Handbook for Teens with Psoriasis

Die Broschüre „Teenager with Psoriasis“ ist leider nur in Englisch, aber bei der US-amerikanischen „National Psoriasis Foundation“ (NPF) zu erhalten. Die NPF hatte außerdem eine Internetplattform für „kids, youth, teens and parents & caregivers“. Wer sich zutraut, englische Texte zu lesen, sollte sich auch dort informieren.

In der Broschüre wird mit einfachen Worten erklärt, was Psoriasis ist und wie sie behandelt werden kann. Das reicht für eine erste Information aus, geht aber nicht sehr tief. Schuppenflechte wird als reine Hautkrankheit beschrieben. Das ist verständlich, weil es meist nur erwachsenen Psoriatiker sind, die zusätzlich an Psoriasis Arthritis oder Nagel-Pso leiden. Gut ist, dass den jungen Menschen als erstes deutlich gesagt wird: Psoriasis ist nicht ansteckend. Es wird richtig beschrieben, dass die Veranlagung für die Krankheit vererbt wird, ohne dass dadurch klar wird, ob und wann sie ausbricht. Als typische Auslöser für die Schuppenflechte werden aufgezählt: Infektionen (wie Halsentzündung, Ohrenschmerzen, Bronchitis, Mandelentzündung oder Atemwegserkrankung) und Stress (leider ohne Beispiele und ohne Unterscheidung zwischen negativem und positivem Stress!). Der für Jugendliche wichtigste Auslöser fehlt aber: die Hormonumstellung durch die Pubertät. Selbst bei denjenigen, die erst im Alter erkranken, ist die Hormonumstellung durch die Wechseljahre der entscheidende Grund, dass die in den Genen schlummernde Psoriasis ausbricht.

Sehr gut ist der Ansatz der Broschüre: Den Jugendlichen wird dringend geraten, eng mit Eltern und Ärzten zusammen zu arbeiten, sich über die Hintergründe der Therapien zu informieren und sich unbedingt an die ärztlichen Vorgaben zu halten. Je besser man darauf vorbereitet ist, welche Möglichkeiten und Grenzen eine Therapie bietet, desto motivierter ist man, eine langfristige Behandlung durchzustehen. Ziel jeder Behandlung sollte sein, die eigene Psoriasis zu kontrollieren. Viele Jugendlichen wollen, dass ihre Schuppenflechte für immer verschwindet. Das bleibt aber leider ein wirklichkeitsfremder Traum.

Es werden Tipps gegeben, welche Informationen man beim Arzt erfragen sollte und Mut gemacht, wenn eine Therapie erfolglos bleibt. Viele einzelne Fragen, die gerade junge Leute haben, werden angeschnitten: –

  • Wie gehe ich mit Depression und Unsicherheit wegen der Pso um?
  • Wie reagiere ich auf Blicke und Fragen? Muss ich meine Berufsplanung darauf einstellen?
  • Was ist mit Piercing, Ohrlöchern und Tätowierungen?
  • Kann ich überhaupt noch Sport treiben?
  • Wie spreche ich die Pso an, wenn ich jemanden neu kennen lerne?
  • Wirkt sich die Pso beim Sex aus?
  • Wie kann man sie kosmetisch verbergen? usw.

Das Heft ist nicht sehr tiefgründig, aber es spricht viele Bereiche an, die Jugendliche mit Schuppenflechte betreffen und gibt konkrete Ratschläge. Wirklich gut sind die mutmachenden Leitlinien: Je mehr Menschen von meiner Psoriasis wissen und sie verstehen, desto weniger muss ich darum kämpfen, sie ständig zu verstecken. Viele Menschen haben Krankheiten oder Gebrechen. Meine ist nur für alle sichtbar. Hautkrankheiten sind nicht schlechter oder besser als andere Krankheiten. Es gibt keinen Grund, mich deshalb zu schämen. Nichts ist daran peinlich, weil ich nichts für meine Krankheit kann. Andere brauchen keine Angst zu haben, wenn sie wissen, dass sie sich nicht anstecken können. Jeder Kranke hat Phasen, in denen er unsicher, ängstlich oder deprimiert ist. Ich sollte lernen, andere zu bitten, mir in solchen Momenten zu helfen. Niemand außer ich selbst weiß, wann ich Unterstützung brauche. Die Psoriasis ist zwar ein Teil von mir, aber sie sollte möglichst nicht mein gesamtes Leben bestimmen. Obwohl das Leben mit Psoriasis manchmal sehr schwer sein kann, führen die meisten Psoriatiker überwiegend ein völlig normales Leben. Die Medizin entwickelt stets bessere Therapien, die schwierig zu ertragen ist. Jeder sollte so viel wie möglich über seine Krankheit lernen und sich mit anderen Psoriatikern darüber austauschen.

Bewertungen

Es gibt noch keine Bewertungen.

Schreibe die erste Bewertung für „Handbook for Teens with Psoriasis“

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.