika, bei dem ein Effekt nachgewiesen werden konnte. Anders bei der Neurodermitis: Da gibt es Produkte, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/apotheker-schuppenflechte" rel="">die das entzündungsfördernde Bakterium S. aureus zurückdrängen</a>. In Studien hat sich damit die entzündete Haut bei nur mild betroffenen Kindern verbessert. Die Cremes enthalten Keimextrakte des <a href="https://europepmc.org/article/MED/27001317" rel="external">Aquaphilus Dolomiae</a> oder des <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18795916/" rel="external" target="_blank">Vitreoscilla filiformis</a>. Die <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29676534/" rel="external" target="_blank">Europäische Behandlungsleitlinie</a> empfiehlt sie als therapiebegleitendes Pflegemittel.
</p>

<p>
	Weitere Verfahren bei Neurodermitis sind bisher nicht über das Experimentierstadium hinausgekommen. So wurden zum Beispiel lebende Keime in einer Lotion auf die Haut aufgetragen. Danach verbesserte sich der Hautzustand. <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-092017/probiotika-zum-eincremen/" rel="external" target="_blank">Aber schon in der ersten Studienphase blieb unklar, wie oft das wiederholt werden muss und wie lange der Effekt anhält</a>.
</p>

<p>
	Als erfolgreicher Staphylokokken-Killer erwies sich das Antibiotikum <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Mupirocin" rel="external" target="_blank">Mupirocin</a>. Damit konnte die Haut verbessert werden. Doch eine „<a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027" rel="external nofollow">Langzeitanwendung bei Neurodermitis verbietet sich</a>“, weil damit resistente Stämme gebildet werden können.
</p>

<p>
	Nun kommt das Bakterium S. aureus ebenfalls in den Läsionen der Schuppenflechte gehäuft vor. Trotzdem ist es unwahrscheinlich, dass äußerlich aufgetragene Mikrobiotika ähnlich gut wirken. Denn Neurodermitiker haben mit krankmachenden Bakterien, Viren oder Allergenen zu kämpfen, weil die äußerliche Hautbarriere verletzt ist und nicht mehr ausreichend schützt. Bei der Psoriasis dagegen entwickelt sich die Entzündung von innen, weil das Immunsystems gestört ist. Das zeigt sich zwar hauptsächlich auf der Haut; ist aber nicht darauf beschränkt. Es ist unwahrscheinlich, dass vermehrte S. aureus Bakterien <em>auf der Haut</em> die Ursache für eine Psoriasis an <em>Nägeln, Gelenken oder Hand- und Fußflächen</em> sind. Vermutlich sind vermehrte S. aureus eher die Folge der immunologischen Vorgänge.
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpeg" data-fileid="19735" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_04/staphylococcus-aureus-psoriasis.jpeg.8c18967b906b04321fa81fa62b68d4b9.jpeg" rel=""><img alt="staphylococcus-aureus-psoriasis.jpeg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19735" data-unique="zx6twf95b" style="height: auto;" width="1000" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2021_04/staphylococcus-aureus-psoriasis.thumb.jpeg.c11b53cd8857f9173dcc313100aca359.jpeg" loading="lazy" height="560"></a>
</p>

<h2>
	Der Darm als Ziel mikrobiotischer Therapien
</h2>

<p>
	Im Magen-/Darm-Trakt befinden sich 80 Prozent der Immunzellen. Ein gesundes Darm-Mikrobiom gilt als Voraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem. Deshalb werden schon seit vielen Jahren bei Immunkrankheiten wie Schuppenflechte „darmbereinigende“ Methoden propagiert: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/naturheilkunde/fasten-schuppenflechte" rel="">Heilfasten</a> oder <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Colon-Hydro-Therapie" rel="external" target="_blank">Darmsanierung</a>, aber auch „Entgiftung“ (<a href="https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/warum-detox-ein-mythos-ist/" rel="external nofollow" target="_blank">Detox</a>) oder „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/ahit" rel="">Autohomologe Immuntherapie (AHIT)</a>“. Aber lediglich fürs Heilfasten gibt es <a href="https://europepmc.org/article/MED/30691245" rel="external">solide Anhaltspunkte</a> dafür, dass es positiv auf Hautkrankheiten wirken kann. Wer fastet, kann damit die Behandlung seiner Psoriasis unterstützen, sie aber nicht ersetzen.
</p>

<p>
	Seit den 2000-er Jahren boomt die Mikrobiom-Forschung, vor allem die des Darms. Man will wissen, ob und wie ein gestörtes Darm-Mikrobiom krank machen kann. Vor allem soll herausgefunden werden, ob und welche Erkrankungen durch ein ausbalanciertes Darm-Mikrobiom gelindert oder geheilt werden könnten. 
</p>

<p>
	Für die Neurodermitis liegen einige Ergebnisse vor. So berichtete Dr. Annette Jänsch 2014 von einer „seriösen“ mikrobiologischen Therapie, mit der bestimmte Bakterienstämme im Darm gestärkt würden [2]. 2017 zeigte <span ipsnoautolink="true">eine Studie</span>, dass ein Darmbakterien-Mix in Tablettenform die Neurodermitis bei Kindern erheblich verbessern konnte. Erfolgreich war auch, vorbelasteten Kleinkindern vorsorglich Probiotika zu geben. Das wird in einer <a href="https://www.gesundheitsinformation.de/helfen-pro-oder-praebiotika-kinder-vor-neurodermitis-zu-schuetzen.html" rel="external" target="_blank">Auswertung von 2021</a> berichtet. Damit sollte verhindert werden, dass eine Neurodermitis ausbricht.
</p>

<p>
	Welche Bakterienstämme wie wirken und in welcher Dosis sie gegeben werden sollte, ist weiterhin unklar. Präbiotische Nahrungsergänzungsmittel sind bisher kaum erforscht.
</p>

<h2>
	Rolle der Darm-Bakterien bei Psoriasis
</h2>

<p>
	Die meisten Studien sind an Mäusen gemacht worden, die künstlich an Psoriasis erkrankt wurden. Wenn solche Studien nicht an Menschen wiederholt werden, bleibt offen, ob deren Ergebnisse übertragbar sind. In mehreren Fällen wurden lebensfähige Laktobazillen gegeben, so zum Beispiel <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28911642/" rel="external" target="_blank">in einer Studie</a> das Lactobacillus pentosus GMNL-77. Das verringerte bei den Mäusen Entzündungen, Schuppungen und Hautverdickungen. In einer <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23842110/" rel="external" target="_blank">Studie mit Menschen</a> wurden 26 Psoriatikern acht Wochen mit lebensfähigem Bifidobacterium infantis 35624 behandelt. Bei denen gingen die Entzündungswerte von TNF-α sichtbar zurück. Die besten Ergebnisse wurden, wie bei der Neurodermits, mit Breitband-Antibiotika erreicht. Dadurch vermehrte sich <a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0159539" rel="external nofollow" target="_blank">in einer Studie</a> die Gattung der Laktobazillen deutlich. Als Psoriasis-Therapie verbietet sich das aber, da schon jetzt viele Bakterienstämme nicht mehr auf Antibiotika ansprechen. 
</p>

<p>
	Bisherige Aussagen über das Darm-Mikrobiom bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis sind nach einer <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32392785/" rel="external" target="_blank">2020 erschienenen Auswertung</a> widersprüchlich. So sei es noch offen, ob die Vielfalt der Bakterienstämme überhaupt vermindert ist. Es gäbe zwar Studien, nach denen bestimmte Darmbakterien bei Psoriasis häufiger vorkommen. Man sei sich aber nicht darüber einig, welche genau das sind. Ungeklärt sei auch, ob das Ursache der Entzündung oder ihre Folge ist. Wegen aller dieser Ungewissheiten halten die Autoren eine Stuhl-Transplantation für das bessere Verfahren, um das Darm-Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stuhltransplantation" rel="external" target="_blank">Fäkale Mikrobiota-Transplantation</a> ist aber bisher viel <a href="https://cdn.aerzteblatt.de/pdf/117/3/m31.pdf?ts=09%2E01%2E2020+08%3A04%3A03" rel="external nofollow" target="_blank">zu aufwendig, als dass sie schon breit angewendet werden könnte</a>.
</p>

<h2>
	Analyse der Darmbakterien
</h2>

<p>
	Die vorhandenen Studien bieten keine sicheren Daten, um zu entscheiden, ob und wie eine mikrobiotische Behandlung bei Psoriasis sinnvoll wäre. Die Studien mit Patienten hatten zu wenig Teilnehmer, um seriöse Aussagen zu machen. Studienergebnisse von Mäusen dagegen sind nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragbar. Außerdem war es bisher sehr aufwendig herauszufinden, welche Bakterien tatsächlich den Darm besiedeln. Man musste vorher wissen, welche Bakterien man sucht. Für die wurden passende Kulturen angelegt, um ihre Existenz zu überprüfen. 
</p>

<p>
	Seit einigen Jahren werden Stuhltest angeboten, aus denen hervorgehen soll, an welchen Darmbakterien es im individuellen Fall mangelt. Die prominente Hautärztin Dr. Yael Adler gibt ihren Patienten anhand von solchen Laboranalysen Ernährungstipps und rät zu zusätzlichen Prä- und Probiotika aus der Apotheke. Damit würde sie „<a href="https://www.welt.de/wissenschaft/plus214650858/Yael-Adler-Die-Hautaerztin-im-Interview.html" rel="external nofollow" target="_blank">fantastische Erfolge erzielen</a>“ und sei „auf dem aktuellen Stand der Mikrobiom-Forschung“.
</p>

<p>
	Dagegen bestätigt der Gastroenterologe Professor Heiner Wedemeyer in 2021 erneut die <a href="https://www.dgvs.de/wp-content/uploads/2018/09/PM_2018_09_Stuhltests-Mikrobiom.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Zweifel seiner medizinischen Fachgesellschaft</a>: Von teuren Stuhltests wird abgeraten. Aus „bakteriellen Verschiebungen“ könne man weder einen krankhaften Zustand noch eine chronische Erkrankung ableiten, d.h. diagnostizieren.  Aktuell, so Prof. Wedemeyer, könne man seriös noch keine Ernährungshinweise daraus ableiten, dass bestimmte Bakterien nachgewiesen werden oder andere fehlen. Ganz davon abgesehen, seien die Ergebnisse zwischen den verschiedenen Laboren nicht vergleichbar [3]. 
</p>

