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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Klima-Therapie bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/see/?d=33</link><description>Artikel: Klima-Therapie bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</description><language>de</language><item><title>Argumente f&#xFC;r eine Reha an der Nordsee</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/see/argumente-fuer-eine-reha-an-der-nordsee-r1132/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_04/ddg2021-texture.jpg.cd0b76f9e984e9bf7c27f7a704786009.jpg" /></p>

<p>
	<em>Deutschlands Hautärzte trafen sich virtuell zu ihrer zweijährlichen Tagung. Wir haben uns dort umgehört, was es Neues und Interessantes für Menschen mit Schuppenflechte gibt. In dieser Folge haben wir zusammengetragen, was für eine Reha an der Nordsee spricht.</em>
</p>

<p style="text-align: center;">
	*****
</p>

<p>
	Trotz sehr gut wirkender Medikamente gibt es nach wie vor viele Gründe, wegen der Schuppenflechte eine Rehabilitationsmaßnahme zu beantragen. Dr. Hanka Lantzsch, Chefärztin der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/adressen/kliniken/hautkliniken-akut-kliniken/asklepios-nordseeklinik/?do=getNewComment" rel="">Nordseeklinik Sylt</a>, berichtete über die Vorzüge einer Klimatherapie an der See. Die würde nicht nur der Haut guttun, sondern dem gesamten Körper und der Psyche. Für Patienten gab sie Tipps, mit welchen Argumenten eine Reha an der Nordsee und speziell in ihrer Hautklinik erfolgreich beantragt werden könne.
</p>

<h2>
	Reizklima fördert Körperfunktionen
</h2>

<p>
	Dr. Lantzsch erklärte, wie das Reizklima der Nordsee auf den Menschen wirkt:
</p>

<ul>
	<li>
		Der Energieverbrauch des Körpers wird erhöht. Das macht Hunger.
	</li>
	<li>
		Müdigkeit und tiefer langer Schlaf stellen sich ein.
	</li>
	<li>
		Die Haut kann sich zunächst verschlechtern.
	</li>
	<li>
		Schwelende Infekte können zu Tage treten.
	</li>
	<li>
		Der Blutdruck und die Herzfrequenz steigen (was übrigens bei Menschen mit starkem Bluthochdruck und stärkeren Herzfrequenzproblemen gegen eine Reha an der Nordsee spricht).
	</li>
</ul>

<p>
	Nach 10 bis 14 Tagen haben sich Körper und Mensch an die Bedingungen gewöhnt. Ab der dritten Woche, stellen sich die Vorteile des Reizklimas ein:
</p>

<ul>
	<li>
		Die Haut ist nicht mehr so kälteempfindlich. Sie erwärmt sich nach Kältereizen schneller. Gefäßverengungen gehen zurück.
	</li>
	<li>
		Die "Zitterschwelle" der Muskeln wird zu tieferen Werten verschoben. Sprich: Die Muskeln zittern schon ab einer niedrigeren Temperatur als sonst. Die Muskulatur wird dann eher zur Wärmeproduktion des Körpers herangezogen – der Grundumsatz steigt.
	</li>
	<li>
		Der Anstieg des Blutdrucks und der Herzfrequenz geht zurück.
	</li>
	<li>
		Der Stoffwechsel wird stark beschleunigt.
	</li>
	<li>
		Die lokale Durchblutung steigt – was hilft, Infekte abzuwehren.
	</li>
	<li>
		Die Entzündung wird gehemmt, weil die Klimareize die körpereigene Kortisolausschüttung steigern.
	</li>
	<li>
		Die Schuppen lösen sich (Keratolyse) durch Solebäder und Baden in der Brandung.
	</li>
	<li>
		Die natürliche UV-B-Strahlung kann besser genutzt werden, weil es mittags kühler ist als anderswo in Deutschland und einen die Mittagshitze nicht ins Haus treibt.
	</li>
</ul>

