Hauterkrankungen im Kindesalter

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Es handelt sich um einen Ratgeber für Eltern. Umfassend werden vermutlich die meisten Hautprobleme, die bei Kindern und Jugendlichen auftreten, beschrieben. Ursula Keicher gibt sehr kompetente Ratschläge, die nicht beim Medizinischen stehen bleiben.

Wo es nötig ist, wird betont, dass hautkranke Kinder auch psychologisch gestärkt werden müssen. Die Texte sind kurz, aber es fehlt aus unserer Sicht nichts, was dem Wissensstand von 1997 entspricht. Das Buch lohnt sich für Eltern, die bei Hautproblemen ihres Kindes einschätzen wollen, ob es sich um eine harmlose oder eine ernsthafte Erscheinung handelt. Es gibt viele Tipps, auch für die allgemeine Pflege von Haut, Haaren und Nägel. Und es wird erläutert, welche Nahrungsmittel der Haut gut tun. Das Buch lohnt sich nicht für Eltern, die hauptsächlich Hinweise für Kinder mit Schuppenflechte erwarten.

Wir haben das Buch nach Hinweisen für psoriatische Kinder durchforscht:

Kinder mit Psoriasis sind öfters in der Sonne. Die Autorin weist darauf hin, dass häufige Sonnenbrände das Hautkrebsrisiko im Alter erhöhen. Säuglinge im ersten Lebensjahr sollten überhaupt nicht direkt von der Sonne bestrahlt werden. Die Mittagssonne (11-15 Uhr) ist besonders aggressiv. (Nicht nur) Kleinkindern sollten sie meiden Die Augen müssen durch eine Sonnenbrille geschützt werden. Die soll wirklich vor UV-Strahlen schützen. Also kein Kinderspielzeug aus gefärbten Plastikgläsern kaufen! Die Schultern sind durch T-Shirts aus Naturfasern zu schützen. Die Haut von Kleinkindern muss mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren für Hauttyp I geschützt werden. Sonnenschutzmittel für empfindliche Kinderhaut sollte möglichst hautschonend sein. Ein Sonnencremes schützen nur für eine bestimmte Zeit. Da nützt es nichts, die Creme mehrmals aufzutragen. Wenn die erlaubte Bestrahlungszeit erreicht ist, sollten Eltern ihre Kleinkinder für diesen Tag konsequent in den Schatten verbannen.

Die Autorin empfiehlt ausreichend weite Kleidung aus natürlichen, atmungsaktiven Materialien (z.B. Baumwolle). Farbstoffe können sehr empfindliche Haut reizen, vor allem dunkle Farben. Die Unterwäsche für Kleinkinder sollte immer ungefärbt oder ungebleicht sein bzw. mit Pflanzenfarben eingefärbt. Neue Kleidung vor dem ersten Tragen auf jeden Fall waschen, weil Pestizid-Rückstände enthalten sein können. Generell wenig Waschmittel bei Kinderkleidung verwenden und keinen Weichspüler.

Kinder müssen ins Freie. Licht fördert die Vitamin-D-Produktion, frische Luft stärkt das Immunsystem und härtet die Haut ab.

Viele Kinder sind fasziniert von Fastfood und zuckerhaltigen Lebensmitteln. Aber wegen der Haut sollte die Ernährung ausgewogen und vitaminreich sein. Zu viel Süßigkeiten beeinflussen die Haut negativ.

Kinder mit Neurodermitis oder Psoriasis spüren, wenn Eltern ihre Haut nicht berühren mögen und zurückhaltend schmusen. Sie registrieren auch, wenn sie überfürsorglich behandelt werden. Hautkranke Kinder müssen psychisch von ihren Eltern stark gemacht werden. Die Krankheit kann sie psychisch schwer belasten. Die Autorin betont, dass Eltern ihren Kindern helfen müssen, gelassener mit allem umzugehen. Was quält das Kind gerade? Vielleicht kann man gemeinsam Lösungen finden. Aber sie weiß auch, dass das leichter gesagt als getan ist.

Tiefe Entspannung kann bei Hautkrankheiten sehr erfolgreich wirken. Je nach Alter und Fähigkeit erreicht man das mit autogenem Training, eutonischen Übungen oder der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen. Eine Mal-, Tanz- oder Reittherapie hilft dem Kind ebenfalls, Vertrauen in eigene Fähigkeiten zu entwickeln. Niemand sollte sich scheuen, psychotherapeutische Hilfe anzunehmen, um aus dem Teufelskreis Unsicherheit – Krankheitsschub – größere Unsicherheit herauszukommen.

Die Autorin verweist darauf, dass Hautkrankheiten auch Warnsignale sein können. Die Hautkrankheit könnte Probleme widerspiegeln, die entweder das Kind allein oder sogar die gesamte Familie betrifft. Gute Kindertherapeuten helfen da weiter.

Beim Thema Juckreiz weist Ursula Keicher darauf hin, dass strenge Ermahnungen oder festgebundene Hände nicht die richtigen Methoden sind. Das Kind muss abgelenkt werden, z.B. durch eine spannende Geschichte oder Herumtoben. Sie empfiehlt kurze Fingernägel, Ganzkörper-Baumwollanzüge, die auch die Hände umhüllen, Ölbäder mit juckstillenden Zusätzen und in schlimmen Fällen Medikamente (Anti-Histaminika).

Die Eckdaten:

Südwest Verlag
Reihe Fit und gesund leben
ISBN 3-517-01870-8
Preis ca. 10,00
96 Seiten

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  • Hauterkrankungenim Kindesalter: Verlag

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