<p>
	Anders sieht das Philipp Franke. Er ist Leiter eines kommerziellen Labors, das sich auf den Darm spezialisiert hat. Franke <a href="https://biomes.world/de/online-kongress-darmgesundheit-kongresstag-6/" rel="external nofollow" target="_blank">verweist</a>  auf den wissenschaftlichen Fortschritt: Erst in den vergangenen fünf Jahren sei ein Großteil der heute bekannten Darmbakterien gefunden worden. Das war möglich durch eine neue Analyse-Technik, der „<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DNA-Sequenzierung#Moderne_Ans%C3%A4tze" rel="external" target="_blank">Next-Generation-Sequency</a>“. Damit könne man die komplette DNA-Sequenz des Mikrobioms analysieren; auch von nicht mehr lebenden Bakterien. In einer wissenschaftlichen Datenbank habe man die Funktion jedes bekannten Bakteriums für den Darm gesammelt. Damit könne man das Profil des Mikroms einer Person erklären und daraus Hinweise für Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel ableiten. Durchaus: Da im Darm 80 Prozent des Immunsytems sind, könnte sich ein ausbalanciertes Mikrobiom auch positiv auf Immunrektionen auswirken. 
</p>

<h2>
	Helfen Nahrungsergänzungsmittel?
</h2>

<p>
	Es ist unbestritten, dass das Mikrobiom des Magen-/ Darmtrakts bei den verschiedensten Erkrankungen verändert ist. Das Konzept, schädliche Bakterien des Darm-Mikrobioms durch nützliche zu verdrängen und damit konkrete Krankheiten zu behandeln, ist aber bisher nicht belegt. Es ist <a href="https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/die-macht-des-mikrobioms/" rel="external nofollow" target="_blank">nur teilweise bekannt</a>, welche Bakterien bei welcher Erkrankung wirken könnten. Nicht klar ist, weshalb die gleiche probiotische Gabe bei manchen Patienten anschlägt, bei anderen aber überhaupt keine Wirkung zeigt. Der Gastroenterologe Professor Thomas Frieling <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2018/daz-42-2018/probiotika-fluch-und-segen" rel="external nofollow" target="_blank">weist darauf hin</a>, dass man nicht messen könne, ob diese Präparate ansprechen würden. Es fehle ein „klinischer Biomarker“. Er rechnet bei diesen Präparaten mit einem Placebo-Effekt bei 40 Prozent der Anwender, nicht zuletzt wegen der Werbung und des Hypes darum. 
</p>

<p>
	Professor Frieling rät er zu einer „fundierten Zurückhaltung“. Die Daten seien derart unterschiedlich, dass man noch nicht alle Risiken kenne. So hätten Probiotika nach Antibiotika-Behandlungen verhindert, dass die Darmflora sich natürlich wiederaufbaut. Bei langfristiger, hochdosierter Probiotika-Gabe können bisher wenig bekannte Nebenwirkungen auftreten, <a href="https://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/die-macht-des-mikrobioms/" rel="external nofollow" target="_blank">wie US-Forscher herausgefunden haben</a>: Fehlbesiedlungen, Konzentrationsstörungen, psychische Beschwerden, Todesfälle bei Bauchspeichelentzündung. 
</p>

<p>
	Wer Probiotika als Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich aufnimmt, sollte ärztlich betreut und regelmäßig kontrolliert werden.
</p>

<h2>
	Gesunde Lebensmittel und Heilfasten
</h2>

<p>
	Naturheilkundler wie Dr. Bernhard Uehleke empfehlen vor allem, den Darm mit „guten“ Bakterien zu versorgen. Die finde man in <a href="https://www.hs-fulda.de/fileadmin/user_upload/RIGL/MoDiVe/Prae-Probiotika_Informationsblatt.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">Lebensmitteln, die viele lebendige Bakterienkulturen enthalten</a>. Wichtig sei vor allem, einmal täglich <a href="https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/fermentieren-hipster-trend-oder-richtig-gesund/" rel="external nofollow" target="_blank">Fermentiertes</a> aufzunehmen: Sauermilchprodukte (Joghurt, Kefir, Ayran, Lassi, Dickmilch) oder Milchsauervergorenes (Bohnen, Möhren, Sauerkraut). Es würden schon kleine Mengen reichen.
</p>

<p>
	Das Problem ist, dass bei industriell gefertigten, fermentierten Lebensmitteln ein Großteil der Mikroorganismen durch Erhitzen abgetötet wird. „Probiotisch“ hießen früher Produkte, denen nachträglich ausgewählte Zuchtkulturen und Hefen zugesetzt wurden. Diese gesundheitsbezogene Bezeichnung ist <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/lebensmittel-mit-speziellen-bakterienkulturen-frueher-probiotika-13937" rel="external nofollow" target="_blank">inzwischen nicht mehr zugelassen</a>. Bei der natürlichen Fermentierung dagegen bleibt eine „<a href="https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/fermentieren-hipster-trend-oder-richtig-gesund/" rel="external nofollow" target="_blank">üppige Vielfalt an Bakterien, Pilzen oder Hefen im Essen</a>.“ Es gibt solche Lebensmittel zu kaufen, aber man kann sie auch leicht selber herstellen – zum Beispiel frischen Joghurt aus Bio-Joghurt oder Sauerkraut aus Bio-Kohl.
</p>

<p>
	Heilfasten, so Dr. Uehleke, sei der beste Weg, den Stoffwechsel umzustellen und für die Bildung einer gesunden „Darmflora“ vorzubereiten. Dazu hat er eine <a href="https://fasten-nach-uehleke.de/" rel="external nofollow" target="_blank">eigene Methode</a> entwickelt.
</p>

<h2>
	Helfen probiotische Lebensmittel?
</h2>

<p>
	Der Bundesverband der Verbraucherzentralen <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/kennzeichnung-und-inhaltsstoffe/lebensmittel-mit-speziellen-bakterienkulturen-frueher-probiotika-13937" rel="external nofollow" target="_blank">verweist darauf</a>, dass überprüft wurde, ob industriell fermentierte Lebensmittel tatsächlich einen Gesundheitseffekt zeigen würden. Das konnte aber nur für Rotschimmelreis und lebende Joghurtkulturen nachgewiesen werden. Es sei unklar, wie diese Lebensmittel bei Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder immungeschwächten Personen wirken würden. Die sollten sicherheitshalber mit dem behandelnden Arzt sprechen, bevor sie vermehrt zu Fermentiertem greifen.
</p>

<p>
	Es war bisher nicht möglich zu zeigen, <a href="https://www.quarks.de/gesundheit/ernaehrung/fermentieren-hipster-trend-oder-richtig-gesund/" rel="external nofollow" target="_blank">dass bestimmte Bakterien aus Lebensmittel tatsächlich im Darm angekommen sind</a>. Trotzdem gehören fermentierte Lebensmittel zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung. Sie enthalten viele Vitamine, Ballaststoffe und andere wichtige Inhaltsstoffe.
</p>

<p>
	Heilfasten könnte tatsächlich das Magen-Mikrobiom verändern. Das jedenfalls ergab eine <a href="https://www.ffhdj.com/index.php/ffhd/article/download/752/1344" rel="external nofollow" target="_blank">Studie aus 2020</a>. Die Veränderung, die in diesem konkreten Fall festgestellt wurde, betraf Bakterien, die mit dem Übergewicht zusammenhängen. Eine Reihe von Erkrankungen bzw. Leiden können durch therapeutisches Fasten gelindert werden. Das sei wissenschaftlich nachgewiesen, so die <a href="https://www.dge.de/ernaehrungspraxis/diaeten-fasten/heilfasten/" rel="external" target="_blank">Deutsche Gesellschaft für Ernährung</a>. Unbestreitbar ist regelmäßiges Fasten gesund, steigert das Wohlbefinden und könnte sogar „die Lebensspanne verlängern“ [4]
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.zeit.de/wissen/2017-05/mikrobiom-bakterien-menschen-krankheit-forschung" rel="external nofollow" target="_blank">Da lebt was in Ihnen!</a>, Zeit+, Juli 2017
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/mikroben-als-heilmittel-ein-contra-contra-probiotika/23821228.html" rel="external nofollow" target="_blank">Was gegen den Hype von Probiotika spricht</a>, Tagesspiegel, Januar 2019
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.deutschlandfunk.de/darmbakterien-gesundheit-und-praevention-beginnen-in-den-100.html" rel="external nofollow" target="_blank">Darmbakterien: Gesundheit und Prävention beginnen in den Verdauungsorganen</a>, Dezember 2019
	</li>
	<li>
		<a href="https://medwatch.de/2020/06/10/das-geschaeft-mit-dem-geschaeft/" rel="external nofollow" target="_blank">Mikrobiom-Analysen: Das Geschäft mit dem Geschäft</a>, MedWatch, Juni 2020
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.verbraucherzentrale-bayern.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/nahrungsergaenzungsmittel-mit-mikroorganismen-58854" rel="external nofollow" target="_blank">Nahrungsergänzungsmittel mit Mikroorganismen</a>, Verbraucherzentrale Bayern, April 2021
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.diepta.de/news/bakterien-enzyme-zerlegen-mikrobiom-der-haut" rel="external nofollow">Enzyme zerlegen das Mikrobiom der Haut</a>, Die PTA, 08.09.2021
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.riffreporter.de/de/wissen/mikrobiom-forschung-fakten-fehlinformationen-mythen-darm-bakterien-gesundheit" rel="external">Zwölf Mythen über das Mikrobiom und was an ihnen dran ist</a>, RiffReporter 15.8.2023
	</li>
</ul>

<p>
	...und zum Weitergucken eine Experten-Diskussion bei WildMics vom Januar 2022
</p>

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	</div>
</div>

<p>
	Quellen
</p>

<p>
	[1] „Haut – Mikrobiome und Psoriasis“, Prof. Dr. Karin Loser (Münster), Vortrag am 2. 12.2016 beim Wissenschaftlichen Treffen zur „Mikrobiome und Haut“ der Fondation René Tourainein Paris.
</p>

<p>
	[2] Dr. Annette Jänsch (Hochschulambulanz für Naturheilkunde, Berlin) auf der 48. Medizinische Woche, Baden-Baden
</p>

<p>
	[3] E-Mail-Antwort von Professor Dr. med. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, 25.03.2021
</p>

<p>
	[4] „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/buecher/heilen-mit-der-kraft-der-natur" rel="">Heilen mit der Kraft der Natur</a>", Professor Andreas Michalsen, 2007, S. 95
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1127</guid><pubDate>Tue, 06 Apr 2021 12:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Curcumin-Kapseln d&#xFC;rfen nicht mehr als Entz&#xFC;ndungshemmer beworben werden</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/curcumin-kapseln-dr-loges-urteil/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_02/kurkuma-curcumin.jpg.9deffceca2cebfc04b49e693aca047ce.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Einer der größten Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln in Kapsel- oder Tablettenform darf nicht mehr damit werben, dass seine Curcumin-Kapseln gesundheitsfördernd wären. Das hat der Verbraucherzentrale Bundesverband vor Gericht erstritten.</strong>
</p>

<p>
	Kurkuma im Allgemeinen und Curcumin-Kapseln im Besonderen werden seit Jahren auch bei <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> oder <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> als Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.
</p>