<h2>
	Tipps für den Reha-Antrag
</h2>

<p>
	Wer eine Reha speziell in der Nordseeklinik Sylt absolvieren will, sollte die zum einen deutlich als Wunschklinik angeben. Zum anderen muss unbedingt als führende Diagnose die Hauterkrankung angegeben werden, also Schuppenflechte. Weitere Erkrankungen sollten nur ausnahmsweise aufgeführt werden. Nämlich dann, wenn sie sich ebenfalls durch eine Reha an der Nordsee verbessern würden. Zum Beispiel die allergisch bedingte Erkrankung der Nasenschleimhaut und der Augen (Rhinokonjunktivitis) oder Asthma. Hinweise auf Langzeitwirkung sind dann sinnvoll, wenn damit beschriebene Probleme verbessert werden können.
</p>

<p>
	Dr. Lantzsch wies darauf hin, dass eine Klimatherapie darüber hinaus langfristig und nachhaltig wirkt. So würde sich, über die konkrete Behandlungszeit hinaus
</p>

<ul>
	<li>
		die Atmung durch die Allergen- und Schadstoffarmut und die erhöhte Luftfeuchtigkeit an der See stabilisieren.
	</li>
	<li>
		das Herz-Kreislauf-Systems durch Kältereize, Wind und Aufenthalt in der Sonne angeregt werden.
	</li>
	<li>
		die Kondition durch die geringere Hitzebelastung verbessern. Die gestiegene Ausdauer-Leistungsfähigkeit ermögliche mehr sportliche Aktivitäten.
	</li>
	<li>
		eine Entzündungshemmung, weil die Klimareize die körpereigene Kortisolausschüttung steigern.
	</li>
	<li>
		die Psyche erholen.
	</li>
	<li>
		 die Psoriasis langanhaltend verbessern,  bezüglich <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> und Lebensqualität<br>
		(Schuh, A., U. Topperzer. Klimatherapie bei Hautkrankheiten. Teil 2: Behandlung der Psoriasis vulgaris. MMW 139/20 (1997) 315-316.).
	</li>
	<li>
		der Vitamin-D3-Spiegel auf der Haut ansteigen<br>
		(Schuh, A., W. Kneist, R. Philipona. Heliotherapie im Hochgebirge mit einer quantifizierten Strahlendosis: Einfluß auf den Vitamin-D3-Spiegel im Serum von Psoriasis-patienten. Phys.Rehab.Kur.Med. 5 (1995) (Sonderheft) 21-24).
	</li>
</ul>

<h2>
	Neues Konzept in der Nordseeklinik Sylt
</h2>

<p>
	Im Fall der Nordseeklinik könnten außerdem psychische Erkrankungen im Antrag auf Kostenübernahme mitaufgeführt werden. Denn die bietet neuerdings eine sogenannte „<a href="https://www.asklepios.com/dam/jcr:9973f83a-3c56-4629-b744-8b1941f56cbe/dein%20sylt%20vor.pdf" rel="external nofollow">Verhaltensmedizinisch orientierte Rehabilitation</a>“ (VOR) an. Dabei wird auf die Hauterkrankungen ebenso eingegangen wie auf psychische Belastungen – zum Beispiel auf Depressionen oder Angsterkrankungen. Die Teilnehmerzahl ist mit acht Patienten überschaubar. Die Reha dauert dann auch vier Wochen – also eine Woche länger als bei anderen üblichen Reha-Maßnahmen. Für diesen Ansatz dieses Konzept kommen Patienten mit atopischem Ekzem (Neurodermitis), Psoriasis, Akne und Rosazea infrage.
</p>

<h2>
	Tipp für jeden Nordsee-Urlauber
</h2>

<p>
	Die Chefärztin, Hanka Lantzsch, hatte noch einen Tipp für alle, die irgendwann einmal an der Nordsee entlangstapfen: Ein Spaziergang sollte am Flutsaum entlangführen. Dort seien die Konzentration der Aerosole am höchsten. Das ist der Bereich am Strand, auf dem sich das Angespülte findet.
</p>

