Cannabis: Reden Lobbyisten den Patienten da was ein?

Cannabispflanze

Cannabis ist seit zwei Jahren in Deutschland zur Therapie von Krankheiten zugelassen. In der Praxis erhalten vor allem Menschen mit starken Schmerzen die Genehmigung. Auch Patienten zum Beispiel mit Psoriasis arthritis hegen deshalb die Hoffnung, dass ihnen mit medizinischem Hanf geholfen werden kann.

Aber: Der Internationale Drogenkontrollrat (INCB) hat dazu so seine eigene Meinung: Er sagt, dass die Wirksamkeit einer solchen Therapie nur bei Multipler Sklerose, Epilepsie sowie bei der Linderung der Nebenwirkungen einer Chemotherapie erwiesen ist. Der INCB warnt vor zu „lässigen“ Verschreibungen. Seine Sorge: Es könnte der Eindruck entstehen, dass Cannabis auch als Droge harmlos wäre.

Jetzt hat sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in die Debatte eingemischt. Sie sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa:

Uns ist vollkommen klar, dass es Druck von Patienten gibt, denen von Lobbyisten eingeredet wird, dass Cannabis immer die beste Medizin ist. (…) Es gibt viele andere gut wirkende, besser wirkende Medikamente.

Marlene Mortler, Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Interessant wird ein Termin in der kommenden Woche: Dann tagt die Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen. Auf der Tagesordnung steht auch ein Vorschlag der Weltgesundheitsorganisation: Demnach soll CBD – der Cannabis-Wirkstoff Cannabidiol – von einer Liste verbotener Substanzen gestrichen werden.

Unser Rat

Was die Therapie mit medizinischem Hanf kann, muss sie bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis erst noch beweisen. Was das CBD-Öl angeht: Im Netz sind unendlich viele CBD-Verkäufer unterwegs, die auf den Zug aufgesprungen sind. Immer mal landet einer zum Beispiel bei uns im Forum – mit den tollsten Erfolgsberichten, die am Ende verdeckte Werbung sind. Für uns ist CBD-Öl der nächste heiße Sch… nach Aloe vera und Kokosöl als Allheilmittel.

Unser Rat: Wer es ausprobieren möchte, gehe zu den Drogerieketten wie dm oder Rossmann, wo es das CBD-Öl auch gibt. Da sind Herkunftsweg, gleichbleibende Dosis usw. geklärt.

Update: Leafly.de, ein Spezialportal zum Thema Cannabis in der Medizin, vergibt seit Anfang April 2019 ein Güte-Siegel. Hersteller von CBD-Öl, die dieses Siegel auf ihre Produkte kleben wollen, müssen sie in einem Labor untersuchen lassen auf

  • Schwermetalle
  • Pestizid-Rückstände
  • mikrobiologische Verunreinigungen
  • Gehalt an Terpenen sowie
  • THC- und CBD-Gehalt

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