<p>
	Die Verbraucherzentrale (vzbv) klagte beim Landgericht Lüneburg gegen die Firma Dr. Loges + Co. Dabei ging es vor allem um Werbeaussagen. Nach Meinung der Verbraucherschützer erweckt der Hersteller darin den Eindruck, dass mit den Kapseln Entzündungen behandelt werden könnten. Konkret hieß es in der Werbung im Internet:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			(<em>Das Produkt</em>) unterstützt mit Vitamin D eine gesunde Immunantwort bei Entzündungen
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	Zwar sei die Aussage, dass Vitamin D zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitrage, in der EU zugelassen – so das Gericht. Aber: das sei "eine völlig andere Aussage als die Behauptung, das Produkt könne zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt werden", heißt es in einer <a href="https://www.vzbv.de/urteil/gesundheitswerbung-fuer-curcumin-kapseln-untersagt" rel="external nofollow" target="_blank">Erklärung des vzbv</a>.
</p>

<p>
	In der Werbung wurde außerdem behauptet, Curcumin würde in Leitlinien der Ärzte zur Therapie von <span ipsnoautolink="true">Colitis ulcerosa</span> empfohlen. Diese Aussage hat das Gericht als irreführend eingestuft. Zwar taucht Curcumin in <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-009" rel="external nofollow">besagter Leitlinie</a> auf, doch lediglich mit "Empfehlungsgrad 0" – also auf der untersten Stufe. Allerdings wird in der Leitlinie auch auf eine Studie verwiesen, in der Curcumin durchaus positive Wirkungen bei Colitis ulcerosa zeigte: Es gab innerhalb der sechsmonatigen Einnahme bei den Patienten weniger Schübe (Rezidive) und die Erkrankung war weniger aktiv. <a href="https://academic.oup.com/ecco-jcc/article-abstract/8/3/208/528048?redirectedFrom=fulltext" rel="external nofollow">Zwei</a> <a href="https://www.cghjournal.org/article/S1542-3565(15)00158-5/fulltext" rel="external nofollow">weitere</a> Studien werden ebenfalls angeführt.
</p>

<p>
	Der Hersteller hat gegen <a href="https://www.vzbv.de/sites/default/files/downloads/2019/02/18/dr._loges_co._gmbh_lg_lueneburg_u_15553-1_l.pdf" rel="external nofollow" target="_blank">das Urteil</a> Berufung eingelegt. Deshalb ist es noch nicht gültig.
</p>

<hr>
<p>
	<strong>Erfahrungen mit Kurkuma-Kapseln bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</strong> haben Betroffene in unserer Community aufgeschrieben. Vor allem diese Diskussion sei da zur Lektüre empfohlen:
</p>
<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedauthorid="33965" data-embedcontent="" data-embedid="embed1455150015" id="ips_uid_4728_7" src="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/20206-heilmittel-entdeckt-curcumin/?do=embed" style="overflow: hidden; height: 413px; max-width: 502px;" loading="lazy"></iframe>

<p>
	 
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1018</guid><pubDate>Wed, 20 Feb 2019 10:39:00 +0000</pubDate></item><item><title>Brauchen wir wirklich Vitamin-D-Tabletten?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/vitamin-d-mangel/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_02/vitamin-d-sonne.jpg.5dd3f82a595a2e0f906bcb2177550996.jpg" /></p>

<p>
	Viele gehen davon aus, dass sie zu wenig Vitamin D aufnehmen. Ein Mangel soll schwere Krankheiten bis hin zu Krebs verursachen. Werbewirksam wird geraten, zusätzlich Vitamin-D-Tabletten einzunehmen; besonders im Winter. Auch bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis wird immer wieder gesagt, Vitamin D könne die Krankheit positiv beeinflussen. Kann da etwas dran sein?
</p>

<h2>
	Vitamin-D-Mangel testen lassen
</h2>

<p>
	Neue Studien belegen, dass eine zusätzliche Vitamin-D-Gabe keine Krankheitsrisiken vermindern kann. Einzige Ausnahme bei Mangel sind die Knochenerkrankungen. Nur, wer einen echten Mangel attestiert bekommen hat, sollte zu den Vitamin-D-Tabletten greifen. Das heißt, bevor man die Pillen kauft, sollte ein Vitamin-D-Test gemacht werden.
</p>

<p>
	Das gilt auch für Psoriatiker: Studien bestätigen, dass Menschen mit Schuppenflechte öfters einen Vitamin-D-Mangel haben als Gesunde. Aber das trifft nicht auf alle zu! Es gibt <em>eine</em> Studie, bei der Patienten mit sehr hohen Vitamin-D-Dosierungen ihre Psoriasis verbessern konnten. So etwas darf aber nur unter strenger ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.
</p>

<p>
	Wissenschaftlich umstritten ist es, ob Gesunde im Winter mit Vitamin<font color="#191e23"><span style="background-color:rgb(255,255,255);"> </span></font>D "unterversorgt" sind. Umstritten ist das, weil es keinen eindeutigen Wert gibt, ab welcher Konzentration im Blut die Gesundheit gefährdet sein könnte. Eine Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Vitamin-D Präparaten ist eigentlich ungefährlich. Aber viele sind überdosiert. Zusätzlich nehmen manche noch weitere Präparate, in denen Vitamin D enthalten ist (z.B. Multi-Vitamine). Das kann schnell zu einer Überdosierung führen. Die aber erhöht das Risiko zu stürzen und sich Knochenbrüche zuziehen oder an den Nieren zu erkranken. In Kombination mit Kalzium können Überdosierungen sogar zu Herzerkrankungen führen.
</p>

<p>
	Wer Vitamin-D-Präparate einnimmt und in (irgendeiner) Behandlung ist, sollte das immer mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen.
</p>

<h2>
	Mit Vitamin D Krankheiten vorbeugen?
</h2>

<p>
	Seit Jahren wird öffentlichkeitswirksam behauptet, bei uns herrsche ein Vitamin-D-Mangel. Wir werden aufgefordert, unseren individuellen Status messen zu lassen. Vor allem sollten wir unbedingt Vitamin-D-Präparate einnehmen, um Gesundheitsgefahren vorzubeugen: Knochenkrankheiten (Osteoporose, Osteomalazie), Tumoren, Asthma, Multipler Sklerose, Diabetes, rheumatoider Arthritis, Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen (Bluthochdruck), Depressionen und verschiedenen Autoimmunerkrankungen. Die meisten Mediziner haben solche Aussagen stets als „Vitamin-D-Hype“ zurückgewiesen. Jetzt ist endgültig klar, dass sie damit überwiegend Recht hatten.
</p>

<p>
	„<a href="https://www.zeit.de/2019/02/nahrungsergaenzungsmittel-vitamin-d-kapseln-sonnenstrahlen-depressionen" target="_blank" rel="external nofollow">Bislang ist nur eindeutig belegt, dass Vitamin D [<em>ursächlich</em>] eine Auswirkung auf die Knochengesundheit hat</a>“. Der Grund für eine Rachitis ist eindeutig ein Vitamin-D-Mangel. Dagegen konnte für keine andere Krankheit wissenschaftlich <sup>[1]</sup> nachgewiesen werden, dass sie durch einen Vitamin-D-Mangel <em>ursächlich hervorgerufen</em> ist. Vor allem ist für wesentliche Krankheiten bewiesen, dass sie durch eine zusätzliche Gabe von Vitamin D weder verhindert, noch effektiv behandelt werden können. Erfolgsmeldungen, die das Gegenteil behaupteten, beruhten auf Beobachtungsstudien. Die zugrundeliegenden Daten waren wissenschaftlich zu schwach belegt.
</p>

<p>
	Im März 2018 sprach die Zeitschrift test vom „<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/03/01/stiftung-warentest-entzaubert-vitamin-d-hype" target="_blank" rel="external nofollow">Entzauberten Vitamin D</a>“. Alle bekannten Studien würden zeigen, „dass Vitamin D weder Krebs, Diabetes, Depressionen noch Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen könne“.
</p>

<p>
	Im Januar 2019 formuliert die <a href="https://www.zeit.de/2019/02/nahrungsergaenzungsmittel-vitamin-d-kapseln-sonnenstrahlen-depressionen" target="_blank" rel="external nofollow">ZEIT, der „Vitamin-D-Mythos“ sei (endgültig) erschüttert</a>: Eine <a href="https://www.kardiologie.org/aha-kongress-2018/nicht-sehr-vital--vitamin-d-gabe-enttaeuscht-in-der-primaerpraev/16263632" target="_blank" rel="external nofollow">5-Jahres-Studie mit fast 26.000 Teilnehmern </a>hatte gezeigt, dass Vitamin-D-Präparate „weder die Häufigkeit von Krebs-Neuerkrankungen noch von Herzinfarkten oder Schlaganfällen“ senken können. Gleichzeitig wird seit längerem vor gesundheitlichen Risiken einer Überdosierung gewarnt (u.a. <a href="https://www.akdae.de/Arzneimittelsicherheit/DSM/Archiv/2017-42.html" target="_blank" rel="external">Nierenversagen</a>, <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/65299/Gesundes-Altern-Hoehere-Vitamin-D-Dosis-kann-Sturzrisiko-erhoehen" target="_blank" rel="external">Stürze </a>oder <a href="https://www.apotheken-umschau.de/Vitamin-D" target="_blank" rel="external">Nierensteine/-verkalkung</a>). In Kombination mit Kalzium können Überdosierungen sogar zu Herzerkrankungen führen. 
</p>

<p>
	Verbraucherschützer weisen regelmäßig darauf hin, dass <a href="https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/panorama/vorsicht-vor-hochdosiertem-vitamin-d-verbraucherzentrale-niedersachsen/" target="_blank" rel="external nofollow">rezeptfreie Vitamin-D-Präparate häufig deutlich überdosiert </a>sind. <a href="https://www.zeit.de/2019/02/nahrungsergaenzungsmittel-vitamin-d-kapseln-sonnenstrahlen-depressionen" target="_blank" rel="external nofollow">In Großbritannien traten schon viele Fälle „extremer Überdosierung“ auf</a>; in Deutschland bisher nicht.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Vitamin-D-Mangel als Hinweis auf Krankheiten
</h2>

<p>
	Die meisten Experten gehen davon aus, dass ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel <em>nicht die Ursache, sondern die</em> <em><a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-332014/kein-einfluss-auf-erkrankungen/" target="_blank" rel="external"><strong>Folge </strong>einer Krankheit </a></em>ist. Entzündungen, typische Begleiterscheinung für viele Krankheiten, verringern den <a href="https://www.apotheken-umschau.de/Calcidiol" target="_blank" rel="external">25 Hydroxy-Vitamin-D-Wert (25 OH-D)</a>. Wenn also ein niedriger 25 OH-D-Wert gemessen wird, ist das zwar ein Hinweis darauf, dass man erkrankt ist. Fehlendes Vitamin-D ist aber nicht der Grund für die Erkrankung. Das würde erklären, warum mit zusätzlicher Vitamin-D-Einnahme eine Krankheit grundsätzlich nicht verhindert werden kann.
</p>