<p>
	Wer die Ärztin einmal hören möchte, kann <a href="https://www.abendblatt.de/podcast/die-digitale-sprechstunde/article232024985/Wer-sich-auf-Sylts-Therapieduene-sonnen-sollte.html" rel="external nofollow">einer Podcast-Folge des Hamburger Abendblatts</a> lauschen. Darin erklärt Hanka Lantzsch unter anderem, wer sich in der Therapiedüne der Klinik sonnen sollte.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">1132</guid><pubDate>Fri, 23 Apr 2021 13:13:00 +0000</pubDate></item><item><title>Aus der See kommt Heilkraft</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/see/see-heilkraft/</link><description><![CDATA[<p>Meersalz ist viel mehr als nur ein Würzmittel. Beim Urlaub an der Küste erleben Sie, wie es Lunge und Haut gut tut.</p><p>Brillenträger kennen das, wenn sie schon einmal bei starkem Seewind in der Brandungszone eines Meeres spazieren gegangen sind: Je mehr Gischt von den Wellenkämmen landeinwärts fliegt, desto eher werden die Gläser des Nasenfahrrads trüb. Feinste Salzpartikel setzen sich ab und verhindern den Durchblick. Doch abgesehen davon bringt das so genannte maritime Aerosol aus mikroskopisch kleinen Meerwassertröpfchen nur Vorteile.</p><p>Vor allem ist es gut für Haut und Atemwege. Direkt am Strand enthält ein Kubikmeter Seeluft bis zu ein Milligramm Salz sowie weitere Mineralien und Spurenelemente aus dem Meer. Das hängt natürlich auch vom Salzgehalt des Meeres ab. Im Nordseewasser sind etwa 36 Gramm pro Liter gelöst, in der Ostsee am Skagerrak ungefähr 28 Gramm, wobei die Salzkonzentration nach Osten hin noch weiter abnimmt. Deshalb gilt das Reizklima an der Nordsee auch als stärker ausgeprägt als an der Ostsee.</p><p>Was aber bewirkt das Salz in der Seeluft? Zum einen dringen die in den feinen Wassertröpfchen gelösten Substanzen wie in einem Inhalatorium tief in die Lunge ein. Festsitzender Schleim in den Bronchien wird von diesen Stoffen ganz schonend gelöst. Wer an einer chronischen Atemwegserkrankung leidet, kann deshalb nach einigen Urlaubstagen an der See locker abhusten und wieder gut durchatmen. Auch auf die Nasennebenhöhlen und den Kehlkopf wirkt das Salzwasser-Aerosol befreiend. An der Haut wiederum hat Meersalz einen schuppenlösenden (keratolytischen) Effekt. Verhornte Zellen der obersten Hautschicht werden abgetragen. So trägt das Meersalz auch zum Heilerfolg bei Patienten bei, die in Kurkliniken an der Küste oder auf den Nordseeinseln wegen Neurodermitis, Schuppenflechte oder Akne behandelt werden. Schon wer in Badekleidung eine längere Wanderung im Salz-Aerosol am Meeressaum unternimmt, wird merken, dass die Haut danach glatter und geschmeidiger ist. Verstärkt wird die hornschichtlösende Wirkung des Salzes noch bei warmen Seewasser-Wannenbädern, die zum Beispiel in den Kurmittelhäusern der meisten Badeorte angeböten werden.</p><p><i>Quelle: TZ Gesundheitsmagazin 12/01</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">253</guid><pubDate>Tue, 17 Feb 2004 12:43:44 +0000</pubDate></item><item><title>Klimatherapie bei Hautkrankheiten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/see/reha-klimahaut/</link><description><![CDATA[<p><b>Behandlung der Psoriasis vulgaris</b></p><p>Ob Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Psoriasis oder Osteoporose - eine der effektivsten Therapiemaßnahmen ist oft, die Patienten dem richtigen Klima auszusetzen, und zwar wohldosiert. Früher überwiegend auf Erfahrung basierend, ist die sog. Klimatherapie inzwischen auch wissenschaftlich abgesichert. Die Seminarserie stellt Möglichkeiten moderner Klimatherapie bei "harten" Indikationen vor. (Münch. med. Wschr. 