Skyrizi – was ist das und wie wird es angewendet?

Skyrizi ist der Handelsname eines Medikaments, das zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren Schuppenflechte angewendet werden kann. Ab 1. Juni 2019 ist es in Apotheken zu bekommen. Eines Tages könnte es auch bei Psoriasis arthritis zum Einsatz kommen.

Skyrizi enthält den Wirkstoff Risankizumab. Zu Beginn seiner Erforschung wurde er auch als BI 655066 bezeichnet.

Der Wirkstoff wird am Anfang zweimal mit vier Wochen Abstand und danach alle drei Monate subkutan injiziert – also unter die Haut gespritzt. Er blockiert das Interleukin 23 (IL-23), indem es sich an dessen Untereinheit p19 „ranheftet“. Damit ist er ein Konkurrent zum Medikament Tremfya bzw. dessen Wirkstoff Guselkumab, der von der Firma Janssen-Cilag entwickelt wurde.

Entwickelt wird die Substanz von der Firma Boehringer Ingelheim Pharma in Kooperation mit AbbVie. Im Mai 2018 reichte die Firma AbbVie bei der europäischen Behörde EMA den Antrag auf Zulassung von Risankizumab ein. Im Mai 2019 wurde das Medikament zugelassen.

In Studien wurde ermittelt, wie Risankizumab bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte und bei Psoriasis arthritis wirkt. Untersucht wird Risankizumab auch für die Therapie von Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Asthma.

Skyrizi in Studien

Weltweit wurde die Wirkung von Skyrizi an 2000 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte in Studien vor der Zulassung untersucht. Das neue Medikament musste gegen schon zugelassene Wirkstoffe wie Ustekinumab und Adalimumab sowie gegen ein Scheinmedikament (Placebo) antreten.

Nach 16 Wochen und bis ein Jahr nach Start hatte Skyrizi besser gewirkt als die „alten“ Medikamente. Das heißt nicht, dass Skyrizi nach einem Jahr nicht mehr wirkt, sondern dass dann die Studien endeten.

Um Sicherheit und Wirksamkeit zu untersuchen, bekamen die Probanden jeweils zwei Spritzen mit 75 Milligramm Risankizumab: beim ersten Termin, dann nach vier Wochen und später alle drei Monate.

Nach einem Jahr erreichten mehr als 50 Prozent der Patienten, die Risankizumab erhielten, eine völlig klare Haut.

Michael Severino, AbbVie

In der Pressemitteilung zur Zulassung wurde ein französischer Forscher zitiert:

In klinischen Studien waren Patienten mit Skyrizi öfter beschwerdefrei als mit derzeitigen Standardtherapien.

Hervé Bachelez, University Paris Diderot und Department of Dermatology der Saint-Louis Hospital-Assistance Publique Hôpitaux, Paris

Er kündigte Daten aus der zwei Jahre langen Studie IMMhance an, die anlässlich des World Congress of Dermatology im Juni 2019 veröffentlicht werden sollen.

Nebenwirkungen von Skyrizi

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Infektionen der oberen Atemwege. Sie traten bei 13 Prozent der Patienten auf. Die meisten berichteten Nebenwirkungen waren leicht oder mittelschwer.

Andere Nebenwirkungen waren Pilzinfektionen, Kopfschmerzen, Juckreiz, Müdigkeit und Reaktionen an der Injektionsstelle.

Impfungen

Empfohlen wird, vor Beginn einer Therapie mit Skyrizi alle Impfungen abgeschlossen zu haben. Nach der Verabreichung eines Lebendimpfstoffs sollte vier Wochen gewartet werden. Während einer Therapie mit Skyrizi und 21 Wochen danach sollten keine Lebendimpfstoffe verwendet werden.

Mehr Informationen

  • April 2019: In den USA wurde Skyrizi und in Kanada zur Behandlung einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis zugelassen.
  • März 2019: Skyrizi wurde in Japan zur Behandlung der Psoriasis vulgaris, der generalisierten pustulösen Psoriasis, der (psoriatischen) Erythrodermie und der Psoriasis arthritis zugelassen. [Quelle]
  • Die Studien vor der Zulassung trugen die Namen ultIMMA-1, ultIMMa-2, IMMhance und IMMvent.

Tipps zum Weiterlesen

Quellen:

  • Pressemitteilung von AbbVie zur Zulassungsempfehlung vom CHMP [lesen]
  • Pressemitteilung von AbbVie zur Zulassung bei Psoriasis [lesen]
  • „EU-Zulassung für Skyrizi: Schuppenflechte-Antikörper mit Memory-Effekt?“ Deutsche Apotheker-Zeitung vom 03.05.2019 [lesen]

Bildquellen

  • Skyrizi Packung: Hersteller
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