<h2>
	Vitamin-D-Mangel als Geschäft
</h2>

<p>
	Schätzungsweise zwei Millionen Menschen nehmen bei uns täglich Vitamin-D-Präparate ein – aus Angst, wegen eines Mangels zu erkranken. Im Jahr 2016 wurden in Deutschland Vitamin-D-Präparate für 179 Millionen Euro verkauft. Davon gingen <sup>2</sup>/<sub>3 </sub>rezeptfrei über den Ladentisch. Waren es 2010 noch eine Million Bluttests, waren es sechs Jahre später schon 4,5 Millionen. Die Kosten dafür betrugen in einem Jahr mehr als 87 Millionen Euro <sup>[2]</sup>.
</p>

<p>
	Verursacht hat das eine Kampagne <sup>[3]</sup> in den USA, die der Arzt und Biochemiker <a href="https://www.gesundheitsmanufaktur.de/mse-pharmazeutika/vitamin-d-die-heilkraft-des-sonnenvitamins" target="_blank" rel="external nofollow">Michael F. Holick angestoßen </a>hatte. Er bezeichnete es schon als gefährlichen Mangel, wenn der Vitamin-D-Spiegel bei einem Menschen unter 30 mg/l fällt. Er behauptete, das könne langfristig zu gefährlichen Krankheiten führen. Mit diesem Grenzwert hätten in den westlichen Ländern wie USA oder Deutschland 80 Prozent der Bevölkerung einen Mangel. Damit löste er eine heftige Diskussion über Vitamin-D-Grenzwerte aus <sup>[4]</sup>. Kompliziert wird es auch, wenn genauer nachgefragt wird: Mit welcher Messmethode wurde welches Vitamin-D-Merkmal mit welcher Messeinheit wie oft ermittelt? „<a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2016/daz-11-2016/vitamin-d-messen" target="_blank" rel="external nofollow">In Deutschland zeigen die regelmäßig bundesweit durchgeführten Ringversuche, dass die Methodenunterschiede bei der Vitamin-D- Bestimmung erheblich sind.</a>“ Das führt zu völlig unterschiedlichen Werten. Abgeraten wird von wenig zuverlässigen Schnell-Tests aus der Apotheke. Eine einmalige Messung bringt unter diesen Umständen kein verlässliches Ergebnis.
</p>

<h2>
	Unterversorgung mit Vitamin D ja, gefährlicher Mangel nein
</h2>

<p>
	Unbestritten ist, dass die Bevölkerung nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt ist. Mehr wäre besser für die Knochengesundheit. Experten halten diese "Unterversorgung" aber trotzdem nicht für gesundheitsgefährdend. Bei den meisten könne sie mit einfachen Mitteln ausgeglichen werden: „Es sollten 15 bis 20 Minuten Mittagssonne zwischen April und Oktober mit hochgekrempelten Armen genügen, um die Vitaminspeicher zu füllen“ <sup>[5]</sup>. <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-5-2017/vitamin-d-wann-wie-viel-ueberhaupt" target="_blank" rel="external nofollow">Kontrovers ist, ob Gesunde während der dunklen Jahreszeit Vitamin-D-Präparate einnehmen sollen</a>. Einige Experten gehen davon aus, dass sich der Vitamin-D-Speicher bis zu einem riskanten Grenzwert leeren könnte. Andere halten das für übertrieben. Über die Ernährung kann man ebenfalls Vitamin-D aufnehmen, wenn auch nur in begrenzter Menge von zehn bis 20 Prozent.
</p>

<h2>
	Wer Vitamin-D-Tabletten nehmen sollte
</h2>

<p>
	Es gibt Risikogruppen die tatsächlich zusätzlich Vitamin-D-Präparate nehmen sollten: 
</p>

<ul>
	<li>
		Personen, die sich sehr selten im Freien aufhalten wie Gebrechliche, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind oder Pflegeheimbewohner. <em>Nicht genannt werden Büroangestellte, Computer-Nerds und andere Stubenhocker.</em>
	</li>
	<li>
		Personen, bei denen wenig Sonnenlicht auf die Haut kommt, wie bei Vollverschleierten.
	</li>
	<li>
		Menschen mit dunkler Hautfarbe, die in sonnenarmen Gegenden leben.
	</li>
	<li>
		Kinder in den ersten 12 bis 18 Lebensmonaten bis zum zweiten erlebten Sommer.
	</li>
	<li>
		Bei folgenden Krankheiten: Hautkrebs, Magersucht (Anorexie), Zöliakie, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Kurzdarmsyndrom, chronischen Leber- und Nierenerkrankungen. 
	</li>
	<li>
		Wer Medikamente wie Glucocorticoide (Kortison innerlich!), Antikonvulsiva oder Zytostatika nimmt, muss den Vitamin-D-Spiegel beobachten.
	</li>
	<li>
		Personengruppen, die häufig von einem Vitamin-D-Mangel betroffen sind, sollten ihren Vitamin-D-Status überprüfen lassen: Senioren ab 65 Jahren, Veganer, Vegetarier und möglicherweise auch an Schuppenflechte Erkrankte.
	</li>
</ul>

<h2>
	Dosierung und Hochdosierung von Vitamin D
</h2>

<p>
	Es gibt unterschiedliche Empfehlungen, wie viel Vitamin D man täglich aufnehmen sollte: <a href="https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2017/daz-5-2017/vitamin-d-wann-wie-viel-ueberhaupt" target="_blank" rel="external nofollow">Als ausreichend gelten 400 I.E. </a>(Internationale Einheiten). Das entspricht einer täglichen Menge von 10 Mikrogramm. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt seit 2018 maximal 800 I.E., das sind 20 Mikrogramm (µg) pro Tag <sup>[6]</sup>. Aber Vorsicht: Die Präparate sollten auf Überdosierung kontrolliert sein <sup>[5]</sup>. <a href="https://www.arznei-telegramm.de/html/htmlcontainer.php3?produktid=084_01&amp;artikel=1210084_01k" target="_blank" rel="external nofollow">Wer als Patient in ärztlicher Behandlung ist, sollte den Arzt darüber informieren, wenn zusätzlich Vitamin-D-Präparate eingenommen werden</a>.
</p>

<h3>
	Das Coimbra-Protokoll
</h3>

<p>
	Aktuell wird heftig über eine Therapie diskutiert, bei der Patienten mit Multipler Sklerose mit sehr hoch-dosierten Vitamin-D-Präparaten behandelt werden. Das Konzept („<a href="https://lsms.info/index.php?id=185&amp;L=0" target="_blank" rel="external nofollow">Coimbra-Protokoll</a>“) stammt von dem brasilianischen Arzt Dr. Cicero Coimbra. Der vertritt die These, dass bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen eine genetisch vererbte, teilweise Resistenz gegen die Wirkung von Vitamin D vorliegt (Rezeptor-Störung). Deshalb sei zu wenig Vitamin D im Körper, das auf das Immunsystem wirken kann. Nach eigenen Angaben habe er tausende von <abbr title="Multiple Sklerose"><abbr title="Multiple Sklerose">MS</abbr></abbr>-Patienten behandelt. Bei 95 Prozent seien die Krankheitssymptome zurückgegangen, solange sie hochdosiertes Vitamin<font color="#191e23"><span style="background-color:rgb(255,255,255);"> </span></font>D bekamen.
</p>

<p>
	<a href="https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-therapien/news-article/News/detail/hochdosiertes-vitamin-d-als-zusatztherapie-in-der-behandlung-der-multiplen-sklerose-ein-update/news-pagination/11/?cHash=a0b5f2538206fc35d15a1cf4a1ecc3f2&amp;L=0" target="_blank" rel="external nofollow">Es gibt viele Fragen, Zweifel und Bedenken zu diesem Ansatz</a>. Vor allem hinsichtlich der langfristigen Risiken und Nebenwirkungen. Dr. Coimbra will „aus ethischen Gründen“ keine Studie nach wissenschaftlichen Standards durchführen lassen. Eine wissenschaftliche Zeitschrift hat es abgelehnt, seine Ergebnisse zu veröffentlichen. Die Ethik-Kommission des Verlages hatte sich dagegen ausgesprochen. „<a href="http://ms-stiftung-trier.de/vitamin-d-bei-ms/" target="_blank" rel="external nofollow">Warum er einige Daten nicht aufarbeitet und selbst veröffentlicht, ist unbekannt.</a>“ Auf den ersten Blick gibt es Parallelen zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Rath" target="_blank" rel="external">Dr. Matthias Rath</a>. Der behauptete, mit hoch-dosierten Vitaminpräparaten Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und die Immunschwäche Aids bekämpfen und heilen zu können – mit tödlichen Folgen, wie man inzwischen weiß. 
</p>

<h2>
	Vitamin D und Schuppenflechte
</h2>

<p>
	Über den Zusammenhang von Vitamin D und Psoriasis gibt es verschiedene wissenschaftliche Veröffentlichungen. Vitamin D wird auf der Haut durch UV-Licht gebildet. So ist zum Beispiel der Effekt der Foto-Therapie zu erklären. Dort reguliert es die Entwicklung der Hautzellen, d.h. Teilung, Wachstum, Qualität, aber auch Absterben der Keratonizyten. Vitamin D beeinflusst die Barriere- und Immunfunktion der Haut. Einige Studien gehen davon aus, dass es sogar entzündliche Zytokine unterdrückt.
</p>

<p>
	Eine <a href="https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2018/02/23/vitamin-d-mangel-koennte-psoriasis-beguenstigen/" target="_blank" rel="external nofollow">italienische Studie aus 2017 </a>untersuchte 141 Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis und 62 gesunde Kontrollpersonen. Der Vitamin-D-Spiegel bei den Patienten mit Haut-Psoriasis war deutlich niedriger, als bei gesunden Personen. Je stärker sie betroffen waren, desto geringer waren die Werte. Für Patienten mit Gelenkbeteiligung konnte das aber nicht nachgewiesen werden.
</p>