139 (1997) 315-316)</p><p><b>Ein Fallbeispiel</b></p><p>Der 38jährige Patient zeigte mit 26 Jahren erstmals während eines unfallbedingten längeren Krankenhausaufenthaltes psoriatische Hautveränderungen im Sinne eines Köbner-Phänomens im Narbenbereich einer operativ versorgten komplizierten Unterschenkelfraktur. Im weiteren Verlauf kam es zu einer langsamen, progredienten Ausbreitung der erythematös-squamösen Plaques auf Knie, Ellbogen und Gesäß, zuletzt auch zu einem Befall des behaarten Körpers. Der Patient verspürte keinen Juckreiz; es wurde keine Gelenkbeteiligung festgestellt.</p><p>Bis heute ist der Verlauf wechselhaft mit oft monatelangen erscheinungsfreien Intervallen. Die gute Sonnenverträglichkeit führt zu einer regelmäßigen Besserung des Hautzustandes in den Sommermonaten. Als "Verschlechterungsfaktoren" wirken psychischer und physischer Streß sowie übermäßiger Alkoholkonsum.</p><p>Familienanamnese. Der Vater des Patienten leidet seit vielen Jahren an Psoriasis vulgaris.</p><p>Hautbefund. Befallen sind Knie, Ellbogen, Unterschenkelstreckseiten, Stamm mit Betonung der Sakralregion sowie der behaarte Kopf. Es finden sich multiple, scharf begrenzte, tropfenförmige, bis zu handtellergroßen Flächen konfluierende erythematös-squamöse Plaques mit ausgeprägter Infiltration und weißlich-silbriger, groblamellärer Schuppung. An den Nagelplatten der Finger vereinzelt Tüpfel und Ölflecken. Schleimhäute und Hautanhangsgebilde unauffällig. Dermographismus ruber; sebostatisches Integument.</p><p>Weitere Befunde. Labor unauffällig. - Die Fokussuche im HNO-, Zahn- und internistischen Bereich blieb ohne pathologischen Befund.</p><p>Bisherige Therapie. Bislang gutes Ansprechen mit vollständiger Regression der Hautveränderungen auf cignolinhaltige Externa in Kombination mit intermittierender UV-B-Bestrahlung, zuletzt auch erfolgreiche Lokaltherapie mit Calcipotriol. Als rückfettende Basistherapie wurden harnstoffhaltige Externa verabreicht. Eine systemische Behandlung konnte bisher vermieden werden.</p><p>Diagnose. Der Patient leidet unter einer Psoriasis vulgaris.</p><p>Therapie. Dem Patienten wird eine dreiwöchige Klimatherapie im Hochgebirge (Davos) verordnet, wobei die "Heliotherapie" als Klimaexposition die Hauptkomponente darstellt.</p><p>Prognose. Nach einer Klimatherapie im Hochgebirge sind nach den Ergebnissen einer Davoser Klinik 95% der Patienten erscheinungsfrei bzw. haben eine wesentliche Besserung des Hautbefundes erreicht. Mehrere Untersuchungen belegen dies anhand des Psoriasis Severity Index (PSI) bzw. am Psoriasis Area Severity Index (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr>-Score), der sich nach mehrwöchiger Heliotherapie signifikant verbessert (Abb. S. 316/54).</p><p>Auch im vorgestellten Fall ist das Hautbild am Ende der dreiwöchigen Hochgebirgs-Klimatherapie praktisch frei von krankhaften Veränderungen. Der Patient berichtet über seinen hervorragenden körperlichen Allgemeinzustand und subjektives Wohlbefinden.</p><p>Rezidivfreiheit wurde in einer katamnestischen Untersuchung für Davos über Zeiträume zwischen vier und sieben Monaten (27,5% der Patienten) und zwischen acht und zwölf Monaten (25,5% der Patienten) festgestellt.