Fragen und Antworten zu Remicade und Infliximab

Hier findest du Fragen und Antworten, die zum Wirkstoff Infliximab bzw. den Medikamenten Remicade und all seinen Biosimilars immer wieder auftauchen. Wir schreiben hier zwar immer von Remicade, die Angaben gelten aber auch für die „Nachbauten“ wie Inflectra, Flixabi oder Zessly.

Wir beschäftigen uns hier „nur“ mit der Anwendung bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Deshalb gibt es hier auch weder Fragen noch Antworten zu allen anderen Anwendungsgebieten.

Remicade – was ist das?

Remicade bzw. sein Wirkstoff Infliximab ist ein Antikörper, der zur Behandlung mehrerer Krankheiten angewendet werden kann, darunter auch Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis.

Was macht Remicade?

Remicade bzw. sein Wirkstoff Infliximab schnappt sich den Tumornekrosefaktor alpha (TNF-alpha) und bindet ihn an sich.

Was kostet Remicade?

Das kommt auf das Gewicht des Patienten an. Klingt komisch, aber das Medikament wird je nach Gewicht dosiert. Für einen Patienten, der 80 Kilogramm wiegt, würden 400mg, also vier Fläschchen, gebraucht. Und die kosten etwa 3000 Euro (Stand Mai 2019).

Wann wurde Remicade in der EU zugelassen?

• Zur Behandlung der Psoriasis: Ende September 2005
• Zur Behandlung der Psoriasis arthritis: im Oktober 2004. Zugelassen wurde es damals mit der Bedingung, dass zusätzlich MTX genommen bzw. gespritzt wird.

Wie wird Remicade verabreicht?

Remicade wird als Infusion gegeben.

Muss man für die Infusion ins Krankenhaus?

Remicade kann in einer Klinik oder in einer Arztpraxis verabreicht werden.

Wie oft wird Remicade gegeben?

Remicade wird zu Beginn, nach zwei und sechs Wochen und dann alle acht Wochen gegeben.

Wie lange dauert eine Infusion mit Remicade?

Etwa zwei Stunden. Nur, wenn nach mindestens drei Infusionen wirklich klar ist, dass der Patient auf die Infusion nicht allergisch reagiert, kann diese Zeit gesenkt werden.

Wie schnell wirkt Remicade?

Die erste Besserung stellte sich in Studien bei Schuppenflechte oft schon nach zwei Wochen ein.

Wie lange hält die Wirkung von Remicade?

Bei den meisten Patienten hält die Wirkung ungefähr zwei Monate lang an.

Kann das auch mein Hausarzt machen?

Kommt drauf an. Der Arzt sollte Erfahrung mit Remicade und mit der Behandlung der Psoriasis (arthritis) haben, weil es doch einiges zu beachten gibt.

Welche Nebenwirkungen kann Remicade haben?

Patienten, die mit Remicade behandelt wurden, berichteten auch über schwere Infektionen – einschließlich Tuberkulose (TB) und Sepsis. Einige dieser Infektionen verliefen tödlich. Patienten sollten ihrem Arzt berichten, wenn sie vor kurzem oder längerem Kontakt mit Menschen mit TB hatten. Ihr Arzt wird sie dann auf TB untersuchen und einen Hauttest durchführen.
Remicade kann die Fähigkeiten zur Bekämpfung von Infektionen einschränken. Wenn ein Patient zu Infektionen neigt oder in der Vergangenheit oder zurzeit unter Infektionen gelitten hat bzw. leidet, oder irgendein Anzeichen einer Infektion .- ob Fieber, Ermüdung, Husten oder Grippe – unter Remicade -Therapie entwickelt, sollte sie oder er dies dem Arzt sofort berichten.
Der Arzt sollte auch informiert werden, wenn der Patient in einer Gegend lebt, in der Histoplasmose oder Coccidioidomykose regelmäßig auftreten. Es gibt ebenfalls Berichte über Blutstoffwechselkrankheiten, die teilweise tödlich verlaufen sind. Außerdem gibt es Berichte über Störungen des Nervensystems. Patienten sollten ihren Arzt informieren, wenn sie eine Krankheit hatten, die das Nervensystem betrifft, oder wenn während einer Behandlung mit Remicade jegliche Art von Taubheit, Schwäche, Prickeln oder Sehstörungen auftreten.
Es gibt auch Berichte von schweren Infusionsreaktionen mit Ausschlägen, Atemproblemen und niedrigem Blutdruck. Die Reaktionen traten während oder nach den Infusionen auf. In klinischen Studien traten bei einigen Patienten folgende gewöhnliche Nebenwirkungen auf: Infektionen des oberen Atmungstrakts (u.a. Sinusitis und Halsschmerzen), Husten und Magenschmerzen oder leichte Reaktionen auf die Infusion, wie Haut-Ausschlag oder -Juckreiz.

