Rinvoq – was ist das und wie wird es angewendet?

Braune Tabletten im Blister

Rinvoq ist ein Medikament in Tablettenform, das eines Tages gegen Psoriasis arthritis eingesetzt werden soll. Derzeit muss es erst noch in Studien zeigen, was es kann. Sein Wirkstoff heißt Upadacitinib. Anfangs hatte er die Bezeichnung ABT-494. Hersteller ist die Firma AbbVie.

Rinvoq ist ein sogenannter JAK-Inhibitor oder Januskinase-Inhibitor. Ein solcher ist auch das schon zugelassene Medikament Xeljanz. Eingenommen wird eine Tablette pro Tag.

Ergebnisse aus einer Studie

Im November 2019 berichtete der Hersteller über Ergebnisse aus einer Phase-III-Studie. Das ist die letzte Phase, bevor für ein Medikament ein Zulassungsantrag gestellt wird. In dieser Studie erhielt eine Gruppe die Dosis von 15 mg Rinvoq, eine andere nahm 30 mg ein, eine dritte erhielt ein Schein-Medikament (Placebo).

Ergebnis in der Gruppe mit 15 mg Rinvoq: Nach 12 Wochen war die Psoriasis arthritis bei 57 Prozent der Patienten mit der geringeren Dosis um 20 Prozent besser. Medizinisch korrekt ausgedrückt wäre: Sie erreichten ACR20. Eine Besserung um 50 Prozent erreichten 32 Prozent der Patienten. Auf eine 70-prozentige Besserung kamen immer noch 9 Prozent.

Die Schuppenflechte war nach 16 Wochen bei 52 Prozent der Patienten um 75 Prozent besser (um es korrekt auszudrücken: PASI75), auch wenn das nicht Hauptthema der Studie war.

Ergebnis in der Gruppe mit 30 mg Rinvoq: Nach 12 Wochen war die Psoriasis arthritis bei 64 Prozent der Patienten mit der höheren Dosis um 20 Prozent besser. Medizinisch korrekt ausgedrückt wäre: Sie erreichten ACR20. Eine Besserung um 50 Prozent erreichten 38 Prozent der Patienten. Auf eine 70-prozentige Besserung kamen 17 Prozent.

Die Schuppenflechte war nach 16 Wochen bei 57 Prozent der Patienten um 75 Prozent besser.

Ergebnis in der Gruppe mit dem Placebo: Nach 12 Wochen war die Psoriasis arthritis bei 24 Prozent der Patienten mit dem Schein-Medikament um 20 Prozent besser. Medizinisch korrekt ausgedrückt wäre: Sie erreichten ACR20. Eine Besserung um 50 Prozent erreichten 5 Prozent der Patienten.

Die Schuppenflechte war nach 16 Wochen bei 16 Prozent der Patienten um 75 Prozent besser.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten in der Studie Infektionen der oberen Atemwege (Erkältung, Nasennebenhöhlen-Entzündungen), Übelkeit, Husten und Fieber.

Die Hinweise des Herstellers auf schwere Nebenwirkungen lesen sich teilweise drastisch. So heißt es in der Pressemitteilung zu den Studienergebnissen:

Bei einigen Menschen, die Rinvoq einnahmen, traten schwere Infektionen auf, darunter Tuberkulose und Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren, die sich im ganzen Körper ausbreiteten. Einige Menschen sind an diesen Infektionen gestorben.

Außerdem besteht ein erhöhtes Risiko, eine Gürtelrose (Herpes zoster) zu bekommen.

Und:

Lymphome und andere Krebsarten, einschließlich Hautkrebs, können bei Menschen auftreten, die Rinvoq einnehmen. Blutgerinnsel in den Venen der Beine oder der Lunge und Arterien sind möglich. Dies kann lebensbedrohlich sein und zum Tod führen.

Wo Rinvoq noch eingesetzt wird

In den USA ist Rinvoq schon zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Rheumatoider Arthritis zugelassen. In Europa steht diese Zulassung noch aus. Ein positives Votum des entsprechenden Ausschusses der europäischen Zulassungsbehörde gibt es bereits.

Studien laufen aber nicht nur in Bezug auf Psoriasis arthritis, sondern auch für die Behandlung von Morbus Crohn, Atopischer Dermatitis (Neurodermitis), Colitis ulcerosa und Riesenzellarteriitis.. Geprüft wird zudem, ob Rinvoq auch bei Ankylosierender Spondylitis angewendet werden kann.

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