</p><p><b>Diskussion</b></p><p>In der Klimatherapie der Psoriasis vulgaris stellt die Sonnenbestrahlung den mit Abstand wichtigsten Bestandteil dar: Proliferation und Differenzierung der epidermalen Hautzellen werden durch UV-B-Bestrahlung moduliert, d.h. verringert. Man nimmt an, dass die Hemmung der Proliferation, welche nach Heliotherapie bewiesen ist, über die Vitamin-D3-Bildung durch UV-B, d.h. durch 1,25-Dihydroxyvitamin-D, zustande kommt. Auch Studien, in denen mit der topischen und oralen Gabe von Vitamin D3 eine Abnahme der Beschwerden bei Psoriatikern erzielt wurde, weisen in dieselbe Richtung.</p><p>Die Vitamin-D3-Synthese kann nur mit kurzwelliger UV-B-Strahlung, nicht jedoch mit dem längerwelligen UV-A hervorgerufen werden (vgl. Folge "Osteoporose"). Dies entspricht auch den Ergebnissen bei der Phototherapie der Psoriasis: Mit künstlicher Bestrahlung wird die günstigste Wirkung im UV-B-Bereich mit Wellenlängen zwischen 290 und 315 nm erreicht; das Therapieoptimum liegt bei einer Wellenlänge von 313 nm.</p><p>UV-Strahlung im Hochgebirge. Im Hochgebirge kommt es pro 1000 m Höhendifferenz zu einer Verstärkung der UV-Intensität um 30% gegenüber dem Flachland, da die Luft mit zunehmender Höhe weniger die Strahlung abschwächende Luftverunreinigungen bzw. weniger absorbierenden Wasserdampf enthält. Die UV-B-Dosis ist somit bei gleicher Besonnungszeit im Hochgebirge deutlich höher als im Flachland oder Mittelgebirge.</p><p>Unter Ausnutzung der intensiven Sonnenstrahlung werden im Hochgebirge von den nicht-allergischen Hauterkrankungen Psoriasis, chronisch-rezidivierende Ekzeme und chronische Urtikaria, Hautlymphome (T-Zell-Lymphom, Mycosis fungoides), Prurigo-Erkrankungen sowie Akne mit Erfolg behandelt. Während der Heliotherapie sind die Patienten - in mehreren Studien eindeutig belegt - einer wesentlich geringeren UV-B-Strahlenbelastung als während der Phototherapie mit künstlicher UV-B-Strahlung ausgesetzt; beispielsweise wird zur Abheilung der Schuppenflechte während sechswöchiger Heliotherapie in Davos nur ein Bruchteil derjenigen Dosis benötigt, die die Patienten in der Regel am Wohnort mit künstlicher UV-B-Bestrahlung erhalten.</p><p>UV-Strahlung an der See. Auch an der See ist die Strahlungsintensität - allerdings nur im Sommerhalbjahr - deutlich höher, denn aufgrund des weiten Horizonts wird die Himmelsstrahlung nicht eingeschränkt. Da nur 50% der ultravioletten Strahlung von der direkten Sonnenstrahlung stammen und der Rest durch diffuse Streustrahlung hauptsächlich vom Horizont auf die Erde gelangt, verstärkt sich die UV-Exposition erheblich. Klimatherapie an Nord- und Ostsee führt somit ebenfalls zu einer gesicherten Besserung der Psoraisis. Damit werden rezidivfreie Intervalle bis zu neun Monate nach der Rückkehr erreicht.</p><p>Das Tote Meer hat sich ganzjährig zu einem Zentrum für Psoriatiker entwickelt. Es liegt 400 m unter dem Meeresspiegel, was die klimatischen Bedingungen in spezieller Weise verändert: Durch den längeren Weg, den die Sonnenstrahlung durch die Atmosphäre zurücklegen muß, ist die Intensität der UV-Strahlung abgeschwächt - auch sonnenempfindliche Menschen können sich somit länger der Sonne aussetzen. Zusätzlich ist die Luft aufgrund der umgebenden Wüsten allergenfrei. Es ist trocken und heiß - an mehr als 300 Tagen im Jahr scheint die Sonne. Das Tote Meer ist das salzreichste Meer der Welt.