Wer darf Remicade nicht bekommen?

Viele Patienten mit Herzinsuffizienz sollten Remicade nicht anwenden. Vor der Behandlung sollten die Patienten jegliche Herzkrankheiten mit ihrem Arzt besprechen. Patienten sollten ihrem Arzt sofort mitteilen, wenn Symptome einer Herzinsuffizienz neu auftreten oder sich verschlechtern.
Wer Tuberkulose oder andere schwere Infektionen hat, darf Remicade nicht anwenden.
Für Frauen mit Kinderwunsch ist die Behandlung mit Remicade nicht geeignet. Auch sechs Monate nach der Behandlung mit dem Medikament muss eine Empfängnisverhütung praktiziert werden.
Während der Stillzeit darf Remicade nicht verwendet werden. Nach der letzten Behandlung muss mit dem Stillen sechs Monate gewartet werden.

Können Männer im zeugungsfähigen Alter Remicade nehmen?

Männer im zeugungsfähigen Alter können Remicade nehmen, sollen während der Zeit aber immer sicher verhüten.

Was tun, wenn Remicade nicht hilft?

Wenn die Schuppenflechte nach 14 Wochen stark ist, sollte die Remicade-Therapie abgebrochen werden.

Was ist besser – Remicade oder Humira?

Auf Fragen wie diese kann niemals seriös pauschal geantwortet werden. Wenn dir jemand das verspricht, solltest du ihm nicht glauben.

Welche Studien gab es zu Remicade?

Studien zur Behandlung der Schuppenflechte mit Remicade
Im Mediziner-Fachblatt „The Lancet“ wurden Ergebnisse einer Studie namens Express veröffentlicht. In dieser Studie wurden 378 Patienten 46 Wochen lang mit Remicade behandelt und auch danach weiter beobachtet. Die Patienten hatten und haben eine mittelschwere bis schwere Schuppenflechte. 80 Prozent von ihnen vermerkten eine Besserung ihrer Psoriasis um 75 Prozent und mehr. Diesen Wert erreichten drei Prozent der Patienten, die ein Placebo erhielten. Der Zahlenwust geht noch weiter: Fast 60 Prozent der Patienten verspürten sogar eine Besserung um 90 Prozent. Das Gleiche konnte nur ein Prozent der Patienten aus der Placebo-Gruppe von sich behaupten. Immerhin berichteten 26 Prozent der Patienten von einer vollständigen Abheilung ihrer Psoriasis.

Ein Nebeneffekt: Auch die Psoriasis an den Nägeln besserte sich. Die Nagelpsoriasis ist sehr schwierig zu behandeln. Mit Remicade trat bis zur 24. Woche der Studie bei den Patienten eine Milderung um 56 Prozent ein.

Studien zur Behandlung der Psoriasis arthritis mit Remicade
Die entscheidende Studie vor der Zulassung zur Behandlung der Psoriasis arthritis war die Studie namens Impact. Dafür wurden 104 Patienten mit einer aktiven Psoriasis arthritis untersucht, denen mindestens eines der klassischen antirheumatischen Medikamente nicht geholfen hatte. In neun medizinischen Zentren in den USA, Kanada und Europa wurde geforscht.

Bei Gelegenheit wollen wir hier weitere Fragen beantworten, zum Beispiel:

  • Wie lange nimmt man Remicade?
  • Wie wirkt Remicade? Wie funktioniert Remicade?
Hier erfährst du, was Remicade bzw. der Wirkstoff ist und wie er angewendet wird.

Quellen:

  • Fachinformation Remicade, Stand Mai 2019
  • Broschüre „Wissenswertes über Remicade (Infliximab) bei Plaque-Psoriasis“

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