<p>
	Eine andere <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22013980/" target="_blank" rel="external">italienische Studie aus 2012 </a>hat 145 Patienten mit chronischer Plaque-Psoriasis, 112 mit rheumatoider Arthritis (RA) und 141 Gesunde auf Vitamin<font color="#191e23"><span style="background-color:rgb(255,255,255);"> </span></font>D und Kalzium ein Jahr lang untersucht. Es wurde festgestellt, dass ein Vitamin-D-Mangel bei Patienten mit chronischer Plaque-Psoriasis und bei Patienten mit PsA sehr häufig auftritt. Im Winter betraf das 80% der Patienten, im Sommer etwa 50%. Die Autoren schlossen ausdrücklich aus, dass die Studiengruppen unterschiedlicher Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Danach erhielten die Patienten Vitamin-D-Präparate in den handelsüblichen Dosierungen zwischen 400 und 1000 I.E. Dadurch konnte zwar der Vitamin-D-Status korrigiert werden. Das wäre aber „noch kein Beweis", dass eine <em>zusätzliche</em> Vitamin-D-Gabe Entzündungen verringert. Außerdem, so die Autoren, könnten sie daraus nicht ableiten, dass ein Vitamin-D-Mangel die Psoriasis hervorgerufen oder beeinflusst hat.
</p>

<p>
	In einer Arbeit aus <a href="https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2018/09/24/sonne-fuer-die-haut-vitamin-d-zeigt-sich-ueber-viele-studien-hinweg-als-wertvoller-therapiepartner-fuer-die-entzuendlichen-hauterkrankungen-psoriasis-und-neurodermitis/" target="_blank" rel="external nofollow">2018 haben Wissenschaftler aus Katar Datenbanken durchsucht</a>: Die meisten gefundenen Veröffentlichungen würden davon ausgehen, dass ein Vitamin D-Mangel die Psoriasis fördert. Mehrere klinische und beobachtende Studien berichteten von „vorteilhaften Effekten einer zusätzlichen Vitamin-D-Aufnahme bei der Behandlung dieser Hauterkrankung.“ In einem Fall erhielten Patienten sechs Monate lang einmal täglich 35.000 I.E. Vitamin D<sub>3</sub>. Daraufhin verbesserte sich ihr Vitamin-D-Status und die Schuppenflechte heilte deutlich ab. „Dazu muss jedoch angemerkt werden, dass eine hochdosierte Einnahme von Vitamin D nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen darf.“ Leider waren die gefundenen Veröffentlichungen von sehr unterschiedlicher (statistischer) Qualität. Die Aussagen sind deshalb vorsichtig zu bewerten.
</p>

<h2>
	Das Vitamin wird unterschiedlich aufgenommen
</h2>

<p>
	Interessant ist, dass die Autoren aus Katar zur Vorsicht mahnen, Vitamin-D-Studien aus unterschiedlichen Ländern zu vergleichen. Denn nicht jede ethnische Gruppe besitze die gleichen Vitamin-D-Rezeptoren. So fand man sie zwar bei einer italienischen und einer chinesischen Bevölkerungsgruppe, nicht aber in der kroatischen und ägyptischen Bevölkerung. Wer schlechter Vitamin<font color="#191e23"><span style="background-color:rgb(255,255,255);"> </span></font>D aufnimmt, bekomme eher eine Psoriasis und spreche nicht so gut auf entsprechende Therapien (wie zum Beispiel UV-Bestrahlung) an.
</p>

<h2>
	Fazit
</h2>

<p>
	Die Veröffentlichungen lassen vermuten, dass bei Patienten mit Psoriasis häufiger ein Vitamin D-Mangel auftritt als in der gesunden Bevölkerung; insbesondere im Winter. Alle Autoren empfehlen deshalb, dass Menschen mit Schuppenflechte auf einen Vitamin-D-Mangel untersucht werden sollten. Bei einem festgestellten tatsächlichen Mangel sollten dann Vitamin-D-Präparate eingenommen werden. <a href="https://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_vitamin_d-131898.html" target="_blank" rel="external nofollow">Von einem Vitamin D-Mangel spricht man, wenn der Marker 25-OH- D unterhalb von 30 nmol/l (12 ng/ml) liegt.</a>
</p>

<p>
	Andere Experten raten von „vorsorglichen“ Vitamin-D-Messungen ab. Einmalig erhobene Werte seien wenig aussagekräftig, meinen sie. Es gebe unterschiedliche Messmethoden, so dass verschiedene Labore zu abweichenden Ergebnissen kommen. Ein Bluttest „für zu Hause“ sei völlig abzulehnen <sup>[2]</sup>. Stattdessen sollte erst gemessen werden, wenn typische Mangelsymptome auftreten – die aber selten sind.
</p>

<p>
	Auf Ratgeber-Seiten wird als <a href="https://www.netdoktor.de/ernaehrung/vitamin-d/mangel/#vitamin-d-mangel-symptome" target="_blank" rel="external nofollow">Vitamin-D-Mangelsymptome</a> sehr schwammig ein Bündel typischer Alltagsprobleme aufgezählt. <a href="https://www.arznei-telegramm.de/html/2012_10/1210084_01.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">Mediziner verstehen darunter unerklärte Knochenschmerzen, ungewöhnliche Knochenbrüche, unerklärter Anstieg der alkalischen Phosphatase oder niedrige Kalzium- oder Phosphatspiegel</a>. Im ZEIT-Bericht vom Januar 2019 ist der Laborarzt Matthias Orth am radikalsten: „<a href="https://www.zeit.de/2019/02/nahrungsergaenzungsmittel-vitamin-d-kapseln-sonnenstrahlen-depressionen" target="_blank" rel="external nofollow">Es gibt für die Vitamin-D-Bestimmung eigentlich nur eine klare medizinische Indikation: eine Nierenschwäche. Patienten mit dieser Krankheit hätten eine Vielzahl von Stoffwechselproblemen, etwa entkalkte Knochen</a>.“
</p>

<p>
	Die Frage, ob und wie sich mit einer Vitamin-D-Einnahme die Schuppenflechte verbessert, ist damit nicht geklärt. Zwar gibt es die eine Studie, bei der täglich 35.000 I.E.Vitamin D die Psoriasis verbessert haben. Aber Hochdosierungen sind riskant und dürfen, wenn überhaupt, nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Wer sich mit den handelsüblichen Dosierungen selbst versorgt, kann bedenkenlos bis zu 800 I.E. pro Tag nehmen. Wer das Geld nur dann ausgeben will, wenn die Wirkung tatsächlich erwiesen ist, sollte noch einmal mit der Hautärztin oder dem Hautarzt darüber sprechen.
</p>

<hr>
<p>
	<sup>[1]</sup>D.h. durch evidenzbasierte, randomisierte Doppelblind- Studien: Zufallsauswahl, genaue Erfassung der Ausgangsdaten und parallel weitergeführten Therapien, Plazebo-Gruppe zur Kontrolle, weder Arzt noch Patient weiß, wer den Wirkstoff bekommt, statistisch aussagekräftige Teilnehmeranzahl.
</p>

<p>
	<sup>[2]</sup>
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo">
	<div>
		<iframe allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" id="ips_uid_6429_6" src="https://www.youtube.com/embed/DFVL9_qqQIk?feature=oembed" width="200" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<p>
	<sup>[3]</sup> Die New York Times konnte in 2018 Geldgeber hinter dieser Kampagne aufdecken: Pharmafirmen, Hersteller von Labortests + Lobbyverband der Sonnenstudios. <a href="https://www.bukopharma.de/images/pharmabrief/2018/Phbf2018_10.pdf" target="_blank" rel="external nofollow">Die Schattenseiten des Vitamin-D-Papstes – Über die Erfindung eines Gesundheitsproblems, PHARMA-BRIEF 10/2018</a>
</p>

<p>
	<sup>[4]</sup> Das Märchen vom Mangel, Birgit Schumacher, ÖKO-TEST Magazin 12/2018
</p>

<p>
	<sup>[5]</sup> Vitamin D Unter- oder überschätzt?, Inga Richter, PSO aktuell 1/2017 und
</p>

<p>
	<a href="https://www.oekotest.de/hefte/OeKO-TEST-Dezember-2018-Titelthema-Lachs_M1812.html" target="_blank" rel="external nofollow">Test Vitamin-D-Präparate – Lieber in die Sonne, ÖKO-TEST Magazin, 12/2018</a>
</p>

<p>
	<sup>[6]</sup> <a href="https://www.bfr.bund.de/de/ausgewaehlte_fragen_und_antworten_zu_vitamin_d-131898.html" target="_blank" rel="external nofollow">test Nr. 5/2018</a>
</p>

<h2>
	Tipps zum Weiterlesen
</h2>

<p>
	<strong>Psoriasis: Stärkere Symptome bei niedrigerem Vitamin-D-Spiegel</strong><br>
	(<a href="https://www.aponet.de/artikel/psoriasis-staerkere-symptome-bei-niedrigerem-vitamin-d-spiegel-29188" rel="external nofollow">aponet, 26.7.2023</a>)<br>
	Auf einem Kongress zeigte eine Wissenschaftlerin Daten aus einer großen Studie zum Vitamin-D-Spiegel bei Psoriasis. Demnach fand sich ein Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Spiegel bzw. einem Vitamin-D-Mangel und einem höheren Schweregrad der Schuppenflechte. Sprich: War der Vitamin-D-Spiegel im Körper niedrig, war die Psoriasis stärker.
</p>

<p>
	<strong>Mehr Vergiftungen mit Vitamin D gemeldet</strong><br>
	<a href="https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.notrufe-wegen-vergiftung-mehr-menschen-melden-ueberdosierung-mit-vitamin-d.aa3c383c-50c1-4a6f-8cd2-ce35b1e0a26d.html" target="_blank" rel="external nofollow">Stuttgarter Nachrichten, 19.12.2022</a><br>
	Die Mitarbeiter vom Giftinformationszentrum in Erfurt schlagen Alarm: Sie haben im Jahr 2022 bisher schon 167 Anfragen erhalten, weil jemand Vitamin D überdosiert hatte. Es seien zum Teil sehr hoch dosierte Präparate auf dem Markt - auch als Nahrungsergänzungsmittel, sagt die Leiterin des Giftinformationszentrums. „Wenn man sich da in der Dosierung vertut und statt einem Tropfen einen Milliliter nimmt, hat man doch schon eine deutliche Überdosis.“
</p>

<p>
	Wer einmal zu viel Vitamin D zu sich nimmt, müsse noch nichts befürchten. „Das wird zum Problem, wenn man das jeden Tag machen würde“, sagte die Apothekerin.
</p>

<p>
	Eine chronische Überdosierung führe dazu, dass der Kalziumspiegel im Blut ansteige und das ziehe weitere Folgen nach sich. Dadurch könne es zu Herzrhythmusstörungen kommen und auch Nierenschädigungen seien möglich.
</p>

<p>
	<strong>Ernährung und Vitamin D bei Psoriasis und Neurodermitis</strong><br>
	(<a href="https://player.vimeo.com/video/647677556" rel="external nofollow">Hautnetz Leipzig, 21.11.2021</a>)<br>
	Das Hautnetz Leipzig bot einen Info-Abend an. <a href="https://player.vimeo.com/video/647677556" rel="external nofollow">Dies ist die Videoaufzeichnung davon</a>. Es ging um:
</p>