</p><p>Diese besonderen klimatischen Bedingungen des Toten Meeres werden seit Jahrzehnten zur Behandlung von Psoriasis genutzt. Zahlreiche Autoren beschreiben den Erfolg dieser Therapie: Die Rezidivfreiheit soll bei sechs Monaten liegen. "Harte" Daten liegen jedoch nicht vor.</p><p>Die vorliegenden Ergebnisse belegen eindeutig, dass eine langanhaltende klinische Besserung des Hautzustandes bei Patienten mit nicht-atopischen Hauterkrankungen wie Psoriasis durch Klimatherapie im Hochgebirge (ganzjährig) oder an der See (Sommermonate) möglich ist.</p><p>Prof. Dr. Dr. med. habil. Angela Schuh, Institut für Medizinische Balneologie und Klimatologie der Ludwig-Maximilians-Universität, Marchioninistr. 17, D-81377 München.</p><p><i>Dr. med. Ute Topperzer, Klinik für Dermatologie und Allergie, Davos</i></p><p><i>Quelle: Münchner medizinische Wochenschrift 20/1997</i></p>]]></description><guid isPermaLink="false">251</guid><pubDate>Tue, 17 Feb 2004 01:17:25 +0000</pubDate></item><item><title>Nord- oder Ostsee?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/see/reha-nordostsee/</link><description><![CDATA[<p><b>Ob Sie Urlaub machen oder der Arzt eine "Klimakur" verordnet hat: Am besten profitiert die Gesundheit, wenn Sie zur rechten Zeit am rechten Ort sind. Welches Meer Ihnen gut tut...</b></p><p>Allergiker sollten sich im April die stürmische Seeluft im hohen Nor-den um die Nase wehen lassen. Für den Herzkranken dagegen verordnet der Arzt lieber drei Wochen im Mai auf Hiddensee, Denn Klimareize, die dem einen gut tun, können für den anderen sehr belastend sein. "Stellen Sie sich einen Ort vor, wo man ständig die Treppen hochgehen muss", beschreibt Dr. Volker Harms, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für medizinische Klimatologie der Universität Kiel, die Wirkung eines Nordsee-Aufenthalts. "Patienten mit ausgeprägten Herz- oder Kreislaufbeschwerden sollten deshalb besser an die Ostsee reisen."</p><p>Dass die Entscheidung für die Nord- oder Ostsee gesundheitliche Gründe haben kann, gilt nicht nur für eine ärztlich verordnete Heilbehandlung. Auch wer Urlaubspläne schmiedet, sollte bei der Auswahl des Reiseziels auf bestehende Erkrankungen Rücksicht nehmen. So unterscheiden sich die Brandung und der Salzgehalt der Nordsee von der vergleichsweise salzarmen, ruhigeren Ostsee. Am kräftigeren Wellengang an der Nordseeküste finden viele Surfer Gefallen. Die Brandung erhöht auch die Konzentration fein verteilter Salzwassertröpfchen in der Küstenluft. Über die Atemwege gelangt das maritime Aerosol bis in die Bronchien, was sich vor allem bei chronischen Atemwegserkrankungen günstig aus-wirken kann. Auch der Wind, der an der Nordsee etwas schärfer weht, wirkt als Reizfaktor. Denn die frische, kühle Luft führt zu einer tieferen Atmung. Das stärkt das Wohl-befinden und kann die Ge-nesung fördern. Der dritte wirksame Klimareiz ist die Sonne. Die ist im Durchschnitt häufiger über der Ostsee zu sehen. 1998 zum Beispiel 1906 Stunden lang - gut für Menschen mit Hautproblemen, sofern Sonnenbrände vermieden werden. An der Nordsee wurden im gleichen Jahr nur 1685 Sonnenstunden gezählt.</p><p>Wer nicht sicher ist, welches Meer ihm gut tut, sollte seinen Arzt fragen.</p><p>Quelle: Apotheken Umschau 03/00</p>]]></description><guid isPermaLink="false">252</guid><pubDate>Sun, 31 Aug 2003 04:41:01 +0000</pubDate></item></channel></rss>