<ul>
	<li>
		Ernährungshinweise bei Neurodermitis - Dr. med. Jennifer Haiduk
	</li>
	<li>
		Neue Aspekte zur Ernährung bei Psoriasis - Prof. Dr. med. Jan C. Simon
	</li>
	<li>
		Aktuelles zum Vitamin D – nicht nur bei Hauterkrankungen - Dr. med. Dietrich Barth
	</li>
</ul>

<p>
	<a href="https://www.hautnetz-leipzig.de/wp-content/uploads/2020/12/211013_PDF-Programm_Patientenfortbildung_16-11-2021_Hautnetz.pdf" rel="external nofollow">Das Programm könnt Ihr auch hier nachlesen</a>.
</p>

<p>
	<strong>Nierenschädigung durch Vitamin-D-Supplemente</strong><br>
	(<a href="https://www.arznei-telegramm.de/html/2020_07/2007055_03.html" target="_blank" rel="external nofollow">arznei-Telegramm 51/2020</a>)<br>
	Berichtet wird von einer Frau, die neben ihren wöchentlichen Vitamin-D-Tabletten noch täglich Tropfen eines Nahrungsergänzungsmittels mit Vitamin D und K2 einnahm. Am Ende stand ein Nierenversagen.
</p>

<p>
	<strong>Vitamin D wissenschaftlich geprüft</strong><br>
	(<a href="https://youtu.be/ud9d5cMDP_0" rel="external nofollow">maiLab, 19.11.2020</a>)<br>
	Mai Thi Nguyen-Kim ist Chemikerin und erklärt im maiLab sehr, sehr viel von dem, was uns auch beschäftigt. In dieser Folge hat sie sich Vitamin D vorgenommen. Das ist nichts zum Nebenbeigucken – also macht es euch gemütlich und guckt euch das Video in Ruhe an.
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
	<div>
		<iframe allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" allowfullscreen="" frameborder="0" height="113" src="https://www.youtube-nocookie.com/embed/ud9d5cMDP_0?feature=oembed" title="Vitamin D wissenschaftlich geprüft" width="200" loading="lazy"></iframe>
	</div>
</div>

<p>
	<strong>Vitamin D und das das Coimbra-Protokoll – nützlich oder Humbug?</strong><br>
	(<a href="https://youtu.be/gr8MqaM1JxU" rel="external nofollow">DoktorWeigl, 08.01.2020</a>)<br>
	Dr. Tobias Weigl, Arzt und Schmerzforscher, erklärt hier, was man über die Hochdosis-Therapie mit Vitamin D und über das Coimbra-Protokoll wissen sollte, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt.
</p>

<div class="ipsEmbeddedVideo" contenteditable="false">
	<div>
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	</div>
</div>

<p>
	<strong>Der Vater des Vitamin-D-Hypes</strong><br>
	(<a href="https://blog.endokrinologie.net/michael-holick-vitamin-d-3841/" rel="external nofollow">Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, 1.9.2018</a>)<br>
	Der Hype um Vitamin D hat einen Namen: Michael Holick. Der Hormon-Experte aus Boston hat den Trend mitbegründet, nach dem ein Mangel an Vitamin D für weit verbreitet erklärt wurde – und der als Begründung für das inflationäre Schlucken von Vitaminpillen herhalten muss. Im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie wird ein Artikel aus Medscape referiert, der sich dem Vitamin-D-Enthusiasten widmet.
</p>

<p>
	<strong>Omega-3-Kapseln und Vitamin D – helfen sie bei Schuppenflechte?</strong><br>
	(<a href="https://medizin-transparent.at/omega-3-schuppenflechte-vitamin-d/" rel="external nofollow">Medizin transparent, 24.8.2018</a>)<br>
	Was dem einen seine Aloe vera oder das Kokosöl, sind dem anderen die Omega-3-Fettsäuren oder gern auch hoch dosierte Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D. Die Experten vom österreichischen Projekt „Medizin transparent“ haben sich angeguckt, was Studien zu diesem Thema sagen.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">1012</guid><pubDate>Wed, 13 Feb 2019 09:58:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein fauler Kompromiss</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/ein-fauler-kompromiss/</link><description><![CDATA[<p>
	Martina hat sowohl von innen als auch von außen in den Griff bekommen: Sie arbeitete an ihrer Psyche und mit Lebertran. Der Erfahrungsbericht eines Betroffenen.
</p>

<p>
	Hallo,
</p>

<p>
	meine Erfahrungen mit Psoriasis waren bisher glücklicherweise nur kurz, jedoch sehr heftig!
</p>

<p>
	Das erste Mal trat Psoriasis im Alter von 48 Jahren bei mir auf im Analbereich, an den Ellenbogen und auf der Kopfhaut. Ich bekam von meinem Dermatologen einen Flyer in die Hand gedrückt, den solle ich mir durchlesen, darüberhinaus gebe es nicht viel, was er für mich tun könne, hieß es. Erst, wenn es ganz schlimm wäre und 80% der Körperoberfläche betroffen seien, müsse ich stationär mit Cytostatica behandelt werden... Er verschrieb mir (bis dahin??) eine Packung Multilind-Salbe (Wirkstoff: Nystatin gegen Pilzinfektionen) und entließ mich mit dem Hinweis, die Mittel, die ich mir ohne Rezept kaufen könne, würden sowieso nicht helfen und die Mittel, die helfen, seien halt Cytostatica mit üblen Nebenwirkungen. Auf meine Nachfrage, ob die Krankheit psychisch ausgelöst sein könnte, antwortete er lapidar: "Sie können natürlich einen Psychtherapeuten aufsuchen, allerdings machen Sie auf mich keinen depressiven Eindruck".
</p>

<p>
	Wenn es so ist, dachte ich, muss ich mich mit der Schulmedizin ja nicht weiter befassen und habe also auf eigene Faust versucht, mir Hilfe zu holen, u.a. auch in diesem Forum. Hier fand ich es sehr hilfreich, von Menschen zu lesen, die auch mit dieser Krankheit dem Leben offenbar viel Freude und Sinn abgewinnen konnten - das hat mir zunächst sehr geholfen auf dem Tiefpunkt meiner Stimmung!
</p>

<p>
	Überhaupt habe ich zunächst viel über Psoriasis gelesen und habe mich vor allem immer wieder gefragt, welche Botschaft diese Krankheit wohl für mich bereithält - so wie es Thorwald Dethlefsen und Rüdiger Dahlke in ihren Büchern vermitteln. Gleichzeitig habe ich mich homöopathisch behandeln lassen, Lebertrankapseln genommen und die trockenen Stellen mit Halicar-Salbe eingecremt.
</p>

<p>
	Zunächst verschlimmerte sich mein Zustand rapide - der Ausschlag im Analbereich nässte unaufhörlich, ich konnte kaum noch sitzen oder laufen, hatte starke Schmerzen und war oft völlig verzweifelt. Überall am Körper bildeten sich neue kleine Stellen. Die entscheidende Wendung wurde - so habe ich es jedenfalls erlebt - dann durch ein homöopathisches Mittel eingeleitet, schon nach der ersten Einnahme spürte ich eine deutliche Besserung, es ging dann langsam aber stetig weiter.
</p>

<p>
	Gleichzeitig ist mir bewusst geworden, dass ich seit einiger Zeit in meiner Partner-Beziehung einen "faulen Kompromiss" eingegangen war: Ich war etwa ein Jahr vor Ausbruch der Krankheit drauf und dran gewesen, meinen Partner zu verlassen, habe mich dann aber doch dafür entschieden, es nicht zu tun. An dieser Entscheidung hatte ich 'äußerlich' festgehalten, sie aber innerlich nicht wirklich vollzogen. Das ist mir in dieser Zeit bewusst geworden, und ich habe mich nun auch innerlich darauf einlassen können.
</p>

<p>
	Heute, etwa drei Monate später, erinnern mich nur noch ein paar dunkle Flecken an den Ellenbogen und am Po an diese Zeit - es ist alles verschwunden, und ich bin sehr dankbar - auch für die Erkenntnisse, die ich gewinnen konnte.
</p>

<p>
	Ich weiß natürlich nicht, was nun tatsächlich geholfen hat, ob es das Annehmen der Krankheit war, das Überdenken meiner psychischen Lage, das homöopathische Mitel oder der Lebertran - ich habe es hier einfach so aufgeschrieben, wie ich es ganz subjektiv erlebt habe. Es ist wohl eine sehr individuelle Krankheit und der Weg heraus scheint mir ebenfalls ein jeweils besonderer zu sein.
</p>

<p>
	Ich wünsche allen, ihren Weg für sich finden zu können.Martina (48)
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">803</guid><pubDate>Wed, 22 Dec 2004 21:18:00 +0000</pubDate></item><item><title>Omega-3-Fetts&#xE4;uren aus Gentech-Pflanzen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/omega3-pflanzen/</link><description><![CDATA[<p><b>Fische gibt es nicht wie Sand am Meer, außerdem sind sie oft mit Schwermetall belastet. Da fiel Wissenschaftlern ein, dass man es ja mal mit Pflanzen versuchen könnte: Drei Gene rein, und schon könnten sie Omega-3-Fettsäuren liefern.</b></p><p>Drei zusätzliche Gene können Grünpflanzen noch gesünder machen: Britische Forscher haben die Modellpflanze Ackerschmalwand genetisch so verändert, dass sie die gesunden, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren produziert. Diese essentiellen Fettsäuren kommen in größeren Mengen sonst nur in Fischöl vor. Die Forscher setzten der Pflanze dazu Gene aus einer Mikroalge, einem Augentierchen und einem Pilz ein. Colin Lazarus und von der Universität Bristol und seine Kollegen beschreiben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Nature Biotechnology".</p><p>Omega-3-Fettsäuren schützen auch im Erwachsenenalter vor Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen. Sie sind Bestandteile von Zellmembranen und unverzichtbare Bausteine wichtiger Botenstoffe im Körper. Da sie von Säugetieren nur sehr begrenzt selbst hergestellt werden können, müssen sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Die Hauptquelle für Omega-3-Fettsäuren ist Fisch.</p><p>Da der Fischbestand jedoch abnimmt und Fischöle außerdem häufig mit Schwermetallen belastet sind, suchen Wissenschaftler schon seit längerem nach einer zusätzlichen Quelle für die gesunden Fettsäuren. Gentechnisch veränderte Pflanzen könnten eine Alternative sein: Durch das Einsetzen der Gene stehen der Pflanze Enzyme zur Verfügung, mit der sie eine ganze Reihe verschiedener mehrfach ungesättigter Fettsäuren produzieren kann. <i>cl</i></p><p><i>Quelle: ddp, 14. Mai 2004</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">260</guid><pubDate>Fri, 14 May 2004 03:56:39 +0000</pubDate></item><item><title>Theraflax: eine Entstehungsgeschichte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/nahrung-theraflax-en/</link><description><![CDATA[<p>Im Juni 1998 kam mein Sohn Andreas in den Universitätsferien nach Hause. Er studiert Medizin an der Uni in Kapstadt; wir leben in Somerset West, einein 40 km östlich von Kapstadt gelegenen Vorort.</p><p>Andreas zeigte uns eine Vielzahl  von über  seinen Körper verteilten entzündeten Stellen, jede ungefähr so groß wie ein Markstück. Sie waren rosa, und nässten, und juckten ihn - wir hatten keine Ahnung, was das war.</p><p>Zufällig kam ein weiterer Sohn, Thomas, an diesem Wochenende auch zu uns. Er ist Arzt am Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt (wo 1963 die erste Herzverpflanzung durch Prof. Barnardt erfolgre). Er sah sich die Stellen kurz an, und erklärte dann sofort, "das ist Psoriasis".</p><p>Am folgenden Montag wurde diese Diagnose dann von einem hiesigen. Dermatologen bestätigt.  Das passte auch deshalb, weil wir Psoriasis in der Familie haben: mein Schwiegervater, jetzt 85 Jahre alt, hat das Leiden seit mehreren Jahrzehnten.</p><p>Was tun?</p><p>Die Aussicht, dass mein Sohn nun wahrscheinlich für den Rest seines Lebens mit diesem Zustand leben müsste, und immer wieder die frustrierende Tretmühle überwiegend wirkungsloser und teurer Mittel durchlaufen würde, war mir schrecklich.</p><p>Ich stelle hier seit 15 Jahren kaltgepresste Naturöle her, von denen ich wusste, dass einige beruhigend auf das Immunsystem einwirken, und andere die Substanzen enthalten, die nötig sind, um beschädigtes Hautgewebe zu ersetzen. Eine komplizierte Geschichte.</p><p>Weitere Untersuchungen ergaben, dass bestimmte Störungen im Fettstorfwechsel bei Psoriatikern besonders häufig auftreten, und dass sie zudem in besonderem Masse zu erhöhten Harnsäurewerten neigen. Des weiteren beweist die geographische Verteilung des Leidens, dass das Auftreten der Psoriasis eindeutig mit moderner Lebensweise und westlicher Ernährung zusammenhängt, denn in Nordamerika kommt sie doppelt so häufig vor wie in Westeuropa, obwohl der genetische Hintergrund der Bevölkerungen weitgehend übereinstimmt.</p><p>Mit diesem Wissen habe ich eine ¤lmischung hergestellt, die zur oralen Einnahme bestimmt war, also nicht auf die Haut aufzutragen ist.</p><p>Andreas und ich waren beide verblüfft, als seine Symptome schon nach relativ kurzer Zeit, etwa 2 Wochen, anfingen abzuheilen, und schließlich fast ganz verschwanden. Nach etwa 4 Wochen hatte er nur noch an besonders hartnäckigen Stellen einige kleinere Herde.</p><p>Ich habe sodann, im August 1998, in einer örtlichen Zeitung Inserate aufgeben, in denen ich Psoriatiker bat, sich zu melden, um als freiwillige Probanden dieses Mittel zu erproben. In dieses Programm nahmen wir 20 Patienten auf, die fast alle erfolgreich behandelt wurden. Mit den so gewonnenen Erfahrungen wurde das Mittel  weiterentwickelt, so dass es in seiner heutigen Zusammensetzung dem einzelnen Psoriatiker eine beinahe 100%ige Heilungsaussicht bietet. Leider ist es aber so, dass sich das Leiden langsam wieder einstellt, wenn das Mittel nicht fortwährend weiter eingenommen wird. Der genetische Defekt ist irreparabel. Allerdings ist es in den meisten Fällen möglich, die eingenommene Menge nach Erreichung des optimalen "Nähe-Null" Zustandes zu verringern.</p><p>Der Vorteil von Theraflax besteht darin, dass es relativ billig und sauber ist, keine bekannten negativen Nebenwirkungen hat, und vor allem seine Wirksamkeit nicht nachlässt. Außerdem hat es eine Reihe recht positiver Nebenwirkungen: Senkung des Blutdrucks, der Harnsäurewerte und des Cholesterinspiegels. Viele Patienten berichteten, dass arthritische Schmerzen entweder nachlassen oder sogar ganz verschwinden, was auch für chronische Schmerzen aus alten Gelenk- oder Schulterverletzungen zuzutreffen scheint.</p><p>Besonders schöne Erfolge sind bei Patienten erzielt werden, die unter  der  in  manchen  Fällen  lebensbedrohenden  Psoriasis Arthropatika leiden. Wir haben sogar einige Patienten erfolgreich behandelt, die zuvor Methotrexat bekommen hatten, ein besonders schweres   Medikamentgeschütz   mit   besonders   unangenehmen Nebenwirkungen.</p><p>Theraflax enthält nur kaltgepresste Naturöle. Insbesondere sind keine Färb- oder Konservierungsstoffe beigemischt. Alle Bestandteile stehen auf der sogenannten "GRAS"-Liste" der amerikanischen Food and Drug Administration (GRAS kommt von Generally Recognised As Safe - Allgemein als unschädlich angesehen). Theraflax geht davon aus, dass die bislang verwendeten Mittel der Schulmedizin weitgehend Symptomtherapie betreiben, und nicht an die Wurzel des Leidens gehen.  Die Bestandteile von Theraflax geben dem Körper die Substanzen, die er benötigt,  um die genetisch bedingten Fehlfunktionen zu überbrücken.</p><p>Heute wird Theraflax schon in 6 Ländern verwendet: U.S.A., Großbritannien, Südafrika, Botswana, Namibia und Südafrika. In Deutschland sind derzeit Einführungsversuche im Gange.</p><p><i>Hans Credé</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">261</guid><pubDate>Sun, 07 Mar 2004 12:16:44 +0000</pubDate></item><item><title>Theraflax: &#xD6;lmixtur kann bei Schuppenflechte helfen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/theraflax/</link><description><![CDATA[
<p></p><p>Das Psoriasis Forum Berlin hat im Januar 2000 Theraflax erstmalig in Deutschland der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um eine Mischung aus Naturölen, deren entzündungshemmende Wirkung seit langem bekannt ist. Der Hersteller Helfried Credé aus Südafrika veranlasste ein Gutachten des TÜVs Brandenburg. Darin wurde klar gestellt, dass Theraflax keine unausgewiesenen Stoffe enthält.</p><p></p><p>Vergeblich hatte Credé nach Partnern in Deutschland gesucht, um die Ölmixtur hier testen zu lassen. Das umfangreiche Verfahren, es als Medikament zuzulassen, konnte sich der Hersteller finanziell nicht leisten. Deshalb wurde im Sommer 2001 eine Studie an der Medizinischen Universität Sofia in Bulgarien in Auftrag gegeben.</p><p></p><p>Ein erstes Zwischenergebnis wurde im Mai 2002 veröffentlicht. Darin heißt es, dass Theraflax positiv auf die Hauterscheinungen und vor allem auf die Gelenkschmerzen wirken kann. Die Erfolgsquote entspricht der vergleichbarer Mittel. Noch höher fällt die Erfolgsquote jedoch bei Patienten mit Psoriasis arthritis aus.</p><p></p><p>Theraflax ist ein Gemisch aus natürlichem, kalt gepresstem Leinöl, Schwarzkümmelöl und Borretschöl. Ernsthafte Nebenwirkungen sind von diesen Ölen nicht zu erwarten, aber nicht jeder Magen verträgt es. Die Mischung soll das Immunsystem beruhigen und den Körper umstimmen, gesundes Hautgewebe zu entwickeln. Vor allem Menschen mit Psoriasis Arthritis berichten von länger anhaltenden Erfolgen. Es liegen zahlreiche Berichte von Menschen vor, denen Theraflax langfristig geholfen hat. Das heißt nicht, dass diese Öl-Therapie jedem Psoriatiker hilft oder bei jedem gleich gut anschlägt. Es gibt ebenso Berichte von Misserfolgen oder nur leichten Besserungen.</p><p></p><p>Der Hersteller verweist darauf, dass die Ölmischung das Wachstum der Hautzellen normalisieren kann. Bei der Psoriasis Arthritis soll Theraflax die Knochenhaut, die den Gelenkknochen umhüllt, wieder gesund entwickeln. Gesteuert wird das Hautwachstum von essentiellen Fettsäuren, die in Theraflax enthalten sind. Diese essentiellen Fettsäuren müssen im Körper von Enzymen umgewandelt werden, um aktiv werden zu können. Solche Enzyme sind in den Ölen enthalten. Essentielle Fettsäuren und Enzyme bilden darüber hinaus hormonähnliche Substanzen (Prostaglandine), die die Entzündungen im Körper beeinflussen. Wer weitere Einzelheiten wissen will, wie sich der Hersteller die Wirkungsweise auf die Psoriasis erklärt, sollte sich auf der <a href="http://www.credeoils.com/" rel="external nofollow">Webseite des Herstellers</a> oder der des <a href="https://messmer-naturoel.de/" rel="external nofollow">deutschen Importeurs</a> informieren.</p><p></p><h2>Studie in Sofia</h2><p></p><p>Dr. med. Emil Iliev arbeitet beim Alexander-Universitäts-Krankenhaus in der <a href="http://www.medun.acad.bg/About-us-Eng.html" rel="external nofollow">Abteilung für Dermatologie und Venereologie</a> in Sofia. Er führte im Auftrag des südafrikanischen Herstellers ab 1. Juli 2001 eine Untersuchung durch. Theraflax sollte an Patienten mit Psoriasis Vulgaris und Psoriasis Arthritis getestet werden. Ein kurzer Zwischenbericht wurde im Mai 2002 vorgelegt. Die Studie selbst soll Ende 2002 veröffentlicht werden. Danach wurden 52 Patienten mit Theraflax behandelt und mindestens sechs Monate lang beobachtet. Sie erhielten morgens und abends jeweils 10 ml der Ölmischung.</p><p></p><p>Bei 22 Patienten bildeten sich die psoriatischen Herde deutlich zurück. Weitere 18 Patienten konnten ihre Hauterscheinungen verbessern. Bei 9 Betroffenen ergaben sich keine Verbesserungen und bei 3 Personen verschlechterte sich der Hautzustand. 19 Probanden litten an Psoriasis Arthritis. Alle waren vorher vergeblich mit Methotrexat behandelt worden. Fast alle berichteten, dass zwischen dem 14. und dem 28. Behandlungstag ihre Schmerzen verschwanden und während der 6-monatigen Beobachtungsdauer nicht wiederkehrten. Nur bei einem Patienten, der zugleich Haut- und Gelenk-Pso hatte, war kein positiver Effekt feststellbar.</p><p></p><p>Die Therapie wurde von elf Patienten abgebrochen - weil ihnen der Weg zu lang war oder aus anderen persönlichen Gründen. Insgesamt drei Patienten beendeten die Studie vorzeitig, weil sie Cholesterinprobleme bekamen. Die Laborwerte zeigten, dass Theraflax eine regulierende Wirkung auf den Fettstoffwechsel ausübt und u.a. positiv auf den Cholesterinspiegel wirkt. Es ergaben sich keine Auswirkungen auf die Leberdaten oder die Urinwerte.</p><p></p><h2>Meine Meinung</h2><p></p><p>Für jede chronische Krankheit werden immer wieder "Wundermittel" angeboten. Verzweifelte Patienten sind besonders anfällig für Heilsversprechen. Oft müssen sie sehr viel Geld für solche Mittel oder Therapien bezahlen. Im Endeffekt sind sie dann doch wieder enttäuscht. Hin und wieder stellt sich heraus, dass kriminelle Hersteller Kortison unter ihre Mittel mischen.</p><p></p><p>Selbstverständlich gibt es viele natürliche Wirkstoffe, die sinnvoll bei der Psoriasis eingesetzt werden können. Auch Nahrungsergänzungsmittel, die nicht als Medikament zugelassen sind, können wirken. Nicht bei jedem und nicht in jedem Krankheitsstadium. Das ändert nichts daran, dass es kein Mittel gibt, mit dem die Schuppenflechte endgültig geheilt werden kann. Selbst das Naturöl aus Südafrika verliert seine Wirkung, wenn man es absetzt.</p><p></p><p>Für alle Mittel oder Behandlungsformen bei chronischen Erkrankungen gilt: Was nicht sichtbar oder fühlbar anschlägt, sollte nicht weiter angewendet werden. Bei schulmedizinischen Mitteln sollte man nach sechs Wochen überprüfen, ob das Mittel hilft. Sanfte Naturmittel können auch mal erst nach einem halben Jahr ihre Wirkung zeigen.</p><p></p><p>Ich bin dafür bekannt, gegenüber nicht schul-medizinischen "Alternativprodukten" kritisch eingestellt zu sein. Dass Theraflax wirken kann, konnte ich aber selbst beobachten: Ein Mitglied der Berliner Selbsthilfegruppe ist über das Internet darauf gestoßen. Vor allem bei seiner Gelenk-Psoriasis hat es hervorragend geholfen. Seit Jahren war der junge Mann erstmalig wieder schmerzfrei. Daraufhin haben zehn Personen der Berliner Gruppe dieses Öl ausprobiert.</p><p></p><p>Nach acht Wochen waren mindestens vier von ihnen sehr begeistert. Die restlichen haben nichts oder nur sehr wenig an Wirkungen feststellen können. Bei einigen hat der Magen dagegen rebelliert. Inzwischen hat das Berliner Mitglied aus eigener Überzeugung den Vertrieb von Theraflax für Deutschland übernommen.</p><p></p><p>Es gibt noch keinen endgültigen Abschlussbericht der Theraflax-Studie. Im Zwischenbericht wurde nicht sauber unterschieden zwischen Patienten, die nur Haut-Pso und nur Gelenk-Pso hatten und denjenigen, mit beiden Formen. Es fehlt eine Vergleichsgruppe, die mit Placebos behandelt wurde - also mit wirkungslosen Ölen. So etwas wird in Deutschland immer verlangt, will man nachweisen, dass ein Stoff wirkt. Eine andere Frage ist, welchen Stellenwert bei uns eine wissenschaftliche Untersuchung aus Bulgarien einnimmt.</p><p></p><p>Aber nicht viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln oder Kosmetika lassen in einer umfangreichen Studie testen, wie ihr Produkt auf Patienten mit Schuppenflechte wirkt. Meist belassen sie es bei nicht nachprüfbaren Behauptungen.</p><p></p><p>Der Hersteller aus Kapstadt, Helfried Credé, war selbst in Berlin. Er hinterließ bei uns eher den Eindruck eines sachkundigen Idealisten als den eines gerissenen Geschäftemachers. Vertrauenswürdig sind auf jeden Fall alle diejenigen, die glaubwürdig und unaufgefordert davon berichtet haben, wie ihnen Theraflax geholfen hat.</p><p></p><p>Man muss akzeptieren, dass Außenstehende bei jedem Mittel misstrauisch sind, das im schulmedizinischen Sinn nicht als Medikament zugelassen ist. Theraflax ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Wie auch bei anderen Nahrungsergänzungsmitteln (z.B. Vitamin E- oder Omega3-Produkten) wird nicht bestritten, dass es im Körper wirkt. Die Frage ist nur, mit welcher Intensität.</p><p></p><p>Ich konnte mich persönlich davon überzeugen, dass es Psoriatiker gibt, bei denen genau diese Ölmischung hilft. Ihre Haut bessert sich und ihre Schmerzen gehen zurück. Ob man zu dieser Gruppe gehört, muss man - wie immer - selbst ausprobieren.</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">262</guid><pubDate>Thu, 09 Oct 2003 06:03:22 +0000</pubDate></item><item><title>Omega 3: Gesundheit aus dem Meer</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/omega3-kraft/</link><description><![CDATA[
<p>
	Omega-3-Fettsäuren werden auch gegen entzündliche Erkrankungen wie <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span>, Neurodermitis, entzündliche Darmerkrankungen und rheumatische Beschwerden eingesetzt.
</p>

<p>
	Im menschlichen Körper gibt es als "Eicosanoide" bezeichnete Gewebshormone, die aus ungesättigten Fettsäuren gebildet werden. Erfolgt deren Aufbau aus den vor allem in Pflanzenölen vorkommenden Omega-6-Fettsäuren, so wirken sie entzündungsfördernd. Ganz anders verhalten sich die Omega-3-Fettsäuren, die hochkonzentriert in Fischölen, insbesondere in Lachsöl, enthalten sind: Die aus ihnen vom Körper gebildeten Gewebshormone unterdrücken Entzündungsprozesse und sind eine Art "natürlicher Gegenspieler" zu Omega-6-Fettsäuren.
</p>

<h2>
	<b>Omega-3-Lachsöl hemmt Entzündungen</b>
</h2>

<p>
	Mit dieser "antientzündlichen" Wirkstoffkomponente erklären sich auch die medizinischen Erfolge, die bei der Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis, entzündlichen Darmerkrankungen und rheumatischen Beschwerden mit Omega-3-Fettsäuren erzielt werden.
</p>

<p>
	Die entzündungshemmende Wirkung der Omega-3-Fettsäuren tritt jedoch nicht sofort ein wie bei einem chemischen Mittel, sondern erst allmählich, weil ihre Anreicherung im menschlichen Gewebe nur langsam erfolgt. Dafür wirken sie länger und haben keine Nebenwirkungen. Aus diesem Grund sind sie nach Ansicht von Prof. Olaf Adam auch eine ideale Ergänzung zur herkömmlichen Therapie entzündungsbedingter Krankheiten. Dabei müssen Omega-3-Fettsäuren dem Körper in ausreichend hoher Konzentration zugeführt werden. Als geeignet haben sich hochdosierte Omega-3-Lachsöl-Kapseln erwiesen. Mit Omega-3-Fettsäuren angereicherte Lebensmittel (Brot, Eier, Fruchtsäfte) sind zwar prinzipiell empfehlenswert, für therapeutische Zwecke jedoch deutlich unterdosiert.
</p>

<h2>
	<b>Rheumatische Beschwerden gehen zurück</b>
</h2>

<p>
	Die Speicherung der Omega-3-Fettsäuren im Organismus führt dazu, daß es beispielsweise bei Gelenkrheuma zu einem deutlichen Rückgang der durch die Entzündung ausgelösten Gelenkschwellungen, der morgendlichen Gelenksteifheit und der quälenden Schmerzen kommt.
</p>

<h2>
	<b>Entzündliche Darmerkrankungen</b>
</h2>

<p>
	Bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) gingen in entsprechenden Studien die Symptome wie Koliken, Bauch- und Unterleibsschmerzen sowie Durchfälle zurück. Außerdem verringerte sich die Rückfallhäufigkeit. Die beschwerdefreien Phasen verlängerten sich.
</p>

<h2>
	<b>Schuppenflechte (Psoriasis)</b>
</h2>

<p>
	Bei der Psoriasis - besonders bei ihrer entzündlichen Form - kommt es durch die Einnahme von Omega-3-Lachsöl meist zu einer deutlichen Besserung von Schuppung, Rötung, Juckreiz und Hautschwellungen. Dies bestätigt auch Dr. Ständer von der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/fachklinik-bad-bentheim/" rel="" target="_blank">Fachklinik Bad Bentheim</a>: "In bisher 10 klinischen Studien konnte mehrheitlich eine Besserung der Psoriasis-Symptome festgestellt werden."
</p>

<h2>
	<b>Wirksam bei Neurodermitis</b>
</h2>

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	Gute Erfolge mit Omega-3-Fettsäuten werden auch bei der Behandlung der Neurodermitis erzielt. Neurodermitis ist nicht die Folge einer einfachen Entzündung. Neurodermitiker haben einen angeborenen Mangel an einem bestimmten Enzym. Dadurch kann ihr Körper einige Folgeprodukte des Fettsäurestoffwechsels mit Hormon-Wirkung nicht mehr in ausreichendem Umfang herstellen, während andere Stoffe im Ðbermaß produziert werden. Prof. G. Klett (Gesundheitsamt Heidelberg) empfiehlt die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren bei dieser Hautkrankheit. Seine Begründung: Omega-3-Fettsäuren verhindern das typische Austrocknen der Haut, sie wirken entzündungshemmend und schwächen allergische Reaktionen ab.
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	<b>Förderlich bereits im Kindesalter</b>
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	Bereits Kleinkinder können von den heilsamen Wirkungen profitieren: Heute ist bekannt, daß Muttermilch große Mengen an Omega-3-Fettsäuren enthält, vorausgesetzt, die Mutter nimmt selbst ausreichende Mengen mit der Nahrung oder, weitaus zuverlässiger, mit konzentrierten Lachsölkapseln auf. Mit der Muttermilch werden die wertvollen Fettsäuren an das Kind weitergegeben. Bereits im Säuglingsalter kann auf diese Weise verschiedenen Erkrankungen vorgebeugt werden.
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	<b>Die Dosis macht's</b>
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	Daß sich Omega-3-Fettsäuren insgesamt äußerst positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken, gilt heute als unumstritten. Kaum ein anderer Naturstoff ist ähnlich gut erforscht. Voraussetzung für eine therapeutische Wirkung ist allerdings eine ausreichend hohe Dosierung: Empfohlen werden heute ca. 1 Gramm täglich - eine Menge, die bequem mittels Omega-3-Lachsöl-Konzen-trat in Kapselform (Apotheke) zugeführt werden kann.
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	<em>Quelle: rtv (Fernsehzeitung) Ende November 1998</em>
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